Was darf auf den Wiesen im Vogelschutzgebiet eigentlich passieren und wer sucht den Wiesenknopf?

Für alle LeserWenn man mit dem Rad zum Markkleeberger See fährt, kommt man südlich vom Agra-Park durch die Möncherei, ein Gebiet, bei dem man eigentlich gar nicht mehr das Gefühl hat, noch im Vogelschutzgebiet Leipziger Auwald zu sein. Ist man aber. Und eigentlich sollte mit den Wiesen hier sehr sorgsam umgegangen werden. Wird es das aber?

Wolfram Günther, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Landtag und deren umweltpolitischer Sprecher, hatte da so seine Zweifel: „Die Wiesen werden nach Informationen von Umweltverbänden besonders im Bereich der Möncherei in Markkleeberg intensiv bewirtschaftet bzw. häufig gemäht. So kommt zum Beispiel das Vorkommen des Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis) in diesem Bereich seit Jahren nicht mehr zum reproduktionsnotwendigen Aussamen. Hier lebt der geschützte Wiesenknopfbläuling (Phengais teleius), der den Großen Wiesenknopf als Fortpflanzungsgrundlage benötigt.“

Wirklich in Ruhe gelassen werden die Wiesen eh nicht. Sie sind alle eingezäunt. Hier weiden Kühe, dort weiden Pferde. Wer also schaut, ob hier die Schutzbedingungen des Leipziger Auensystems eingehalten werden? Denn hier gilt: „Für FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete gilt das allgemeine Verschlechterungsverbot gemäß § 33 Abs. 1 Satz 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).“ Das schreibt der zuständige Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) auf die Anfrage von Günther.

Was der Minister weiß, bezieht sich vor allem auf die EU-Agrarförderung. Die wird ja über sein Ministerium verteilt.

Für die gemütlich kauenden Rinder und die neugierigen Pferde auf den Weiden gilt Folgendes: „Im Vogelschutzgebiet ,Leipziger Auwald‘ im Bereich Möncherei der Gemarkung Markkleeberg befinden sich aktuell sieben Flächen in der EU-Agrarförderung. Bei vier der sieben Flächen wurden Vorhaben nach Richtlinie Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (RL AUK 2015) beantragt. Von den vier Grünlandschlägen, die gemäß RL AUK (2015) bewirtschaftet werden, sind drei in dem Vorhaben GL.1a (Artenreiches Grünland – Ergebnisorientierte Honorierung mit jährlichem Nachweis von mindestens vier Kennarten) und eins im Vorhaben GL.5a (Spezielle artenschutzgerechte Grünlandnutzung mit mindestens zwei Nutzungen pro Jahr mit der ersten Nutzung als Mahd ab 1. Juni) zugeordnet. Für die drei Schläge mit dem Vorhaben GL.1a ergeben sich variable Nutzungstermine, da die speziellen Zuwendungsvoraussetzungen dieses Vorhabens nur eine mindestens einmalige Nutzung durch Mähen mit Beräumung und Abtransport des Mähgutes und/oder Beweidung sowie der jährliche Nachweis von mindestens vier Kennarten anhand einer vorgegebenen Referenzliste vorschreiben. Die Nutzungshäufigkeit wird dem Antragsteller nicht begrenzt.“

Was ja aus Sicht des Ministeriums heißt: Die Beweidung mit Rinder und Pferden ist rechtens. Das hilft dem Artenerhalt.

Die vierte Fläche wird nur nachbeweidet. Zumindest kann man das so herauslesen. Sie wird dafür (mindestens) zweimal gemäht: „Für den einen Grünlandschlag mit dem Vorhaben GL.5a ergeben sich folgende Nutzungstermine: Erste Nutzung als Mahd ab dem 1. Juni mit Abschluss der ersten Nutzung einschließlich Beräumung und Abtransport des Mähgutes bis spätestens 31. Juli des Antragsjahres. Zweite Nutzung als Mahd mit Beräumung und Abtransport des Mähgutes oder Nachbeweidung bis spätestens 31. Oktober des Antragsjahres. Da mindestens zwei Nutzungen als Zuwendungsvoraussetzungen vorgeschrieben sind, ist eine weitere Nutzung nicht ausgeschlossen und somit auf dieser Fläche möglich. Es liegt derzeit kein Verstoß gegen die Zuwendungsvoraussetzungen auf diesen Flächen vor, weshalb keine Diskrepanzen zwischen der vorgegebenen und praktizierten Bewirtschaftung bestehen.“

Besonders schützenswert seien die Wiesen, so Günther, weil hier der Große Wiesenknopf vorkommt. Oder vorkomme sollte.

Aber tut er das überhaupt? – „Die Pflanzenart Großer Wiesenknopf dient als Futterpflanze (Blüte zur Eiablage und zur Ernährung der Raupen) zum Beispiel vom Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius). Diese Schmetterlingsart ist im Anhang II der FFH-Richtlinie aufgeführt“, bestätigt der Minister. „Zur Verbesserung der aktuellen landesweiten Situation wurde im Jahr 2017 vom Freistaat Sachsen ein Artenhilfsprogramm für die zwei Ameisenbläulinge aufgelegt (neben dem Hellen kommt im Freistaat Sachsen der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Phengaris nausithous vor).“

Aber dieser Flatterer wurde hier ewig nicht gesichtet: „Nachweise des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling im Leipziger Auensystem liegen mehr als 18 Jahre zurück und befanden sich außerhalb des Bereichs Möncherei. Vorgesehene Maßnahmen zur Sicherung der Bestände vom Großen Wiesenknopf bei Vorkommen mindestens einer der beiden Bläulingsarten sind zum Beispiel eine Nutzungspause zwischen Mitte Juni und Mitte September zur Sicherstellung des Aufwuchses der Pflanze.“

Aber wenn der Wiesenknopf gar nicht erst wächst, weil er frühzeitig gemäht wurde? Das hatte ja Günther schon mit kritischem Unterton angemerkt: „So kommt zum Beispiel das Vorkommen des Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis) in diesem Bereich seit Jahren nicht mehr zum reproduktionsnotwendigen Aussamen.“

Irgendwie klingen die Antworten des Ministers nicht wie Antworten auf diese Feststellung. Alles ist fördermäßig eingetaktet.

Dafür wurden ein paar andere Tierarten von der Roten Liste ab und zu hier gesichtet: der Neuntöter zum Beispiel, der Kleiber und die Klappergrasmücke, der Stieglitz und der Zilpzalp. Wobei die Daten aus der Zentralen Artdatenbank Sachsen (ZenA), auf die der Minister zurückgriff, darauf hindeuten, dass hier gar niemand wirklich regelmäßig nach seltenen Faltern und Vögeln Ausschau hält. Die meisten radeln nur durch, freuen sich über weiße Kühe und rote Pferde. Ein Raubvogel beäugt die Vorbeifahrenden. Aber ein regelmäßig auftauchender Ornithologe ward nicht gesichtet.

MarkkleebergFFH-GebietLeipziger AuensystemMöncherei
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Das Schweigen der Mitte: Der Versuch herauszufinden, warum es keine großen gesellschaftlichen Debatten mehr gibt
Ulrike Ackermann: Das Schweigen der Mitte. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserHaben wir keine Intellektuellen mehr? Gibt es keine intellektuellen Debatten mehr in Deutschland? Das Gefühl sagt: ja. Da ist etwas verloren gegangen. Nicht, dass sich lauter Berühmtheiten nicht regelmäßig lautstark zu Wort melden. Aber die Wortmeldungen plumpsen ins große Schaummeer der medialen Aufregungen. Manchmal gibt es dann noch großes Geheule, weil jemand sich beleidigt fühlt. Und dann ist wieder Ruhe im Karton. Versandet das Spektakel. Da fehlt etwas.
Das Mööp – Ein fantastischer Seuchenbericht in Fortsetzungen, Teil 1
Das Mööp © Holger Much

© Holger Much

Für alle LeserZeit: 22.03.2020: Nachmittags um halb drei. Ort: Homeoffice des Autors in Metropolennähe. „Ich hab kein Bier mehr!“, tippte ich in mein Handy. „Oh Mann, dieses Maß an Unprofessionalität bei der Apokalypsevorbereitung ist bedenklich!“, chattete Kollege M mich an. „Du hast gut reden! Du wohnst ungefähr vierhundert Meter vom Supermarkt entfernt und der führt sogar fränkisches Craftbier. Ich muss drei Kilometer Rad fahren um zum nächsten Supermarkt zu kommen!“, antwortete ich.
Die Lizenz zum Aufsteigen: Lok Leipzig zahlt 10.000 Euro, nur um die Unterlagen einzureichen
Wird in der kommenden Saison im Bruno-Plache-Stadion in der 3. Liga gespielt? Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelVor der Corona-Krise sah man beim 1. FC Lok Leipzig hoffnungsfroh in die Zukunft. Die 1. Männermannschaft stand auf Platz 1 der bereinigten Regionalliga-Tabelle und hatte gute Karten, die Aufstiegsspiele um die 3. Liga zu erreichen. Selbst die Lizenz war dafür beantragt. Ein hartes Stück Arbeit für den überwiegend ehrenamtlich geführten Verein. Über 10.000 Euro sollen die Leipziger investiert haben, um dann per Mausklick im Online-Tool DFBnet die umfangreichen Unterlagen einzureichen.
Friedrich der Weise und Johann der Beständige: Wie Luthers Fürsten zu seiner Zeit Kirchenpolitik machten
Startseite der Datenbank zur Kirchenpolitik Friedrich des Weisen und Johann des Beständigen. Screenshot: L-IZ

Screenshot: L-IZ

Für alle LeserWer die Zeit der Reformation erforschen möchte, kommt an den beiden Kurfürsten, die Martin Luther beschützten, nicht vorbei. Und auch nicht an ihren Staatsarchiven. Auch wenn es dann doch wieder so ein großes Jubiläum braucht wie das 500-jährige von Luthers Thesenanschlag 2017, dass die Forscher der Sächsischen Akademie der Wissenschaften sich die kurfürstlichen Archive vornahmen unter der Fragestellung: Wie änderte sich damals die Kirchenpolitik?
Auf Dasistleipzig.de sammelt Leipzigs Kultur- und Kreativszene jetzt alle Unterstützerangebote in der Corona-Krise
Dasistleipzig.de. Grafik: Kreatives Leipzig e.V.

Grafik: Kreatives Leipzig e.V.

Für alle LeserDie Not der Leipziger Kultur- und Kreativszene ist aktuell groß. Egal ob Künstler/-innen, Kultur- und Kreativschaffende, Club- und Kulturhausverantwortliche oder Inhaber/-innen von Unternehmen der Kreativwirtschaft – sie allen kämpfen mit Corona-bedingten Veranstaltungsabsagen, Honorarausfällen und Auftragsverlusten mit enormer wirtschaftlicher Auswirkung. Jetzt soll eine Seite alle Aktivitäten zur Unterstützung der Leipziger Kulturszene bündeln.
Wie Leipzigs Verwaltung Anfang März in den Corona-Krisen-Modus überging
Leipzig im Standby-Modus. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserVor wenigen Tagen war die Welt in Leipzig scheinbar noch in Ordnung. Bekanntlich entschied sich ja die Leipziger Messe erst auf den allerletzten Drücker, die Buchmesse abzusagen. Dass in den nächsten Tagen noch ganz andere Dinge abgesagt und geschlossen werden würden, war noch nicht in diesem Ausmaß abzusehen, als sich die Linksfraktion im Leipziger Stadtrat mit einen Fragenpaket an die Rathausspitze wandte. Die Antworten wollte man gern am 25. März hören zur Ratsversammlung. Aber auch die wurde abgesagt.
Die Umweltbibliothek des Ökolöwen steht vor den gleichen Finanzproblemen wie schon 2014
VorLeseLust in der Umweltbibliothek. Foto: Ökolöwe -Umweltbund Leipzig e.V.

Foto: Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.

Für alle LeserMan fühlt sich an die Jahre 2014 und 2015 erinnert, als die Umweltbibliothek des Ökolöwen schon einmal um eine bessere Förderung durch die Stadt kämpfte. Seit Jahren war die Fördersumme für die Bibliothek im Haus der Demokratie konstant geblieben, obwohl die ganz normalen Fixkosten gestiegen waren. Die 35.000 Euro Förderung reichte nicht mehr zur Aufrechterhaltung des Betriebs. Und jetzt meldet der Ökolöwe mitten in der Corona-Krise: Die Bibliothek steht vor dem Aus.
Münchhausen: Der echte Lügenbaron und die Männer, die seine Geschichten berühmt gemacht haben
Erik Gloßmann: Münchhausen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNach Sachsen hat es ihn wohl nie verschlagen, dafür nach Russland, Lettland und Finnland, diesen Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen, den berühmtesten aller Münchhausen, auch wenn er für seinen Nachruhm eigentlich nichts kann. Für den haben andere gesorgt. Aber am 11. Mai wäre der erzählfreudige Baron aus Bodenwerder 300 Jahre alt geworden. Wer hat seine Geschichten nicht im Bücherschrank stehen?
Gastkommentar von Christian Wolff: Der Exit aus dem Shutdown – nicht das „Wann“, das „Wie“ ist entscheidend
Shutdown. Foto: Marko Hofmann

Shutdown. Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserMenschen im Ausnahmezustand werden schnell ungeduldig. Kaum sinkt das Fieber, möchte der Kranke wieder aufstehen. Kinder wollen nach einer Grippe so schnell wie möglich wieder zum Spielen nach draußen. Die Arbeit ruft, auch wenn das Herz noch schmerzt. So werden auch noch in der Krankheit die STOP-Signale überfahren. Genau dieses jedem Menschen sehr vertraute Verhalten spiegelt sich in der seit Tagen entbrannten Diskussion darüber wider, wann der sogenannte „Shutdown“, also das systematische Herunterfahren des öffentlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen Lebens, beendet werden kann.
Samstag, 28. März 2020: Der Tag in Bildern
Alle wollen raus bei dem Wetter. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer Samstag, 28. März 2020, war wohl nur deshalb an sich interessant, weil er der erste nach den sächsischen „Ausgangsbeschränkungen“ war. Diese hatten zu vielzähligen Debatten geführt, das Sitzen auf Parkbänken wurde infrage gestellt, eine Definition von „Wohnumgebung“ zu „bitte nicht allzu weit aus der Stadt hinaus“ und als letzte Maßnahme schloss die Stadt Leipzig diverse Parkplätze an Ausflugsorten. Das Ergebnis heute: Radler/-innen, Sonne, leere Fernverkehrsstraßen und volle Parks und Seeufer.
Ein Spiel auf Zeit: Die neue Leipziger Zeitung zwischen Ausgangsbeschränkung, E-Learning und dem richtigen Umgang mit der auferlegten Stille
Leipziger Zeitung Nr. 77: Spiel auf Zeit. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserDa haben wir schon heftig hin- und her überlegt: Bringen wir die neue Ausgabe der „Leipziger Zeitung“ jetzt raus oder unterlassen wir das lieber aufgrund der Covid-19-Pandemie? Immerhin muss sie ja gedruckt werden, ausgefahren, in Haushalte und noch offene Verkaufsstellen verteilt werden? Aber was wäre die Alternative? Brauchen die Leipziger/-innen, die wegen der Corona-Epidemie zu Hause bleiben müssen, nicht gerade jetzt eine Zeitung, die sie auch ernst nimmt, aber keine Panik verbreitet?
Gesundheitsamt sieht Gabenzäune skeptisch: „Im Sinne der Hygienevorgaben problematisch“
Am 22. März erstmals am Connewitzer Kreuz entdeckt: Ein Gabenzaun am Streetball-Platz. Foto: Birthe Kleemann, L-IZ.de

Foto: Birthe Kleemann, L-IZ.de

Für alle LeserZur Debatte um die Aufstellung von „Gabenzäunen“, also Orte, an denen zum Zwecke der scheinbaren Versorgung Obdachloser und Bedürftiger mildtätige „Gaben“ aufgehängt werden, gibt es nun ein Statement der Stadt Leipzig. Auf Anfrage von L-IZ.de haben sich Gesundheits- und Sozialamt zur Einrichtung der Gabenzäune eher negativ geäußert, mit der Kontrolle der wild entstehenden Stellen in der Stadt kommt man offenbar nicht hinterher. Die sprunghafte Verbreitung der Idee der Gabenzäune hatte vor wenigen Tagen vor allem in Großstädten wie Dresden, Leipzig und Berlin begonnen.
Ökolöwe schreibt an Baubürgermeisterin: Schaffen Sie Platz für Radfahrer/-innen!
Radfahrer-/Fußgängerampel am Martin-Luther-Ring. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht nur der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) sieht die Folgen der Ausgangsbeschränkungen in der Covid-19-Pandemie als Chance, im Leipziger Straßenverkehr endlich ein paar Verbesserungen durchzuführen, die im vorherigen Gedränge einfach nicht durchzusetzen waren. Der ADFC bekommt jetzt Schützenhilfe vom Leipziger Ökolöwen: Schaffen Sie mehr Platz zur Kontaktvermeidung auf Rad- und Fußwegen, Frau Bürgermeisterin!
Wie kam es überhaupt zu den verschärften Ausgangsbeschränkungen in Sachsen?
Verlassene Innenstadt. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserSeit dem 23. März gelten in Sachsen verschärfte Ausgangsbeschränkungen, teilweise schärfere als in anderen Bundesländern. Manchmal so unscharf formuliert, dass selbst die Polizei nicht weiß, wo sie nun eine vernünftige Grenze ziehen soll. Die Allgemeinverfügung liest sich für die linke Landtagsabgeordnete Juliane Nagel wie mit heißer Nadel gestrickt. Und so richtig rechtskonform scheint ihr die Sache auch nicht zu sein.
Leipziger Resolution zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen aus griechischen Flüchtlingslagern und linke Unterstützung für Mission Lifeline
Neues Rathaus in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit 2015 hat es die EU nicht hinbekommen, eine gemeinsame Flüchtlingspolitik auf die Beine zu stellen. Immer „kam irgendwas dazwischen“ – der Brexit z. B., dessen Zirkuspirouetten noch immer nicht zu Ende sind, nun die Corona-Epidemie. Da ging auch völlig unter, dass in Leipzigs Stadtrat seit Dezember darüber debattiert wurde, Minderjährige aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Fünf Stadtratsfraktionen haben jetzt die Nase voll und veröffentlichen eine Resolution.