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Jugendparlament beantragt für fünf Ortsteile öffentliche Sportplätze für alle

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    Also noch einmal und etwas konkreter. Im Frühjahr hatte das Jugendparlament schon einen Antrag eingereicht, dass die Stadt Leipzig mehr öffentliche Sportplätze schaffen soll. In manchen Stadtteilen gibt es solche Sportplätze, die alle nutzen können. Anderswo sieht’s trübe aus. Nicht nur für junge Leute, die sich fit halten wollen.

    Im Juni klang der Antrag noch sehr offen: „Die Stadtverwaltung prüft den vorhandenen Bestand an frei zugänglichen Sportplätzen (wie zum Beispiel ‚Bolzplätze‘ oder Street-Basketball-Courts) und Skateparks. Sie legt bis zum I. Quartal 2017 einen Vorschlag vor, wie dieser ergänzt werden kann. Dabei sollte die Maßgabe sein, dass jede*r Jugendliche mit einem maximalen Zeitaufwand von 15 Minuten zu Fuß einen solchen Sportplatz erreichen kann. Besonderes Augenmerk ist, aufgrund der dort bisher geringen Dichte, auf die Stadtbezirke Nordwest, Nord, Nordost, Südwest und Südost zu legen.“

    Der Antrag lief mittlerweile durch diverse Ausschüsse. Da hat sich augenscheinlich der Bedarf konkretisiert. Und auch das Ausmaß dessen, was eigentlich gebraucht wird. Denn wenn es nicht überall Angebote gibt, werden die wenigen vorhandenen überlastet oder das Gebolze findet dann in eh schon übernutzten Parks wie dem Clara-Zetkin-Park satt. Der Bedarf aber ist riesengroß.

    Dazu verweisen die Jugendparlamentarier auf den Jugendreport der Stadt.

    „Laut der Studie ‚Jugend in Leipzig 2015‘ der Stadt Leipzig treiben 75 % aller Jugendlichen in Leipzig mindestens einmal in der Woche selbst organisiert Sport. Es zeigt sich allein an dieser Zahl, dass nicht nur Sport insgesamt ein großer Bestandteil der jugendlichen Freizeitgestaltung ausmacht, sondern auch, dass viele Jugendliche dabei Sport außerhalb von Vereinen, Schulen und anderen Anbietern selbstständig mit Freunden Sport treiben“, stellen sie fest.

    Wobei der Blick in die „Bürgerumfrage“ auch zeigt, dass der Bedarf bei Schülern und Studenten (die waren in der Zahl von 74 % regelmäßig Sporttreibender erfasst) zwar überdurchschnittlich hoch ist, aber auch in den anderen Altersklassen gibt rund die Hälfte der Befragten an, regelmäßig Sport zu treiben. Das sind eine ganze Menge Leute, die sich auf relativ wenige Anlagen verteilen müssen, wenn sie nicht gerade durch Wald und Tal joggen.

    Logische Folge: „Dabei ist eine starke ‚Sportplatz-Infrastruktur‘ unerlässlich. Laut dem Amt für Stadtgrün und Gewässer gibt es in Leipzig zurzeit 36 frei zugängliche Sportplätze. Bei genauerer Betrachtung der Lage der Sportplätze zeigt sich, dass sich dabei keineswegs ein gleichmäßiges, dichtes Netz an Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche ergibt“, stellen die Mitglieder des Jugendparlaments fest. „Besonders im Norden Leipzigs zeigen sich Lücken. Auch bei Skateparks gibt es kein ausreichendes Angebot, was allen Jugendlichen erlaubt, ohne großen Zeitaufwand dieser Freizeitbeschäftigung nachzugehen.“

    Aber freie Sportplätze sind wichtig dafür, dass Jugendliche selbstbestimmt miteinander Sport treiben können.

    „Sie ermöglichen es, jederzeit ohne Rücksicht auf Trainingszeiten etc. sich sportlich zu betätigen, ohne dass vorher ein Spielfeld ‚aufgebaut‘ werden muss, mit weniger Verletzungsgefahr und ohne dass die Gefahr besteht, dass man Personen belästigt, wie etwa beim Sporttreiben in Parkanlagen. Wer allerdings einen größeren Zeitaufwand betreiben muss um einer Freizeitaktivität nachzugehen, wird selbstverständlich schnell die Lust daran verlieren. Die Gefahr besteht, dass Jugendliche sich dann anderen Aktivitäten, nicht-sportlicher Natur, zuwenden. Es ist dementsprechend ungemein wichtig, dass Jugendliche in ihrer unmittelbaren Lebensumgebung die Möglichkeit besitzen, einer sportlichen Aktivität nachzugehen. Dafür soll es eine Bedarfs- und Bestandsprüfung geben und dann Möglichkeiten erörtert werden, wie dieser Bestand aufgebessert werden kann, damit Jugendliche mit minimalem Zeitaufwand auch in Zukunft in Leipzig in ihrer Freizeit Sport treiben können.“

    Und da man nun etwas genauer weiß, wo es an solchen Plätzen fehlt, lautet der Antrag in seiner neuen Fassung:

    „1. Die Stadtverwaltung prüft die Möglichkeit, in den Stadtteilen Wahren, Seehausen, Probstheida, Wiederitzsch und Leutzsch je mindestens eine neue öffentliche Sportanlage zu errichten, und stellt dafür im Haushalt für das Jahr 2019 und folgende entsprechende Mittel ein. Eine Umsetzung erfolgt bis Ende 2024.

    1. Die Stadtverwaltung prüft rechtliche Wege, Vereinssportplätze und Schulsportanlagen für den Freizeitsport zu öffnen. Sofern dies möglich ist, setzt die Stadtverwaltung diese Möglichkeit um und macht diese nach Möglichkeit durch Beschilderungen und über die Kanäle der Stadt bekannt.“

    Fünf Ortsteile also, wo man jetzt auf die Suche gehen könnte nach geeigneten Plätzen. Wenn denn der Stadtrat das genauso sieht und dem Antrag zustimmt.

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