Wenn sie nicht gerade zu wertvollen Biotopen begrünt sind, eignen sich alte Deponien ganz gut als Unterbau für große Photovoltaik-Anlagen. Eine solche Anlage ist jetzt auf der WEV-Deponie Cröbern im Leipziger Südraum entstanden. Zum Jahreswechsel 2025/2026 wurde die neue Photovoltaik-Freiflächenanlage auf den Böschungsflächen der Zentraldeponie Cröbern erfolgreich an das firmeneigene Stromnetz angeschlossen. Der Strom wird gleich auf der Deponie gebraucht.

Mit einer Investition von rund 3 Millionen Euro wird es künftig möglich sein, die Anlagen zur Abfallbehandlung nahezu vollständig mit selbst erzeugtem Strom zu versorgen, teilt die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft mbH (WEV), die die Deponie betreibt, mit.

Auf einer Fläche von etwa sechs Hektar wurden rund 12.000 Solarmodule installiert, 24.000 Verankerungsstäbe gesetzt und insgesamt 85 Kilometer Kabel verlegt. Die Anlage verfügt über eine Gesamtleistung von 6,9 Megawatt. Das PV-Montagesystem kann flexibel auf mögliche Setzungen des Deponiekörpers reagieren.

Zum Schutz der Oberflächenabdichtung wurde die Anlage mit Erdnägeln in angepasster Länge gesichert. Die Photovoltaik-Anlage kann demontiert und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage auf der Zentraldeponie Croebern. Foto: WEV mbH
Inbetriebnahme der Photovoltai-Anlage auf der Zentraldeponie Croebern. Foto: WEV mbH

Der erwartete jährliche Stromertrag liegt bei circa 6,5 Gigawattstunden. Aktuell kann im Jahresmittel die Hälfte davon direkt vor Ort verbraucht werden. Um die erzeugte Solarenergie künftig länger zu speichern und den Eigenverbrauch weiter zu erhöhen, ist auch noch der Bau eines Batteriespeichers geplant, so die WEV.
Überschüssiger Strom wird im Rahmen der EEG-Direktvermarktung in das öffentliche Netz eingespeist.

Bereits im Jahr 2011 wurden am Standort Cröbern die ersten Photovoltaik-Anlagen errichtet. Die neue Anlage ist ein weiterer Baustein eines Energiekonzepts, das auf eine größere Unabhängigkeit von externen Energiequellen abzielt.

Dies trage langfristig zur Entsorgungssicherheit für die Stadt Leipzig und den Landkreis Leipzig bei und unterstütze eine stabile Gebührenentwicklung für die Bürgerinnen und Bürger, so die WEV. Dabei seien die Potenziale am Entsorgungsstandort Cröbern noch nicht ausgeschöpft: Neben dem geplanten Batteriespeicher sind auch ein Gasspeicher für das Deponiegas-BHKW sowie ein Wärmespeicher vorgesehen.

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Keine Kommentare bisher

Ist doch mal eine positive Meldung. Und es gibt noch andere Deponien wie den Scherbelberg in Möckern oder in die Deponie bei Böhlitz-Ehrenberg. Müssten aber noch besser gesichert werden. Die Stadt hat nur leider zu wenig Geld. Die kommunalen Finanzen sollten also gestärkt werden. Möglichkeiten gibt es, nur der politische Wille zur Umsetzung fehlt anscheinend.

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