SC DHfK Leipzig vs. Rhein-Neckar Löwen 28:29 – Schwächephase kostet das Spiel

Für alle LeserMit einer über 50 Minuten lang starken Leistung spielten die Leipziger mit viel Herz und Moral, zwei Punkte konnten dennoch die favorisierten Gäste mitnehmen. Ausschlaggebend war ein 0:6-Lauf von der 36. bis 46. Minute, mit dem die Löwen auch erstmals in Führung gingen. „Da haben wir das Spiel auch durch eigene Fehler hergegeben“, so Trainer André Haber. Mit großem Kampf gelang in der Schlussphase noch einmal der Ausgleich, doch so kaltschnäuzig wie in der Leipziger Schwächephase verwandelten die Mannheimer auch ihre letzte Chance.
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Darüber ärgerte sich auch Maximilian Janke, der selbstkritisch sagte: „In der Situation darf ich nicht weggehen, muss noch einmal aushelfen.“ Doch es ist nicht gesagt, dass dies das Tor hätte verhindern können. Und es war mit Sicherheit nicht die Schuld eines einzelnen Spielers, dass am Ende nichts Zählbares heraussprang, wozu es durch eine grandiosen Startphase echte Gelegenheit gab.

Zwanzig Minuten lang war nichts davon zu merken, dass die Hausherren gegen einen höher eingeschätzten Gegner spielten. Nationalmannschafts-Kapitän Uwe Gensheimer bekamen die DHfKler gut unter Kontrolle, lediglich ein Tor aus dem Feld und einen von zwei Siebenmetern konnte er erzielen. Erst in der zweiten Hälfte kam der Linksaußen besser zum Zug. Gleichzeitig gelang es den Männern von André Haber immer wieder, durch die Lücken in der Abwehr der Gäste zu stoßen, die teils mit vier oder fünf Mann schon an der 9-Meter-Linie verteidigten. Doch Leipzig ließ den Ball schnell genug in den eigenen Reihen laufen, selten konnte ein Angriff durch Foul gestoppt werden.

Und in der Deckung waren die Grün-Weißen wach wie selten, vier Ballgewinne sprangen schon bis zur 22. Spielminute heraus. Rechnet man noch die Torwartparaden von Jens Vortmann hinzu, ergaben sich auch eine schöne Zahl an Tempogegenstößen, gegen die selbst ein Weltklasse-Torwart wie Mikael Appelgren oft genug machtlos war. Bis auf vier Tore zogen die Leipziger so davon, auch noch nach der Auszeit von Gäste-Trainer Kristjan Andresson. Doch kurz vor der Halbzeit schlossen die Rhein-Neckar-Löwen die eigenen Reihen erfolgreicher, blieben aber im Angriff effizient und verkürzten bis auf 16:15.

Maximilian Janke (li.) ärgerte sich nicht als Einziger über die erneut knappe Niederlage. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Maximilian Janke (li.) ärgerte sich nicht als Einziger über die erneut knappe Niederlage. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Dennoch konnten die Leipziger hoffnungsfroh in die Pause gehen, viel Gutes hatten sie schließlich schon gezeigt. Erfolgreich blieben sie auch in den nächsten fünf Minuten. Wie André Haber richtig sagte, gab es auch dann keine Leistungsexplosion des Gegners, sondern eine Phase, die mit Pech begann und in der einige Nachlässigkeiten Selbstvertrauen kosteten.

Erst landeten zwei Abpraller bei den Gegnern, dann hielt der für Appelgren eingewechselte Andreas Palicka stark. Vergebene Würfe folgten. Gleichzeitig „haben die Rhein-Neckar Löwen gnadenlos gezeigt, was ein Spitzenteam ausmacht“, so Haber nach der Partie. Für Janke fühlte sich das am Ende „beschissen“ an, da es bis auf diesen Abschnitt ein „echt gutes Spiel gewesen sei“.

Dem schloss sich auch Philipp Weber an, der über weite Strecken die beste Partie der Saison sah. In der Tat machten es die Leipziger den Gegnern auch nicht leicht, das Spiel zu entscheiden. Sie kämpften sich vom zwischenzeitlichen 19:23 noch einmal heran und glichen mit einer Top-Moral noch einmal in der 59. Minute aus. Auch Joel Birlehm konnte sich noch mit zwei Paraden in der für ihn kurzen Schlussphase auszeichnen und die Halle tobte schon, als sich die Aufholjagd abzuzeichnen begann.

Ginge es nach Kampfeswillen und Leidenschaft, man könnte Habers Einschätzung folgen, dass statt 2:4 Punkten und einer Tordifferenz von +1 ein Punkt mehr aus den letzten drei Spielen gerecht wäre. Manchmal ist der Sport dies gerade nicht, oder die Gerechtigkeit stellt sich erst über einen Saisonverlauf ein. Dieser bringt den Leipzigern zwei weitere schwere Spiele in Kiel und am 1. Dezember gegen Hannover vor eigenem Publikum. „Wir können aber mitnehmen, dass wir zu Hause gegen jeden alles schaffen können“, so Haber mit Blick auf die Unterstützung durch das Publikum.

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