1. FC Lok vs. FC Eisenach 3:0 – Lok dreht das achte Ding

Gegen den 1. FC Lok möchte in dieser Oberliga-Saison bisher kein Team gern spielen. Auch den FC Eisenach schickten die Leipziger ohne Punkte nach Hause. Beim absolut ungefährdeten 3:0 (2:0)-Erfolg hatten die Eisenacher genau null Torschüsse. Lok präsentierte sich dagegen im Spitzenreiter-Modus, ließ Ball und Gegner nach Belieben laufen. Unter den 3.058 Zuschauern im Plache-Stadion war zudem der 600.000. Heimzuschauer seit der Neugründung.

Mittlerweile weiß man, was man in Probstheida bekommt: Eine Heimmannschaft, die sich ihrer Stärke bewusst ist, die eine klare Spielidee hat und diese auch umsetzen kann und ein Team, das seit Ende August in jedem Spiel mindestens drei eigene Tore schießt. Lok ist, so scheint es, in dieser Verfassung eine Nummer zu groß für die Oberliga.

Dass Eisenach als momentaner Tabellenletzter kein Offensiv-Feuerwerk abfackeln würde, war zu erwarten. Dass die Eisenacher aber ab der 1. Minute die Bälle lieber hoch und weit rausschlugen anstatt ihr Heil in eigenen Konteraktionen zu suchen, mutet allerdings schon besonders an. So hätte Tor-Rückkehrer Latendresse-Levesque nach seiner abgesessenen Sperre auch Teammanager René Gruschka oder ein Programmheft ins Tor stellen können.

Die Taktik der Eisenacher schützte sie allerdings nicht vor Einschlägen im eigenen Tor. Hiromu Watahiki war es als Kopfball-Ungeheuer vorbehalten nach 22 Minuten zur Führung einzuköpfen. Der Japaner zeigte nach seinem Tor links vergangene Woche, dass er mit seinem Kopf nicht nur unglaublich schnell Spielsituationen erkennen, sondern auch treffen kann.

Hiromu Watahiki erzielte das erlösende 1:0 für Lok. Foto: Jan Kaefer

Hiromu Watahiki erzielte das erlösende 1:0 für Lok. Foto: Jan Kaefer

Als dann der nervöse Eisenacher Torhüter Kallenbach Paul Schinke den Ball nach einer guten halben Stunde vor die Füße köpfte und Schinke nur den Fuß dranhalten musste, war klar: Heiko Scholz wird auch diesmal im VIP-Raum Applaus ernten, wenn er sich zur Pressekonferenz begibt. Diesmal gab es noch warme Worte und einen Klaps von Lok-Legende Wolfram Löwe dazu.

Was Löwe sagte? „Ach, er hat mir nur gratuliert. Ich halte viel Kontakt zu unseren ‚Alten‘ und es ist einfach klasse, dass sie so regelmäßig dabei sind“, so Scholz, dem das zahlreiche Siegen nicht zu langweilig wird. „Das ist alles harte Arbeit, auch Eisenach mussten wir erstmal besiegen. Die stehen unten und jeder erwartet einen Sieg. Gegen die Teams von unten haben wir uns im letzten Jahr schwer getan.“ Jetzt läuft es allerdings, weil Lok die Leine auch in der zweiten Hälfte kurz hielt, zahlreiche Ballgewinne tief in der Eisenacher Hälfte verzeichnen konnte.

Lok-Kicker Paul Schinke in der Zange. Foto: Jan Kaefer

Lok-Kicker Paul Schinke in der Zange. Foto: Jan Kaefer

Dass nur noch Serrek nach schöner Vorarbeit von Schinke und Zimmermann traf, freute vor allem Eisenachs Trainer Daniel Reich. „Ich habe schon vor dem Spiel geahnt, was da auf uns zukommen würde. Mit einem 0:3 sind wir nach unseren letzten Ergebnissen im Soll.“ Was Reich meint: Eisenach kam diese Saison schon mit 0:7 und 0:6 unter die Räder.

„Am Ende gibt es auch für diesen Sieg nur drei Punkte, auch wenn es schade ist, dass wir nicht noch mehr Tore gemacht haben“, so Scholz. Chancen dazu hatten Ziane, Zimmermann und Zickert, doch irgendein Bein war dann doch noch dazwischen. Und so gelang vor 3.058 Zuschauern nicht der vierte Heimsieg in Folge mit mindestens vier Toren.

Philipp Serrek machte ordentlich Betrieb. Foto: Jan Kaefer

Philipp Serrek machte ordentlich Betrieb. Foto: Jan Kaefer

Unter diesen Zuschauern war irgendwo auch der 600.000 Heimzuschauer seit der Neugründung. Bei 194 Pflichtheimspielen seit 2004 macht das einen Schnitt von 3.100. Durchaus respektabel für einen Club, der bisher nie höher als Liga vier gekickt hat. Und wie es zurzeit aussieht, wird dieser Schnitt auch in zwei Wochen gehalten werden. Dann kommt Freitagabend Schott Jena.

Vorher bestreitet Lok am Dienstag in Dessau ein Benefizspiel gegen die ASG Vorwärts Dessau, um dem einjährigen Pablo eine letzte Therapiechance zu ermöglichen. Der Kleine leidet an GM1-Gangliosidose. Bei den Erkrankten fehlt das Enzym Beta-Galaktosidase. Schlucken, sprechen, sehen, hören und auch die komplette Motorik sind stark eingeschränkt. Im Paul-Greifzu-Stadion zu Dessau geht es ab 18:30 Uhr auf jedem Fall nicht um die Zahl der Tore…

Der Tanz des Spitzenreiters. Foto: Jan Kaefer

Der Tanz des Spitzenreiters. Foto: Jan Kaefer


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