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Leipzigs Haltestellen bieten nicht wirklich Schutz gegen Sonne und Hitze

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    Schwitzen im Büro, schwitzen in der Bahn - und an der Haltestelle steht man in der prallen Sonne. Auch dieses Ergebnis liefert die Befragung der Leipziger zum Klimawandel noch. Irgendwann hat Leipzigs Verwaltung so viele Daten zum ÖPNV, dass man eigentlich nur noch alles umsetzen muss. Wenn man denn einen klimaverträglichen ÖPNV in Leipzig will. Denn es hilft eben nichts, nur auf die umweltfreundliche Transportart zu verweisen.

    Wenn man beim Nutzen von Bus und Bahn leidet, bleibt das Argument Klimaschutz schnell auf der Strecke. Übrigens auch das eine Erkenntnis aus der „Bürgerumfrage 2014“: Umweltschonend verhalten sich die Leipziger gern – wenn sie dafür nicht auch noch extra zur Kasse gebeten werden. Und wenn sie nicht leiden müssen dafür.

    So ein wenig versuchen ja die Statistiker der Stadt, die die Befragung zum Klimawandel ausgewertet haben, das Argument zu entkräften, dass der ÖPNV aufgrund seiner Probleme in Hitzezeiten auch Fahrgäste verliert. Doch wenn man die Befragungsergebnisse zu den Haltestellen dazu nimmt, wird das Bild noch vollständiger: Auch Straßenbahnfahren wird höchst unangenehm, wenn man vorher schon wie ein Hähnchen auf dem Grill gebraten wurde.

    Konkret wurde zu den Haltestellen der LVB gefragt. Die aktuellen Wartehäuschen gehören den LVB eigentlich nicht, sondern dem Werbeunternehmen, das die Konzession dafür von der Stadt erworben hat. Die Konzessionen werden neu ausgeschrieben. Und damit steht auch das Thema Wartehäuschen auf der Tagesordnung. Wenn der aktuelle Inhaber der Konzession – JCDecaux – nicht wieder den Zuschlag erhält, nimmt er die Wartehäuschen eh mit. Aber die Stadt wäre sowieso klug beraten, vor Beginn eines neuen Vertrages zu klären, ob die Häuschen besser werden sollen.

    Die aktuellen Unterstände sind eher was für hartgesottene Mitmenschen. Die höchsten Zustimmungswerte erhalten die überdachten Haltestellen beim Thema Regen – 50 Prozent Zustimmung bei Vielnutzern, 38 Prozent bei Wenignutzern. Tatsächlich gibt es – vertragsbedingt – viel zu wenige Haltestellenüberdachungen in der Stadt. Das Kontingent ist durch den aktuellen Vertrag begrenzt. Deshalb sind viele Haltestellen auch weiterhin ohne Dach.

    Gegen Wind schützen die aktuellen Überdachungen kaum. Hier fühlen sich nur 25 Prozent der Vielnutzer geschützt. Aber das ist sogar noch mehr als bei Schutz gegen Sonne. Nur 22 Prozent der Vielnutzer finden unter den kleinen Überdachungen den nötigen Sonnenschutz. Die meisten stehen zwangsläufig in der prallen Sonne.

    Und bei Hitze wird es noch einen Zahn schärfer: nur 8 Prozent der Vielnutzer fühlen sich geschützt, 12 Prozent der Wenignutzer.

    Das Ganze ist zwar vor Jahren mal schön in das Design des Werbeunternehmens eingepasst worden, aber in der Praxis sind die Überdachungen mehr Zier als Hilfe.

    „Da müssten wir uns eigentlich was einfallen lassen“, sagt Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal, der die Umfrage in Auftrag gab. Und das müsste auch über die simple Gestaltung der Wartehäuschen hinausgehen. Eigentlich müssten sich die Verkehrsbetriebe generell etwas zur Gestaltung und Bestückung der Haltestellen einfallen lassen. Denn zärtlicher wird das Klima ja nicht. Die Haltestellen müssen einen gewissen Schutz gegen stärkere Wind- und Regenereignisse bieten, aber sie müssen auch Schatten bieten für die Wartenden.

    Leipzigs Statistiker sprechen von einer „Zufriedenheitslücke“. Die entsteht, wenn das Angebot nicht den Erwartungen entspricht. Und genauso wichtig wie Verkehrsinformationen (95 Prozent) finden die Leipziger an Haltestellen nun einmal den Schutz vor Regen und Nässe (94 Prozent). Schutz vor Wind kommt zwar in der Nennung nur auf 70 Prozent, Schutz vor Sonne auf 64 Prozent. Aber gerade bei Schutz vor Sonne, so die Statistiker, ist die Zufriedenheitslücke „vergleichsweise groß“.

    Übrigens wurde das derzeit auch diskutierte Thema der (fehlenden) Papierkörbe ebenfalls angesprochen: 93 Prozent der Leipziger erwarten, dass an Haltestellen Papierkörbe hängen. 72 Prozent wünschen sich Sitzgelegenheiten, 35 Prozent immerhin auch Fahrradabstellanlagen. Ein tatsächlich sehr kärglich diskutiertes Thema derzeit, das gerade an Haltestellen am Stadtrand sehr wichtig ist, wo man oft genug nur mit dem Fahrrad schnellen Anschluss an die Straßenbahn hat.

    Aber das ist ein gewaltiges Thema. Die Statistiker nennen sogar die Zahlen. Immerhin geht es um 1.348 Haltestellen im Stadtgebiet, nur 681 verfügen über einen Fahrgastunterstand (50,5 Prozent). Die Befragung – so die Statistiker – bestätige eindeutig die Erforderlichkeit von Unterständen.

    Und weil die Teilnehmer der Befragung auch um ihre Meinung gebeten wurden, ob denn nun mehr Überdachungen gebaut werden solllten, gibt es auch dieses Ergebnis: 60 Prozent der Befragten sagen „ja“, nur 9 Prozent „nein“. Der Rest hat wie so oft keine Meinung, möglicherweise auch deshalb, weil die Meisten  davon Autofahrer sind. Von den Vielnutzern sagten übrigens 78 Prozent, dass mehr Überdachungen gebraucht werden. Das ist die Kundschaft, von der auch die LVB gern reden. Und es gibt wohl wenige Unternehmen, die gern mit einer Zufriedenheitslücke solcher Größe unterwegs sind.

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      5 KOMMENTARE

      1. Deine Glashaushinweise sind unverständlich, denn allen fehlt der Steinewerfer.

        Meine Kommentare haben inhaltlichen Bezug – dieser fehlt deinen Wortmeldungen durchgehend.

        Ich verstehe, dass du dich auf or­tho­gra­fische Leckerbissen stürzt, aber satt machen die nicht.

        „Es ist leicht, die Fehler der anderen,
        aber schwierig, die eigenen zu sehen.
        Die Fehler der anderen siebt man heraus wie Spreu,
        die eigenen verbirgt man, wie ein Falschspieler einen unglücklichen Wurf.

        Wenn du dich auf die Fehler anderer konzentrierst
        und dauernd an ihnen herumnörgelst,
        gedeiht deine Gier mehr und mehr,
        ohne Chance, sie zu beenden.
        (Dhammapada 252/253)“

        http://www.phathue.de/allgemeines/fehler-anderer-sieht-man-leicht/

      2. Die Punkte beim e.t.c. sind allerdings wirklich sehr originell.

        Auch jetzt wieder: Glashaus.

        Wieso, JG, sind Deine Kommentare immer von so unterschiedlicher Qualität? Mal richtig gut und sachlich, dann wieder auf hohlen Krawall gebürstet.

      3. „…Dächern, den Glaskästen uvm.Von seiten der LVB wollte …“

        Anmerkung: Vermutlich meintest Du „und vieles mehr“. Gebräuchlich ist allerdings eher „und viele[s] andere [mehr]“, was sich „u. v. a.“ oder „u. v. a. m.“ abkürzt.

        Und das fehlende Leerzeichen nach dem letzten Satzzeichen, ist sehr ganz böse.

        Ich weiß nicht, wieso manche Leute die Rechtschreibung immer wieder neu erfinden, obwohl diese doch für alle festgeschrieben ist.

        Stef(h)an, hör auf mit deinen Spielchen. Bring dich inhaltlich ein (wenn du kannst) und maßregle nicht ständig die andere (Monika, JG, Olala, e.t.c.).

      4. Schon vor gefühlten fünfzehn Jahren, bei der Einführung, wurde dieses „Modell“ kritisiert, aber das war den LVB eh egal (weil nicht der „Betreiber“), denen die Fahrgäste sowieso nur als selbstzahlende und selbstverpackende Transportgüter erscheinen.

        Allerdings ist das wirkliche Desaster die Gestaltung der Haltestelle Hauptbahnhof mit den getrennten Dächern, den Glaskästen uvm.Von seiten der LVB wollte man mir mit dem Zentimeterband weismachen, dort sei ebensoviel Aufstellraum wie vor dem großen Umbau (man erinnere sich: alles ebenerdig, und man stand zwischen den fahrenden Trams). Selten so dreist mit verkürzter Wahrheit gelogen.

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