Fridays For Future legt 10-Punkte-Forderungen zur sächsischen Landtagswahl vor

Für alle LeserDie sächsischen Gruppen von „Fridays For Future“ haben es schon deutlich gesagt: Die Landtagswahl ist eine Klimawahl. Die Sachsen haben es in der Hand, Parteien in die Regierung zu wählen, die das Land wirklich fit machen wollen für eine Zeit nach der Kohle. Und die auch die anderen Aspekte des Klimawandels mitdenken. Es wird eine Kraftanstrengung. Aber was wird aus einem Land, das zu feige ist, Herausforderungen anzunehmen? Am Freitag, 23. August 2019, hat FFF seine Forderungen an die sächsische Politik vorgestellt.

In der Präambel zu den zehn Forderungen, die Fridays For Future am Freitag, 23. August, vorstellte, fassen die jungen Leute knapp und unmissverständlich zusammen, worum es jetzt geht und warum auch Sachsen keine fünf Jahre mehr Zeit hat, die Kurve zu kriegen. Denn der Klimawandel kostet auch Deutschland jetzt schon Milliarden Euro jedes Jahr. Denn vorbereitet ist das ganze Land nicht.

„Wir fordern, dass konsequenter Klimaschutz zur Einhaltung des 1,5 °C-Ziels ab sofort der Maßstab ist. Schon jetzt spüren wir die Folgen einer unzureichenden Klimapolitik – auch in Sachsen: von Ernteausfällen, Waldbränden bis hin zu Hitzetoten“, heißt es in der Präambel.

Und: „Dabei befinden wir uns, als Teil des globalen Nordens und als Industriestaat in einer vergleichsweise sehr privilegierten und gesicherten Situation. In anderen Regionen hingegen, insbesondere dem globalen Süden, leben Menschen klimabedingt in existenz- und lebensbedrohlichen Zuständen oder müssen vor diesen fliehen. Die Schäden des Nichtstuns werden bereits jetzt auf bis zu 62 Milliarden Euro bis 2030 geschätzt – allein für Deutschland.

Die Klimakrise wird jedoch nicht nur Geld, sondern auch unzählige Menschenleben kosten, wenn wir nicht jetzt handeln. Deshalb fordern wir nachdrücklich, in Sachsen sämtliche Maßnahmen zu ergreifen, die zu einem grundlegenden Strukturumbruch im Sinne des Klimaschutzes führen.

Dabei ist es unabdingbar, dass die Maßnahmen nicht zulasten der Betroffenen insbesondere von Menschen im ländlichen Raum und finanziell schwächer Gestellten umgesetzt werden, sondern, dass sie zu einer sozial gerechten Zukunft beitragen – nur so sind Klimaschutzmaßnahmen tragfähig und zukunftstauglich.

Wir sind Fridays For Future, eine Bewegung, die vor allem von jungen Menschen getragen wird, doch es ist nicht allein die Aufgabe der Jugend, Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einzufordern. Es darf nicht allein die Jugend sein, die diese Katastrophe verhindert. Stattdessen sind sämtliche Politiker/-innen und die Regierung des Freistaats Sachsen gefragt.“

Fridays for Future veröffentlichen ihre Forderungen zur Landtagswahl Sachsen. Screen: FFF

Fridays for Future veröffentlichen ihre Forderungen zur Landtagswahl Sachsen. Screen: FFF

„Wir fordern, dass konsequenter Klimaschutz zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels ab sofort der Maßstab ist“, sagt Jakob Oehler, 17 Jahre, Schüler aus Zwickau. „Die Klimakrise ist die größte Herausforderung der Gegenwart und Zukunft. Das planetare Gleichgewicht gerät aus den Fugen, während ihr tatenlos zuschaut.“

Matti Lehmann, 17 Jahre, Schüler aus Wurzen ergänzt: „Es wird deutlich, die Lage ist sehr ernst. Wir fordern eine jährliche Senkung der Treibhausgasemissionen um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, beginnend 2020.“

Lara Edtmüller, 22 Jahre, Studentin aus Dresden, betont den Grund für den Zeitpunkt, zu dem die Forderungen jetzt gestellt werden: „Wir stellen unsere Forderungen bewusst genau jetzt, eine Woche vor der Landtagswahl, vor. Unabhängig davon, wer die nächste Regierung bildet, erwarten wir, dass unsere Forderungen als Grundlage für zukünftiges Regierungshandeln dienen und als das wahrgenommen werden, was sie sind: unverhandelbar, um das Pariser Klimaabkommen zu erreichen.“

Und Sophia Tabea Salzberger, 18 Jahre, Abiturientin aus Leipzig, ergänzt dazu: „Wir werden natürlich nicht aufhören zu streiken, sondern weiter Druck machen, damit unsere Forderungen von der zukünftigen Regierung erfüllt werden. Daher rufen wir alle Menschen zum dezentralen Streik am 30. August um 3 vor 12 in ganz Sachsen auf. Schließt euch uns an und macht deutlich: Es ist 3 vor 12 – Zeit zu handeln!“

Um eine jährliche Senkung der Treibhausgasemissionen um 23 % im Vergleich zum Vorjahr beginnend 2020 zu erreichen, braucht Sachsen auch ein ehrliches Klimaschutzgesetz und eine Neuauflage des veralteten Energie- und Klimaprogramms. Dieses müsse bis Ende 2019 erarbeitet und bis spätestens August 2020 verabschiedet werden, fordert „Fridays For Future“.

Die Forderungen an die sächsische Landesregierung:

1. Kohleausstieg: Wir fordern den sachsenweiten Kohleausstieg bis spätestens 2030, Abschaltung der Blöcke N und P des Kraftwerks Boxberg bis Ende 2019.

2. Wärmewende: Wir fordern die Beschleunigung der Wärmewende in Sachsen.

3. Erneuerbare Energien: Wir fordern den weitreichender Ausbau von Windkraftanlagen und eine verpflichtende Installation von Photovoltaikanlagen auf allen geeigneten Neubauten.

4. Verkehr: Wir fordern den klimaschädlichen Individualverkehr durch klimafreundlichen öffentlichen Personenverkehr zu ersetzen.

5. Landwirtschaft: Wir fordern die Ausrichtung der Landwirtschaft und der Fleischproduktion am 1,5°C Ziel durch eine sofortige Agrar- und Ernährungswende.

6. Biodiversität: Verabschiedung eines verschärften Naturschutzgesetzes bis 2020 mit dem Ziel, das sechste Massenaussterben zu stoppen und konsequente Durchsetzung.

7. Bildung: Wir fordern die konsequente Umsetzung des Prinzips von „Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)“ entsprechend der UN-Vorgaben bis Ende 2020.

8. Jugendbeteiligung: Wir fordern die Stärkung der Jugendbeteiligung in Sachsen durch die Senkung des Wahlalters und Schaffung eines sächsischen Jugendparlaments mit Initiativrecht bis spätestens 2021.

9. Bundesebene: Wir fordern, dass sich die Landesregierung auf Bundesebene für die Umsetzung der bundesweiten „Fridays for Future“- Forderungen einsetzt.

Und dazu ergänzt „Fridays For Future“ noch etwas, was in Sachsen so gern vergessen wird, wenn es um Klimaprogramme geht: „Alle Maßnahmen und Fortschritte im Sinne dieser Forderungen müssen transparent gemacht und in einem jährlich veröffentlichten Klimaschutzbericht mit Fokus auf die CO2-Reduktion dokumentiert werden. Dieser Bericht muss im Besonderen die Sozialverträglichkeit der umgesetzten Maßnahmen und ihren Einfluss auf Generationen- und globale Klimagerechtigkeit erfassen. Es ist 3 vor 12. Jetzt ist das Zeitfenster, etwas in Bewegung zu setzen. Jetzt lässt sich die Klimakrise noch aufhalten. Nicht in 10 Jahren, nicht in 5 Jahren. Jetzt!“

Und man kann nur hoffen, dass die Botschaft eine Woche vor der Wahl auch Herzen und Köpfe der Wähler/-innen erreicht und auch die Sachsen nicht wieder aus altem Phlegma wieder Parteien bevorzugen, die den Klimawandel sogar leugnen und den Kohleausstieg bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag vertrödeln wollen.

Die Forderungen von FFF als PDF.

Fridays for Future lädt am 30. August auch in Leipzig zur großen Klima-Demonstration zur Landtagswahl ein

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

 

KlimawandelLandtagswahlFridays for futuresltw19
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Der Bambusspross wird zum Bambusstamm: Erstaunlich lebendige Spruchweisheiten aus Kambodscha
Gabriele und Ngen Yos: Der Bambusspross wird zum Bambusstamm. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserManchmal ist es wirklich nur die Sprache, die uns daran hindert, in den Kulturen fremder Völker uns selbst wiederzufinden, das Vertraute, das allen Völkern gemeinsam ist. Denn alle Menschen müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten, mussten Land urbar machen und miteinander klarzukommen lernen. Wären da nicht ein paar Tiere, die es nur in Südostasien gibt, die Sprichwörter, die Gabriele und Ngen Yos jetzt veröffentlicht haben, könnten manchmal auch aus deutschen Sammlungen stammen.
Freitag, der 7. August 2020: Von „Warnungen aus der Nachbarschaft“ zu „Weimarer Verhältnissen“
Im Vordergrund: ein schwarzer Block; im Hintergrund: ein schwarzer Block. Foto: Tim Wagner

Foto: Tim Wagner

Für alle Leser/-innenAls vor drei Jahren einige hundert Antifaschist/-innen in Wurzen demonstrieren wollten, reagierten Einwohner/-innen, indem sie Geschäfte verbarrikadierten. Ähnlich unverhältnismäßig fielen nun die Reaktionen auf die Ausladung einer Kabarettistin in Hamburg aus, gegen die angeblich Linke gewaltsam vorgehen wollten. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 7. August 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Einkommenstatistik 2018: Sachsen ist kein gutes Pflaster für Selbstständige
Primär- und Verfügbare Einkommen 2018. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle Leser„Verfügbares Pro-Kopf-Einkommen stieg im Jahr 2018 in Sachsen um 3,3 Prozent bzw. 646 Euro“, meldete am Donnerstag, 6. August, das Statistische Landesamt. Das klang erst einmal gut. Denn wenn die Sachsen 2018 mehr Einkommen hatten, mussten sie sich ja weniger vor Armut fürchten, oder? Aber tatsächlich erzählt die sächsische Statistik von einer nicht gerade unwichtigen Entwicklung bei den Beschäftigten – nämlich dem schleichenden Verlust an Selbstständigen.
LVB wollen Gleiskurve am Wilhelm-Liebknecht-Platz demontieren und dafür die Haltestelle deutlich vergrößern
Gleiskurve am Wilhelm-Liebknecht-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einigen Wochen ist in den Straßenbahnen, die von der Eutritzscher Straße her die Haltestelle Wilhelm-Liebknecht-Platz ansteuern, die Ansage zu hören: Vorsicht! Die Haltestelle ist nicht barrierefrei! – Das überrascht, den eigentlich hat die Haltestelle Hochborde, die ein Einsteigen auch mit Rolli und Kinderwagen problemlos möglich machen. Aber eine Stadtratsvorlage zeigt jetzt, wo das Problem liegt: Die Bahnsteige sind zu kurz.
Mutmaßlicher Komplize will auspacken: Mammut-Mordprozess um verscharrten Geschäftsmann am Landgericht geplatzt
Er soll den Mord in Auftrag gegeben haben: Hüseyin D. (51, r.), hier 2018 bei seiner Vorführung am Landgericht. Er kam nun aus der U-Haft frei. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserEin ebenso spektakuläres wie zähes Verfahren um die Tötung eines Geschäftsmannes im Leipziger Norden vor fast sechs Jahren wird komplett neu aufgerollt. Dabei schien der Prozess nach über zwei Jahren seinem Ende nahe. Doch nun meldete sich überraschend ein mutmaßlicher Mittäter zu Wort, der seit Jahren untergetaucht ist. Bringt er eine Wende in den verworrenen Fall?
Trödelei bei sächsischen Regionalplänen macht das neue Klimaprogramm zum zahnlosen Tiger
Windräder am BMW Werk im Leipziger Norden. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Sächsische Energie- und Klimaprogramm ist ein Thema, bei dem nicht nur Marco Böhme, Energie- und Klimaschutzpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, wie auf Kohlen sitzt. Im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen wurde zwar ein schnellerer Ausbau von Photovoltaik- und Windenergieanlagen beschlossen. Aber tatsächlich stockt der Ausbau, während die Landesregierung ganz offiziell für den Weiterbetrieb der schmutzigen Kohlekraftwerke gekämpft hat. Bremst da jemand?
In diesem Buch stirbt jeder: Die lustvolle Demontage des Romaneschreibens in einem Roman von Beka Adamaschwili
Beka Adamaschwili: In diesem Buch stirbt jeder. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVor ein paar Jahren hat der georgische Autor Beka Adamaschwili seinen Helden Piere Sonnage in die Literatenhölle geschickt. Das Buch gefiel nicht nur den Georgiern. Vielleicht auch, weil Adamaschwili sie nicht mit den Malaisen der gegenwärtigen georgischen Politik oder der jüngeren Geschichte konfrontierte. Im Gegenteil: Augenzwinkernd nahm er sie mit in die großen Bücher der Weltliteratur. Denn nichts öffnet Horizonte so sehr wie große Literatur. Auch wenn der Autor darin seltsame Dinge anstellt.
Haltungsnote: „Jump, you Fuckers“ – Eine Kolumne über Börsencrash und Steuergerechtigkeit
Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. Foto: Erik Weiss Berlin

Foto: Erik Weiss Berlin

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelAls 2008 die Finanzkrise begann, forderten Demonstranten, dass die Banker, die die Krise verursacht hatten, gefälligst aus ihren Bürotürmen springen sollten. So, wie das einige der Bankrotteure am Schwarzen Freitag 1929 getan hatten. Es sagt viel über den Fortschritt der Zivilisation aus, dass beim Bankencrash 2008 kein einziger Banker zerschmettert auf dem Büropalasthofpflaster landete. Stattdessen betonte die Bankerelite nur kurz nachdem der erste Staub sich gesetzt hatte, wie gefährlich es sei, jetzt etwa die Boni einzufrieren.
Donnerstag, der 6. August 2020: Die Kurve steigt wieder an
Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz kritisiert die Kritik an den Kritikern der Corona-Maßnahmen. Foto: Arnold Vaatz

Foto: Arnold Vaatz

Für alle Leser/-innenDie Tage, an denen in Sachsen kein einziger neuer Coronafall dazu kam, sind offenbar vorläufig gezählt. Allein seit Montag hat es 45 neue Fälle gegeben. Zu den Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen hat sich der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz geäußert – und klingt dabei nicht viel anders als jene, die auf der Straße waren. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 6. August 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Eine Line ziehen macht glücklich und gesund: Slacklinen in Leipzig
Slackline-Romantik vorm Stelzenhaus. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelSie sind unter uns, man kann sie sehen – jeden Mittwoch im Clara-Park oder sogar auch schon am Karl-Heine-Kanal: Slackliner. Diese Menschen, die über ein schmales Seil balancieren und dabei die komischsten Verrenkungen machen, um nicht herunterzufallen. In Polen werden die Lines sogar an Kirchtürme und Rathäuser gespannt, in Tschechien hängen sie zwischen Felsen. In Leipzig versucht der Verein Slacknetz Leipzig e. V., den Sport prominenter zu machen. Vielleicht klappt das ja bald zum Stadtfest? Ruthger Fritze gehört dem Verein an und erklärt die Faszination des Sportes.
Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (5): Der offizielle Antifaschismus in der DDR
März 1966: Der vor dem Obersten DDR-Gericht angeklagte Auschwitzer Lagerarzt Horst Fischer zeigt an einer Tafel die Krematorien des Vernichtungslagers. Fischer wird im Juli 1966 hingerichtet. © Bundesarchiv

© Bundesarchiv

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im Handel„Wir bitten das Volk in Israel um Verzeihung für Heuchelei und Feindseligkeit der offiziellen DDR-Politik gegenüber dem Staat Israel und für die Verfolgung und Entwürdigung jüdischer Mitbürger auch nach 1945 in unserem Lande.“ Ernüchternde Worte, mit denen sich Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin der ersten und letzten frei gewählten DDR-Volkskammer, im April 1990 an die Öffentlichkeit wendet – und das Selbstverständnis der DDR als antifaschistisches Vorbild zerlegt.
BachOrgelFestival in der Thomaskirche Leipzig

©Son

Am kommenden Samstag, 8. August, wird das bisher gut besuchte BachOrgelFestival in der Thomaskirche Leipzig mit zwei identischen Konzerten um 15:00 und 17:00 Uhr fortgesetzt. Die Kirchgemeinde St. Thomas schätzt sich glücklich, dass dem berühmten Organisten der Kathedrale Notre Dame von Paris – Olivier Latry – die Anreise aus Frankreich möglich ist. An der Bach-Orgel, die dieses Jahr Ihr 20. Jubiläum feiert, erklingen Werke von Johann Sebastian Bach und Bert Matter.
Am 24. August in der Heilandskirche: Konzert mit Ensemble Consart

Foto: PR

Das Programm des Ensemble Consart macht sich 2020 auf den Weg. Es spürt dem Leben in der Fremde nach und der ewigen Sehnsucht nach Ankunft. Im Mittelpunkt steht dabei Händels Vertonung der Moseworte im 2. Teil des Oratoriums „Israel in Ägypten“. Dieses wurde für die geringere Besetzung des Konzertes arrangiert und somit kann mit geringer Besucherzahl das Konzert in Leipzig glücklicherweise realisiert werden.
Morgendlicher Leichenfund im Clara-Zetkin-Park: Kriminalpolizei im Einsatz + Update: Mann wurde offenbar Opfer eines Gewaltverbrechens
Die Polizei sperrte den Fundort der Leiche weiträumig ab und sicherte Spuren. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserGrausiger Fund am frühen Donnerstagmorgen am Inselteich im Clara-Zetkin-Park: Ein Passant entdeckte dort einen leblosen Körper. Stundenlang waren Spezialisten der Kriminalpolizei vor Ort und sicherten Spuren. Ob es sich um ein Verbrechen handelt, war zunächst ebenso unbekannt wie die Identität der verstorbenen Person. Die Ermittler halten sich bedeckt.
Zufahrten für den Löhrsteg werden jetzt fußgänger- und radfahrerfreundlich ausgebaut
Eingezwängt in 100 Jahre alte Stützmauern: die Parthe. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Zusammenspiel zwischen Stadtrat und Verwaltung hat sich in den letzten Jahren so einiges verändert. Immer öfter nutzen die Stadtratsfraktionen die Möglichkeit, wichtige Stadtentwicklungsthemen noch nachträglich in Verwaltungsvorlagen zu drücken, die sie vorher nicht enthielten. So geschah es im Juni mit der Vorlage zur Sanierung einer Stützwand an der Parthe. Wo aber blieb da der nächste Schritt, das Nachdenken über Fußgänger und Radfahrer? Der steckt jetzt in der neuen Vorlage.