Die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland und das Wasserstoffnetzwerk HYPOS haben den Mitteldeutschen Wasserstoffatlas veröffentlicht. Die Print- und Onlinepublikation präsentiert über 70 Projekte und Akteure aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und gibt erstmals einen umfassenden Überblick über die mitteldeutsche Wasserstoffbranche. Der Raum um Halle und Leipzig entwickelt sich zur Wasserstoffregion.

Und damit zu einem der wichtigsten Bausteine, die gebraucht werden, wenn hier die Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Denn Grüner Wasserstoff wird vor allem in der energieintensiven Industrie gebraucht, wenn fossile Brennstoffe wegfallen.

Und längst entstehen im mitteldeutschen Raum die ersten Strukturen, mit denen der überschüssige Strom aus erneuerbarer Energiegewinnung zur Wasserstofferzeugung genutzt werden kann. Der Wasserstoff wiederum kann dann gespeichert und dorthin transportiert werden, wo er als Energielieferant gebraucht wird.

„Der mitteldeutsche Wasserstoffatlas präsentiert erstmals die Innovationspotenziale und Themenvielfalt der regionalen Wasserstoffbranche in gebündelter Form. Mit der Publikation präsentieren wir die Wasserstoffregion Mitteldeutschland bundesweit und geben regionalen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung ein weiteres Instrument zur länderübergreifenden Vernetzung an die Hand“, erklärt Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland.

„Mit der Veröffentlichung setzen wir unsere gemeinsamen Aktivitäten zum Aufbau einer mitteldeutschen Wasserstoffwirtschaft fort. Unter dem Leitmotiv ‚Wasserstoff ist Wirtschaftskraft‘ wollen wir so neue Impulse für Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze in der Region generieren“, so Joachim Wicke, Vorstandsvorsitzender des HYPOS Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e. V.

Der Mitteldeutsche Wasserstoffatlas stellt über 70 aktuelle Wasserstoffprojekte aus Mitteldeutschland vor, darunter 29 Forschungsvorhaben im Rahmen von HYPOS. Neben einer Printausgabe der Publikation, die in den nächsten Tagen an Akteure der regionalen Wasserstoffbranche verschickt wird, steht diese auch online unter www.wasserstoffregion-mitteldeutschland.de als PDF zum Download bereit. Darüber hinaus können die Informationen online auch über eine interaktive Googlemaps-Karte abgerufen werden.

Mitteldeutscher Wasserstoffatlas. Cover: Metropolregion Mitteldeutschland
Mitteldeutscher Wasserstoffatlas. Cover: Metropolregion Mitteldeutschland

Den Ausgangspunkt für die Broschüre bildet die begleitende Posterausstellung auf dem 1. Mitteldeutschen Wasserstoffkongress am 2. November 2021 in Leuna (Sachsen-Anhalt), zu dem rund 220 Akteure der regionalen Wasserstoffwirtschaft sowie aus Politik und Verwaltung zusammenkamen. Für den Mitteldeutschen Wasserstoffatlas wurde diese um weitere Projekte ergänzt und soll auch zukünftig fortgeschrieben werden.

Das HYPOS-Netzwerk

Seit 2013 ist der HYPOS e. V. ein Netzwerk für alle Interessierten der Wasserstoffwirtschaft. HYPOS kombiniert mit über 150 Mitgliedern die Potenziale innovativer KMU mit den Kompetenzen der Industrie sowie der Expertise von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Gemeinsam verfolgen alle HYPOS-Mitglieder das Ziel, eine sektorenübergreifende Grüne Wasserstoffwirtschaft zu etablieren.

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 45 Millionen Euro erforschen 34 Projektkonsortien Innovationspotenziale von der Strombereitstellung über Herstellung, Speicherung, Verteilung und Nutzung von Grünem Wasserstoff in den Bereichen Chemie, Raffinerie, Mobilität und Energieversorgung.

Mit dem Ausbauplan des mitteldeutschen H2-Pipelinenetzes sowie Bildungsprojekten wie „HYPOS macht Schule“ beschleunigt HYPOS den industriellen Einsatz sowie die Akzeptanz Grüner Wasserstoffanwendungen in der Wasserstoffregion Mitteldeutschland.

In der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion Mitteldeutschland.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten alle Artikel der letzten Jahre auf L-IZ.de zu entdecken. Über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

- Anzeige -

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar