Hallenhockey-EM: Deutsche Damen mit Bock ins Finale

Was für eine Reaktion der deutschen Hallenhockey-Damen auf den schwachen Tagesbeginn gegen Polen. Im Halbfinale der Hallenhockey-EM besiegten sie die Niederlande mit 4:1 und boten dabei eine sogenannte "geschlossene Mannschaftsleistung". Was nichts anderes heißt als: Alle waren heiß wie Frittenfett, jeder kämpfte für jeden, Fehler wurden kaum begangen und alle "hatten Bock".
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Schon allein von der Körpersprache lieferten die deutschen Hallenhockey-Damen in ihrem Halbfinale gegen die Niederlande ein ganz anderes Bild ab als noch bei der 3:5-Niederlage gegen Polen am Vormittag. Keine hängende Schulter war zu sehen, alle tummelten sich mit Körperspannung auf dem Spielfeld, die Damen wirkten fokussierter und aktiver. „Nach unserer Niederlage gegen Polen war die Stimmung im Hotel erst ganz unten, aber je näher das Spiel rückte, desto mehr stieg sie. Wir hatten richtig Bock auf das Spiel“, berichtete Eva Frank nach dem Spiel vom Geschehen im Mannschaftsquartier der Deutschen. „Unsere Motivation und unsere Emotionen haben uns dann den Sieg gebracht.“
Konzentration war auch dabei und davon sogar reichlich, auch wenn die Deutschen mal wieder in Rückstand gerieten. Bereits nach zwei Minuten tunnelte Karin van Ouden Viktoria Wiedermann – ob im Finale Karolina Amm spielen wird, ist noch nicht geklärt – im deutschen Tor. Die ersten neun Spielminuten warteten die deutschen Damen vergeblich auf ihr erstes Tor. Eva Frank und Dinah Grote vergaben gute Möglichkeiten, zum Ausgleich kam es durch eine Strafecke, verhängt nach Spiel mit dem Fuß im Schusskreis. Dinah Grote nagelte das Spielgerät unter die Latte. Der Ausgleich geriet zum Dosenöffner für das deutsche Spiel, denn drei Minuten später schlenzte Kapitän Rebecca Landshut einen Pass von der Grundlinie von Schulz-Linkholt ins Netz. Die deutsche Führung schien die Niederländerinnen taktisch wenig zu jucken, bei deutschem Ballbesitz zurückgezogen, warten sie an der Mittellinie mit Belle van Meer als erste Kontermöglichkeit auf einen deutschen Fehler. Doch an diesem Tage warteten sie vergeblich. In einer zweiten Halbzeit mit vielen Unterbrechungen hatten die Niederländerinnen folgerichtig keine einzige Torchance. Da sich aber auch die deutsche Mannschaft schwer tat, in den Schusskreis zu kommen, blieben die Niederlande im Spiel und das Spiel spannend.
Eine einminütige Herausstellung von Eva Frank, sechseinhalb Minuten vor dem Ende, sollte die Spannung weiter nach oben treiben. Der niederländische Trainer Joost van Geel reagierte prompt, opferte seine Torhüterin zugunsten einer 6:4-Überzahl. Einzig: Die Überzahl blieb wirkungslos. Ganz anders da die deutschen Damen. Nachdem Frank zurückgekehrt war, musste Belle van Meer, so etwas wie der niederländische Hallenhockey-Star, mit Gelb vom Feld, Deutschland bekam mehr Platz und traf durch Dinah Grote in den beiden Schlussminuten zur Entscheidung. „Die Fans haben uns wahnsinnig gepusht, die Atmosphäre war ein wesentlicher Faktor für unseren Sieg“, so die dreifache Torschützin nach dem Spiel.
Kerstin Holm, die eigentlich die Niederlande im Halbfinale umgehen wollte, musste ihren Wunsch anschließend revidieren: „Egal ob im Fußball oder im Hockey: Deutschland gegen Holland ist immer ein Prestigeduell und wir wollten alles geben, um das zu gewinnen. Jeder hat dafür 110 Prozent gegeben.“, so die 30-Jährige, die auch gleich einen Ausblick auf den Finaltag gab. „Mit Weißrussland wartet wieder ein sehr kompakter Gegner auf uns, der auf Konter lauern wird.“ Die Weißrussen hatten im zweiten Halbfinale sensationell die Polinnen mit 2:1 besiegt. „Sie werden körper- und kampfbetont spielen, da müssen wir mit derselben Einstellung und Motivation antreten und heiß an den Ball gehen“, betonte Dinah Grote. Sprich: Bock haben!
Halbfinals
Niederlande – Deutschland 1:4
Weißrussland – Polen 2:1
Spiel um Platz 5
Ukraine – Spanien 2:3
Spiel um Platz 7
Österreich – Tschechien 2:2

Die Spiele am Sonntag:
um Platz 3
10:00 Uhr: Polen – Niederlande
Finale
13:00 Uhr: Weißrussland – Deutschland

Weitere Informationen unter:
www.eurohockey2012.de


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