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Der Ökolöwe kritisiert die Substanzlosigkeit der bisherigen Leipziger Klimaschutzpolitik

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    Zwei Hitzesommer hat Leipzig gerade hinter sich. Es ist noch offen, ob 2020 gleich der nächste kommt. Aber das alles kam nicht unerwartet. Spätestens 2014 war klar, dass Leipzig sich auf solche Dauerhitzebelastung einstellen muss und entsprechend umgebaut werden muss. Aber passiert ist kaum etwas. Die ämterübergreifende Zusammenarbeit in der Verwaltung klappt überhaupt nicht, kritisiert der Ökolöwe.

    Die Menschen in Leipzig leiden unter den Hitzesommern, das zeigt die Auswertung der jüngsten Klimaumfrage der Stadt Leipzig. Das aber ist keine Neuigkeit. „Guten Morgen, liebe Stadt Leipzig“, sagt Friederike Lägel, umweltpolitische Sprecherin des Ökolöwen. „Dass heiße Sommer eine Folge der Klimakrise sind, ist seit Jahren bekannt und an Lösungsansätzen mangelt es auch nicht.“

    Etliche Lösungsansätze sind auch in der Klimaumfrage aufgelistet und abgefragt worden – darunter auch ganz zentrale, die direkt im Handlungsbereich der Stadt liegen wie die „Begrünung von Straßen und öffentlichen Plätzen“, die schon 2014 von den meisten Befragten genannt wurde, 2018 waren es dann 90 Prozent.

    Baumpflanzungen im Innenhof und Fassadenbegrünung sind zwar Aufgaben der Gebäudeeigentümer. Aber auch hier kann die Stadt mit gut gemachten Begleitprogrammen Unterstützung geben.

    Die „Entsiegelung (z. B. Entfernung von Asphaltflächen) und Begrünung von Plätzen und sonstigen Freiflächen“ ist wieder rein städtische Aufgabe und wird von 66 Prozent der Befragten erwartet.

    Hitzebelastung nach Einkommen der Leipziger. Grafik: Stadt Leipzig
    Hitzebelastung nach Einkommen der Leipziger. Grafik: Stadt Leipzig

    „Abkühlende Grünanlagen“ präsentiert der Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal als Antwort auf die Umfrageergebnisse zum Hitzesommer. Dass Stadtgrün eine zentrale Lösung im Kampf gegen die Überhitzung ist, argumentiert der Ökolöwe und mit ihm über 18.500 Leipzigerinnen und Leipziger durch den Appell „Mehr Grün für Leipzig“ schon seit Jahren: Dach- und Fassadengrün kühlt Gebäude an heißen Tagen, Straßenbäume spenden auf Alltagswegen Schatten und grüne Viertel machen den Sommer in der Stadt erträglich.

    „Eine grüne Stadt ist die ökologisch wertvollste Klimaanlage“, betont Friederike Lägel. „Es erfordert jetzt mutige Verantwortungsträger in der Stadt Leipzig, um die richtigen Weichen zu stellen!“

    Denn das alles hätte längst schon in einem Klimaschutzplan verankert und mit konkreten Umsetzungsschritten untermauert werden müssen. Ohne das ist der ganze Tanz um die Klimaschutzkommune eher ein Placebo für gutgläubige Bürger, die sich mit dem Schein der Tat begnügen.

    Andererseits: Von der Klimaanpassungsstrategie bis hin zum 10-Punkte-Hitzeplan, es gibt längst Konzepte, um Hitzesommern in Leipzig zu begegnen, so der Ökolöwe. Doch faktisch passiert wenig und Zuständigkeiten werden hin- und hergeschoben. Vom Oberbürgermeister, über Amt für Umweltschutz, Amt für Stadtgrün und Gewässer, Stadtplanungsamt sowie Verkehrs- und Tiefbauamt bis hin zur Wirtschaftsförderung, in der Klimakrise sind jetzt alle Verwaltungseinheiten gefragt.

    „Die Stadtverwaltung muss endlich ressortübergreifend arbeiten, denn nur so wird sie handlungsfähig. Leipzigs grüne Zukunft muss jetzt gesichert, gefördert und gepflanzt werden“, appelliert Lägel.

    Denn der Blick in die Klimaumfrage zeigt auch, wie sehr die Hitzebelastung auch ein soziales Problem ist. Abgesehen davon, dass 51 Prozent der Leipziger/-innen die Hitze als belastend empfinden. Aber während besserverdiende Haushalte oft noch ausweichen können, weil sie entweder in modernen, gedämmten Wohnungen leben oder / und Balkon / Loggia / Garten besitzen, leiden besonders die einkommenschwachen Haushalte mit 59 Prozent tagsüber und 65 Prozent nachts unter der Hitzebelastung, haben also praktisch nur den Weg in den Park oder den Auenwald, um der Hitze wenigstens für eine gewisse Zeit zu entfliehen.

    Leipzigerinnen und Leipziger sind besser informiert als 2014 und noch mehr bereit, ihr Verhalten klimafreundlicher zu gestalten

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