Premiere „Hamlet“ am 18. September

Die Zeit ist aus den Fugen – mit „Hamlet“ feiert am 18. September 2020 um 19.30 Uhr ein Klassiker von William Shakespeare, in einer Inszenierung von Ania Michaelis, am Theater der Jungen Welt Premiere. Auf der Suche nach seinem eigenen Weg stellt Hamlet die Gesellschaft auf den Kopf und hält ihr einen Spiegel vor – Intrige und Verrat treffen auf die Frage nach Identität.
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Prinz Hamlet kehrt zur Beerdigung seines Vaters von seinem Studium im Ausland zurück und findet dort nichts mehr vor, wie es war. Der Vater tot, die Mutter frisch mit dem Onkel liiert, der alle Macht an sich gerissen hat. Man spricht von Mord, von Intrige und Verrat. Wem kann man trauen? Wen muss man rächen?

Die Grenzen zwischen Aufklärung und Paranoia, Wahnsinn und Methode verschwimmen für Hamlet, der zwischen Sein und Nichtsein, Handeln und Nichthandeln, verhasstem Eltern-System und eigener Weltvorstellung die Zeit des Umbruchs zu meistern versucht.

Regisseurin Ania Michaelis inszenierte am Theater der Jungen Welt 2017 Franz Kafkas „DIE VERWANDLUNG“. Ins Zentrum ihrer „Hamlet“ Inszenierung rückt sie vor allem den Generationenkonflikt sowie die Position Hamlets zwischen den Systemen. Auf der einen Seite das tradierte System, welches Hamlets Vater verkörperte, auf der anderen Seite das System von Mutter Gertrud und Onkel Claudius.

Beiden Systemen verwehrt sich Hamlet und bleibt selbst ein Suchender, außerhalb der akzeptierten Matrix, in einer Zeit des Umbruchs. Eine Zeit der Differenz und des Umbruchs, nehmen wir heute in Corona-Zeiten ebenfalls wahr. Auch in der Probenarbeit bei der Produktion „Hamlet“ ist Corona allgegenwärtig, es wird mit Abständen und Körperlichkeit über Distanz gearbeitet.

Gemeinsam mit dem Choreograph Lior Shneior baut Ania Michaelis die aktuellen Hygieneregeln in den „Gesellschaftskörper“ des Hofes von Helsingör ein. Musiker Matthias Bernhold komponierte die Musik und ist live auf der Bühne zu erleben.

HAMLET [15 plus]
Von William Shakespeare | Deutsch von Angela Schanelec und Jürgen Gosch

Mit: Tobias Amoriello, Matthias Bernhold, Clara Fritsche, Martin Klemm, Sonia Abril Romero, Julia Sontag, Philipp Zemmrich, Anna-Lena Zühlke
Regie: Ania Michaelis | Bühne & Kostüme: Maria Bahra | Musik: Matthias Bernhold | Choreografie: Lior Shneior | Dramaturgie: Winnie Karnofka & Jörn Kalbitz

Premiere: 18. September 2020, 19.30 Uhr | GROSSER SAAL

Vorstellungen:
19.09.2020, 19.30 Uhr | 22.09.2020, 19.30 Uhr | 23.09.2020, 11 Uhr | 01.10.2020, 11 & 19.30 Uhr | 02.10.2020, 11 Uhr | 08.10.2020, 19.30 Uhr | 14.09.2020, 19.30 Uhr | 15.10.2020, 11 und 16 Uhr

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 82: Große Anspannung und Bewegte Bürger

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