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HCL-Präsidenten Thomas Conrad: „Der HC Leipzig ist komplett schuldenfrei.“

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    Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 75, ab Freitag, 24. Januar 2020 im HandelIn der letzten Saison fegten die Handballerinnen des HC Leipzig so ziemlich alles von der Platte, was ihnen gegenüberstand – und stiegen völlig verdient in die 2. Bundesliga auf. Nach der Hinrunde stehen die Blau-Gelben immerhin auf dem 9. Platz. Ein respektables Ergebnis für einen Neuling in dieser Liga. Apropos Neuling: Seit Dezember ist auch in der Vereinsspitze ein neuer Mann am Ruder. Thomas Conrad wurde in das Amt des Präsidenten gewählt und trat die Nachfolge von Rainer Hennig an.

    Hennig hatte nach der Insolvenz der HCL Bundesliga GmbH das Ruder im Verein übernommen und diesen in den letzten beiden Jahren komplett aus den Schulden geführt. Auf eigenen Wunsch stellte der (noch) 72-Jährige nun sein Amt zur Verfügung und musste seinen Wunschkandidaten Thomas Conrad nicht lange bitten. Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) hat den neuen Vereinsvorsitzenden zum Interview gebeten.

    Herr Conrad, wie hatte es Sie ursprünglich zum HC Leipzig verschlagen?

    Ich bin durch unsere Tochter Christin (steht im aktuellen Mannschaftskader/d. Red.) zum HCL gekommen. Sie hatte in Staßfurt angefangen, Handball zu spielen, ist dann nach Talentsichtung 2005 nach Magdeburg in die Sportschule gekommen und schließlich 2010 nach Leipzig. Hier mussten wir sie ja im Internat unterbringen – und waren eigentlich immer dabei. So hatte ich nach einem halben Jahr unter anderem schon einen sehr guten Kontakt zu Rainer Hennig, der damals beim HCL den Förderkreis organisiert hat. So ging es los.

    Aber der damalige HCL-Manager hat die Talente aus der A-Jugend überhaupt nicht beachtet, so ist Christin in die 2. Liga nach Zwickau „abgeschoben“ worden. Dort spielte sie zwei Jahre und danach ein halbes Jahr in Markranstädt, bis 2017 beim HCL der Umbruch kam. Die Trainerin Marion Mendel hat dann versucht, die Mannschaft neu aufzubauen und hat Christin natürlich sofort zurückgeholt. So sind wir wieder zum HC Leipzig gekommen. Und ich habe angeboten, den Verein als Sponsor zu unterstützen. So hat sich das allmählich entwickelt und wurde dann immer intensiver.

    Und wie wurden Sie schließlich zum Präsidenten?

    Rainer Hennig kam auf mich zu und hat gefragt: ‚Thomas, wir suchen einen neuen Präsidenten, hättest du eventuell Ideen, wen wir nehmen könnten?‘ Und aus dieser Fragestellung hab ich schon rausgehört: ‚Es wäre mir am liebsten, wenn du das machst.‘ Ich habe dann mit meiner Familie darüber gesprochen, und als Rainer zu meinem 50. Geburtstag zu Besuch kam, habe ich ihm mitgeteilt, dass ich darüber nachgedacht habe und dass ich es machen würde. Da war er sehr erleichtert. Und seit der Wahl im Dezember bin ich offiziell im Amt.

    Wie ist der Verein denn momentan finanziell aufgestellt?

    Der HC Leipzig ist komplett schuldenfrei. Hut ab davor, was Rainer Hennig in dieser kurzen Zeit geleistet hat. Das war eine Mammutaufgabe, den Verein wieder dahin zu bringen, wo er jetzt gerade ist. Nach einem Ist-Budget 2018/2019 in Höhe von 330.000 Euro und einem Planbudget für die Saison 2019/2020 von derzeit ca. 365.000 Euro, streben wir für die nächste Spielzeit ein Budget von 400.000 Euro an.

    Diese Erhöhung ist erforderlich, um den HC Leipzig dauerhaft in der 2. Liga zu etablieren. Dafür müssen wir viele Gespräche führen. Es ist natürlich 2017 viel verbrannte Erde hinterlassen worden.

    Mein Ziel ist es daher, mit den Sponsoren zu reden, die damals schon den HC Leipzig unterstützt haben und sich noch nicht entschließen konnten, unseren HC Leipzig wieder zu unterstützen. Wir haben etwas Neues aufgebaut und vor allem von den Zahlen her den HC Leipzig transparent gemacht und möchten gern auch mit diesen ehemaligen Sponsoren die alte Zeit hinter uns lassen und nach vorn schauen.

    Die LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 75, Ausgabe Januar 2020. Zum Lesen klicken.
    Die LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 75, Ausgabe Januar 2020. Zum Lesen klicken.

    Wie viele Vereinsmitglieder hat der HCL aktuell?

    Wir bewegen uns im Moment bei 212 Mitgliedern. Diese sind aber alle auch aktiv im Verein tätig. Wir sind uns im Vorstand darüber einig geworden, dass wir die Mitgliedschaften definitiv auch in Richtung passive Mitglieder ausbauen und diese Zahl nach oben schrauben wollen. Dafür werden wir Werbung machen, denn ich sehe das so, dass der Verein durch seine Mitglieder wachsen kann und muss.

    Gibt es eine Art Stufenplan dafür, wohin es in den nächsten Jahren mit dem Verein gehen soll?

    Natürlich haben wir einen Stufenplan. Wir werden jetzt versuchen, uns in der 2. Liga zu etablieren und in den nächsten zwei, drei Jahren zu stabilisieren. Wir wollen mit unserem Nachwuchskader – der ja auch immer noch Ausbildungskader ist – versuchen, z. B. im Trainingsbereich so viel Potenzial zu erarbeiten, dass es vielleicht irgendwann für die 1. Liga reicht.

    Dazu wollen wir Gespräche mit ehemaligen Leipzigerinnen führen, die hier schon 1. Bundesliga gespielt haben und vom Alter her auch noch in die Mannschaft passen würden. Wir versuchen, die eine oder andere wieder zurück nach Leipzig zu holen. Das ist unser Ziel, aber das Hauptaugenmerk liegt auf unserem eigenen Kader. Da sind wir uns auch alle einig im Vorstand.

    Und gerade ist ja auch noch der Aufsichtsrat am Entstehen…

    Als wir die Wahlen besprochen hatten, kam Rainer Hennig zu mir und meinte, er würde es als notwendig betrachten, dass wir künftig mit einem Aufsichtsrat arbeiten, weil das eine bessere Struktur und eine bessere Sicherheit darstellt. Der Vorstand hat dann Torsten Brunnquell als Aufsichtsrat bestellt. Er kommt aus dem Banksektor und sucht jetzt weitere Leute für den Aufsichtsrat.

    Mittlerweile haben sich schon neun Personen gemeldet, die gern mitarbeiten würden. Daran sieht man auch den Zuspruch für diesen Verein, dass viele Sponsoren Interesse daran haben mitzutun und zu versuchen, den Verein wieder stabil zu machen. Das macht Spaß. Ich denke mal, dass der Aufsichtsrat bis Ende Februar steht und dann mit der Arbeit beginnen kann.

    Angenommen, Ihre Tochter würde perspektivisch vom HCL zu einem anderen Verein wechseln, würden Sie das Präsidentenamt hier dennoch weiterführen?

    Das würde gar nicht passieren. Aber wenn ich so ein Amt annehme, kann ich das nicht abhängig von meiner Tochter machen – da muss man Amt und Privat trennen. Da denke ich, bin ich Profi genug, um das entscheiden und auseinanderhalten zu können.

    Ich bin jetzt zum Präsidenten gewählt worden und versuche, in der Amtszeit, die ich habe, meine beste Arbeit abzuliefern und den Verein so gut wie möglich zu stabilisieren. Ich übernehme Rainers Arbeit und versuche, diese noch ein bisschen auszubauen – sofern mir das überhaupt möglich ist. Aber ich denke mal, wenn ich die Arbeit so fortsetze, wie Rainer sie begonnen hat, dann sind wir schon auf einem sehr guten Weg.

    Homepage des HC Leipzig:
    www.hc-leipzig.com

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