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Wasserstoffkonferenz in Leuna: Die Wasserstoffregion Mitteldeutschland könnte eigentlich loslegen

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    Der 1. Mitteldeutsche Wasserstoffkongress tagte am Dienstag, 2. November, in Leuna. 220 Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung waren dort auf Einladung der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland und des Wasserstoffnetzwerkes HYPOS zusammengekommen. Die meisten kannten sich sogar schon vorher, denn seit 2013 ist grüner Wasserstoff in der Region ein Thema.

    Und eigentlich hätte man schon viel weiter sein können, hätten Bund und Land den Ausbau der Erneuerbaren Energie nicht so radikal gebremst. Noch 2019 mahnte die Hypos-Initiative vergeblich. Die Bundesregierung sah sich nicht mal bemüht, die Bremsen beim Ausbau der Erneuerbaren zu lockern.„Die vollständige Dekarbonisierung der Energieversorgung und Wirtschaft in Europa bis zum Jahr 2050 ist eine große Chance für Mitteldeutschland. Denn die Region verfügt bei der Schlüsseltechnologie ‚Grüner Wasserstoff‘ dank der vorhandenen Infrastruktur, Wertschöpfungsketten, Industriepartner und Forschungskompetenzen über ideale Voraussetzungen, um ganz vorn dabei zu sein“, betonte zum Auftakt des Kongresses Burkhard Jung, 1. Vorsitzender der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig.

    „Mit dem Aufbau einer mitteldeutschen Wasserstoffwirtschaft können wir die vorhandenen industriellen Kerne in der Region durch eine neue Rohstoff- und Energiebasis sichern und neue Impulse für Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze generieren.“

    Videomitschnitt der Veranstaltung in Leuna.

    Der grüne Wasserstoff wird eine ganz zentrale Rolle spielen müssen, wenn die Stromerzeugung aus Kohle im Mitteldeutschen Revier endet. Und das kann viel früher passieren, als es sich behäbige Minister bislang erträumt haben.

    Forschung zur Wertschöpfungskette seit 2013

    „Wir sind stolz darauf, dass der bereits 2013 von uns initiierte Forschungsprozess entlang der gesamten Wertschöpfungskette des ‚Grünen Wasserstoffs‘ jetzt Form der ersten Leuchtturmprojekte in die industrielle Anwendung mündet“, betont Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland und Vorstandsmitglied des Wasserstoff-Netzwerkes HYPOS.

    „Im jetzt beginnenden globalen Wasserstoff-Wettbewerb müssen wir die großen Potenziale der Region bündeln und in enger, länderübergreifender Zusammenarbeit gemeinsam weiter ausbauen, der heutige Tag war ein gelungener Startschuss für die gemeinsame Wasserstoffregion Mitteldeutschland.“

    Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, der live per Video zugeschaltet war, betonte in seinem Grußwort die Chancen durch die Technologie für den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier. „Der 1. Mitteldeutsche Wasserstoffkongress kommt einer Willensbekundung aller Beteiligten gleich, diesen Prozess gemeinsam zu gestalten“, so der Ministerpräsident in seiner Rede.

    Wo bleiben die Erneuerbaren?

    Ein beherrschendes Thema auf dem 1. Mitteldeutschen Wasserstoffkongress war der notwendige Ausbau der erneuerbaren Energien, um die zukünftigen Bedarfe an „Grünem Wasserstoff“ decken zu können.

    Darüber diskutierten auf dem Podium Thomas Wünsch, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Carsten Feller, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft und Dr. Gerd Lippold, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft.

    1. Mitteldeutscher Wasserstoffkongress am 02.11.2021 in Leuna. Foto: Tom Schulze
    1. Mitteldeutscher Wasserstoffkongress am 02.11.2021 in Leuna. Foto: Tom Schulze

    Auf großes Interesse bei den Kongressteilnehmern stieß die Vorstellung der Zwischenergebnisse der aktuell laufenden Potenzial- und Machbarkeitsstudie „Wasserstoffnetz Mitteldeutschland“.

    Die von der Metropolregion Mitteldeutschland und mehr als einem Dutzend regionaler Partner in Auftrag gegebene Studie ermittelt die zukünftigen Bedarfe und Erzeugungspotenziale für Wasserstoff in der Region bis zum Jahr 2040 und wird Handlungsempfehlungen für den schrittweisen Ausbau der vorhandenen Infrastruktur zu einem mitteldeutschen Wasserstoffnetz geben. Die finalen Ergebnisse sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

    Im Rahmen der Veranstaltung präsentierten 21 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Netzwerke aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ihre aktuellen Wasserstoffprojekte in den Bereichen Energieversorgung, Rohstoffsicherung und Mobilität, darunter BMW, DHL, Linde, TotalEnergies, VNG, LEAG, Südzucker, die L-Gruppe und die Fraunhofer-Gesellschaft. In einer begleitenden Posterausstellung wurde mit über 60 Vorhaben die komplette Bandbreite der Wasserstoffaktivitäten in Mitteldeutschland vorgestellt.

    In der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion Mitteldeutschland.
     
    Seit 2013 ist der HYPOS e. V. ein Netzwerk für alle Interessierten der Wasserstoffwirtschaft. HYPOS kombiniert mit über 145 Mitgliedern die Potenziale innovativer KMU mit den Kompetenzen der Industrie sowie der Expertise von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Gemeinsam verfolgen alle HYPOS-Mitglieder das Ziel, eine sektorenübergreifende Grüne Wasserstoffwirtschaft zu etablieren.

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