Wie man Verliererregionen definiert und daraus Sonderwünsche für neue Bundesförderprogramme für die Industrie macht

Für alle LeserEs ist schon fatal genug, dass fast alle deutschen Wirtschaftsinstitute marktradikale Vorstellungen von Ökonomie vermitteln, und das, obwohl sie aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Aber das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat nicht einmal die minimale Distanz zur Deutschland AG. Da verblüfft es schon, wenn das „Handelsblatt“ die jüngste „Studie“ wieder behandelt, als hätte hier echte Forschung zu echten Erkenntnissen geführt.

„19 Regionen in Deutschland drohen den Anschluss zu verlieren“, titelte das „Handelsblatt“ am 8. August. „Für etliche deutsche Regionen hat das Institut der deutschen Wirtschaft gravierende Probleme bei Wirtschaft und Infrastruktur festgestellt. Längst nicht alle liegen in Ostdeutschland.“

Nur zur Erinnerung, direkt aus Wikipedia zitiert: „Das Institut vertritt wirtschaftsliberale Positionen. Das IW fungiert unter anderem als wissenschaftlicher Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (einer Tochtergesellschaft des IW), des Roman Herzog Instituts München und der Politik.“

Wer also wissen will, woher das ganze Gerede von einer Vollversorgung mit leistungsstarkem Breitband und G5 kommt, hat hier die wichtigste Quelle. Man redet sich durch solche „Studien“ die Notwendigkeit immer neuer Milliardenförderung für scheinbar unabdingbare Großinvestitionen herbei. Obwohl selbst die Studie zeigt, dass diese Forderungen Quatsch sind.

Das Handelsblatt fasste einige der Schlussfolgerungen aus dem Papier so zusammen: „Bessere Bildungsangebote und Investitionen in die Infrastruktur halten die Experten für absolut notwendig, damit die benachteiligten Regionen nicht noch weiter abgehängt werden. ,Durch eine Verbesserung des Schienennetzes könnten mehr Gemeinden an die Metropolen angebunden werden‘, sagte Hüther. ,Darüber hinaus ist auch der Breitbandausbau essenziell. Denn der Zugang zu schnellem Internet ist nicht nur für Unternehmen unabdingbar, sondern zunehmend auch für private Haushalte.‘“

Private Haushalte brauchen Breitband in der Regel nur für immer mehr Ausrüstung mit moderner Unterhaltungs-Technik und online steuerbarer (und abhörbarer) Haushaltselektronik. Es geht hier um Produktabsatz. Warum Privathaushalte sonst noch einen Breitbandanschluss „unabdingbar“ brauchen würden, erklärt Hüther natürlich nicht.

Man stellt es eben einfach so fest.

Und wenig später im „Handelsblatt“: „Volkswirt Südekum empfiehlt daher einen flächendeckenden Ausbau mit dem superschnellen Mobilfunkstandard 5G. ,Ohne 5G wird es die vollautomatische Fabrik in der Provinz nicht geben‘, betonte er. Auch hier müsste vor allem Ostdeutschland stärker als bisher in den Fokus rücken: In Sachsen-Anhalt, in den Regionen Altmark, Magdeburg und Halle/Saale, steht die digitale Infrastruktur noch ganz am Anfang.“

Vollautomatische Fabriken in der Provinz? Welcher Unternehmer wird so wahnsinnig sein, eine vollautomatische Fabrik in die Provinz zu setzen, wo er weder die qualifizierten Wartungskräfte findet noch die nötigen Anschlüsse an Schiene und Straße?

***

Und nicht nur das fand Rico Gebhardt, Vorsitzender der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, an dieser „Studie“ arg bedenklich: „Hinter dem Hauptgrund für Strukturschwäche von Regionen bei uns, der ,Demographie‘, steckt ein schlichter Fakt: Die CDU hat mit ihrer Treuhand- und Niedriglohnpolitik eine halbe Generation junger Leute in den Westen vertrieben. Sie haben vielerorts in Sachsen schlicht keine Ausbildungs- und Arbeitsplätze gefunden, und wenn später doch, waren sie nicht selten so schlecht bezahlt, dass man davon nicht vernünftig leben kann. In Sachsen werden 61 Prozent der Beschäftigten nicht nach Tarif bezahlt – das ist bundesweit ein trauriger Spitzenwert. Vorstöße der Landtags-Linksfraktion und der Gewerkschaften, mit einem neuen Vergabegesetz dafür zu sorgen, dass wir Steuergelder nur noch für öffentliche Aufträge ausgeben, bei denen die Beschäftigten anständig bezahlt werden, hat die CDU/SPD-Koalition abgelehnt.“

Dass es im Osten so viele abgehängte Regionen gibt, ist also das Ergebnis politischer Entscheidungen und gewollt. Kein einziger verantwortlicher Bundespolitiker der frühen 1990er Jahre hat auch nur einen Gedanken daran verschwendet, im Osten mehr als nur drei, vier industrielle Kerne zu sichern. Man hat auf die Genialität des Freien Marktes gesetzt. Das Ergebnis war eine 90-prozentige Marktberäumung, die Millionen Arbeitskräfte im Osten freisetzte, über die sich westdeutsche Unternehmen natürlich freuten.

Die Rettungsprogramme, die dann aufgelegt wurden, schufen zwar neue riesige Infrastrukturen im Osten – aber auch den bis heute blind wuchernden Glauben, dass man mit Gewerbegebieten und Autobahnen „wirtschaftliche Entwicklung“ auch noch in die letzte Ecke bringen kann. Das Breitband-Denken kommt aus demselben Topf.

***

„Es reicht nun auch nicht, ein paar Autobahnanschlüsse nachzureichen – damit wird die Jugend kaum in den genannten ost- und südsächsischen Gebieten zu halten sein. Eher schon mit flächendeckendem schnellem Internet, denn dann ließe sich viel gut bezahlte Arbeit auch am Rechner auf dem Dorf erledigen“, meint Gebhardt, der von diesem Denken sichtlich auch nicht ganz frei ist. „Wie schlecht es aber zurzeit noch mit der Breitbandversorgung in Sachsen aussieht, wissen viele von uns aus eigener leidvoller Erfahrung.“

Gefreut hat er sich freilich darüber, dass der Chef des unternehmerfreundlichen IW sagte: „Natürlich rechnet sich der öffentliche Personennahverkehr nicht, sonst würden es ja Private machen.“

„Genau das aber ist in Sachsen vom Staat unter CDU-Regie versucht worden – die Ergebnisse sind seit dem Städtebahn-Crash landesweit im Bewusstsein: Plötzlich fährt gar kein Zug mehr“, so Gebhardt. „Woanders fahren Züge, die zeitgemäßen Fahrgastansprüchen nicht genügen. Deshalb muss der Freistaat sowohl Nahverkehr als auch Breitband in die öffentliche Hand nehmen und selbst verantwortlich mit eigenen Landesgesellschaften steuern. Nur so lässt sich Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse überall garantieren. Wir werden für eine Politik sorgen, die nicht mehr zum Davonlaufen ist!“

***

Aber diese „Gleichwertigkeit“ ist ein Trugschluss, den auch die „Studie“ des IW wieder bestärkt. Mit ihrer Philosophie der „abgehängten Regionen“ hämmert sie wieder das alte Wettbewerbsdenken in die Köpfe der Leser, als müssten alle Regionen hochproduktive Wirtschaftsstandorte sein. Das waren sie auch früher nicht. Auch im 19. und 20. Jahrhundert gab es gravierende Niveauunterschiede zwischen den „Werkstätten“ des Industrielandes Deutschland (Sachsen, Ruhrpott und Schlesien), die nicht zufällig genau dort entstanden, wo der Brennstoff Kohle leicht verfügbar war, und weiteren, rein landwirtschaftlich geprägten Regionen wie Niedersachsen, Mecklenburg oder selbst Bayern.

Die Lage änderte sich immer nur dann, wenn mit milliardenschwerem Förderaufwand neue industrielle Kerne hochgezogen wurden. Und zwar punktuell. Die Region um München ist dafür das beste Beispiel. Denn in diesen Kernen mit ihren dichten Infrastrukturen (zu denen auch die Hochschulen gehören) siedeln sich die neuen Unternehmen an. Die wählen ihren Standort nicht danach aus, ob das Land schön billig und überall viel Platz ist. Sie brauchen diese Kompaktheit geradezu, um ihre wichtigsten Grundbedürfnisse als Unternehmen zu erfüllen.

***

Wenn das IW von erfolgreichen und abgehängten Regionen redet, verkehrt sie eine sich selbst verstärkende Entwicklung in etwas, das man meint, mit neuen Fördergeldern jetzt irgendwie ausgleichen zu müssen. Ohne die Rechnung mit dranzuhängen. Die Kosten solcher Unternehmensansiedlungen, die nötig wären, auch die ländlichen Regionen auf das Niveau Bayerns oder Baden-Württembergs zu hieven, berechnen die unternehmensnahen Studienautoren einfach nicht. Sie versprechen wieder Wundertütenergebnisse mit Breitband und G5. Und verwechseln gleichwertige Lebensverhältnisse mit gleichartigen.

Oder mal so formuliert: Die vorgeschlagenen neue Infrastrukturinvestitionen sind rausgeschmissenes Geld. Die ländlichen Räume brauchen völlig andere Förderungen und Entwicklungsperspektiven. Denn nichts deutet darauf hin, dass ihre Zukunft eine mit ratternden Fabriken sein könnte. Was nicht heißt, dass sie keine lebenswerten Regionen sein könnten. Aber gerade die Strukturen – da hat Gebhardt nämlich recht – die das Leben abseits der Metropolen lebenswert und planbar machen, die haben die CDU-Regierungen in ihrem Sparrausch allesamt gekappt, geschrumpft und ausgedünnt.

Dazu gehört nicht nur der ÖPNV samt dem einst dichten Eisenbahnnetz in Sachsen, dazu gehören auch die vielen geschlossenen Schulen, die Polizeistationen, Gemeindeämter, Ärztehäuser, Krankenhäuser, Dorfläden, Sparkassenfilialen und Postämter. „Rechnet sich nicht“, war der Tenor. Obwohl die politische Aufgabe gewesen wäre, all diese Strukturen zu bewahren und dafür auch andere, neue Ideen umzusetzen – wie zum Beispiel die Gemeinschaftsschule.

Und das nächste Thema ist der Umgang mit der Landwirtschaft, die auch deshalb kaum noch Arbeitsplätze bietet, weil fast nur noch riesige Agrarfabriken dominieren, ökologische Landwirtschaft aber genauso ausgebremst wird wie die Windenergie. Sämtliche Ansätze, in den ländlichen Regionen wieder Existenzgrundlagen zu schaffen, wurden torpediert. Bis hin zur EU-Agrarpolitik, die die Fördermilliarden vor allem in die Agrarfabriken pumpt, zu Leuten, die so viel Geld haben, dass sie aus der Westentasche ganze Landwirtschaftsbetriebe mitsamt ihren Äckern aufkaufen können.

Nur findet man dazu in der IW-„Studie“ kein Wort, als würden sich diese Leute überhaupt nicht für die tatsächlichen Wirtschaftsstrukturen der „abgehängten Regionen“ interessieren. Und so wird das Märchen weitergeschrieben und reihenweise werden Politiker jetzt wieder das Lied von G5 und Breitband singen und dabei (trotz 30 Jahren völlig anderer Erfahrungen) so tun, als müsste man jetzt auch nur noch diese tolle Technologie übers ganze Land legen, und dann wird das schon aufwärts gehen in Ostsachsen, Meck-Pomm oder Südbrandenburg.

Der „Handlungsbedarf“, den das IW Köln suggeriert, ist fiktiv und außerdem falsch. Er bietet die falsche Medizin für Regionen, die nicht zu den industriellen Metropolregionen gehören.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

MetropolregionIW KölnLändlicher Raum
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Corona-Hilfe made in Leipzig: Initiativen, Ideen und Hilfsangebote aus der Zivilgesellschaft zur Milderung der Coronakrise
Alles dicht im Einkaufsmekka Bahnhofspromenaden - nur Apotheken, Lebensmittelhändler und Drogerien haben noch geöffnet. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIn den vergangenen Tagen ist nach dem atemlosen Zuschauen der hereinprasselnden Verfügungen und Veränderungen seitens des Freistaates Sachsen eine erste Welle von Ideen und Initiativen entstanden. Alle sollen dazu dienen, über die staatlichen Lösungsangebote hinaus, erste Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern. Die LZ hat die besten Initiativen herausgesucht und hofft, dass sich je nach eigenen Prioritäten auch die Leser unserer Zeitung an der einen oder anderen gelungenen Idee beteiligen.
Donnerstag, der 2. April 2020: Obdachlose, Geflüchtete und Senioren leiden besonders
Altenpflegeheim in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserFür Obdachlose, Geflüchtete sowie Senioren und andere Pflegebedürftige ist die Coronakrise besonders problematisch. Die einen leiden unter fehlenden Einnahmen durch den Verkauf einer Straßenzeitung, andere sind von fehlender Hygiene und starker Isolation betroffen. Heute wurde außerdem bekannt, dass die Modernisierung der Hauptfeuerwache deutlich teurer wird. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 2. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
BSV Schönau: Pachtvertrag am Cottaweg endet – und dann?
Wohin geht's für den BSV Schönau, wenn der Pachtvertrag am Cottaweg endet? Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDer BSV Schönau wird seinen angestammten Sportplatz am Cottaweg verlassen (müssen). Erst hieß es, er würde sich zukünftig einen Sportplatz mit der Spielvereinigung Leipzig teilen. Nach Informationen der LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) sind diese Pläne inzwischen aber vom Tisch. Wie geht es nun weiter? Die LZ hat beim Sportamt der Stadt Leipzig nachgefragt.
Kahler Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule soll mit Containeranbau bebaut werden
Baumfällungen auf dem Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 26. Februar kreischten die Sägen. Der Blick aus den Fenstern des Hauses der Demokratie zeigte Heftiges: Auf dem benachbarten Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule wurde ein Dutzend Bäume gefällt. Einfach so: Linden, Bergahorne, prächtige Bäume. Waren sie krank? Werden derzeit nicht überall im Stadtgebiet Bäume gefällt, weil sie die Rußrindenkrankheit haben oder von Trockenheit geschädigt sind? Die Aufklärung gab es erst eine Woche später. Und die hatte es in sich.
Linke Abgeordnete fordert endlich spürbare Maßnahmen gegen rechtsradikale Kriminalität
Rechtsradikale Brandstifter blieben in Sachsen lange unbehelligt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie offizielle Kriminalitätsstatistik der sächsischen Polizei ist das eine. Meist ist sie nur ein riesiger Berg von Daten, bei denen nicht mal klar ist, wie relevant sie sind. Etwas mehr Klarheit gewinnen die Abgeordneten des Sächsischen Landtages, wenn sie regelmäßig die Straftaten in den Bereichen der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) abfragen. Kerstin Köditz, die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, ist natürlich besonders an rechtsmotivierten Straftaten interessiert.
Corona in Leipzig: Gähnende Leere in Bussen und Bahnen, aber der ÖPNV läuft
Die Dresdner Straße kurz vor der Kurve. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserVor vier Tagen titelte die BILD: „6 Millionen Euro Verluste für die Leipziger Verkehrsbetriebe“. Klar, auch die LVB sind nicht gefeit vor Einbußen durch die derzeitige Situation: Inzwischen gehören nahezu leere Bahnen und Busse zum alltäglichen Stadtbild. Trotzdem läuft der Öffentliche Nahverkehr unermüdlich weiter. Und das wird auch so bleiben, erklärt Marc Backhaus, Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe.
Gewerkschaft warnt davor, das Arbeitszeitgesetz in der Lebensmittelbranche auszuhebeln
Damit der Einkaufskorb nicht leer bleibt: Beschäftigte in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk arbeiten aktuell auf Hochtouren. Foto: NGG

Foto: NGG

Für alle LeserWahrscheinlich braucht es tatsächlich solche einschneidenden Krisen, damit auch die Politik wieder sieht, wer in unserer Gesellschaft tatsächlich systemrelevant ist. Das sind tatsächlich die Menschen in den Berufen, ohne die auch in Ausnahmezeiten nichts läuft. Darunter auch die Beschäftigten in der Lebensmittelproduktion. Sie sorgen für Nachschub im Supermarkt: Die rund 800 Leipzigerinnen und Leipziger, die in der Lebensmittelindustrie arbeiten.
Jahnallee, Ranstädter Steinweg, Connewitzer Kreuz, Innenstadtring: Überall fehlen jetzt Fahrspuren für den Radverkehr
Die freigeräumte Corona-Spur an der Haltestelle Hauptbahnhof. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserEigentlich wäre es ein kluger Schritt gewesen, gerade in Zeiten von Corona ein paar Fahrspuren gerade in Innenstadtnähe für Radfahrer freizuräumen. Aber dazu hat sich Leipzigs Verwaltung noch nicht durchgerungen. Dafür schuf die Stadt jetzt an der Haltestelle Hauptbahnhof Platz für die an Bahnsteig 1 wartenden Fahrgäste. Dafür wurde tatsächlich eine ganze Fahrspur zur Verfügung gestellt. Das freut den Leipziger Ökolöwen – ein bisschen.
Sachsens aufgeblasene Statistik zur politisch motivierten Kriminalität
Entwicklung der politisch motoivierten Kriminalität aus Sicht der sächsischen Polizei. Grafik: SMI

Grafik: SMI

Für alle Leser„Die Zahl der Straftaten im Freistaat Sachsen ist im Jahr 2019 erneut gesunken“, meldete das Sächsische Innenministerium am 26. März und staunte geradezu, wie in fast allen Deliktbereichen die Zahlen geschrumpft waren, ohne dass Innenminister Roland Wöller erklären konnte, warum das so war. Aber ein Themenfeld fand er dann doch noch irgendwie bemerkenswert: die „politisch motivierte Kriminalität“.
Barfuß vor Penelope: Mit offenen Augen und unersättlicher Liebe zum Überfluss der Welt
Volker Sielaff: Barfuß vor Penelope. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Dichter, die tun so, als wären sie nicht von dieser Welt. Und es gibt jene, denen nichts wichtiger ist, als über diese Welt zu schreiben, ihr eigenes Dasein mittendrin, ihr Ausgesetzt- und Ausgeliefertsein. Die gar nicht anders können, als stets betroffen und gemeint zu sein von allem, was ihnen zustößt. Der Dresdner Autor Volker Sielaff ist so einer. Und wer hinter dem Penelope-Titel fein sortierte antike Verse erwartet, wird eines Besseren belehrt. Sofort. Mit einer zehnseitigen Liebeserklärung.
Mittwoch, der 1. April 2020: Zahlen zur rechten Gewalt in Sachsen
Kerstin Köditz (Linke). Foto: DiG/trialon

Foto: DiG/trialon

Für alle LeserDie Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz und die Opferberatungsstelle RAA haben heute jeweils ihre Zahlen zu rechter Gewalt im vergangenen Jahr vorgestellt. Die positive Nachricht ist, dass es zumindest keinen Anstieg gab. Außerdem gibt es nun mehr Platz für ÖPNV-Fahrgäste am Bahnhof und die Klimabewegung kämpft für Geflüchtete auf den griechischen Inseln. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 1. April 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
SFV-Präsident Hermann Winkler: „Die Attraktivität des Spielbetriebs aufrechterhalten.“
Hermann Winkler - Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV). Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDas Fußballmagazin Kicker schlägt Alarm. Unter der Schlagzeile „Deutschland verliert 3.450 Nachwuchsteams in einem Jahr!“ wird ein dramatischer Rückgang der Anzahl junger Fußballerinnen und Fußballer beschrieben. Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) nahm dies zum Anlass, beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) nachzufragen, wie sich die Situation im Freistaat darstellt. Ein Interview mit SFV-Präsident Hermann Winkler.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #25
Die Corona-Krise beschleunigt das Sterben der Lokalzeitungen in den USA. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserDer Teufel scheißt auf den größten Haufen, auch wenn es ein Haufen Viren ist. Scheißegal. Der Teufel sagt sich: Geschäft ist Geschäft – und legt los. In diesem Fall plumpsen die Goldtaler, die aus der Berichterstattung über die Coronakrise entspringen, auf Google, Facebook und die großen Medienhäuser darnieder, derweil Lokalzeitungen nur ein paar Spritzer abkriegen.
Was die Corona-Krise die Leipziger Messe kosten wird, ist noch lange nicht bezifferbar
Glashalle der Neuen Messe mit Planschbecken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas wirkt jetzt schon fast wie eine Geschichte aus dem letzten Jahr, obwohl es erst am 3. März passiert ist: Da sagte die Leipziger Messegesellschaft nach langen und heftigen Diskussionen die Buchmesse ab und sorgte damit sofort für ein Erdbeben bei Verlagen und Autor/-innen. Denn viele von ihnen bekamen sofort wirtschaftliche Probleme. Da war noch gar nicht absehbar, dass bald eine ganze Wirtschaft in den Stillstands-Modus geschickt werden würde. Damals stellte die Linksfraktion ein paar nur zu berechtigte Fragen.
Was sind triftige Gründe, um das Haus verlassen zu dürfen?
Alle schön verteilt am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKennt Ihr dieses alte Kinderspiel, das manche für rassistisch halten? Wen die Diskussion darüber, ob es das tatsächlich ist, interessiert, dem empfehle ich folgende Internet-Seite: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann: Herkunft & Alternativen“ auf Giga.de.