Am 21. Januar stellten das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Dresden die Klimadaten für Sachsen für das Jahr 2025 vor. Da wurde auch das zunehmend spürbare Niederschlagsdefizit für den Freistaat thematisiert. Und das hat auch längst Folgen für die Elbe, die im Grunde aufgehört hat, ein schiffbarer Fluss zu sein. Die Elbe führte 2025 fast durchgängig Niedrigwasser – zehn Monate lang auf sommerlichen Tiefstständen.

Eine Änderung ist bislang nicht in Sicht, stellt der BUND Sachsen fest. Wie eine aktuelle Auswertung der amtlichen Daten der Fahrrinnentiefen durch den BUND ergeben hat, wurde die angestrebte Mindesttiefe für die Schifffahrt von 1,40 Meter seit Ende Februar 2025 mit Ausnahme von zwei Wochen nicht erreicht. Selbst eine Tiefe von einem Meter wurde über viele Monate unterschritten. Von den langjährigen Mittelwasserständen ist die Elbe weit entfernt.

„Der Klimawandel hat die Elbe fest im Griff – zehn Monate Niedrigwasser gehören zur neuen Realität“, warnt Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen. „Die vertiefte Wasserstraße verstärkt die Folgen der Trockenheit, weil sie wie ein gigantischer Entwässerungskanal wirkt. Das Bundesverkehrsministerium muss jetzt handeln und die Sohlerosion stoppen, damit die Flusslandschaft ihre natürliche Schwammfunktion zurückgewinnt.“

Die herkömmliche Regel, dass die Elbe im Winter und Frühjahr ausreichend Wasser führt und mit Niedrigwasser erst im Sommer bis zum Herbstanfang zu rechnen ist, gilt nicht mehr. Der Klimawandel hat die Elbe eingeholt, der Fluss leidet inzwischen unter chronischem Wassermangel.

Die Güterschifffahrt auf der Elbe ist dadurch nahezu zum Erliegen gekommen. Seit 2022 werden die Transporte auf der Elbe an der Zählstelle Magdeburg des WSA nicht mehr erfasst. Auch eine Wasserüberleitung von der Elbe in die Spree wäre in den letzten 10 Monaten kaum möglich gewesen, da sie nur bei höheren Wasserständen zulässig sein soll.

Die Elbe braucht ihre Aue

Die Probleme reichen aber noch weiter: Nicht nur der Fluss, sondern die gesamte Landschaft leidet unter dem Wasserdefizit. Bei langanhaltendem Niedrigwasser werden auch die Grundwasserstände nicht wieder aufgefüllt. Wälder, Felder und Wiesen verlieren durch die chronische Austrocknung an Produktivität. Die vertiefte Wasserstraße Elbe zieht das Wasser aus der Landschaft. Dies verstärkt diese Entwicklung.

Jetzt müsse es darum gehen, die Wasserverluste in der Landschaft zu reduzieren, betont Ekardt. Der Weg dorthin ist im Gesamtkonzept Elbe festgeschrieben: Stopp und Umkehr der Sohlerosion. Diese Aufgabe müssen durch das zuständige Bundesverkehrsministerium und seine Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung konsequent vorangetrieben werden. Nur so könne die Flusslandschaft ihrer natürlichen Schwammfunktion wieder gerecht werden.

Weil sich die Elbe durch Begradigung und Einengung immer tiefer in ihr Flussbett eingräbt, sinkt der Wasserspiegel – der Fluss verliert den Kontakt zu seiner Aue. Früher konnte das Wasser bei Hochwasser über die Ufer treten und die Aue überfluten. Sie speichert auf natürliche Weise die höheren Wasserstände, damit das Wasser nicht in die Nordsee abfließt.

Ohne Überflutungen fehlt der Aue das Wasser, das sie für fruchtbare Böden, Grundwasserneubildung und Artenvielfalt braucht. So spielt die Elbe eine zentrale Rolle im Wasserhaushalt ganzer Regionen. Intakte Auen sind nicht nur wertvoll für den Natur- und Klimaschutz, sondern auch ein natürlicher Bestandteil des Hochwasserschutzes – sie nehmen Wasser auf und senken die Hochwasserstände.

Die Elbe erreicht immer seltener die Aue – nicht nur wegen der tieferliegenden Flusssohle, sondern auch, weil die früher regelmäßigen Frühjahrshochwasser zunehmend ausbleiben. Es fällt immer weniger Niederschlag als Schnee und dieser bleibt kaum noch liegen. Die aktuellen Schneefälle sind inzwischen eine Ausnahme.

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