3. Runde des Sachsenpokals: Lok Leipzig – FSV Zwickau 0:1 n. V.

Tolle Kulisse, stimmgewaltige Fans, großer Kampf, aber kein Glück: Der 1. FC Lok ist nach einer ansprechenden Leistung vor 2.821 Zuschauern aus dem Sachsenpokal ausgeschieden. Gegen den Regionalliga-Spitzenreiter FSV Zwickau verlor das Scholz-Team mit 0:1 nach Verlängerung. Der vielbeschworene Klassenunterschied war zu keiner Zeit erkennbar, Lok verteidigte geschickt und lange mit Herz. Zwickau genügten zwei Sprints, um in Probstheida für Aufsehen zu sorgen.
Anzeige

In der 88. Minute riss Oliver Genausch die Initiative an sich und sprintete los. Fünf Meter – bis zum Balljungen, einem Jungen aus der C-Jugendmannschaft des 1. FCL. Ein Teeanger so hoch wie ein Marmeladeneimer. Den hatte sich der Zwickauer Stürmer als Sündenbock auserkoren, wahrscheinlich verantwortlich für den gefährdeten Weltfrieden (welcher Weltfrieden?), für die Griechenland-Krise, für das schlechte Wetter oder möglicherweise sogar für die dürftige Zwickauer Leistung. Genausch verwehrte Einblicke in seine wahrscheinlich in dem Moment eher unzufriedenstellende Gedankenwelt und konnte sich nach seinem Kurzsprint auch noch gerade davon abbringen, dem 13-Jährigen die Flausen Odenwald-like auszutreiben.

Folgen des Zwischenfalls: ein verschüchterter Balljunge, eine zünftige Rudelbildung und das Ende des Arbeitstages für Oliver Genausch. Dabei stand Genausch nicht mal auf dem Spielbericht. Er war nur ein Teil der Zwickauer Reisegesellschaft. Schiedsrichter Jens Klemm schickte ihn aus dem Innenraum. Grund für Genauschs Ausraster: Der angebliche Delinquent hatte einen zweiten Ball ins Feld geworfen nachdem Zwickau schon eingeworfen hatte.

Ex-Lok-Spieler Patrick Grandner (#9, Zwickau) fährt Philipp Serrek (#7, Lok) in die Parade. Foto: Jan Kaefer

Ex-Lok-Spieler Patrick Grandner (#9, Zwickau) fährt Philipp Serrek (#7, Lok) in die Parade. Foto: Jan Kaefer

Der Regionalliga-Spitzenreiter bot in Leipzig sonst wenig Erbauliches, ließ sich von der immer stärker werdenden Lok beeindrucken, leistete sich zahlreiche Fehlpässe im Spielaufbau und kam in der gesamten regulären Spielzeit nur zu zwei Torabschlüssen. Ein Ball sauste nach drei Minuten über den Kasten, der zweite landete nach einem Freistoß am Pfosten. „Da hatte Lok so ein Glück wie wir in der ersten Halbzeit“, so Zwickaus Trainer Torsten Ziegner. „Ziege“, wie ihn Freunde nennen, meinte die Chance von Marcel Trojandt, der den Ball ansatzlos aus 25 Metern volley Richtung Tor jagte.

Das Leder sprang vom Pfosten wieder ins Feld zurück. Mehr war in den ersten 45 Minuten nicht, weil Lok nach einer ruhigen Anfangsphase Emotionen aufbaute, vom „fantastischen Publikum“, so Scholz, immer stärker unterstützt wurde und laut Ziegner „beide Mannschaften gegenseitig das Spiel des Gegners zerstörten.“

 Paul Schinke (#10, Lok) im Sprung. Foto: Jan Kaefer


Paul Schinke (#10, Lok) im Sprung. Foto: Jan Kaefer

Je länger das Spiel fortdauerte, umso mehr ließ Zwickaus Spiel nach vorn zu wünschen übrig. Lok gewann immer mehr Zweikämpfe und hätte das Spiel nach 75 Minuten vorentscheiden können. Aber Djamal Ziane verdaddelte frei vor Marian Unger, der mit seinen Kraken-Armen das Leder zu packen bekam. Hochzufrieden mit dem Spiel Ihres Teams applaudierten die 2.400 Lok-Fans nach Ende der regulären Spielzeit, die Stimmung war auf dem Siedepunkt.

Trainer Heiko Scholz litt am Spielfeldrand mit seinem Team mit. Foto: Jan Kaefer

Trainer Heiko Scholz litt am Spielfeldrand mit seinem Team mit. Foto: Jan Kaefer

Lok konnte in der Verlängerung nie wieder diese Emotion aufbauen, die das Team durch die 90 Minuten getragen hatte. Mit Anbruch der Verlängerung war es im Stadion stiller geworden, so als wären die 30 Minuten ein Bonus auf dessen Ergebnis es nicht ankam. Am Ende des zweiten auffälligen Zwickauer Sprints nickte Jonas Nietfeld am kurzen Pfosten zum 0:1 für das Spitzenteam aus Westsachsen ein. Erst als Schiedsrichter Jens Klemm in der 119. Minute zwingend auf Elfmeter für den 1. FC Lok entscheiden musste, nachdem Ronny Surma von René Lange klar gefoult wurde, schienen wieder alle wach. Aber auch in der vierminütigen Nachspielzeit konnte Lok nicht treffen – was übrigens bisher in sieben Spielen nur einer Regionalliga-Mannschaft gegen Zwickau gelungen war. Torsten Ziegner war trotzdem froh, als endlich Schluss war. „Wir haben keinen Spaziergang erwartet. Lok ist kein normaler Oberligist, hier wird fast unter Profibedingungen trainiert.“

Und darüber hinaus zeigte seine Mannschaft auch keine Leistung, die einem Tabellenführer würdig gewesen wäre. „Vielleicht war bei dem einen oder anderen Spieler noch das 1:4 von Nordhausen im Kopf präsent.“ Da dürfte Ziegner nicht falsch liegen. Heiko Scholz hofft indes, dass dieses Ergebnis keinen Effekt auf die anstehende Oberligaaufgabe – Sonnabend, 16 Uhr, zu Hause gegen den VfL Halle – haben wird. „Wir haben nur zwei Tage Regenerationszeit, die Jungs müssen die nächsten zwei Tage arbeiten, aber mit dem Elan von heute wird auch am Samstag eine ordentliche Truppe auf dem Platz stehen.“

Lok-Kapitän Markus Krug gewinnt das Kopfballduell. Foto: Jan Kaefer

Lok-Kapitän Markus Krug gewinnt das Kopfballduell. Foto: Jan Kaefer

Schon am Donnerstag wird es unabhängig vom Ausscheiden im Landespokal allerdings eine andere frohe Kunde aus Probstheida geben…

ZianeGenausch1. FC Lok
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Winter Wonderland: So beswingt kann Weihnachten klingen
Quintense: Winter Wonderland. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs wäre so schön gewesen, die lockerste und flockigste Einstimmung auf das kommende Fest der Feste. Geplant war sie für den 28. November in der Peterskirche. Doch auch das „Winter Wonderland“-Programm von Quintense musste aufgrund des „Lockdowns Light“ abgesagt werden. Und nun? Fällt damit Weihnachten ins Wasser?
Chemnitzer Ausländerbehörde lässt über Nacht Leipziger Hebamme abschieben + Petition
Adelina Ajeti. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserSo geht es wirklich nicht. Da steckt Deutschland gerade im medizinischen Bereich mitten in einem ausgewachsenen Fachkräftemangel. Es fehlen die ausgebildeten Pflegekräfte in den Krankenhäusern. Es fehlen aber auch qualifizierte Hebammen. Und da schiebt Sachsen mitten in der Nacht am 18. November gegen 2 Uhr eine junge, gut ausgebildete Hebamme in den Kosovo ab, die seit sechs Jahren in Leipzig lebt und dringend gebraucht wird.
Gastkommentar von Christian Wolff: Ministerpräsident/-innenrunde am Mittwoch – Jetzt ist Akzeptanz gefragt!
Christian Wolff (beim Brückenfest 2018). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

KommentarZwei Tage vor dem Treffen der Ministerpräsident/-innen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zeichnet sich leider das gleiche Szenario ab wie im Oktober: Der seit dem 2. November 2020 verfügte Lockdown soll bis 20. Dezember 2020 verlängert werden. Damit bleiben kulturelle Veranstaltungen, der Freizeitbereich, Gastronomie und Tourismus geschlossen bzw. verboten.
Montag, der 23. November 2020: Haribo macht Sachsen nicht mehr froh
Sachsen will die Zusammenarbeit mit Haribo sofort beenden und die 16.000 übrigen Gummibärchen an interessierte Schulen liefern. Foto: Andrzej Rembowski von Pixabay

Foto: Andrzej Rembowski von Pixabay

Für alle LeserSachsen möchte künftig auf Gummibärchen von Haribo verzichten, der Landtag darf bei der kommenden Corona-Schutzverordnung mitreden und Leipzig plant ein Hilfeprogramm für Eigenbetriebe in Höhe von 68 Millionen Euro. Außerdem: Obwohl der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr ausfällt, soll es in der Innenstadt weihnachtlich aussehen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 23. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Leipziger Weihnachtsmarkt: 2017, als wäre es eben gerade gewesen
Das beliebte nostalgische Karussel vom Leipziger Weihnachtsmarkt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser„Ich sende Ihnen in der Anlage ein Gedicht, das ich vor 3 Jahren geschrieben habe, unter dem Eindruck eines Heimwegs mit dem Fahrrad quer durch die weihnachtliche Innenstadt“, schreibt uns Daniela Neumann. „Es kam mir wieder in den Kopf, weil ich letzte Woche mit ganz anderen Gefühlen durch die nun am frühen Abend doch sehr ausgestorbene Innenstadt ging und wieder ein Gedicht zu den aktuellen Gefühlen verfasste.“
Die VISIONALE LEIPZIG 2020 gibt es ab dem 25. November im Internet
Preisverleihung zur VISIONALE 2019. Foto: Medienpädagogik e.V., Projektbüro VISIONALE

Foto: Medienpädagogik e.V.,
Projektbüro VISIONALE

Für alle LeserMedien machen ist seit 1991 ein Thema in Sachsen. Zumindest wenn es darum geht, junge Leute zum Medienmachen zu animieren. Und Jahr für Jahr lässt sich das beim großen Medien-Wettbewerb VISIONALE sehen, was für kreative Ideen die jungen Leute so haben. In den Vorjahren gab es dazu immer auch eine große öffentliche Preisverleihung. Corona zwingt auch hier dazu, dass die VISIONALE LEIPZIG online gehen muss. Am Mittwoch geht's los.
5 Minuten Sendezeit für Leipziger Extrempianisten: Das brennende Klavier am Cospudener See + Video

Foto: L-IZ

Für alle LeserNormalerweise ist die Badesaison vorbei. Aber wer am Freitagnachmittag am Cospudener See seinen Spaziergang machte, der bekam Abenteuerliches zu sehen. Auch wenn man nicht nah herangehen durfte, denn es war brennend heiß. So wie das ganze Thema Kultur jetzt mitten im Corona-Lockdown. Denn tausende Künstler/-innen haben dadurch sämtliche Auftrittsmöglichkeiten eingebüßt. Auch der MDR versucht da auf seine Weise zu helfen.
Corona-Einschränkungen mit Folgen: LVB büßen 29 Prozent ihrer Fahrgäste ein
Klare Ansage. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie heftig die nun zwei Corona-Shutdowns auch die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) getroffen haben, ist nun auch mit Zahlen zu belegen. Am heftigsten schlug ja das Frühjahr zu Buche, wo fast die gesamten innerstädtischen Bewegungen der Leipziger/-innen zum Erliegen kamen. Auch im Sommer und Herbst erreichten die LVB nicht wieder die Fahrgastzahlen des Vorjahres. Selbst das Erreichen von 100 Millionen Fahrgästen bis zum 31. Dezember könnte ein sportliches Ziel werden.
Mit Kunst helfen: Verkauf des „Connewitzer Kunstkalender“ soll bedrohten Kulturprojekten zugute kommen
Connewitzer Kunstkalender 2021. Cover: Carrin Bierbaum

Cover: Carrin Bierbaum

Für alle LeserCorona verändert vieles. Es bringt auch viele Menschen dazu, sich Wege auszudenken, wie man mit der Lage umgehen kann und denen helfen kann, die die Auflagen besonders hart treffen. So entstand auch die Idee eines „Connewitzer Kunstkalenders“. Ausgedacht hat ihn sich Carrin Bierbaum, selbst Malerin, die ein kleines Atelier in der Meusdorfer Straße 55 hat. Im Schaufenster sieht man dort schon seit fünf Jahren, dass hier Kunst gemacht wird.
100 Karten über Sprache: Die bunte Welt der Sprachen mal aus der listigen Perspektive des Sprachwissenschaftlers gezeichnet
100 Karten über Sprachen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn Greifswald gibt es einen kleinen Verlag, der seit fünf Jahren ein großes Magazin herausgibt: das „Katapult Magazin“. 75.000 Mal gedruckt erscheint es vierteljährlich und ist in der kurzen Zeit so etwas geworden wie „die Geo der Sozialwissenschaft“. So preist zwar der kleine Verlag sein Produkt selber an. Aber der Erfolg gibt ihm recht. Denn das Magazin macht Dinge anschaulich, die man sonst eigentlich nicht sehen kann. Und seit September bringt Katapult auch noch eigene Bücher heraus.
SC DHfK Leipzig vs. Lemgo Lippe 32:32 – Torreiche Partie erst gedreht, dann Punkte geteilt
Nur ein Punkt für Philipp Weber und seinen SC DHfK im Geisterspiel gegen Lemgo. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserMit vielen technischen Fehlern starteten die Leipziger in die erste Partie nach ungewollter Sars-Cov2-Pause. Die längere Trainingsphase mit dem Nachwuchs brachte zwar auch neue Defensivvarianten, doch im Angriff wirkten die Männer von André Haber noch ungeordnet. Aufgrund einiger personeller Engpässe, auch durch Nachwirkungen des Virus, kam ab der 20. Minute auch „Hexer“ und Torwarttrainer Milos Putera noch einmal zu einem Bundesliga-Einsatz. Der gleichzeitig eingewechselte Finn-Lucas Leun konnte bei seinem Debüt tolle Akzente setzen.
Der Stadtrat tagte: Antrag der Linksfraktion zur Aufarbeitung der Leipziger Kolonialgeschichte beschlossen + Video
Juliane Nagel (Linke) am 8. Juli 2020 im Stadtrat. Foto: L-IZ.de

Juliane Nagel (Linke) . Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEigentlich gab es keinen wirklichen Konflikt zwischen Kulturdezernat und Linksfraktion beim Thema Aufarbeitung der Leipziger Kolonialgeschichte, auch wenn das Kulturdezernat extra einen langen alternativen Verwaltungsstandpunkt schrieb. Doch manchmal geht es tatsächlich um ein politisches Signal. Die Mehrheit bekam in der Ratsversammlung am 12. November die Neufassung des Linke-Antrags „Leipziger Kolonialgeschichte in die Erinnerungskultur aufnehmen“. Und das nach eine sehr erhellenden Diskussion.
Am 25. November leuchtet Leipzig orange und setzt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Neues Rathaus bei Nacht. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGeschlechterspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat in Corona-Zeiten weiter zugenommen, auch in Deutschland. Mit Leuchtaktionen in über 100 Städten und Kommunen macht das Frauennetzwerk Zonta am Mittwoch, 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, auf diese Menschenrechtsverletzung aufmerksam. Auch in Leipzig.
Fahrgastverband PRO BAHN: Öffentlichen Verkehr nicht grundlos schlechtreden
Abellio bei der Fahrt durch die Elsteraue. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs war schon verblüffend, wie schnell nach Verhängung des ersten Shutdowns im Frühjahr die Ratschläge selbst aus der Politik kamen, die nahelegten, dass der ÖPNV gefährlich wäre und der Umstieg aufs Automobil eine Frage der Gesundheit. Ratschläge, die es – direkt oder indirekt – immer noch gibt. Als wäre das eine prima Gelegenheit, die Verkehrswende gleich mal wieder rückgängig zu machen. Der Fahrgastverband PRO BAHN ist jedenfalls höchst irritiert.
Der 157 Millionen Euro teure Neubau des St. Georg soll bis 2027 stehen
Scheckübergabe: Wolf-Dietrich Rost (MdL CDU); Dr. Iris Minde (GF Klinikums St. Georg); Staatministerin Petra Köpping (Sächsisches Ministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt), Claudia Pfefferle (GF Klinikum St. Georg), Torsten Bonew (Finanzbürgermeister Stadt Leipzig / Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums). Foto: Felix Kurtze, Klinikum St. Georg

Foto: Felix Kurtze, Klinikum St. Georg

Für alle LeserAm Freitag, 20. November, überreichte Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, den Fördermittelbescheid in Höhe von 101,7 Millionen Euro an das Klinikum St. Georg und gab somit grünes Licht für den neuen Zentralbau II, das größte Bauvorhaben in der Geschichte des Klinikums.