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Sachsen braucht endlich eine andere Politik für die Auen der Flüsse

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    Manchmal genügt ein Schock, um Politiker wieder zu ernüchtern und dazu zu bringen, eine Politik zu machen, die wirklich Rücksicht nimmt auf die vorhandenen Ressourcen und die Risiken, die entstehen, wenn der Mensch die Folgen für die Umwelt missachtet. So einen Moment gab es 2002, in den Monaten nach der sogenannten „Jahrhundertflut“. Da arbeitete Sachsens Staatsregierung tatsächlich einmal an einem zukunftsfähigen Hochwasserschutzkonzept. Doch der gute Vorsatz war schnell vergessen.

    Das wichtigste Element – die Herstellung von Ausbreitungsflächen für die in Deiche eingezwängten Flüsse – wurde gleich wieder eingedampft. Waren 2002 noch 7.500 Hektar an wiederhergestellten Überschwemmungsflächen geplant, schrumpfte die Fläche auf auf 5.650 Hektar. Und dann begann das große Trödeln, verbaute die Landestalsperrenverwaltung erst einmal Milliarden in neue Deiche und Schutzanlagen, während sich das Zurückverlegen von Deichen, die die Flüsse völlig unnötig in Korsette zwängten, als ein einziges Gemäre erwies.

    2017 waren von den geplanten 5.650 Hektar Überschwemmungsfläche erst 188 Hektar wieder den Flussauen zurückgegeben. Und als der damalige Grünen-Landtagsabgeordnete Wolfram Günther im Frühjahr 2019 nachfragte, waren auch erst 269,5 Hektar hergestellt.

    Die großen Ausbreitungsflächen waren allesamt noch in der Planung.

    Zwar gab es 2019 eine Dürre und kein neues Jahrhunderthochwasser. Aber die Flüsse leiden ja nicht nur, wenn zu viel Wasser auf einmal zu Tale brettert, sondern auch bei Wassermangel. Da schwenkte sogar das damals noch von Thomas Schmidt (CDU) geleitete Umweltministerium um und signalisierte den Kommunen, dass man die Sache mit der Auenrevitalisierung wirklich anpacken wolle. Ein Signal, das auch im Leipziger Rathaus ankam, just in dem Moment, in dem Leipzigs Umweltbürgermeister verkündete, dass an eine Öffnung der Elsteraue vor 2050 nicht zu denken sei.

    Aber da war auch das so gefeierte Projekt „Lebendige Luppe“ schon auf Sand gelaufen. Man bekommt schlicht nicht die versprochenen Überflutungen in den Auwald, wenn man die Aue nicht öffnet. Seitdem arbeitet man auch im Projekt „Lebendige Luppe“ an einem Auenöffnungsprogramm. Ausgang ungewiss.

    Und dass er diesen Programmbaustein in seiner Arbeit als Minister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft ernsthaft anpacken will, machte Wolfram Günther nach der Wochenendklausur der Sächsischen Staatsregierung in Oberwiesenthal deutlich.

    Da sagte er nämlich nicht ganz beiläufig: „Wir haben auf dem Fichtelberg Zukunftsprojekte für Sachsen beschlossen, die schnell greifen und nachhaltig wirken. Unseren Fokus auf Artenschutz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit können wir mit Maßnahmen unter anderem bei der Hochwasservorsorge, der Rückgewinnung von Auenflächen sowie bei der Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten umsetzen.“

    Denn wenn man den Flüssen wieder ihre ursprünglichen Auen zurückgibt, sorgt das nicht nur dafür, dass sich Hochwasserlagen deutlich entspannen, denn in diesen Auen können sich die Wassermassen ja ausbreiten. Es verbessert auch die Artenvielfalt in den Auen und vor allem die Selbstreinigungskräfte der Flüsse. Stichwort: Wasserrahmenrichtlinie.

    Und wenn man das nur einen Schritt weiterdenkt, kommt man auch dahin, die ganzen kahl geschlagenen Gewässerrandstreifen zu hinterfragen. Denn anders als Deiche und Sperrwerke und Brücken hindern Bäume die Flüsse nicht beim Fließen.

    Doch auch Leipzig erlebte 2011, wie das aussieht, wenn vor und hinter den Deichen in breiten Streifen alles gefällt wird, was dort seit über 100 Jahren gestanden hatte. Das thematisierte damals der Leipziger Ökolöwe, biss sich aber an den staatlichen Instanzen die Zähne aus. Denn Leipzigs Umweltschutzamt hatte diese Baumfällungen von über 13 Hektar Auenwald auch noch genehmigt.

    Baumfällungen hinter den Deichen im Leipziger Auenwald 2011. Foto: Ökolöwe
    Baumfällungen hinter den Deichen im Leipziger Auenwald 2011. Foto: Ökolöwe

    Aber das kann nicht unser Umgang mit den Flüssen sein, stellen jetzt der BUND Sachsen und der NABU Sachsen fest und fordern eine Trendwende in der Praxis der Gewässerunterhaltung im Freistaat. Denn bislang wurde vor allem das Ziel eines einfachen und schnellen Wasserabflusses mit der Unterhaltung verfolgt.

    Mit dieser einseitigen Ausrichtung werden jedoch die Gewässer und ihre Auen regelmäßig ökologisch degradiert und oftmals auch der Hochwasserabfluss lediglich beschleunigt, sodass Städte und Dörfer flussabwärts ein größeres Risiko haben. Aktuelles Beispiel dahingehend sind Maßnahmen an der Prießnitzmündung in der Dresdner Elbaue, die auf einen Kahlschlag der dortigen Weiden hinauslaufen.

    „2015 hatten noch weniger als vier Prozent der sächsischen Bäche und Flüsse einen guten ökologischen Zustand erreicht“, hebt Professor Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen, hervor. „Wenn die Landesregierung plant, wie im Koalitionsvertrag nachzulesen, die kommunale Gewässerunterhaltung auch an Gewässern zweiter Ordnung mit Landesmitteln zu unterstützen, ist das begrüßenswert.“

    Die Gewässerunterhaltung dient gemäß Wasserrecht sowohl der Sicherung eines ordnungsgemäßen Wasserabflusses als auch dem Erhalt und der Entwicklung einer standortgerechten Ufervegetation. Die Unterhaltungsmaßnahmen unterstützen somit den Hochwasserschutz, sollen aber auch den ökologischen Zustand eines Gewässers verbessern.

    „Allerdings“, betont Bernd Heinitz, Vorsitzender des NABU Sachsen, „muss die zukünftige Gewässerunterhaltung die Ziele einer ökologische Gewässerentwicklung und des Hochwasserschutzes gleichrangig verfolgen und umsetzen. Nur so kann mit dieser Pflichtaufgabe ein wesentlicher Beitrag zur Erfüllung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtline zum einen und zum Schutz unserer Landschaften zum anderen geleistet werden. Dafür bedarf es auch einer klaren Rahmensetzung, einer Schulung der Akteure und einer Nachkontrolle.“

    Dass nach den beiden großen Hochwassern 2002 und 2013 zunächst ein Fokus auf den technischen Hochwasserschutz gelegt wurde, mag emotional verständlich sein, so die beiden Umweltverbände. Jetzt aber sei es an der Zeit, Gewässerunterhaltung als Chance zu nutzen, um die gesetzlich verankerten ökologischen Ziele für Gewässer und ihre Auen zu erreichen.

    Mit fachgerechter Zielsetzung können so auch Hochwasserrückhalt in der Fläche und ein verlangsamter Wasserabfluss in geeigneten Abschnitten für besseren Hochwasserschutz flussabwärts sorgen. Zudem ergeben sich vielfältige Synergien mit weiteren ökologischen Problemfeldern, wie der Erhaltung und Förderung der Insektenvielfalt.

    Bernd Heinitz: „Vor allem die Lebensräume der großen Flüsse wie Elbe und Mulde weisen eine negative Entwicklung auf. Gerade bei Flüssen und ihren Auen ist der Abwärtstrend sichtbar: Immer weniger Flüsse mit Schlammbänken sind zu finden, Hartholzauwälder und wertvolle Auwiesen sind selten geworden, und den Erlen-Eschen- und Weichholzauwäldern geht es schon lange schlecht. Erste wesentliche Beiträge zur Verbesserung dieser Situation können schon jetzt ohne weiteren Flächenbedarf im aktuellen Gewässer geleistet werden. Langfristig darf das Problem der Flächenverfügbarkeit jedoch nicht aus den Augen verloren werden.“

    Felix Ekardt: „Gerade die Gewässerunterhaltung hat die Chance, typische Auenbiotope aus noch vorhandenen Rückzugsorten für Biber, Fischotter und Flussregenpfeifer sowie Weiden und Schwarzpappeln wieder zu entwickeln. Denn naturnahe Auenlebensräume sind Lebensadern in einer intensiv genutzten Landschaft, Hotspots der Biodiversität und ein zuverlässiger Partner im Kampf gegen den Klimawandel. Sie sind bundesweit – aber auch europaweit – im Netzwerk Natura 2000 geschützt und sollten sich positiv für Arten und Lebensräume entwickeln.“

    Sachsen hat das Bauprogramm für Überschwemmungsflächen zusammengestrichen und trödelt auch noch bei der Umsetzung

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      2 KOMMENTARE

      1. Eine Auenrevitalisierung in der Stadt Leipzig und ihrem Umfeld ist essenziell, keine Frage! Und diesbezüglich setze ich durchaus auch Hoffnung auf unseren neuen Umweltminister. Wolfram Günther wird sicherlich nicht direkt alles lösen können, was jahrzehntelang ausgesessen und bewusst verbaut wurde, aber wichtige Anstöße und die Bereitstellung notwendiger Finanzen steht hoffentlich ganz oben auf seiner Agenda.

        Auf diesen Zug springen jetzt NaBu und BUND auf. Sicherlich kann man das machen, und das ist auch alles andere als falsch. Aber so richtig konkret wird es dann nicht, zumindest geht das aus diesem Artkel nicht hervor. In Leipzig würden selbst CDU, SPD und Linke, die mit Naturschutz bekanntermaßen rein gar nichts am Hut haben, diese Forderung vermutlich sogar mittlerweile unterschreiben, so dass die Forderungen von NaBu und BUND nicht wirklich progressiv daher kommen…

        Zur Frage der Forstwirtschaft, ganz aktuell, ganz konkret, schweigen sich NaBu und BUND wiederum aus, was mich leider gar nicht verwundert. Die Gefahr ist noch nicht gebannt, dass Stadtforsten in diesem Winter doch noch Harvester und Kettensägen zum Einsatz bringen werden/dürfen – mit Unterstützung der so genannten AG (Forstwirtschaftslobby) Stadtwald (wo NaBu und BUND vertreten sind) – und wertvolle Altbaumsubstanz aus den FFH-Lebensraumtypen (europäisch geschützt!) heraushacken werden. Und bei Sachsenfrost besteht diese Gefahr nicht minder.

        Der NaBu hat sich ja auch jenseits der Stadtwald-AG ganz unverhohlen zum Sprachrohr von Stadtforsten gemacht, z.B. durch Führungen mit Herrn Engelmann als „Fachexperten“ zur Überzeugung der Stadträte (Ja zum Forstwirtschaftsplan).

        Und der Ökolöwe ist ja eigentlich noch perfider. In der Öffentlichkeit (die weniger gut informiert ist; es reicht ja aus, dass die Mitgliedsbeiträge sprießen, nur die Gelder der Stadt reichen vermutlich nicht aus) preist er sich als Auwaldretter und unterstützt doch zu 100% die Methoden der Intensivforstwirtschaft.

        Zu den „Forderungen“ des Ökolöwen hatte ich mich ja schon bei einem früheren Artikel geäußert und auf der Ökolöwen-Seite nachgeschaut; hier zur Erinnerung:

        Da lese ich dann, dass man erfolgreich war, indem man die Maßnahmen auf dem Bienitz wegverhandelt hat. Ich kenne die Flächen dort, wo die größere Altdurchforstung geplant war. Das ist das Gelände der ehem. Schießbahnen, mit den vielen kleinen Erdwällen (da ist der Boden schon vor längerer Zeit ziemlich kaputt gemacht worden), und es dominiert ganz eindeutig die Robine. Nach meiner Erinnerung kommen hie und da auch einige Eichen hoch. Kein FFH-Lebensraum also. Also eine Fläche, wo eine Altdurchforstung deutlich weniger schlimm gewesen wäre als im Auwald; bei einer vernünftigen Konzeption könnte man da sogar was sinnvolles in Richtung Eichenverjüngung machen. Mit den anderen Altdurchforstungen, wo große Mengen auwaldtypischer Bäume eingeschlagen werden sollen (der Schwerpunkt ist wohl die Esche) hat der Ökolöwe anscheinend dann viel weniger Probleme. Merkwürdig…

        Und dann lese ich dort, dass eine ökologische Forstbegleitung = Fällbegleitung erfolgen soll, damit Lebensstätten geschützter Arten weitgehend geschont werden. Sicherlich gut gemeint. Wie soll denn das aber bitte funktionieren bei alleine 6.500 Festmeter-Entnahmen in Altbeständen im FFH-Gebiet, dann müssten auf Hunderten alter Bäume überall Kletterer unterwegs sein um in den Baumkronen nach den kleinen Öffnungen der Mulmhöhlen von Eremit & Co zu schauen, und auch die blieben großteils unentdeckt? Wie soll das funktionieren? Die Antwort ist denkbar einfach, das geht NICHT. Illusion, Selbst- und Ökolöwenmitgliederberuhigung oder geschickte Kommunikation? Es wird wieder so sein wie immer, nach den Einschlägen wird man in den riesigen Holzstapeln jede Menge Mulmhöhlen mit Kotpillen xylobionter Käferarten usw. finden. Auch möglich, dass schon bei den Fällungen überwinternde Fledermäuse herauspurzeln aus ihren Winterquartieren (können auch Spalten sein, die man vorhar gar nicht sehen kann). Es gibt nur eine gute Lösung, möglichst wenige Bäume fällen…

        Und es ist ja wohl hinlänglich bekannt, dass im FFH-Gebiet außer der Bäume der Starkbaumkartierung und der Biotopbäume (die Starkbaumkartierung ist zudem überhaupt nicht aktuell) Tausende weitere wertvoller Bäume stehen, die es eigentlich gälte zu erhalten. Insbesondere sollte man auch nicht in den Eschenbestand eingreifen, damit sich Resilienzen bestmöglich ausbilden können. Sanitärhiebe mit 1.210 Kubikmeter Holzentnahme durch sog. Sanitärhiebe im Ratsholz v.a. gegen die Esche gerichtet sind für den Ökolöwen aber anscheinend kein Problem? Ein Wald besteht im übrigen nicht nur aus einzelnen Bäumen, sondern bildet so eine Art Superorganismus, mit Vernetzungen über die Mykorrhiza, Kommunikationsstrukturen, dem vielfältigen Bodenlebewesen usw. Einen Wald muss man in Gänze in seiner Integrität schützen, nicht nur einzelne Bestandteile. So werden über die Femel und die sog. Mittelwaldumwandlung alte Eichen und Eschen freigestellt, was diese indirekt schädigt und den zunehmenden Stürmen und zu viel Sonne aussetzt (das ist schon fast eine indirekte Fällung).
        Die Aussagen zur Verkehrssicherungspflicht kann man sich auch schenken, da ist die Rechtslage eindeutig.

        Totholzkonzept. Ja, der Totholzanteil im Auwald ist lächerlich gering, ich glaube so was wie 16 Kubik/ha. Wir haben Rußrindenkrankheit, wie haben Eschentriebsterben (mal angenommen ein Viertel der Eschen würde sterben, hätte man schon 10% Totholzanteil), also einfach die umfallenden Bäume liegenlassen, Konzept fertsch…

        Der letzte „Punkt Natur- und Artenschutz gewährleisten“ ist nur eine inhaltslose Floskel. Lustig ist, dass der Ökolöwe zwar von Transparanz spricht, die Öffentlichkeit dann aber nichts konkreteres erfährt.

        Zu den Femeln (Kleinkahlschläge, nein das sind keine Löcher für eine naturnahe Eichenverjüngung) sagt der Ökolöwe gar nichts, scheint für ihn ok zu sein? Diese Femel sind aber besonders problematisch, da kann man den Beitrag von Prof. Ibisch lesen. Warum fordert der Ökolöwe nicht, endlich anzufangen mit Erprobungen LRT-schonender Verjüngungsformen in natürlichen Auflichtungen u.ä.?

        Und zu dieser Ökokatastrophe in der Burgaue, die Ahornverjüngungsmaßnahme, die als Mittelwaldwiedereinführung tituliert wird (was heißt Wiedereinführung, typische Mittelwaldeichen sucht man ja vergebens dort). Warum fordert der Ökolöwe keinen Stopp oder wenigstens eine Unterbrechung, bis man endlich wieder zu Sinnen gekommen ist?

        Warum fordert der Ökolöwe nicht eine Erhöhung der Holzbiomasse im Wald, damit der angesichts des Klimawandels resilienter wird?
        Es ist offensichtlich, dass der Ökolöwe leider nicht über eigenes waldökologisches Know-How verfügt – insbesondere systemische Ansätze fehlen völlig -, sein Wissen anscheinend nur über das Forstamt selbst bezieht, daher wird sich ja wohl auch so schön gegenseitig gelobt.

      2. Liebe LIZ, der Artikel gibt Hoffnung, wenn die Versprechungen und Ankündigen von Wolfram Günther sich nicht genauso im Universum verflüchtigen wie die Ankündigungen anderer PolitikerInnen.
        Dass das jahrelange Engagemt von NuKLA für die Renaturierung des Leipziger Gewässerknotens, an dem die hier gelobten Verbände, die sich jetzt so mächtig ins Zug legen, entweder nur zeitweise (NABU Leipzig) oder punktuell (die gemeinsamen Positionspapiere aller! Leipziger zur Burgaue, zum Floßgraben und zum WTNK) betieligt haben, keine Erwähnung findet, ist sicherlich kein Zufall. Denn der Seit NuKLA sich vor Gericht für den Erhalt der ökologisch so wichtigen Auwaldbäume einsetzt und gegen die Forstwirtschaft a la Leipzig in den hiesigen Schutzgebieten klagt, während alle anderen Verbände mit dem Förster in bester Kooperation sind, würde der rührige Verein am liebsten auf dem Scheiterhaufen gesehen. Die Erde ist dennoch eine Kugel und keine Scheibe.
        NuKLA hat sich schon für hydrologische Dynamik und die Renaturierung der Weißen Elster eingesetzt, als die anderen Verbände das Thema noch gar nicht auf der Agenda hatten. Und: der Ökolöwe hat zwar damals die LTV wegen der Baumfällungen an den Deichen verklagt (und nach dem ersten Urteil sofort aufgegeben), nicht aber die Leipziger Stadtverwaltung, die die Fällungen in diesem katastrophalen Ausmaß genehmigt hatte: die LTV hat nur gemacht, was ihre Aufgabe und durch die örtliche Umweltschutzbehörde ausdrücklich genehmigt war. Auch das weder ein Versehn noch Zufall.
        Also, liebe LeserInnen der LIZ: Es ist großartig, dass das Thema Gewässerrenaturierung endlich auf der Ebene der Landesregierung angekommen ist. Sachsen hat da reichlich Potential, das nach den Hochwässern durchaus schon mal erkannt wurde. Wenn nun Minister Günther dafür sorgt, dass davon endlich mehr als die bisher kläglich wenigen Prozent umgesetzt werden, dann können wir ihm nur danken und uns freuen. Und dass die Verbände auf den fahrenden Zug aufspringen, ihnen die Steigbügel gehalten werden, damit war zu rechnen. So ist das eben.

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