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Buxtehude vs. HC Leipzig 28:25 – Den Angsthasen zu spät verscheucht

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    Der Titelverteidiger ist raus. Bereits in der 2. Runde des DHB-Pokals war am Samstagabend für die Handballerinnen des HC Leipzig Schluss. In einer zum großen Teil haarsträubenden Vorstellung beim Buxtehuder SV, lagen die Leipzigerinnen mehrfach mit 10 Toren im Rückstand. Erst in den letzten 20 Spielminuten erwachten die Lebensgeister des Teams von Norman Rentsch, das nun bis auf minus Drei verkürzen konnte. Doch der Ruck kam zu spät, Buxtehude warf den HCL erstmals aus dem Pokal.

    Es war fast ein bisschen Verschwendung, dass mit Buxtehude und Leipzig ausgerechnet die Pokalsieger der letzten beiden Jahre nun bereits in der 2. Runde aufeinandertreffen mussten. Die Zeichen für den HCL standen jedoch nicht schlecht: Erst vor drei Tagen konnten sie Buxte im Bundesligaspiel mit 35:32 besiegen, sind zudem Titelverteidiger und hatten im DHB-Pokal noch nie gegen die Nordlichter verloren. Und doch kam alles anders.

    Die 833 Zuschauer in der diesmal nicht ausverkauften Halle Nord rieben sich schon nach wenigen Minuten die Augen: Konnte das wahr sein, was sich da vor ihnen auf der Platte abspielte? Ihr Buxte-Team führte schnell mit 3:0 (4. Minute), während der Gast aus Leipzig eine fast schon hilflose Vorstellung abgab. Erst in der 9. Minute (!) gelang durch Tamara Bösch das erste HCL-Tor (3:1).

    Eine Unzahl an technischen Fehlern sowie die fehlende Durchschlagskraft gegen die kompakte Buxtehuder Abwehr – mit der herausragenden Torhüterin Julia Gronemann – sorgten dafür, dass der Leipziger Rückstand schnell und konstant wuchs: 6:1 (13.), 13:5 (24.) – und beim 16:6 (26.) erstmals sogar zweistellig.

    Dabei war es diesmal gar nicht die Leipziger Defensive, die wankte, vielmehr entsprangen die meisten Gegentreffer aus einfachen Fehlern im Aufbauspiel, die zahlreiche Buxtehuder Tempogegenstöße zur Folge hatten. Da der HCL in der ersten Halbzeit oft mit einer siebenten Feldspielerin agierte, standen dann Tür und Tor einladend offen. Immerhin konnte Leipzig bis zur Halbzeit noch auf minus Sieben verkürzen (16:9).

    Der schlafende Riese erwachte

    Der leise Hoffnungshauch war nach Wiederbeginn allerdings schnell verweht, denn bereits in der 40. Minute stand beim 22:12 erneut die Zehn-Tore-Differenz auf dem Tableau. Vier Minuten später wurde diese beim 24:14 erneut bestätigt und spätestens jetzt hätte wohl keiner mehr einen Pfifferling auf die verunsicherten Leipzigerinnen gesetzt. Doch plötzlich tat der schlafende Riese beide Augen auf und legte neun engagierte Minuten an den Tag, die den Leipziger Schlafwagen-Handball schlagartig in den erwartet packenden Pokalkracher verwandelten.

    Mit bis zu sechs Toren am Stück knabberten die Sachsen den Rückstand auf 25:22 (53.) ab. Nun schlingerten die Gastgeber – bis auf Torfrau Gronemann, die den drohenden (und möglichen!) Ausgleich mit einer stoischen Ruhe immer und immer wieder verhinderte. Völlig zu Recht wurde sie hinterher zur Spielerin der Partie gekürt. Für Leipzig reichten 20 Minuten Normalform schließlich nicht. Mit 28:25 verabschiedete sich der HCL aus dem Wettbewerb.

    Trainer Rentsch war bedient, attestierte seinen Mädels in der anschließenden Pressekonferenz „Angsthasen-Handball“ und monierte die fehlende Bereitschaft, Zweikämpfe anzunehmen. Die gezeigte Leistung sei „so schlecht wie noch nie in dieser Saison“ gewesen. Auch aus seiner Sicht kam das Aufbäumen zu spät: „Wir haben erst in den letzten 15 Minuten begonnen, daran zu glauben, dass wir hier Erfolg haben könnten“, daher hätte Buxtehude auch völlig verdient gewonnen.

    Als einziges Team aus den neuen Bundesländern steht damit bisher der SC Markranstädt im DHB-Achtelfinale. Dort trifft der Drittligist am 5. oder 6. November auf Bundesliga-Absteiger Rosengarten/ Buchholz. In der Runde der letzten 16 wird zudem der Thüringer HC erwartet. Der Deutsche Meister ist am Sonntagnachmittag beim Zweitligisten Herrenberg zu Gast. Im Achtelfinale trifft der Sieger dieses Spiels dann auf die HSG Blomberg-Lippe. Der Buxtehuder SV übrigens muss bei Borussia Dortmund ran.

    Die Statistik zum Spiel

    Buxtehuder SV vs. HC Leipzig 28:25 (16:9)
    DHB-Pokal (Frauen), 2. Runde

    Buxtehuder SV: Gronemann, Rühter – Meyer (5), Fischer (8/1), Gubernatis (7/1), Knippenborg (1), Schirmer (1), Oldenburg (1), Bölk, Goos (1), Kaiser, Hayn (1), Prior (3). Trainer: Dirk Leun.
    HC Leipzig: Kramarczyk, Kurzke, Roth – Mazzucco, Einarsdottier (1), Kudlacz-Gloc (4), Bösch (7/2), Hubinger (1), Lang (5), Reimer (1), Minevskaja (2), Sturm (2), Rode (2). Trainer: Norman Rentsch.

    Schiedsrichter: Christoph Immel/ Ronald Klein. Zwei-Minuten-Strafen: BSV 1x (Fischer), HCL 3x (Einarsdottier, Bösch, Sturm). Siebenmeter: BSV 2/2 (Fischer 1/1, Gubernatis 1/1), HCL 4/2 (Bösch 2/2, Hubinger 1/0, Minevskaja 1/0). Zuschauer: 833 im Schulzentrum Nord, Buxtehude.

    Die 2. Pokal-Runde im Überblick:
    http://sis-handball.de/web/AktuelleSeite/?view=AktuelleSeite…

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