Roman

Benedikt Feiten: Hubsi Dax. Foto: Ralf Julke
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Die Legende von Hubsi Dax und der Traum des Musikers Mark von einem mutigeren Leben in einer von Geld regierten Zeit

Ein Bayer im Programm von Voland & Quist? Ein Berliner in München? Kann das gutgehen? Mit Benedikt Feiten hat der eigensinnige sächsische Verlag jedenfalls einen neuen Autoren im Programm, der auch neue Töne anschlägt. Das Leben der Künstler ist in der bayerischen Metropole genauso prekär wie in der viel verleumdeten Hauptstadt Berlin. Und wenn der Hausbesitzer einen Rappel bekommt, geht’s genauso rabiat zur Sache.

Heinrich Peuckmann: Die lange Reise des Herrn Balzac. Foto: Ralf Julke
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Heinrich Peuckmann versucht, Balzacs späte Reise ins lang versagte Glück nachzuerzählen

Honoré de Balzac war – gemessen an den braven Bürgern seiner Zeit – ein Ver-rückter. Einer, der so schuftete, wie die anderen sich nur bereichern wollten. Unsere Gegenwart wurde in der Julimonarchie des Louis Philippe geboren, jener wilden Zwischenzeit der Revolutionen von 1830 und 1848, der Francois Guizot das Motto gab: „Enrichissez-vous!“ Da saß Balzac Nacht für Nacht und schrieb die „Menschliche Komödie“. Und dann reiste er in die Ukraine.

Franz Werfel: Das Lied von Bernadette. Foto: Ralf Julke
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Das Lied von Bernadette oder die Suche nach Trost in einer heillosen Welt

Franz Werfel im St. Benno Verlag, das ist mal was Neues. Immerhin gehört Werfel zu den wichtigsten Romanautoren der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert. Mit „Verdi“ hat er in den 1920er Jahren eine regelrechte Verdi-Renaissance ausgelöst. Die Armenier haben ihm posthum 2006 die Staatsbürgerschaft verliehen. Denn wenn er sich ein Thema vornahm, dann tat er das mit Leidenschaft. Das gilt auch für „Das Lied von Bernadette“.

Arne Ulbricht: Nicht von dieser Welt. Foto: Ralf Julke
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Ein Roman vom Scheitern in der Ellenbogenwelt des deutschen Schulsystems

Es ist nicht das erste Buch, das der Lehrer Arne Ulbricht übers Lehrersein veröffentlicht. Aber es ist sein erster Roman zum Thema. Ein Roman, in dem sich bestimmt viele Lehrer wiedererkennen, die am deutschen Schulsystem, wie es in den letzten Jahren geworden ist, verzweifeln. Nicht alle verzweifeln so wie dieser Heinz Gödel. Manche brennen einfach nur aus. Oder kapitulieren.

Dieter Moselt: Wie die Erinnerung im Wind. Foto: Ralf Julke
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Dieter Moselt erzählt eine kleine Familiengeschichte von Flucht, Neubeginn und dem späten Wunsch, Gerechtigkeit zu schaffen

Es ist wieder Zeit für Fluchtgeschichten. Auch ganz alte. Denn viele Deutsche haben augenscheinlich völlig vergessen, wie das ist, wenn Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen und am Ankunftsort unterwünscht sind und schikaniert werden. Auch Dieter Moselt kann so eine Geschichte erzählen. Zumindest ersatzweise. Denn als seine Familie aus dem Warthegau floh, war er selbst noch viel zu klein, gerade zwei Jahre alt. Warthegau? Ja, schreibt er so.

Matthias Hirth: Lutra lutra. Foto: Ralf Julke
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Die Raskolnikow-Frage in einer Zeit des sexuellen Ramschverkaufs

Am Ende ist man froh, dass die Sache zu Ende ist – und das 730 Seiten dicke Buch auch. Aber irgendwie hatte Matthias Hirth wohl tatsächlich Dostojewski vor Augen, seinen eindrucksvollen Wälzer „Schuld und Sühne“, der seit 1994 in der deutschen Übersetzung „Verbrechen und Strafe“ heißt und satte 760 Seiten dick ist. Ein mörderisches Buch, wie man weiß. Mit einem am Ende ja bekanntlich einsichtigen Helden.

Volker Surmann: Extremly Cold Water. Cover: Voland & Quist
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Höchste Zeit für die nächste Aussteiger-Geschichte: Extremly Cold Water

Er ist der Held in Volker Surmanns Roman "Extremly Cold Water", Social-Media-Mann in einer Berliner Werbebude, nicht wirklich üppig bezahlt, aber es reicht wohl zum Leben, wenn man bereit ist, sich jeden Tag in die Agentur zu bemühen und sich wilde Marketingideen einfallen zu lassen für Produkte, die so hipp sind, dass sie wirklich keiner braucht. Eine Lebensgefährtin hat er auch - aber die ist fast immer für eine Umweltorganisation auf Reisen, also eigentlich nicht richtig da, aber arg besorgt, dass der Beziehungsstatus gepflegt wird. Dreifacher Stress also, den manche Leute heutzutage für normal halten. Wahrscheinlich bis sie austicken, ausbrennen oder einfach tot umfallen.

Wolf Schmid: Pedalpilot Doppel-Zwo. Foto: Ralf Julke
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Ein sattes, schnelles Buch mitten aus der Welt der Fahrradkuriere: Pedalpilot Doppel-Zwo

Mit einem richtigen Karacho-Buch hat sich ein neuer Leipziger Verlag zu Wort gemeldet. Neu im doppelten Sinn. 2013 gegründet. Und mit einem Anliegen, das in Zeiten eines völlig überhitzten Bücher-Marktes ganz bewusst auf die Bremse tritt und da ansetzt, wo die großen Verlage in den letzten Jahren allesamt eingespart und outgesourct haben: bei der Betreuung der Autoren. Wer seine Autoren liebt, der betreut sie richtig.

Diana Feuerbach: Die Reise des Guy Nicholas Green. Cover: Osburg Verlag
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Eine Beinah-Romeo-und-Julia-Geschichte und eine Liebeserklärung an Odessa: Das Ende der Reise des Guy Nicholas Green

Warum greifen deutsche Verlage bei Büchern junger Autorinnen nur immer so gern zu Babyblau und Rosarot? Blümchen und Federn? Als wenn die jungen Frauen über nichts anderes schrieben als das Leben verwöhnter Prinzessinnen und güldener Prinzen? - Natürlich gibt es diese Blümchenautorinnen. Aber Diana Feuerbach ist keine. Und ihre Geschichte ist nur ganz, ganz beiläufig vielleicht auch eine Liebesgeschichte.

Thomas Persdorf: Entlang des Großen Krieges. Foto: Ralf Julke
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Entlang des Großen Krieges: Die Lieben und die Ratlosigkeit des Studienabbrechers Quintus Schneefahl

Thomas Persdorf ist geborener Leipziger, seine Geburt fiel mitten in den letzten großen Krieg. Sein Pflegevater war Bäckermeister. "Kleinkapitalistische Verhältnisse" nennt es Persdorf scherzhaft. Mit 18 Jahren flüchtete er in den Westen, wurde Tierarzt, lebt in Mainz und debütierte 2007 auch noch als Autor. Im Engelsdorfer Verlag erschien schon sein kenntnisreicher Schiller-Roman "Caroline und der 53. Gast". Nun also geht es um Krieg.

Clemens Meyer: Im Stein. Cover: S. Fischer Verlag
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Clemens Meyers “Im Stein”: Der große Roman über eine Möchtegern-Großstadt mit ihren blutigen Schatten

Es ist ein Mordstrumm von Meyer: 556 Seiten. Und ein Titel, der zum Rätseln einlädt. Was meint er damit? - Steine gibt es genug in seinem Buch. Einige davon sind auch tödlich. Auch der Stoff zu mindestens einem Krimi steckt drin. Und natürlich eine Stadt, deren Namen er meidet. Aus gutem Grund. Die Großstadt, die beinah Hauptstadt geworden wäre, klingt besser als dieses überstrapazierte "Leipzig".

Melder zu Roman

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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