In den frühen Morgenstunden protestierten sächsische Landwirte vor dem Logistikzentrum des Discounters Lidl gegen zu niedrige Milch- und Butterpreise. Außerdem: Im kommenden Jahr wird der Prozess gegen die „Sächsischen Separatisten“ eröffnet und in Australien wurden ein Vater und sein Sohn als mutmaßliche Täter nach einem Anschlag am Bondi Beach in Sydney identifiziert. Die LZ fasst zusammen, was am Montag, dem 15. Dezember 2025, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Proteste sächsischer Landwirte
Rund 100 Traktoren standen am frühen Montagmorgen vor dem Radeburger Logistikzentrum der Supermarktkette Lidl. Unter dem Slogan „Lidl lohnt sich – nur nicht für uns Landwirte…“ protestierten Landwirte vor Ort gegen die niedrigen Preise für Milch und Butter. Die derzeitigen Milchpreise belasteten die wirtschaftliche Lage vieler Milcherzeuger erheblich, äußerte sich der Sächsische Landesbauernverband e. V. bereits am vergangenen Freitag zur aktuellen Lage.
Weiter hieß es: „Die Aggressivität, mit der die Lebensmitteleinzelhandel den Preis mit immer neuen Preissenkungsrunden drücken, ist von neuer Qualität. Dies verurteilen wir auf das Schärfste und appellieren an die politischen Entscheidungsträger, den Blick auf die Handelspraktiken zu richten und damit langfristig verlässliche und partnerschaftliche Beziehungen zwischen Milcherzeugern und Verarbeitern zu sichern.“
Infolge des sinkenden Weltmarkthandelspreises für Milch waren die Preise für Butter zuletzt drastisch gesunken und so günstig wie seit Jahren nicht. So kostet ein 250-Gramm-Stück Deutscher Markenbutter der Eigenmarken momentan weniger als ein Euro.
Prozess gegen „Sächsische Separatisten“
Das Oberlandesgericht Dresden teilte am heutigen Montag mit, dass im kommenden Jahr der Prozess gegen acht Männer beginnen soll, welchen unter anderem die mitgliedschaftliche Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung sowie die Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens vorgeworfen wird. Die Mitglieder der selbsternannten „Sächsischen Separatisten“ vertraten laut Gericht rassistische, antisemitische und teilweise apokalyptischen Überzeugungen.
Sie seien, so die Anklage, überzeugt gewesen, dass ein unbestimmter “Tag X” bevorstehe, an dem der staatliche und gesellschaftliche Zusammenbruch Deutschlands eintreten werde. Sie seien entschlossen gewesen, bei dieser Gelegenheit einen möglichst großen Teil Sachsens zu erobern und dort einen an der Ideologie des Nationalsozialismus ausgerichteten Staat zu errichten.
Im Zuge dessen planten die Angeklagten die „Liquidierung von Vertretern der staatlichen Ordnung und ethnische Säuberungen.“ In Vorbereitung hatte die Gruppe rund um den aus Brandis stammenden Jörg S. militärische Ausrüstungsgegenstände herangeschafft sowie paramilitärische Kampftrainings durchgeführt.
Bewährungsstrafe für Lok-Anhänger
Nach einem Überfall auf acht Fans des Fußball-Regionalligisten BSG Chemie Leipzig im März dieses Jahres wurde am heutigen Montag ein 20-Jähriger vor dem Landesgericht verurteilt. Der junge Mann hatte wegen versuchten Mordes vor Gericht gestanden, war durch das Geständnis der Tat aber mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. Er muss außerdem 250 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und an einem Anti-Gewalt-Training teilnehmen.
Die Staatsanwaltschaft hingegen hatte eine Gefängnisstrafe von knapp fünf Jahren gefordert. Man ging von einem geplanten Überfall aus.
Was war passiert? Am späten Abend des 22. März, ein Tag vor dem Sachsenpokalspiel, in welchem sich Lok Leipzig und Chemie Leipzig gegenüberstanden, waren etwa 30 Anhänger des 1. FC Lokomotive Leipzig in der Leipziger Straße in Böhlitz-Ehrenberg angerückt. Mindestens elf von ihnen sollen der Anklage zufolge über die Chemie-Fans hergefallen sein.
Der damals 19-jährige Angeklagte hatte, so der Vorwurf, einem 18-jährigen Chemie-Anhänger 19mal gegen den Kopf getreten, als dieser am Boden lag. Laut Gericht konnte dieser Vorwurf nicht zweifelsfrei geklärt werden.
Unser Redakteur Lucas Böhme war im Gericht vor Ort und wird zu späterer Stunde einen ausführlichen Prozessbericht liefern.
Warnstreik bei Momox
Der Online-Handel Momox wird am heutigen Montag und morgigen Dienstag bestreikt. „Solange die Arbeitgeberseite nicht verhandelt, machen wir Druck, und zwar immer mehr“, erklärte der zuständige Gewerkschaftssekretär Ronny Streich am Montag. „Sie – die Arbeitgeber – sollten nicht den Fehler machen, die Ernsthaftigkeit, den Mut und die Entschlossen der Kolleginnen und Kollegen zu unterschätzen.“
„Bei momox in Leipzig arbeiten viele migrantische und geflüchtete Kolleginnen und Kollegen z.B. aus Afghanistan, Syrien, Iran, Venezuela, Indien. Sie stehen unter besonderem Druck“, erklärt die Gewerkschaft. „Arbeitshetze und Leistungsdruck treffen auf Existenzängste. Die migrantischen Beschäftigten befürchten mit Verlust des Arbeitsplatzes auch den Verlust des Aufenthaltstitels. Diese Angst nutzt auch momox aus, insbesondere mit befristeten Einstellungen.“
Schon vor zwei Wochen hatten Mitarbeitende des Unternehmens für einen Tag ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft kritisiert weiterhin viel zu niedrige Löhne für die Mitarbeitenden. „Der Mindeststandard ist der Tarifvertrag.“
„Verstecke“ Kondensstreifen, die Gier der Reichen und ein politischer Spiegelmoment
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Leipziger Studie: „Versteckte“ Kondensstreifen in Zirruswolken tragen zur Klimaerwärmung bei
Die Gier der Reichen zerstört die Demokratie: Fratzscher fordert ein modernisiertes Steuersystem
Studie von ADFC und Verkehrswende Leipzig: Leipzig hat zu wenige Fahrradübungsplätze
Das Rätsel Alexander Eichwald: Ein politischer Spiegelmoment
Kant, Biodiversität und Wissenschaftskommunikation: Kein bisschen verstaubt diese Akademie + Videos
Klage gegen AfD-Abgeordneten und neue Erkenntnisse nach Attentat in Sydney
Was heute außerdem wichtig war: In Berlin fanden heute weitere Gespräche über das weitere Vorgehen und einen möglichen Waffenstilltand bezüglich des Ukraine-Krieges statt. Schon am gestrigen Sonntag waren Verhandlungen aufgenommen worden von Vertreter*innen der USA und der Ukraine.
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Moosdorf erhoben. Dem 60-Jährigen wird vorgeworfen, während der laufenden Bundestagssitzung am 22. Juni 2023 im Bereich der Garderobe des Reichstagsgebäudes einen Parteifreund öffentlich mit einem Hackenschlag und Hitlergruß begrüßt haben.
Nach dem tödlichen Anschlag auf eine jüdische Feier am Beach in Sydney, Australien, wurden die beiden Tatverdächtigen identifiziert. Laut Polizei handele es sich um Vater und Sohn (50 und 24 Jahre alt). Bei dem als antisemitischen Terroranschlag eingestuften Angriff wurden 16 Menschen getötet, mehr als 40 Personen wurden verletzt. Der 50-jährige mutmaßliche Attentäter wurde von Polizisten erschossen.
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