Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen

Wenn der Bischof schweigt

Für alle LeserAn vielen Orten wird derzeit die Spaltung der Gesellschaft beklagt. Zwischen finanziell Oben und Unten, jung und alt, Stadt und Land sowie gebildet und weniger gebildet. Gern werden diese Risse zudem mit Begriffen wie „konservativ“, „progressiv“ oder gar noch flacher mit „Rechts“ und „Links“ belegt. Beschreibungen, welche regelmäßig fehlen, sind „reaktionär“ und „Anti-Aufklärung“. Zeit sie einzuführen, in eine Debatte um einen schweigenden Landesbischof, evangelikale Kreise in der sächsischen Landeskirche, eine gefälschte Petition und die helfende Hand der AfD.

Dass Landesbischof Carsten Rentzing derzeit bewusst schweigt und zuschaut, wie sich die Diskussion um seinen Rücktritt in seiner Landeskirche Sachsen entwickelt oder noch außerstande ist, zeitnah seine Rücktrittsgründe zu präzisieren, ist bei der entstehenden Außenwirkung längst egal. Erst in der übernächsten Woche will sich Landesbischof Carsten Rentzing zu seinem Rücktrittsangebot äußern, so berichtet es die kirchliche Wochenzeitung „Der Sonntag“ am 17. Oktober 2019. Doch bereits am Montag, 21. Oktober, tritt das Landeskirchenamt zusammen, um zu beraten, wie sie mit dem Rücktrittsgesuch Rentzings umgehen soll.

Zeitweise habe man nach dessen Rücktrittserklärung vom 11. Oktober 2019 seitens des Landeskirchenamtes gar keinen Kontakt zu Rentzing gehabt so ihr Präsident, Hans-Peter Vollbach, gegenüber dem „Sonntag“. Doch Rentzing habe „entschieden, sich noch einmal zu der Tatsache zu äußern, dass er sein Amt zur Verfügung gestellt hat.“

Bis dahin ist also noch eine Menge Zeit, die andere zu füllen versuchen, während die Diskussion immer größere Kreise zieht.

Obwohl Rentzing selbst den Rückzug antrat, nachdem er auch die Gelegenheit des schriftlich geführen, unveränderten Interviews auf L-IZ.de nicht wirklich nutzte, näher auf seine Vergangenheit, die persönlichen Beziehungen zur „Bibliothek des Konservatismus“ oder weitere Kontakte zu ultrarechten Kreisen Deutschlands einzugehen, machen ihn nun Dritte zu einem Opfer vorgeblich „linker“ Meinungsmache, der bösen Pfarrer aus Leipzig und der Medien.

Wo er selbst bislang keine wirklich klärenden Worte auch zu seinem Studienfreund, „Fragmente“-Redaktionskollege und heutigen Leiter der „Bibliothek des Konservatismus“ Dr. Wolfgang Fenske fand, verteidigen ihn nun reaktionäre Kreise stellvertretend, während er schweigt.

Dabei rutscht mehr und mehr aus dem Fokus, dass niemand außer Rentzing selbst ihn aus dem Bischofs-Amt nehmen konnte. Dies tat er am 11. Oktober 2019 selbst. Vielleicht auch, weil er wusste, was erst Tage später klar wurde: auch bei seiner Bischofs-Amtseinführung im Jahre 2015 war Fenske eingeladen und zu Gast – die scheinbar ferne Vergangenheit ist also auch Teil der Gegenwart.

Rentzing-Verteidiger Teil 1: Die AfD Sachsen

Erst trat die AfD bereits am 2. Oktober in den Ring und gegen die Petition „Nächstenliebe verlangt Klarheit“ mit einer Pressemitteilung an. Welche im übrigen eben jener Landtagsabgeordnete Roland Ulbrich (AfD) mitverantwortet, der wenige Tage später nach dem Halleschen Amoklauf von Stephan B. auf Facebook in einem später gelöschten Post sinnierte, ob nun eine kaputte Synagogentür oder zwei erschossene Deutsche mehr Gewicht hätten. Nun ist der Leipziger Rechtsanwalt und „Flügel“-Mann Ulbrich mit dieser Gegenüberstellung eines fast stattgefundenen Massakers an einer versammelten jüdischen Glaubensgemeinde und den zwei anschließend wahllos Ermordeten von Halle auch deutschlandweit bekannt.

Hierin verteidigen Ulbrich und sein Leipziger Parteikollege Jörg Kühne (MdL) gemeinsam die studentische Mensur als „ein hervorragendes Erziehungsmittel“ und als „Mut“, um sich „in der Zivilgesellschaft gegen eine überbordende ‚political correctness’ zu wehren.“ Und verbinden dies im rechtsextremen Canon mit der vorgeblichen Selbstverteidigungsbereitschaft, denn wenn „totalitäre Tendenzen überhand nehmen, brauchen wir Akademiker und Christen, die sich dem tapfer entgegenstellen.“

Es ist dieses Raunen von mannhafter Wehrbereitschaft im Angesicht der heutigen Gesellschaft, was die AfD nicht zum ersten Mal in die Nähe derer rückt, die in dunklen Foren noch dunklere Bürgerkriegsphantasien „gegen das System“ oder „gegen die Diktatur“ austauschen. Und, wie in Halle am 09. Oktober 2019, hier und da auch zur aktiven Tat von Mord zu Mord schreiten.

Hat Carsten Rentzing in seinen Ausführungen zu seinen heutigen Haltungen zu solchen Kreisen im L-IZ.de-Interview aufrichtig geantwortet, wird er wohl in solchen Wortmeldungen eben jene demokratie- und menschenfeindliche Gesinnung entdecken können, die er gegenüber der L-IZ.de für sich persönlich verneinte. So lehne er heute „jede Form von Extremismus, Nationalismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit entschieden ab“.

Auch die Entwicklung der „Bibliothek des Konservatismus“ (BdK) verortete Rentzing selbst im „rechten Spektrum in Deutschland“. Zu Flucht und Vertreibung sieht er seine „Kirche Jesu Christi an der Seite der Schwachen und Hilfsbedürftigen, konkret damit auch an der Seite der Flüchtlinge“. Eine Position, aus der heraus er selbst für „Schwache und Schutzbedürftige“, welches überall gäbe, seine Stimme erheben wolle.

Gefühlt also unzählige Meilen entfernt von dem, was regelmäßig aus AfD-Kreisen zu vernehmen ist oder seit dem 2. Oktober 2019 seine von ihm nicht gerufenen Unterstützer von sich geben und unternehmen.

Doch ebenso weit entfernt finden sich seine eigenen Worte in den Texten vor rund 30 Jahren in einem Magazin namens „Fragmente“. In welchen er eben jenem Nationalismus das Wort redete, elitäre Führungsfiguren wünscht und der Demokratie die Lebensfähigkeit mit Worten wie „Entartungen“ absprach (zum Bericht darüber auf Tagesschau.de und als Zitate auf Wikipedia). Auch den kurzzeitigen Aufstieg der rechtsradikalen Republikaner Anfang der 90er soll er hierbei indirekt wohlwollend bedacht haben.

Widersprochen oder geleugnet, die Texte verfasst zu haben, hat er nicht und in seiner Rücktrittserklärung nur von Positionen gesprochen, die er „vor 30 Jahren vertreten habe“ und heute nicht mehr teile.

Naheliegend also, dass Rentzing vor allem über den Rentzing von einst vor seinem Rücktrittsgesuch am 11. Oktober 2019 gegrübelt hat. Zum Beispiel darüber, ob er seinen eigenen Worten als Bischof und gleichzeitiges Mitglied einer schlagenden Landsmannschaft, Teil einer rechtsnationalistischen Redaktion in den 90er Jahren und den anhaltenden Verbindungen mit BdK-Kreisen gerecht werden könne. Und so angesichts der Pfarrerspetition aus Leipzig sein Ziel einer geeinten Landeskirche noch erreichbar sei.

Denn diesen „Auftrag der Kirche“ sieht Rentzing heute „mehr denn je“ darin, „für die Wahrung von Menschlichkeit, Menschenwürde, für Respekt und Gewaltfreiheit einzutreten und sich schützend vor die Schwachen und Ausgegrenzten zu stellen.“ Das klingt so gar nicht nach einem Fanatiker. Und auch nicht nach AfD. Eher nach jemandem, der aufrichtig bedauert, wer er einmal war – und sich doch nicht ganz davon lösen kann.

Rentzing-Verteidiger Teil 2: Eine evangelikale Petitionsplattform

Ob sich Carsten Rentzing über die Unterstützung in Form der Petition „Für den Verbleib von Sachsens Landesbischof Dr. Carsten Rentzing im Amt!“ auf der Onlineplattform „Citizen Go“ freut, ist noch unbekannt. Menschen, die einen gegen den eigenen Willen in einem Amt halten wollen, welches man von sich aus abgeben möchte, sind nicht immer willkommen. Ob er die Initiatoren kennt, ist unklar.

Zumal es sich bei „Citizen Go“ weniger um eine Petitions-Seite üblicher Machart handelt. So ist auf der Seite das anonyme Unterzeichnen von Petitionen durch eine Person gleich dutzendfach möglich und man kann dafür Fantasie-Mail-Adressen nutzen.

So meldete Philipp Greifenstein, welcher im „Eulemagazin“ den innerkirchlichen Kampf regelmäßig kommentiert, auf Twitter am 18. Oktober, es habe soeben Mickey Mouse mit der Email-Adresse mickeymouse@mickeymouse.com die Petition erfolgreich unterschrieben. Und Arnd Henze von „Tagesschau investigativ“ meldete via Facebook: „Ich habe grad testweise die anonym gestartete Rentzing-Petition mit absurdem Fantasienamen und -mailanschrift ‚unterzeichnet’.“

Überprüft werden die Mailadressen demnach nicht, auch eine Postleitzahl oder andere Kennungen werden nicht verlangt. Und wer die Petition eingestellt hat, erfährt man nicht – Urheber sei „Citizen Go“ selbst.

Mehr als fragwürdig also wenn nicht eine Falschmeldung, wenn die „Freie Presse“ aus Chemnitz am 19. Oktober vermeldet, es hätten bis Freitag diese Petition „bereits über 13.000 Menschen unterschrieben.“ Und dies den 1.000 Unterzeichnern der Petition der Rentzing-Kritiker auf „Cange.org“ gegenüberstellt, wo all diese Sicherheitsvorkehrungen vor einer künstlich hochgejazzten Petition im Gegensatz zu „Citizen Go“ greifen.

Hinzu kommt, dass es sich bei den „Citizen Go“-Betreibern um eine 2013 gegründete Stiftung aus dem spanischen Madrid handelt, deren Ziele Wikipedia unwidersprochen so umschreibt: „Die Stiftung organisiert insbesondere weltweite Petitionen, etwa zur Verteidigung ihrer Auffassung christlicher Werte, der Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Ehen, Abtreibung und Euthanasie.“

Während die unverkennbar im evangelikalen Bereich angesiedelte Plattform sich also in Kampagnen gegen die deutsche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Ehepaaren einsetzt, gegen Schwule und Lesben agitiert, Sexualaufklärung bekämpft und Abtreibungen kategorisch ablehnt, fehlt ihr jede technische Vorkehrung, um ein realistisches Bild der Unterstützung für Carsten Rentzing zu zeichnen.

Dass ein sogenanntes „Chapta“ fehlt, um eine scriptbasierte automatische Unterschrift im Sekundentakt zu vermeiden, macht den Eindruck rund – und die Zahl der angeblichen Unterstützer hoch. Hier könnte ein mittelmäßig begabter Programmierer im Alleingang jede Petition auf mehrere hundertausend Unterstützer hinauftreiben.

Was da wirklich vorgeht, bleibt also im Verborgenen, einen Transparenzbericht, wie „Change.org“ ihn hat, findet man hier nicht. Dafür sind Kooperationen wie mit der rechtsradikalen „Demo für alle“ bei „Citizen Go“ normal.

Rentzing-Verteidiger Teil 3: Bibeltreue Moscheenbekämpfer

Am 14. Oktober schreibt Thomas Schneider aus dem erzgebirgischen Breitenbrunn auf der Seite „agwelt.de“ einen offenen Brief „an die Kirchenleitung der Ev.-Luth. Kirche in Sachsen“. Die darin deutlich werdende Haltung dürfte illustrieren, wie zerrissen die Evangelische Kirche zwischen Leipziger Gemeinden und beispielsweise dem Erzgebirgskreis oder dem Vogtland längst ist.

Auf dem vom „Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen e.V.“ (AG WELT e.V.) aus dem Nordrhein-Westfälischen Lage verantworteten Portal mit „Anti-Moschee-Bau“-Werbung formuliert Richter neben seiner Entrüstung über die seiner Meinung nach mangelnde Unterstützung Rentzings durch die Kirchenleitung Sachsen an diese: „Weder mit Ihnen noch mit den Vertretern und Anhängern dieser Petition will ich weiter unter dem Dach der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Sachsen verbunden sein und werde in der kommenden Woche meine Kirchenmitgliedschaft beenden. Immer wieder habe ich – trotz mannigfacher Gotteslästerungen von Kirchenoberen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland – diesen Schritt hinausgezögert.“

Gemeinsam mit anderen bibeltreuen Christen, die er aus der Kirche vertrieben sieht, will sich Schneider nun im heimischen Kreis treffen, „um dem Herrn und Retter Jesus Christus alle Ehre zu geben“ und dem „unfehlbaren Wort Gottes in der Heiligen Schrift“ vertrauen. In der Zwischenzeit könnte er weiterhin auf „agwelt“ Texte redaktionell verantworten, in denen gegen Greta Thunberg, Flüchtlinge und Muslime polemisiert oder der menschliche Anteil am Klimawandel geleugnet wird.

Man fragt sich angesichts solcher antiaufklärerischen Verteidiger des Noch-Landesbischofs Carsten Rentzing ernsthaft, was sich manche innerhalb und außerhalb der sächsischen Landeskirche von ihm erhofft haben? Es dürfte auch nach seinen anzunehmenden Ausscheiden aus dem Bischofsamt weitergehen mit dem längst offen ausgebrochenen Richtungskampf in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen.

Eine schwere Hypothek für jede(n) Nachfolger/-in und die rund 700.000 Mitglieder. Vielleicht hilft bis dahin die bis heute gültige Denkschrift „Evangelische Kirche und freiheitliche Demokratie“ (PDF) allen Debattierenden weiter? Hierin fixierte die Kirche erstmals in den 80er Jahren ihr Verhältnis zum Rechtsstaat, die Demokratie und die freiheitliche Ordnung des Grundgesetzes.

Update vom 21. Oktober 2019: Der Bischof geht

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 01. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Evangelische Landeskirche Sachsen: Bischof Dr. Carsten Rentzing tritt zurück

Das L-IZ-Interview vom 2. Oktober 2019 mit Dr. Carsten Rentzing

Keller, Rentzing und das Christentum in Zeiten der AfD: In der Evangelischen Kirche Sachsens wächst der Widerstand

AfDevangelische KircheCarsten RentzingCitizen Go
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Im Februar trifft sich der Nachwuchs zum Jazzen
Foto: Anne Schneemelcher

Foto: Anne Schneemelcher

Rund 100 Kinder und Jugendliche werden vom 21.-23. Februar beim 11. Kids Jazz Festival wieder zeigen, dass Jazz alles andere als out ist. „Vielleicht, weil es Improvisation gibt - und das ist immer etwas Neues und Unvorhersehbares“, beschreibt Saxofonist Tymofy Lysenko den Musikstil. Der 14-Jährige kommt wie andere Bands und Solisten aus der Ukraine. Zum ersten Mal tritt aber auch ein israelisches Ensemble aus der Stadt Herzliya auf. Auch Bands aus Niedersachen, Berlin und Baden-Württemberg werden beim Festival erwartet. Eröffnet wird das 11. Kids Jazz Leipzig vom MDR Kinderchor.
Das System der Ladesäulen für E-Autos wächst auch im Leipziger Umland
Ludwig Martin (Bürgermeister Borsdorf), Uwe Härling (Netzregionsleiter MITNETZ STROM), Gesine Sommer (Leiterin Stabsstelle des Landrates Wirtschaftsförderung/Kreisentwicklung) und Konstanze Lange (enviaM-Kommunalbetreuung) bei defv Inbetriebnahme der Ladestation in Borsdorf. Foto: enviaM

Foto: enviaM

Für alle LeserManchmal hat man ja das Gefühl, der Aufbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos geht viel zu schleppend voran. Als wäre das E-Auto auch nach zehn Jahren immer noch ein Exot, den man mit dem Fernglas suchen muss. Aber dann gibt es doch immer wieder Meldungen, die zeigen, dass einzelne Akteure vor Ort tatsächlich weiterbauen am Ladesäulennetz. Und das betrifft auch die ländlichen Regionen im Leipziger Süden, wo enviaM das Netz ausbaut. Und eine Schnelllade-Pilot-Station gibt es schon im Leipziger Norden.
Die ersten Bäume in der Bornaischen Straße werden gefällt und die Frage nach dem Schienenersatzverkehr ist noch ungeklärt + Update
XL- und XXL-Straßenbahn in der Bornaischen Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Montag, 27. Januar, gab es schon einmal den ersten Hinweis, dass es jetzt wirklich ernst wird in der Bornaischen Straße in Connewitz, die ab März endlich umgebaut und modernisiert werden soll. Das war zwar ursprünglich schon für 2019 geplant gewesen. Aber weil man damals keine „wirtschaftliche Ausschreibung“ mehr hinbekam, wurde das 11-Millionen-Euro-Projekt ins Jahr 2020 verschoben.
Die Reaktionen auf die geplante Ordensverleihung an Abdel Fattah Al-Sisi in Dresden
Die Residenzstadt Dresden an der Elbe. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIn Sachsen kann man eigentlich froh sein, wenn man keine offiziellen Orden und Ehrenzeichen bekommt. Man geriete dabei in eine Gesellschaft, in der man ständig das Gefühl haben müsste, dass hier eigentlich eher Kumpels ihren Kumpels ein blitzendes Gehänge ans Revers heften. Und es dabei völlig egal ist, was für Skandale der mit Orden Behängte schon auf seinem Kerbholz hat. So wie Abdel Fattah Al-Sisi, der sich 2013 in Ägypten an die Macht geputscht hat.
Ein „Friedensstifter“ beim Dresdner Semperopernball? Al Sisi ist nicht die erste peinliche Kür
Stadtansicht Dresden. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDas Drama deutete sich schon am 24. Januar an, als die Dresdner PR-Agentur Zastrow + Zastrow die Meldung verschickte: „Ägyptischer Staatspräsident Abdel Fatah El-Sisi bekommt den St. Georgs Orden“. Da sah es noch wie ein Narrenstück aus. Bestimmt hatte sich da nur jemand einen Aprilscherz erlaubt, Bisschen früh im Jahr. Kurz darauf verschickte Zastrow + Zastrow im Auftrag des Dresdner Semperopernballs eine neue Mitteilung. Der Inhalt blieb derselbe. Das Ganze begann zur Farce zu werden. Was ist da los in Dresden?
Sachsen braucht endlich eine andere Politik für die Auen der Flüsse
Die Prießnitzmündung, Foto: BUND Dresden

Foto: BUND Dresden

Für alle LeserManchmal genügt ein Schock, um Politiker wieder zu ernüchtern und dazu zu bringen, eine Politik zu machen, die wirklich Rücksicht nimmt auf die vorhandenen Ressourcen und die Risiken, die entstehen, wenn der Mensch die Folgen für die Umwelt missachtet. So einen Moment gab es 2002, in den Monaten nach der sogenannten „Jahrhundertflut“. Da arbeitete Sachsens Staatsregierung tatsächlich einmal an einem zukunftsfähigen Hochwasserschutzkonzept. Doch der gute Vorsatz war schnell vergessen.
MDR-Wahlarena „Fakt ist …!“: Eine LVZ-Kooperation und zwei unwichtige Kandidatinnen
Ort der Sendung „Fakt ist ...!“ am 27. Jnaur 2020, der LVZ-Sitz am Peterssteinweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 6. Januar 2020 veranstaltete die LVZ bekanntlich ein OBM-Wahlpodium, welches im Nachgang nicht nur freundlich aufgenommen wurde. Einerseits geriet der Fokus auf die Silvesterkrawalle in die Kritik, doch auch die Auswahl der Kandidat/-innen ließ wenigstens zwei Bewerberinnen vermissen und die LVZ+-Strategie verbannte das ganze hinter die Paywall. Wie man eine Wahlkampf-Debatte ausgewogen und fair hinbekommt, zeigte kurz darauf die IHK zu Leipzig mit allen Kandidat/-innen an Bord. Nun, fünf Tage vor der ersten Wahlrunde am 2. Februar, möchte es auch der MDR am heutigen 27. Januar versuchen. Die Vorzeichen scheinen allerdings kurios.
Der Tag: Die Ruhe nach dem Sturm
Während der Demo wurde unter anderem eine Haltestelle beschädigt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNie wieder: Das Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor genau 75 Jahren dominiert heute die Nachrichten. Aus diesem Anlass gab es in Leipzig und Dresden mehrere Veranstaltungen. Außerdem gibt es Stellungnahmen zu den Ausschreitungen während der Indymedia-Demonstration am Samstag. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 27. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
14. Lange Leipziger Kriminacht am 11. März Uhr im Blauen Salon
Lange Leipziger Kriminacht PR

Lange Leipziger Kriminacht PR

Die Lange Leipziger Kriminacht hat sich als Buchmesseeinstieg am Mittwochabend seit vielen Jahren erfolgreich etabliert. Der Blaue Salon des Central Kabaretts im Herzen der Messestadt bietet dafür einen besonders exklusiven Veranstaltungsort. Zu hören und sehen ist die Crème de la Crème der deutschsprachigen Krimiautoren – neun Autoren, neun spannende Krimis aus acht Verlagen.
Notenspur und Flügelschlag laden ein zum Erinnerungsweg in die Nacht für Auschwitz-Entronnene am 13. April 2020
Schneeblumengedenkweg 2015. Foto: A. C. Winkler.

Foto: A. C. Winkler.

Für alle LeserAuch in diesem Jahr wird es ihn wieder geben: den Schneeblumen-Gedenkweg am 13. April. So wie 2015, als er zum ersten Mal an eines der beklemmenden Ereignisse zum Ende der NS-Zeit erinnerte. In Auschwitz endete das Lager-Grauen mit der Ankunft der Roten Armee am 27. Januar 1945. In Leipzig wurden die nationalsozialistischen Arbeitslager erst im April vor den heranrückenden alliierten Truppen geräumt.
AKIBA PASS Festival am 1. Februar zu Gast im Cineplex Leipzig
Foto: Cineplex

Foto: Cineplex

Cineplex Leipzig freut sich am Samstag, den 1.2.2020, zum zweiten Mal Gastgeber für das deutschlandweite Anime-Event Akiba Pass Festival zu sein. Jeweils sechs Animes laufen in zwei Sälen hintereinander, als Deutschlandpremieren in ihrer japanischen Originalversion, deutsch untertitelt.
Die schnelle Befriedigungs-Maschinerie und die Einsamkeit eines entzauberten Lebens
Auszug Buchcover. Foto: Blessing-Verlag

Foto: Blessing-Verlag

Für alle LeserEs gibt solche Sätze, die haken sich fest. Da stolpert man schon beim Lesen, macht im Kopf ein Häkchen dahinter – und am nächsten Tag sucht man sich dumm und dusselig, weil man vergessen hat, wo man sie gelesen hat. Man kann sich ja nicht überall ein buntes Fähnchen hinkleben. Schon gar nicht im Internet. War das nun ein verflixter Satz, den Sibylle Berg geschrieben hat oder etwas Hingehauenes von Sascha Lobo? Nein. Es war in diesem Fall ein Satz von Jens-Uwe Jopp. Und wer die neue „Leipziger Zeitung“ hat, kann ihn nachlesen.
Die neue Leipziger Zeitung ist da: Fokus auf die OBM-Wahl
Leipziger Zeitung vom 24. Januar 2020. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWenn man gut eine Woche vor einer wichtigen Wahl eine monatlich erscheinende Zeitung herausbringt, ist klar, wo der Schwerpunkt liegt: Die am 24. Januar erschienene LEIPZIGER ZEITUNG widmet sich auf rund einem Viertel der Seiten der OBM-Wahl am 2. Februar. Außerdem haben wir mit Irena Rudolph-Kokot über Silvester in Connewitz und die anschließenden Diskussionen gesprochen. Weitere spannende Interviews gibt's unter anderem in Bildung und Sport.
Auch Sachsens Wirtschaft hat schon über 8.000 Menschen aus den acht wichtigsten Asylherkunftsländern in Arbeit gebracht
Kassensturz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEr liefert die Statistiken, die die Bundesagentur für Arbeit nicht ausspuckt, obwohl sie alle Daten dazu hat: Paul M. Schröder vom Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ). Meist schnappt er sich die Datenbanken der BA, wenn wieder mal medial eine Debatte völlig entgleist und platte Kommentare nur lauter Vorurteile schüren, egal, ob gegen Arbeitslose oder Ausländer. Oder Flüchtlinge wie in diesem Fall. Denn die Großsprecher der diversen Lobbyverbände behaupten ja nur zu gern, die Geflüchteten aus den Bürgerkriegsländern ließen sich nur schwer in Arbeit bringen.
Verwaltung will erst mal prüfen, ob sich eine Fußgängerzone in der Katharinenstraße ins Andienungskonzept Innenstadt einfügt
Auch die Katharinenstraße wird bis heute von Autos dominiert. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserImmer öfter tauchen Stellungnahmen aus der Verwaltung zu Stadtratsanträgen im Ratsinformationssystem auf, über die das jeweilige Dezernat auch hätte schreiben können: „Wir bitten um Schonung! Das geht uns zu schnell!“ So auch jetzt zu einem Antrag der Grünen, die sich sehr gut vorstellen können, dass die komplette Katharinenstraße noch in diesem Jahr zur Fußgängerzone wird. Aber sind wir denn nicht noch im Jahr 2008? Irgendwie ja.