Die Gesellschafterversammlung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) hat am Freitag, 27. März, Anpassungen für die Tarife im Verbundgebiet beschlossen. Diesem Schritt gingen mehrere Abstimmungen mit allen Gesellschaftern in den MDV-Gremien voraus. Die Änderungen treten mit Zustimmung der Genehmigungsbehörden der Länder und Kommunen ab Samstag, dem 1. August 2026, in Kraft. Das Deutschlandticket macht auch im MDV-Gebiet Druck und verdrängt einige klassische Tarifangebote nach und nach aus dem Markt.

Und so werden mit den beschlossenen Maßnahmen erste Schritte zur Straffung des Tarifsortiments unternommen, um es damit für Fahrgäste einfacher zu gestalten, teilt der MDV mit. Und bestätigt auch: Das Deutschlandticket hat hinsichtlich eines einfachen Systemzugangs zum Nahverkehr viel erreicht.

Einige Tarifprodukte im MDV-Gebiet haben deshalb deutlich an Marktrelevanz verloren und verursachen unnötige Kosten in der Vertriebslandschaft. Mit der gesicherten Finanzierung des Deutschlandtickets von Bund und Land bis 2030 haben sich die im MDV zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger nun darauf verständigt, Tarife schrittweise zu vereinfachen.

Ziel sei es, das System für Fahrgäste übersichtlicher und einfacher nutzbar zu machen sowie gleichzeitig Ressourcen bei den beteiligten Unternehmen zu schonen.

Gleichzeitig vergrößert das preisgünstige Deutschlandticket weiterhin die Schere zwischen den Einnahmen der Nahverkehrspartner und den steigenden betrieblichen Ausgaben. Das Problem: Die Mehraufwendungen werden durch das gedeckelte Ausgleichsbudget von Bund und Ländern nicht vollständig abgegolten.

Zudem müssen die MDV-Partner deutlich gestiegene Kraftstoffpreise, tariflich vereinbarte Lohnsteigerungen und Kostensteigerungen bei Industriepartnern und Dienstleistern bewältigen. Die Preisanpassung zum 1. August soll hier entgegenwirken, um das bestehende Nahverkehrsangebot langfristig stabil zu sichern und Investitionen in Fahrzeuge, Infrastruktur und Vertrieb für unsere Kundinnen und Kunden tätigen zu können.

Vereinfachung für Fahrgäste – erste Änderungen ab 1. August

Die Ausweitung der 24-Stunden-Karte Plus für Halle und für die Region ermöglicht es künftig auch dort, dass der Ticketinhaber bis zu drei Kinder kostenfrei mitnehmen kann. Damit bietet das Ticket gerade für Familien ein attraktives Angebot, betont der MDV.

Bisher gab es die 24-Stunden-Karte plus zunächst nur in Leipzig. In den Landkreisen rechnet sich das neue Ticket schon ab zwei Fahrten. Das Angebot richtet sich vor allem an Gelegenheitsfahrer, die kein Deutschlandticket oder ein anderes Abo haben. Die bisherige 24-Stunden-Karte für 3 bis 5 Personen sowie die 24-Stunden-Karte Kind entfallen gänzlich aufgrund stark rückläufiger Verkäufe.

Ebenfalls wegen nur noch geringer Nachfrage entfallen die 4-Fahrten-Karte in den Landkreisen (mit Ausnahme in den Stadtverkehren Naumburg, Zeitz und Weißenfels) und die 9-Uhr-Monatskarte in Halle.

Im Luftlinientarif in Halle gilt künftig ein rabattierter Tagesbestpreis. Damit wird es für alle Inhaber des ABO Flex nochmals günstiger, betont der MDV. Weil der digitale Ticketkauf immer beliebter wird, starten die Verkehrsunternehmen hiermit einen neuen Vorstoß zu noch mehr Einfachheit – ganz ohne Tarifwissen.

Die neuen Preise im Überblick

Die Preise für Tickets im MDV erhöhen sich in den Landkreisen Altenburger Land, Burgenlandkreis, Landkreise Leipzig und Nordsachsen sowie Saalekreis um durchschnittlich 5,56 Prozent, in Leipzig um 5,0 Prozent und in Halle um 3,2 Prozent.

Eine vollständige Übersicht zu Tarifprodukten und Preisen ab 1. August 2026 findet man hier.

Für Fragen rund um das Angebot von Zug, S-Bahn, Tram und Bus im MDV-Gebiet stehen der kostenfreie Kundenchatbot auf www.mdv.de sowie das MDV-Infotelefon zur Verfügung. Alle aktuellen Tickets und Angebote mit Gültigkeit bis 31. Juli 2026 sind auf der Webseite www.mdv.de einsehbar. Bereits gekaufte Fahrscheine behalten ihre Gültigkeit bis zum Ablauf des Jahres.

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