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Tag: 8. September 2020

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Oberbürgermeister Burkhard Jung nach der Pressekonferenz. Foto: L-IZ.de

Dienstag, der 8. September 2020: Gewalt befürchtet, Frieden gefordert

Die Spitzen in Politik und Polizei haben sich heute erneut mit den Ausschreitungen in Leipzig beschäftigt – manche werfen den Blick schon auf eine autonome Demo, die für Samstag geplant ist. Aus der Linkspartei kommen Aufrufe, friedliche Protestformen zu wählen. Außerdem: Noch mehr Boykott für die Festrede von Arnold Vaatz und Neuigkeiten zum Verfassungsschutz. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 8. September 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.

Seltener Anblick: Geballte Medienpräsenz im Leipziger Rathaus. Foto: Ralf Julke

Das ganze Tamtam um die entgleisten Demonstrationen verstellt nur den Blick auf die wirklichen Probleme im Leipziger Wohnungsmarkt + Video

Es kam wie erwartet: Leipzig kommt nicht wirklich oft in die überregionalen Nachrichten. Aber als am Samstag, 5. September, in Connewitz wieder Steine flogen, waren die überregionalen Medien sofort wieder begeistert dabei, „Randale“-Geschichten zu schreiben und die Stimmung anzuheizen und die in Leipzig politisch Verantwortlichen zu Distanzierungs-Statements aufzufordern. Distanzieren Sie sich von den linksextremistischen Krawallen? - Jede Lächerlichkeit ist noch steigerbar. Am Dienstag, 8. September, ging es dann nur scheinbar wieder um Randale.

Kickers 94-Trainer Ronny Meißner. Foto: Florian Schenk

Sachsenliga startet mit 22 Mannschaften und einem außergewöhnlichen Spielmodus: „Der Modus wird eher dem reinen Ergebnisfußball zuträglich sein“

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 82, seit 28. August im HandelDie Fußball-Landesliga Sachsen, weithin auch Sachsenliga genannt, findet in der kommenden Saison in einem abgeänderten Modus statt. Aufgrund des coronabedingten Abbruchs der Saison 2019/2020 in Sachsen haben keine Teams die Liga nach unten verlassen, sodass statt 16 Mannschaften nun 22 in dieser Amateurliga antreten werden.

Demonstration der „Bewegung Leipzig“. Foto: René Loch

Gastkommentar von Christian Wolff: Welche Freiheit?

In Stuttgart, Berlin und vielen weiteren Städten demonstrieren sie – Bürgerinnen und Bürger, die die Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen zur Coronavirus-Bekämpfung für übertrieben, vor allem aber für Grundgesetzwidrig halten. Sie sehen nicht nur ihre persönlichen Freiheitsrechte eingeschränkt, sondern die Grundrechtsartikel außer Kraft gesetzt.

Ensemble Klänge der Hoffnung. Foto: Roland Quester

Klänge der Hoffnung gegen das Sterben im Mittelmeer

Mit einem Benefizkonzert in der Leipziger Nikolaikirche will die Stiftung Friedliche Revolution die Rettung von in Seenot geratenen Flüchtlingen im Mittelmeer unterstützen. Das Konzert ist für Sonntag, 4. Oktober, um 17.00 Uhr vorgesehen. Es steht unter dem Motto „Klänge der Hoffnung – gegen das Sterben im Mittelmeer“. Musikalisch gestaltet wird der Abend vom Ensemble „Klänge der Hoffnung“, das im Rahmen des gleichnamigen Stiftungsprojektes Musiker aus dem Iran, Polen, Syrien, Italien und Deutschland vereint.

Der Kubus auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Seit dem 5. September steht der Expeditions-Kubus der Schaubühne auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz

Es wirkt wie das dunkle Skelett eines alten Gartenhauses, in dem sich Spuren erstarrter Natur finden. Aufgerissene Erde deutet auf versickertes Wasser hin. Silhouetten längst ausgestorbener Pflanzen ragen hervor. Ein Ort voll bizarrer Schönheit. Die Besucher/-innen erleben im nun auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz aufgestellten Kubus des vierten Kapitels der „Expedition 4x6“, dem „Sperrgebiet“, eine minimalistische Installation, die Fragen stellt.

Klare Verhältnisse oder nur billige Feindbilder? Grafik: L-IZ

Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #43

Was mir fehlt, sind die Zweifler. Die Ja, aber- und Nein, doch-Sager. Diejenigen, die das „dubito, ergo sum“ aus dem eigenen Schaffen heraus definieren und Position zwischen den politischen Frontlinien beziehen, um das Wort nicht nur an sich selbst, sondern an all jene zu richten, die sich in ihre diskursiven Schützengräben zurückgezogen haben und einen ebenso sinn- wie schier endlosen Stellungskrieg führen, der im permanenten Abfeuern von Stellungnahmen besteht, in denen sich – selbst zwischen den Zeilen – nicht der leiseste Zweifel an der Richtigkeit der eigenen Position finden lässt.

Frank Schletter, Inka Wiederspohn, Linda Lütkemüller, Mario Rothe-Frese © Christopher Grimm

TheaterPACK & Gäste im Pittlerwerk Halle H

Unser Laden auf Zeit, Hauptspielstätte seit 2015, wird aufgrund seiner räumlichen Gegebenheiten wohl noch längere Zeit für Aufführungen tabu bleiben, aber hoffentlich als Produktionsstätte und Zukunftsprojekt zu halten sein. So bietet der TheaterPACK-Plan Schauspiel, Literatur, Musik und Kunst jetzt im Pittlerwerk Halle H – zum Teil wie gewohnt, aber, klar: manches neu und notwendigerweise anders.

Auch wenn das Schutzgitter aufhört: Am Theater der Jungen Welt soll / darf nicht gequert werden. Foto: Gernot Borriss

Premiere „Hamlet“ am 18. September

Die Zeit ist aus den Fugen – mit „Hamlet“ feiert am 18. September 2020 um 19.30 Uhr ein Klassiker von William Shakespeare, in einer Inszenierung von Ania Michaelis, am Theater der Jungen Welt Premiere. Auf der Suche nach seinem eigenen Weg stellt Hamlet die Gesellschaft auf den Kopf und hält ihr einen Spiegel vor – Intrige und Verrat treffen auf die Frage nach Identität.

2014 auf dem Gelände Arno-Nitzsche-Straße der Stadtwerke errichtet: der Fernwärmespeicher für Leipzig. Foto: Ralf Julke

Linke beantragt: Leipzig soll sich jetzt als richtige „Wasserstoffstadt“ profilieren

So kommen die Zukunftsthemen langsam aber sicher in den politischen Gremien an. Am 3. September erst hatte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Christopher Zenker dazu geäußert, dass Leipzig zur Wasserstoff-Stadt werden muss. Am Montag, 7. September, meldete sich auch die Linksfraktion zu Wort. Sie hat auch gleich einen entsprechenden Stadtratsantrag gestellt: „Die Stadt Leipzig profiliert sich mithilfe von technologischen Schaufenstern und neuen Klimaschutztechnologien in den nächsten Jahren als ,Wasserstoffstadt‘.“

Richard Vogelsang bei seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Laufen. Foto: cityflitzer.de

Ein Spendenlauf zum Leipzig-Abschied: Langläufer Richard Vogelsang im Kurz-Interview

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 82, seit 28. August im HandelSeit zwei Jahren arbeitet Richard Vogelsang daran, alle Straßen Leipzigs wenigstens einmal zu belaufen (siehe LZ 67, Mai 2019). Nun muss sein ehrgeiziges Projekt erst einmal ruhen, denn es zieht den 21-jährigen Studenten für einige Zeit ins Ausland. Die LZ wollte wissen, warum, wie er seinen Abschied gestaltete und wie es um das Laufprojekt bestellt ist.

Trampelpfad durch die Bärlauchwiese. Foto: Ralf Julke

Grüne beantragen ein Maßnahmekonzept zum Erhalt Leipziger Parks und Wälder und den Einsatz richtiger Parkranger

Als sich Grünen-Stadtrat und umweltpolitischer Sprecher Jürgen Kasek Ende Juli zu Wort meldete und die vielen Wildpfade, illegalen Feuerstellen und Mountainbike-Pisten im Leipziger Auenwald und Leipziger Parks zum Thema machte, meinte er das ernst. Das Naturschutzgebiet ist einem wachsenden Nutzungsdruck ausgesetzt – und außerdem zu klein. Mit drei Stadtratsanträgen will die Grünen-Fraktion jetzt Verwaltung und Stadtrat dazu bringen, das Thema anzupacken.

Jurij Koch: Hana. Foto: Ralf Julke

Hana: Jurij Kochs Erzählung von 1963 und eine Spurensuche nach dem Leben des Mädchens Annemarie aus Horka

Es war im Grunde die erste Veröffentlichung, mit der der sorbische Schriftsteller Jurij Koch 1963 von sich Reden machte – wenn auch erst einmal nur in einem kleinen Gebiet. Denn „Jüdin Hana“ (Židowka Hana) erschien erst einmal nur auf sorbisch im Domowina Verlag. Ein echter Erstling, den Koch eigentlich auch nie ins Deutsche übersetzen wollte. Doch dazu ist die Geschichte viel zu bewegend. Und vergessen ist Hana, die tatsächlich Annemarie hieß, auch nicht.

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