Nicht alle Träume werden Wirklichkeit. Das bekam Robert Farken bei der diesjährigen Leichtathletik-EM in Birmingham zu spüren. Nicht weniger als Gold wollte der 28-jährige Leipziger über die 1.500 Meter holen, doch am Ende wurde es „nur“ der 9. Platz. Stolz auf das sportliche Aushängeschild ihres Vereins waren die Nachwuchssportler/-innen der SG Motor Gohlis-Nord (MoGoNo) dennoch. Am Montag bereiteten sie dem einzigen EM-Teilnehmer unter Leipziger Flagge einen herzlichen Empfang im Stadion des Friedens.
In einer kleinen Talk-Runde mit Leichtathletik-Abteilungsleiter Tasso Hanke gab Robert Farken zu, dass der Gedanke an diesen Final-Lauf noch immer schmerzt. „Da kann man nicht viel drumherum reden. Großartig etwas falsch gemacht, habe ich eigentlich gar nicht. Es hat am Ende einfach nicht sein sollen, die Beine waren dann nicht so da, wie man es sich gewünscht hätte“, sagte er. Gleichzeitig machte Farken klar, dass der Blick schnell wieder nach vorne gerichtet werden sollte: „Wenn ich eines gelernt habe in diesem Sport, dann ist es: Wenn man an Enttäuschungen verzweifelt und den Kopf in den Sand steckt, dann verliert man Zeit und Energie. Deswegen ist es jetzt auch mal wieder gut, traurig zu sein, jetzt kann man weiter machen.“
Die nächsten sportlichen Aufgaben stehen für den im US-amerikanischen Boulder (Colorado) trainierenden Läufer auch schon Schlange: Zunächst geht es am 27. August nach Zürich zur Diamond League. Es folgen der ISTAF in Berlin am 30. August, wenn alles gut geht das Diamond League-Finale in Brüssel (4./5. September), die Ultimate Championships in Budapest (13./14. September) und schließlich die Straßenlauf-WM in Kopenhagen (19./20. September).

Auch – oder gerade – weil es beim EM-Saisonhöhepunkt für den Blondschopf nicht so optimal lief, will er bei diesen hochklassigen Wettkämpfen noch einmal zeigen, wozu er leistungsmäßig tatsächlich in der Lage ist. „Die Form ist auf jeden Fall noch da“, so Farken im Gespräch mit der LZ. „Ich freue mich jetzt einfach, nochmal in den Wettkampf zu gehen und vielleicht ein paar bessere Rennen zu machen und da anzuknüpfen, wo ich in London und bei den Deutschen Meisterschaften aufgehört hatte.“
Zur Erinnerung: Am 26. Juli hatte sich Robert Farken in Bochum-Wattenscheid erneut zum Deutschen Meister über 1.500 Meter gekrönt. Auf dieser Distanz war das schon sein dritter Freiluft-DM-Titel in Folge. Ein Wochenende zuvor verbesserte er beim Diamond League-Meeting in London innerhalb eines Laufes seine eigenen Deutschen Rekorde über die Meile auf 3:46,82 Minuten und auf dem Weg dahin auch den über 1.500 Meter. Dort steht der aktuelle Bestwert jetzt bei einer Zeit von 3:30,09 Minuten. Daran, dass das noch längst nicht das Ende der Fahnenstange ist, ließ Farken vor den MoGoNo-Kids keine Zweifel: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die 3:30 Minuten fallen“, gab er sich schon wieder kampfeslustig.
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