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Hitzebelastung

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Hitzebelastung im inneren Stadtgebiet am 21. Juni 2022. Karte: Stadt Leipzig, Screenshot: LZ

Hitzebelastung in Leipzig: Karte für die neue Stadtklimaanalyse für Leipzig ist online

Nicht nur im Stadtrat wird die Hitzebelastung in Leipzig mit zunehmenden Hitzetagen immer öfter thematisiert. Das Thema hat in seiner Dringlichkeit auch die Stadtverwaltung erreicht. Auch wenn vor wenigen Jahren der Umgang mit dem Hitzestress der Bewohner überhaupt noch kein Thema war, rückt es inzwischen auch in den Fokus der Stadtplanung. Eine aktualisierte Karte auf […]

Wo Bäume stehen - wie hier im Waldstraßenviertel - weiß man, wie sehr sie im Sommer kühlen. Foto: Ralf Julke

Drohende Hitzewellen: Grüne fordern „coole Straßen“ für Leipzig

Es wird heißer in Leipzig. Die Hitzesommer 2018 bis 2020 waren nur ein Vorgeschmack von dem, was die Klimaerhitzung für eine Großstadt wie Leipzig bringen wird. Eine Großstadt, die sich durch ihre falsche Bauweise im Sommer sowieso schon um über 5 Grad stärker aufheizt als das Umland. Deshalb braucht Leipzig jetzt „coole Straßen“, fordern die […]

Temperaturen im Stadtgebiet in einer normalen Sommernacht. Karte: Stadt Leipzig, Stadtklimaanalyse

Leipziger Stadtklimaanalyse: Leipzig braucht viel mehr Straßenbäume und das Elsterbecken erhitzt die Innenstadt auch noch in der Nacht

Wahrscheinlich sind es nicht nur die ganzen Einschränkungen durch Corona, die viele Arbeitsprozesse im Leipziger Rathaus verlangsamen. Verwaltungen ticken auch anders, sind lieber übervorsichtig und erarbeiten lieber erst einmal Maßnahmenpläne auf Grundlage von Untersuchungen, mit denen man vorher lieber externe Büros beauftragt. Da können schon mal vier Jahre vergehen. Aber zumindest liegt jetzt Teil 1 der Leipziger Stadtklimanalyse endlich vor.

Aktuell erfreuen sich die Marienkäfer am warmen Oktober in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Grüne kritisieren: Stadtverwaltung hängt bei Maßnahmen zur Klimaanpassung schon wieder hinterher

Leipzig muss sich ändern. Dass war zwar schon vor 2018 klar, als der erste von drei aufeinanderfolgenden Hitze- und Dürresommern die Stadt heimsuchte. Aber die drei Sommer, in denen Wiesen und Bäume vertrockneten und auch die Schäden im Auwald nicht mehr zu übersehen waren, haben richtig Druck auf die Kombüse gebracht. 2019 beschloss der Stadtrat zwar nicht das 10-Punkte-Programm der Grünen gegen Hitze im Stadtgebiet. Aber die Verwaltung bot an, einen Maßnahmeplan vorzulegen. Im Sommer 2020 sollte die Bestandsaufnahme fertig sein.

Austrocknender Teich im Rosental. Foto: Michael Freitag

Grüne werden ungeduldig: Wo bleibt das 10-Punkte-Programm gegen Hitze im Stadtgebiet?

Erst vertrösten und dann nicht liefern? Das geht so nicht, findet die Grünen-Fraktion im Leipziger Stadtrat. Schon im Januar 2019 hatte die Fraktion mit den Erfahrungen aus dem Dürresommer 2018 einen dicken Antrag gestellt, dass Leipzigs Verwaltung ein echtes Maßnahmen-Programm zur Bewältigung von Hitze und Dürre in der Stadt aufstellt. Die Umsetzung hätte sie gern schon 2019 gesehen, aber das Umweltdezernat vertröstete auf das Frühjahr 2020. Aber auch das ist vorbei.

Wenigstens ein bisschen Abkühlung: Brunnen am Richard-Wagner-Platz. Foto: L-IZ.de

Der Ökolöwe kritisiert die Substanzlosigkeit der bisherigen Leipziger Klimaschutzpolitik

Zwei Hitzesommer hat Leipzig gerade hinter sich. Es ist noch offen, ob 2020 gleich der nächste kommt. Aber das alles kam nicht unerwartet. Spätestens 2014 war klar, dass Leipzig sich auf solche Dauerhitzebelastung einstellen muss und entsprechend umgebaut werden muss. Aber passiert ist kaum etwas. Die ämterübergreifende Zusammenarbeit in der Verwaltung klappt überhaupt nicht, kritisiert der Ökolöwe.

Trinkwasser aus dem Leipziger Netz. Foto: Ralf Julke

Hitzewelle birgt Gefahren für die Gesundheit: Gesundheitsministerium rät zu Aufmerksamkeit

Über mehrere Tage andauernde Hitze, wie die gegenwärtige Hitzewelle, kann die menschliche Gesundheit erheblich belasten und beeinträchtigen. Während gesunde junge und mittelalte Erwachsene mit Hitze meist gut zurechtkommen, sind Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Übergewicht oder mit Demenz sowie chronisch kranke Menschen besonders gefährdet.

Sozialdezernent Thomas Fabian. Foto: L-IZ.de

Der Stadtrat tagt: 10-Punkte-Hitze-Antrag der Grünen unterliegt

„Heiße und trockene Sommer sind keine Ausnahme, sondern werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zur Regel. Schnellstmöglich braucht es Maßnahmen, mit denen sich Leipzig an sommerliche Extremwetterlagen anpassen kann. Alle Leipziger haben das Recht auf sommerliche Lebensqualität in kühlen Nachbarschaften“, schrieben die Grünen in ihrem Antrag zu einem „10-Punkte-Programm gegen Hitze im Stadtgebiet“.

Hitzefrei für alle. Grafik: Glücklicher Montag

Ein 10-Punkte-Paket, um Leipzig gegen künftige Hitzesommer zu wappnen

Das Weltklima ändert sich, auch wenn solche Extremsommer wie der von 2018 erst einmal noch die Ausnahme sind. Aber sämtliche Klimaprojektionen für Sachsen verheißen in Zukunft genau solche langen und wasserarmen Hitzeperioden. Städte wie Leipzig sind bestens beraten, wenn sie sich auf solche Hitzesommer vorbereiten. Am Freitag, 14. Dezember, haben die Grünen dafür einen 10-Punkte-Antrag vorgestellt.

Blick über den Leipziger Auenwald. Foto: Ralf Julke

Ankauf von Löschflugzeugen lohnt sich aus Sicht der sächsischen Regierung nicht

Braucht Sachsen Feuerlöschflugzeuge? Die Frage beschäftigte jetzt den Landtagsabgeordneten der Grünen, Valentin Lippmann. Die ausufernden Waldbrände in Brandenburg, die die dortigen Feuerwehren wochenlang in Atem hielten, waren eigentlich Alarmsignal genug. Man konnte zusehen dabei, was passiert, wenn monatelang fehlender Regen die Wälder austrocknen lässt. Aber die Antwort auf die Frage lautete tatsächlich: Nein.

Barbara Klepsch, Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz. Foto: Pawel Sosnowski

Bei Hitze „einen über den Durst trinken“

„Trinken, trinken, trinken“, empfiehlt Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch bei den derzeit anhaltend hohen Temperaturen; natürlich nur alkoholfrei und am besten nur leicht gekühlt, sonst müsse sich der Körper wieder anstrengen, um das kalte Getränk auf Körpertemperatur zu bringen. Die Folge: noch mehr schwitzen.

Kinder prinzipiell im Sommer schützen, z.B. mit einem Sonnenhut. Foto: Barmer/Mathias Kehren

Tödliche Hitzefalle: Kinder niemals im Auto lassen

„Ich bin gleich wieder da, es dauert nur ein paar Minuten“, denken immer noch viel zu viele Erwachsene und lassen ihren Nachwuchs bei hochsommerlichen Temperaturen im Auto zurück. Eine Leichtsinnigkeit, die Kindern das Leben kosten kann.

Barmer schaltet medizinische Hotline

Wie lange kann mein Kind bei der Hitze nach draußen? Wie bleibt mein Kreislauf auch bei 30 Grad auf Trab? Wie überstehen ältere Menschen den Hochsommer unbeschadet? Da die aktuelle Hitzewelle nicht nur positive Seiten hat, sondern den menschlichen Organismus auch kräftig strapaziert, schaltet die Barmer vom 26. Juli bis einschließlich 2. August eine medizinische Hotline.

Wichtige Hinweise zum Verhalten bei extremer Hitze

Auch in den kommenden Tagen ist im Landkreis Nordsachsen mit extremer Hitze zu rechnen. Deshalb ist es angeraten, auf zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu achten. Gesunde Erwachsene sind bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr und normaler Lebensführung weniger gefährdet. Besonders betroffen von Hitzebelastung sind Säuglinge, Kleinkinder, ältere und kranke Menschen.

Das Messfahrzeug des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Leipzigs Umweltamt hat noch immer keine Anpassungsstrategie, stellt aber eine bunte Broschüre vor

Vielleicht haben wir irgendetwas verpasst, irgendeine der vielen Umwertungen von Worten, mit denen Dinge, die einmal klar bezeichnet waren, sich in Mulch verwandeln. Strategie ist so ein Wort. Wie will Leipzig eine „Strategie für die Anpassung an den Klimawandel“ umsetzen, wenn es keinen Feldherren hat? Griechisch: Strategos. Vom Heer („stratos“) müssen wir ja an dieser Stelle gar nicht reden.

Das Messfahrzeug des Deutschen Wetterdienstes vorm Neuen Rathaus. Foto: Ralf Julke

Im Herbst bekommt Leipzig eine feste Messstation des Deutschen Wetterdienstes direkt vor der Hauptfeuerwache

Eigentlich geht es schon lange nicht mehr um den Nachweis des Klimawandels. In den letzten 30 Jahren sind die Temperaturen nicht nur in der Region Leipzig zwischen 0,5 und 1,5 Grad angezogen, gibt es mehr heiße Tage, weniger Frosttage. Und die Frage steht: Halten das die Bewohner der hitzegeplagten Großstadt eigentlich aus? Gerade deshalb kurvte 2014 ein silbergrauer Kleinbus durch Leipzig.

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