Sachsenliga startet mit 22 Mannschaften und einem außergewöhnlichen Spielmodus: „Der Modus wird eher dem reinen Ergebnisfußball zuträglich sein“

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 82, seit 28. August im HandelDie Fußball-Landesliga Sachsen, weithin auch Sachsenliga genannt, findet in der kommenden Saison in einem abgeänderten Modus statt. Aufgrund des coronabedingten Abbruchs der Saison 2019/2020 in Sachsen haben keine Teams die Liga nach unten verlassen, sodass statt 16 Mannschaften nun 22 in dieser Amateurliga antreten werden.

Handwerk Rabenstein, Motor Wilsdruff und Stahl Riesa mussten nicht absteigen. Weil es in den Landesklassen Ost und West zwei Teams mit demselben Quotienten gab, steigen nicht nur die Staffelsieger aus den vier sächsischen Landesklassen auf, sondern zwei weitere Teams. Neu – oder wieder zurück – sind damit der SSV Markranstädt, Empor Glauchau, der Hainsberger SV der durch eine Fusion mit Blau-Weiß Stahl Freital nun als SC Freital ins Rennen geht sowie die SG Dresden Striesen und Motor Marienberg.

22 Teams würden mit einem klassischen Spielplan mit Hin- und Rückrunde 42 Spiele pro Team ergeben, was bei berufstätigen Fußballspielern nicht machbar ist. Die Teams müssten unter der Woche weit reisen. Stattdessen spielen die Teams eine einfache Runde „Jeder gegen Jeden“ um anschließend das Klassement zu teilen. Die zehn besten Teams nach 21 Partien spielen den Meister und Aufsteiger aus, die anderen 12 die sechs bis acht Absteiger. Die genaue Anzahl ist abhängig von den sächsischen Absteigern aus der Oberliga, der 5. Liga.

Inwieweit diese Modusänderung Vorbereitung und Wettbewerb beeinflusst, erklärt Ronny Meißner, Trainer von Kickers 94 Markkleeberg. Die anderen Leipziger Landesliga-Trainer beantworteten die LZ-Anfrage leider nicht.

Das Titelblatt der LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 82, Ausgabe August 2020. Foto: Screen LZ

Das Titelblatt der LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 82, Ausgabe August 2020. Foto: Screen LZ

Herr Meißner, wie stehen Sie dem diesjährigen Modus der Landesliga gegenüber?

Wir stehen dem Modus offen gegenüber und wissen darum, dass die entscheidenden Personen sich etwas dabei gedacht haben bzw. anderen Zwängen unterlagen.

Ist dieser Modus für Ihr Saisonziel aus Ihrer Sicht eher ein Vor- oder ein Nachteil?

Der Modus wird wohl eher noch mehr dem reinen Ergebnisfußball zuträglich sein. Eine Entwicklung junger Spieler oder gar neuer Strukturen kann ich mir bei dem Druck durch die anstehenden Auf- und Abstiegsregelungen kaum vorstellen.

Inwieweit beeinflusst der Modus Trainingsumfang, -intensität und -rhythmus?

Die Planung einer Vorbereitung sowohl im Sommer als auch im Winter wird bzw. war erheblich gestört. Hinzu kommt in unserem Fall noch das Losglück. Somit hatten wir gerade einmal vier Wochen Zeit, um uns auf ein erstes Pflichtspiel nach der Coronazeit vorzubereiten.

Welche Teams sehen Sie als Favoriten um den Staffelsieg und wen erwarten Sie unten in der Abstiegsrunde?

Darüber kann und möchte ich keine Aussagen treffen, da jeder Verein das Beste aus der Saison herausholen will.

Wird es möglich sein, in Ihrem Stadion Landesliga-Fußball zu sehen? Wenn ja, mit welchen Umständen sollten die Zuschauer rechnen?

Wir haben ein tragfähiges Hygienekonzept, welches bereits seine Feuertaufe im Testspiel gegen den HFC bestanden hat. Wir bitten jetzt alle, weiter Vernunft walten zu lassen und sich an die Regelungen zu halten, damit keine weiteren Verschärfungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus notwendig werden.

Inwieweit hat sich der Landesliga-Fußball aus Ihrer Sicht in den letzten Jahren verändert?

Der gesamte Amateursport hat sich verändert. An vielen Stellen geht es nur noch ums Geld und um höher, schneller, weiter. Das hängt im gesamten Fußball die kleinen Vereine ab.

Wenn der Ball dann endlich rollt, worauf freuen Sie sich am meisten?

Auf den Wettkampf.

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 82: Große Anspannung und Bewegte Bürger

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