Kommt jetzt die Zeit der kleinen Wälder in der Stadt? Vielleicht. Denn die Zeit der großen leeren Wiesen dürfte enden. Nachdem am Bayerischen Bahnhof ein kleiner Mikrowald gepflanzt wurde, haben sich auch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und das Bauhaus Fachzentrum Leipzig zusammengetan, um gleich neben dem Bauhaus im Sachsenpark einen kleinen Wald zu pflanzen. Eingeladen zur Pflanzaktion hatten sie 25 Schülerinnen und Schüler des Christian-Gottfried-Ehrenberg-Gymnasiums in Delitzsch.

Auf einer rund 800 Quadratmeter großen Fläche entsteht damit ein neuer grüner Lebensraum, der langfristig zur ökologischen und ästhetischen Aufwertung der Umgebung beitragen soll. Davon profitieren nicht nur die Anwohner durch eine verbesserte Luftqualität, natürliche Kühlung im Sommer und zusätzlichen Lärmschutz. Es entsteht zugleich ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Im Rahmen der Pflanzaktion wurden auf der rund 800 Quadratmeter großen Fläche rund 1.300 standortangepasste heimische Bäume und Sträucher, darunter Traubeneiche, Wildbirne und Feldahorn, gepflanzt. In den kommenden Jahren soll sich aus dieser Vielfalt ein dichtes Wäldchen im kleinen Maßstab entwickeln, das zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bietet und zugleich als sogenannter Biotoptrittstein zur Vernetzung städtischer Grünflächen beiträgt.

Kleine Wälder mit großer Wirkung

„Mit den Bauhaus-Waldinseln bringen wir Natur gezielt in den urbanen Raum, nämlich dorthin, wo zusätzliche Grünflächen besonders wertvoll sind. So entstehen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen und gleichzeitig Orte, die das Stadtklima verbessern und die Lebensqualität für die Menschen vor Ort erhöhen“, sagte Justin Tanz, Geschäftsleiter von Bauhaus in Leipzig, anlässlich der Pflanzaktion in Leipzig.

Die Baumexperten der SDW zeigen den Teilnehmenden, wie die Pflanzung funktioniert. Foto: BAUHAUS AG/Jenny Stadthaus
Die Baumexperten der SDW zeigen den Teilnehmenden, wie die Pflanzung funktioniert. Foto: BAUHAUS AG/Jenny Stadthaus

Neben der ökologischen Aufwertung leisten Waldinseln auch einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung in Städten. Die dicht bepflanzten Flächen können zur natürlichen Kühlung beitragen, Wasser speichern und den Luftaustausch verbessern. Das sind Effekte, die in urbanen Räumen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Die Waldinsel in Leipzig ist Teil des langfristigen und bundesweiten Engagements von Bauhaus für Klima- und Naturschutz.

Bereits 2020 hatte das Unternehmen gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald die bundesweite Kampagne „1 Million Bäume“ gestartet, durch die über eine Million Bäume in deutschen Wäldern gepflanzt wurden. Mit den Bauhaus-Waldinseln wird dieses Engagement mit dem Ziel, gezielt neue Grünflächen in Städten und Wohnquartieren zu schaffen, fortgeführt.

Gemeinsam für mehr Biodiversität

Die Umsetzung der Waldinsel erfolgt als Gemeinschaftsprojekt: Neben Bauhaus engagieren sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie Schülerinnen und Schüler des Christian-Gottfried-Ehrenfeld-Gymnasiums in Delitzsch aktiv bei Planung und Pflanzung. Gemeinsam entsteht so ein neuer, dauerhaft angelegter Naturraum, der sich in den kommenden Jahren zu einem stabilen, vielfältigen Ökosystem entwickeln soll.

„Solche Projekte zeigen, wie kommunale Partner, zivilgesellschaftliche Organisationen und Unternehmen gemeinsam konkrete Beiträge für mehr Biodiversität und ein besseres Stadtklima leisten können“, so Friedrich Findeisen, Landesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Sachsen.

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