Leipzig braucht mehr Bäume. Auch als kleine Wälder in der Stadt, die gerade da stehen sollten, wo große versiegelte Flächen im Sommer die Stadt aufheizen. So wie am Bayerischen Platz. Dort gab es bis jetzt auch eine große, sehr, sehr langweilige Wiese. Aber das hat sich nun am, Freitag, 20. März, geändert. Dieses Datum steht für die Geburt eines kleinen Wäldchens. Auf der unscheinbaren Grünfläche nahe des Bayerischen Bahnhofs wächst nun ein Mikrowald.
Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Kurt-Masur-Grundschule haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer am Freitag, 20. März, insgesamt 1.300 Jungpflanzen aus über 70 Arten in die Erde gesetzt. Unter den Pflanzen sind auch rund 650 junge Bäume wie etwa Stiel-Eichen, Flatter-Ulmen, Wild-Apfel, Maulbeeren und Esskastanien.
„Mit dem Mikrowald an der Arthur-Hoffmann-Straße schaffen wir auf kleiner Fläche einen großen Mehrwert für Natur, Klima und die Menschen im Quartier“, betont Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal.
„Die Gehölze spenden schon nach kurzer Zeit Schatten, sorgen für kühlere Luft und dämpfen Lärm. Außerdem filtern sie Feinstaub aus der Luft und binden Kohlenstoffdioxid. Damit leistet der Mikrowald mit der bald dichten Kraut-, Strauch- und Baumschicht nahe des Bayerischen Bahnhofs einen Beitrag zur Klimaanpassung in dem dicht bebauten Stadtquartier.“
Die Initiative entstand im Rahmen der Zukunftswerkstatt der Kurt-Masur-Grundschule, die sich drei Haltestellen weiter an der Arthur-Hoffmann-Straße befindet. Das sich entwickelnde Wäldchen wird künftig Teil der schulpädagogischen Arbeit.
Im Rahmen des Frei-Day-Projektes entsteht auf 450 Quadratmetern ein lebendiger Lern- und Naturraum, welcher anfänglich noch durch einen Zaun geschützt wird, damit die heimischen Jungpflanzen ungestört wachsen können. Diese bieten künftig Insekten und anderen Tieren eine wertvolle Nahrungsquelle.
Bereits im Januar war die Fläche untersucht und vorbereitet worden. Die Kosten in Höhe von 35.000 Euro werden zu 90 Prozent durch das „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.
Die 3.500 Euro Eigenmittel trägt das Amt für Stadtgrün und Gewässer, welches die Fläche künftig regelmäßig pflegen wird. Fachlich unterstützt wird das Projekt durch den Verein Citizens Forests e. V. sowie der Initiative „Leipzig pflanzt“.
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Es gibt 2 Kommentare
Es soll ja gerade der Sinn der Anlage sein, das die Bäume und Büsche möglichst dich beieinander stehen, viel Grün und Mikroklima bringen und damit etwas kühlere Temperaturen in der Umgebung.
Wiesen sind Hotspots der Artenvielfalt, wenn man sie entsprechend pflegt. Leider ist die Stadt Leipzig nicht Willens (oder in der Lage) Wiesen so zu pflegen, dass sie artenreich sind.
1.300 Stecklinge für die kleine Fläche bedeutet, dass man dort alle 2 – 3 Jahre die Kettensäge ansetzt und Bäume entnimmt. In 50 Jahren werden dort im Idealfall noch ca. 20 Bäume stehen.