ADFC sieht im Ausbau der Fahrradstadt Leipzig den besten und schnellsten Weg zur Vermeidung des Verkehrskollapses

Mit dem Nachdenken über mögliche neue Tunnel für den Leipziger Autoverkehr hat Oberbürgermeister Burkhard Jung wahrscheinlich das falsche Fass aufgemacht. Denn tatsächlich ist derzeit nicht der Autoverkehr das Thema, das in der Leipziger Stadtpolitik diskutiert wird. Die Lösung für die Verkehrsprobleme liegen alle im sogenannten Umweltverbund. In der Schaffung einer Fahrradstadt zum Beispiel, wie der ADFC betont.

Der Leipziger ADFC nimmt sich eine der jüngsten Aussagen von Oberbürgermeister Burkhard Jung zur Brust, dass die Verkehrsprobleme Leipzigs nicht mit einer Steigerung des Fahrradverkehrs um 5 Prozent gelöst werden können. Der stimmt der ADFC Leipzig sogar zu. Denn 5 Prozent Steigerung sind viel zu wenig. In Leipzig ist mehr drin. Kennt der OBM die eigenen Zahlen nicht?

„Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Radverkehr in Leipzig seit 1991 um 15 Prozent pro Jahr zugenommen hat“, erklärt Dr. Christoph Waack, Vorsitzender des ADFC Leipzig. Das heißt konkret, dass 2015 die Leipzigerinnen und Leipziger insgesamt 130 Millionen Wege mit dem Rad zurückgelegt haben, während es 1991 erst 37 Millionen Wege waren. Eine Steigerung des Radverkehrsanteils ist auch weiterhin möglich und nötig. Da ist noch jede Menge Luft drin.

Da ist das, was im „Stadtentwicklungsplan Verkehr und öffentlicher Raum“ für den Radverkehr festgeschrieben ist, sogar viel zu mutlos gedacht. Danach müsste die Zahl der Wege, die mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, bis 2025 lediglich auf 179 Millionen Wege ansteigen.

Das wäre aber nur noch ein Anstieg von 8 Prozent pro Jahr, rechnet der ADFC vor. Ein lächerlicher Wert, wenn man es mit der aktuellen Dynamik auf Leipzigs Straßen vergleicht.

Überhaupt soll der Umweltbund (Nahverkehr, Rad und Fußverkehr) künftig deutlich das Verkehrsbild prägen. Da kommt die Beschwörung von steigenden Kfz-Zahlen nicht gerade gut an. OBM Burkhard Jung ist gerade dabei, die Lösung der Kfz-Probleme wieder zum wichtigsten Thema zu machen, obwohl die Kfz-Menge ja viel damit zu tun hat, dass der Umweltverbund in den vergangenen Jahren immer das Stiefkind der Leipziger Verkehrspolitik war.

Bis 2025 müsste die Zahl der ÖPNV-Nutzer sogar von heute 138 Millionen (Jahresabschluss LVB 2015) auf 206 Millionen steigen, wenn der Anteil des ÖPNV an den Verkehrswegen von 16 auf 25 Prozent steigen soll.

Die Kapazitätsgrenze des LVB-Netzes sieht OBM Jung jedoch bei 180 Millionen Fahrgästen. So hat es eine interne Berechnung der LVB ergeben.

Die Aussagen von OBM Jung zum Ausbau des ÖPNV in Leipzig werden vom ADFC Leipzig daher ausdrücklich begrüßt. Gebot der Stunde sei aber die Förderung des Radverkehrs. Leipzig dürfe nicht hinter die selbst gesteckten Ziele zum Klimaschutz zurückfallen.

„Ein Ausbau des Straßennetzes für den Autoverkehr konterkariert alle Bemühungen zur Einhaltung der Klimaschutzziele und des Luftreinhalteplans“, kommentiert Dr. Christoph Waack die am Dienstag öffentlich gewordenen Überlegungen zu neuen Tunnelbauten.

Die weitere und stetige Zunahme des Radverkehrs könne, so der  ADFC, zusammen mit dem Ausbau des ÖPNV den drohenden Mobilitätskollaps in dieser Stadt verhindern. Das habe auch Oberbürgermeister Jung in seinem visionären Zukunftsbild Leipzig 2030 erkannt, das 2012 formuliert wurde und seitdem irgendwie ungelesen in der Ecke liegt.

„Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen beträgt über 35 Prozent“, schrieb OBM Jung damals.

Logisch, dass der ADFC nun wiederholt fordert: Leipzig muss zur Fahrradstadt werden.

Wenn der Anstieg des Radverkehrs weiterhin um 15 Prozent pro Jahr anhält, was durchaus eine realistische Größe ist, stünde Leipzig 2030 tatsächlich bei bereits 31 Prozent Radverkehrsanteil bzw. 292 Millionen Wegen pro Jahr mit dem Fahrrad, rechnet der ADFC vor.

Und er geht auf das Thema Geld ein. Denn die von Jung skizzierten Ausbauten von Tunneln und Tangenten würden hohe Millionenbeträge verschlingen und Jahre an Planungsvorlauf brauchen – von den Folgen für Natur und Verkehrssystem ganz abgesehen.

Aber schon die bisherigen hohen Wachstumszahlen beim Radverkehr sind mit einem äußerst geringen finanziellen Aufwand erreicht worden, betont der ADFC. Nicht einmal 5 Euro pro Jahr und Einwohner werden bislang in Leipzig in den Radverkehr investiert. Eine Erhöhung dieser Mittel würde also das von OBM Jung proklamierte Ziel von 35 Prozent noch schneller erreichen lassen, merkt Waack so nebenbei an. Dazu beitragen könnte auch der Bau von Radschnellwegen ins Umland von Leipzig, für den seit diesem Jahr sogar Bundesmittel bereitstehen.

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

https://www.l-iz.de/bildung/medien/2017/03/in-eigener-sache-wir-knacken-gemeinsam-die-250-kaufen-den-melder-frei-154108

RadwegeADFCFahrradstadt
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Die Bodenständigen: Der Blick der staunenden Soziologin auf die Mitte unserer Gesellschaft
Barbara Thériault: Die Bodenständigen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir haben ja an dieser Stelle schon etliche Bücher besprochen, deren Autor/-innen sich mit der viel beschworenen „Mitte“ beschäftigen – von der „Schweigenden Mitte“ bis zur „Enthemmten Mitte“. Jede/-r hat auf seine oder ihre Weise versucht, überhaupt erst einmal zu definieren, was sich hinter dieser schwammigen Masse eigentlich verbergen soll. Aber oft führt das geradezu in den Nebel. Anders als Barbara Thériaults ganz reale Erkundungen da, wo die Menschen tatsächlich leben. In Erfurt zum Beispiel.
Wie weiter mit der Fußballsaison? Wieso Abbruch und „Weiter so“ nicht so einfach sind
Die Leidenschaft in der Leidenszeit - kluge Lösungen dringend gesucht. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEgal ob Bundesliga oder Kreisklasse: Der Ball ruht bis auf Weiteres. Niemand weiß, wann es weitergeht und vor allem weiß niemand, was passiert, wenn es nicht weitergehen kann. Eine solche Situation kennt der deutsche Fußball nicht, die Unwissenheit quält auch die Fußballklubs in Sachsen und in Leipzig. Was wird aus den Früchten der bisherigen Arbeit? Verschiedene Möglichkeiten sind denkbar, aber bei allen würden die Beteiligten gegen Wände laufen.
Montag, der 6. April 2020: Ordnungsamt registrierte mehr als 1.000 Verstöße gegen Corona-Regeln
Das Ordnungsamt kontrolliert, ob die Corona-Regeln eingehalten werden. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle LeserPolizei und Ordnungsamt kontrollieren weiterhin eifrig, ob sich die Leipziger/-innen an die strengen Ausgangsregeln halten. Das Ordnungsamt hat heute eine Zwischenbilanz veröffentlicht. Außerdem gibt es neue Regeln für den Wochenmarkt, ein abgesagtes Bachfest und einen gescheiterten Eilantrag gegen die sächsische Allgemeinverfügung. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 6. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vorwürfe gegen Asylunterkunft nahe Leipzig: Fehlende Hygiene und „Bestrafung“ für Bewohner
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserBewohner/-innen der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig haben in den vergangenen Wochen mehrmals die hygienischen Zustände vor Ort kritisiert. Ein Wortführer wurde mittlerweile nach Chemnitz verlegt – angeblich aus medizinischen Gründen. Er selbst fühlt sich dafür „bestraft“, Missstände angesprochen zu haben. Zudem wurde ein MDR-Team, das vor Ort drehte, von der Security bedrängt und festgehalten. Die zuständige Landesdirektion will den Vorfall prüfen.
Sachsens Ermittler werten die Beweismitel zum rechtsradikalen Versandhandel aus Leipzig noch aus
Werbung für „Mein Kampf“ von Adolf Hitler im Nachdruck. Screenshot Schelm Verlag 2016

Screenshot Schelm Verlag 2016

Für alle LeserIm Februar machte die NDR-Reportage „STRG_F“ einmal wieder darauf aufmerksam, dass seit einigen Jahren ein Leipziger Kleinversand die Welt mit rassistischem und nationalistischem Schriftgut versorgt. „Der Schelm“ nennt sich dieser nationalsozialistische Versandhandel, der seit seiner Gründung antisemitische und den Nationalsozialismus verherrlichende Literatur versendet. In der Reportage wird als einer der Vertriebsmitarbeiter der ehemalige NPD-Stadtrat Enrico Böhm ausgemacht, stellte die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel in ihrer Anfrage an die Staatsregierung dazu fest.
Wenn Wasservögel sich in Haken und Angelschnüren verfangen
Der gerettete Höckerschwan. Foto: NABU Leipzig

Foto: NABU Leipzig

Für alle LeserEigentlich denkt man sich ja, wenn man so vorbeiradelt an den Anglern an Fluss und See, dass sie wissen, was sie tun und dass sie ihr Besteck nach dem Angeln wieder einräumen und mitnehmen. Aber das ist bei einigen Zeitgenossen wohl nicht der Fall, wie der NABU Leipzig jetzt feststellen muss. Denn er findet immer wieder Angelhaken und Angelschnüre – und immer wieder verletzen sich auch die Wasservögel daran. Der Naturschutzbund appelliert an die Angler.
Wegen Corona: Bachfest 2020 in Leipzig abgesagt
Bachfest Leipzig 2017: Eröffnungskonzert mit dem Thomanerchor in der Leipziger Thomaskirche. Foto: Bachfest Leipzig/www.malzkornfoto.de

Foto: Bachfest Leipzig/www.malzkornfoto.de

Für alle LeserDas war dann nur folgerichtig, denn auch im Juni werden die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht ausgestanden sein. Am Montag, 6. April, wurde das Bachfest 2020 abgesagt. Und weitere Feste auch in Leipzig werden folgen. Denn auch das Ende der rigiden Ausgangsbeschränkungen bedeutet nicht das Ende der Epidemie. Das Bachfest Leipzig 2020 entfällt aufgrund der COVID-19-Pandemie, teilte das Bach-Archiv Leipzig am Montag mit.
Die lakonischen Antworten des Oliver Schenk auf die Mutmaßungen eines Meißener AfD-Abgeordneten
Pegida Dresden am 1. Juli 2019 am Hauptbahnhof. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie sächsische AfD nimmt zwar auch gern an diversen Demonstrationen und Kundgebungen teil, gern auch an den PEGIDA-Spaziergängen in Dresden. Aber nur zu gern unterstellt die rechtslastige Partei den Gegendemonstranten dieser Veranstaltungen, sie wären gekauft. Gar von der sächsischen Staatsregierung. Eine Unterstellung, gegen die sich jetzt Oliver Schenk, Chef der sächsischen Staatskanzlei, mit sehr lakonischen Worten verwahrt.
Leipzig wäre bereit, 20 Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen
Refugees Welcome. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas Herz sitzt nun einmal links. Egal, was die neuen politischen Krawallmacher so erzählen, die so gern den Linksterrorismus beschwören und gleich mal alles, was aus ihrer harten und egozentrischen Sicht „links“ ist, mit verteufeln. Aber links bedeutet nun einmal auch Empathie mit den Schwächeren. Auch mit den Menschen, die in griechischen Flüchtlingslagern gestrandet sind. Den Kindern erst recht. Der Leipziger Stadtrat hat sich Ende März mit einer Resolution zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen bekannt. Aber wie steht die Stadtverwaltung dazu?
Philharmonie Leipzig erinnert mit Orchester-Video daran, wie überlebenswichtig Musik ist in dieser Zeit
Blick zum Turm der Peterskirche. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Freitag, 3. April, hätte es in der Peterskirche eigentlich das große Carmina-Burana-Konzert der Philharmonie Leipzig zusammen mit dem Philharmonischen Chor, Solisten und MDR Kinderchor geben sollen. Das war – wie jedes dieser Konzerte – fast ausverkauft. Und musste natürlich aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen abgesagt werden. Doch wie so viele Orchestermusiker in dieser Zeit wandten sich auch die Mitglieder der Philharmonie Leipzig mit einem berührenden Video an die Öffentlichkeit. Und es ging viral.
Wegbereiter. Wegbegleiter: Wie Paten, Stifter und Festivalintendanten begabten Musikern helfen beim Start
Heide Schwarzweller (Hrsg.): Wegbereiter. Wegbegleiter. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Wir alle erleben momentan surreale Zeiten, deren wirtschaftliche Folgen vor allem für eine Berufsgruppe spürbar real sind: Musiker“, schreibt uns Heide Schwarzweller, die nach Ende ihres Berufslebens einen innigen Wunsch in die Tat umsetzte: Sie hob einen Konzeptpreis für Musiknachwuchstalente ins Leben und benannte ihn nach Felix Mendelssohn Bartholdys begabter Schwester Fanny, die zu Lebzeiten nie die Chancen erhielt, die ihr Bruder hatte. Das Buch erzählt nicht nur von diesem Förderpreis.
Corona-Hilfe made in Leipzig: Initiativen, Ideen und Hilfsangebote aus der Zivilgesellschaft zur Milderung der Coronakrise + Update
Alles dicht im Einkaufsmekka Bahnhofspromenaden - nur Apotheken, Lebensmittelhändler und Drogerien haben noch geöffnet. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIn den vergangenen Tagen ist nach dem atemlosen Zuschauen der hereinprasselnden Verfügungen und Veränderungen seitens des Freistaates Sachsen eine erste Welle von Ideen und Initiativen entstanden. Alle sollen dazu dienen, über die staatlichen Lösungsangebote hinaus, erste Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern. Die LZ hat die besten Initiativen herausgesucht und hofft, dass sich je nach eigenen Prioritäten auch die Leser unserer Zeitung an der einen oder anderen gelungenen Idee beteiligen.
Ohne strenge Schutzauflagen wird ein Hochfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland nicht zu machen sein
Lieber Abstand halten -auch am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer Umgang mit der Covid-19-Pandemie hat auch in Deutschland einige negative Seiten der Globalisierung offengelegt. So die durchaus beängstigende Tatsache, dass die Produktion wichtiger medizinischer Güter wie Schutzkleidung und Schutzmasken seit Jahren ausgelagert wurden nach Asien. Dabei ist gerade bei der Bewältigung einer Epidemie nationale Handlungsfähigkeit überlebenswichtig. Forscher der Leopoldina haben jetzt ihre zweite Einschätzung zu den Maßnahmen in Deutschland geschrieben.
Blinder Fleck: Solo-Selbstständige fallen bei Bund und Freistaat einfach durchs Raster
Wie lange reicht das noch? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Corona-Krise zeigt nicht nur, welche Berufsgruppen tatsächlich systemrelevant und nicht ersetzlich sind. Sie zeigt auch, wer sofort in Nöte gerät, wenn alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt werden. Und wie unfähig heutige Politiker inzwischen sind, all jene Selbstständigen überhaupt mitzudenken, die das ganze Risiko der Selbstvermarktung tragen und in den vergangen Jahrzehnten erlebt haben, wie ihre Arbeit immer mehr prekarisiert wurde. Das thematisieren jetzt ein Offener Brief an Leipzigs OBM und eine Forderung der Gewerkschaft ver.di.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #26
Wer Epidemien verhindern möchte, forscht vorsorgend. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserUnd weiter geht's in der großen Ironie namens Geschichte, die wir gerade unsere Gegenwart nennen ... Die Trump-Regierung hat zwei Monate vor Ausbruch des Coronavirus heimlich, still und leise ein USAID-Hilfsprogramm zur Pandemiebekämpfung beendet. Das Programm war 2009 als Reaktion auf Ausbreitung der Vogelgrippe entstanden und trug den Titel „predict“ („vorhersagen“).