Hallenhockey-EM: Auch die deutschen Männer siegen sich ins Finale

Erst sah es kurz nach Schützenfest aus, dann nach Niederlage, aber am Ende siegten sich die deutschen Herren gegen die Niederlande doch ins Finale der Hallenhockey-EM. Dort wartet am Sonntag die Tschechische Republik, die im zweiten Halbfinale Österreich aus dem Turnier schoss.
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Sogar das Fernsehen wollte dabei sein, als sich Deutschland und die Niederlande um den Finaleinzug bei der Hallenhockey-EM kabbelten. Und was die Deutschen am Bildschirm von ihrer Hallenhockey-Nationalmannschaft der Herren gesehen haben, dürfte sie genauso wie die 3.900 Zuschauer in der Leipziger Arena begeistert haben. Obgleich das Spiel gegen die Niederlande ganz anders lief als die letzten beiden deutschen Spiele gegen die Schweiz und Spanien, die jeweils in Schützenfeste ausarteten.
Dass es auch in diesem Halbfinale so kommen könnte, hofften die meisten der Anwesenden als das deutsche Team nach einer sechsminütigen Phase des gegenseitigen Belauerns und ohne Torchancen gleich die ersten beiden nutzte. Erst drückte Hauke einen abgeblockten Witthaus-Schuss über die Linie, zwei Minuten später marschierte Benjamin Wess unbehelligt in den Schusskreis und schob den Ball ins lange Eck. Doch im Gegensatz zu den Schweizern und den Spaniern wehrten sich die „Oranjes“ erfolgreich, auch wenn der erste wütende Angriff nach dem 0:2 damit endete, dass Willem Hertzberger in die Hintertorbande krachte und diese wie beim Domino Day umfiel. Timmo Kranstauber und Mirco Pruyser sorgten dagegen für einen kleinen Knalleffekt auf dem Spielfeld, ließen dem deutschen Torhüter Andreas Späck bei ihrer Kombination keine Chance. Nach einer umstrittenen Strafecke, Pilt Arnold soll den Ball im eigenen Schusskreis zu hoch gespielt haben, hatte Holland dann nach 13 Minuten durch Kapitän Robert Tigges ausgeglichen. Die folgenden deutschen Versuche, die Niederländer schon am eigenen Schusskreis zu stellen, trugen keine Früchte, das nächste Tor machte erneut der Dritte der letzten Hallenhockey-Europameisterschafts. Nach Ballverlust von Moritz Fuhrmann in der Vorwärtsbewegung bezwang Jasper van Gerven Sekunden vor der Pause den glücklosen Späck im deutschen Tor.
Rückstand statt Schützenfest, Deutschland war gefordert. „Das 2:0 hat uns den Rhythmus geklaut, weil wir vom Gas gegangen sind. Als wir in der zweiten Halbzeit wieder drauf getreten sind, lief es auch wieder besser“, erklärte Matthias Witthaus das, was auf den Rückstand folgte. Kapitän Tobias Hauke ging nun voran, glich nach 23 Minuten aus und markierte nach einer Strafecke in der 31. Minute die Führung. Die deutsche Führung löste die Fesseln des Spiels wieder ein wenig mehr, seit dem deutschen Ausgleich hatten sich beide Teams nur noch belauert, darauf bedacht, bloß keinen Fehler zu machen. Doch statt nach vorn zu marschieren, sahen sich die Oranjes stark in die Defensive gedrängt, die deutschen Herren verloren nicht die Kontrolle über das Spiel und sorgten 90 Sekunden vor dem Ende für die Entscheidung per Strafecke. Witthaus hatte sich in seinem 343. Länderspiel für Deutschland Torhüter Laurens Goedegebuure genau ausgeschaut und eingeschoben. Oskar Deeckes 5:3 in den Schlusssekunden war die Sahnehaube.
„Wir haben sehr gut gearbeitet, waren gut eingestellt und wussten, wenn das Tempo hoch ist, dann wird es klappt. So war es dann auch“, analysierte ein gelöster Moritz Fuhrmann nach dem Spiel in einer tobenden Halle. Sein Mannschaftskamerad Matthias Witthaus freute sich da bereits aufs Finale gegen die Tschechen, die das Endspiel nach einem 3:2-Sieg gegen Österreich erreichten. „In der Mannschaft spielen mit Tomá? Procházka und ?t?pán Bernátek zwei Mannschaftskollegen vom Mannheimer HC. Da sollten wir tunlichst gewinnen, sonst muss ich mir immer was von denen anhören“, schmunzelte Witthaus, der nach neun Turniertreffern nicht weit vom Torschützenkönig entfernt ist. In der Vorbereitung auf das Turnier hat Deutschland die Tschechen übrigens mit 7:3 geschlagen. „Aber das Spiel ist morgen nichts wert. Die haben gute Spieler, wir müssen geduldig bleiben“, so Moritz Fuhrmann.
Halbfinale
Deutschland – Niederlande 6:3
Österreich – Tschechien 2:3
Spiel um Platz 7
Schweiz – England 4:2
Spiel um Platz 5
Russland – Spanien 2:3

Die Spiele am Sonntag:
um Platz 3
11:30 Uhr: Österreich – Niederlande
Finale
14:30 Uhr: Tschechien – Deutschland

Weitere Informationen unter:
www.eurohockey2012.de


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