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Freibeuter fordern mehr Ampelmädchen und neue Ampelmotive für Leipzig

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    Warum ist Leipzig nicht bunt? Nicht richtig bunt? Das beschäftigt jetzt die Freibeuter-Fraktion, nachdem die L-IZ kurz einmal über die doch immer noch recht raren Ampel-Mädchen in der Stadt berichtet hat. 2011 war Leipzig zwar mit der Montage dieser ans DDR-Ampelmännchen angelehnten Ampelfigur Vorreiter und es löste ein gewisses Aha im Blätterwald aus. Aber dann ist das Leipziger Interesse an vielfältigen Ampelfiguren regelrecht eingeschlafen.

    Und das, während andere Städte die Chance für sich entdeckten, die Figuren an den Lichtsignalanlagen auch zur Werbung für das eigene Image zu nutzen. Zuletzt bundesweit berichtet mit dem fußgängerfreundlichen Karl Marx in dessen Geburtsstadt Trier. Seit 2017 zog auch Plauen vorbei, wo Verkehrsminister Martin Dulig höchstpersönlich anreiste, um die Montage von Vater-und-Sohn-Figuren nach den Vorbildern des Zeichners e. o. plauen zu würdigen. Übrigens Figuren, die durchaus auch in Leipzig auftauchen dürften, denn den Start seiner Karikaturistenkarriere erlebte Erich Ohser alias e. o. plauen gemeinsam mit seinem Freund Erich Kästner in Leipzig.

    Aber irgendwie tut sich Leipzigs jetzige Verwaltung schwer mit solchen Aufmunterungen.

    Rotes Ampel-Mädchen sagt: Halt! Foto: Ralf Julke
    Rotes Ampel-Mädchen sagt: Halt! Foto: Ralf Julke

    „Zusätzlich zu weiteren mittlerweile vorhandenen DDR-Mädchen sollen zukünftig verschiedenartige andere Motive die Leipziger Ampeln schmücken, beispielsweise homosexuelle Paare, Figuren mit Behinderungen, Figuren mit Gegenständen und Tierfiguren“, schreiben die Freibeuter in ihrem Antrag, mit dem die Ampelfiguren-Vielfalt in Leipzig deutlich erhöht werden soll.

    „Sie erfreuen sowohl Leipziger als auch Besucher der Stadt und zeigen die Vielfalt unserer bunten Gesellschaft auf. Die Masken können zum turnusmäßigen Austausch der LED angebracht werden. Alternative Ampelfiguren gibt es unter anderem in Erfurt (Wanderer, Schulanfänger, Männchen mit Regenschirm,…), Mainz (Mainzelmännchen), Augsburg (Kasperle), Trier (Karl Marx) und München (homosexuelle Paare für die Dauer des Christopher Street Days). In Wien sollten Ampel-Pärchen mit Herz (hetero, lesbisch, schwul) ursprünglich nur im Rahmen des Christopher Street Days leuchten, letztendlich wurden sie aber dauerhaft eingeführt. Auch Innsbruck verziert seine Ampelanlagen (Sportler).“

    Aber vorschreiben, was zu sehen sein soll, wollen die Freibeuter nicht: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, beim sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr verschiedenartige Variationen von Ampelfiguren für Leipzigs Lichtsignalanlagen zu beantragen.“

    Und die Leipziger selbst sollen aktiv werden dürfen: „Für die Motiv-Vielfalt sollen Bürgerinnen und Bürger Vorschläge einbringen können.“

    Und natürlich ist der Frauenanteil unter den Ampelmenschen immer noch beschämend gering. Also folgt: „Es werden weitere Signalgebermasken der bereits genehmigten Version Ampelfrau installiert.“

    Erst an sechs Leipziger Kreuzungen leuchtet das Ampel-Mädchen

     

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    4 KOMMENTARE

    1. @Christian
      Die Normung gibt die StVO vor und diese bleibt auch bestehen. Oben ist rot, unten ist grün. Mehr bedarf es bei der Normung nicht. Welche Motive das obere und das untere Licht zieren, ist dabei vollkommen Wurscht.

    2. Tiere! Wo bleibt die Gleichberechtigung der Tiere? Wie soll BlindenhundIn erkennen ob er/sie/es nun gehen darf, wenn an den Ampeln unbekannte Formen auftauchen?
      Wenn schon Vielfalt, dann für alle. Daher: die Ampelmasten sind ja hoch genug, so dass für jedeN eine eigene Ampel angebracht werden kann. Die SmombiesInnen bekommen ja eh eine eigene in den Bordstein, hoffentlich wollen die dann nicht auch noch gendern, dannn werden die Querungsstellen deutlich breiter werden müssen

      Insgesamt empfinde ich diese ganze Diskussion als schwachsinnig. Was jahrzehnte gut war muss es zwar nicht auch in 100 Jahren noch sein, man kann sicher auch vieles anders, neu, moderner, witziger machen. Aber bitte auch mal die Kirche im Dorf lassen.

    3. Hier ist Kreativität gefragt! Mit etwas Phantasie kann die Stadt hier sogar eine Einnahmequelle erschließen, wenn z. B. Unternehmen ihre Logos als Ampelsymbole platzieren dürfen – natürlich gegen eine ordentliche Gebühr. So ein Apfel, ein Stern oder ein (roter) Bulle macht sich doch genau so gut wie Männchen, Mädchen und Herzen… 😉

    4. Sorry – so ein Unfug!!!

      Ich hätte gern runde und bunte Stopp-Schilder.
      Und Ampeln, bei denen man bei blau fahren darf.
      Auch möchte ich, dass es ganz fair ‚DAS Straße‘ heißt, und nicht ‚die‘, weil ich mich als Mann sehr benachteiligt fühle.

      Das wird sachsenweit vielfältig für Freude sorgen. Und Aufmerksamkeit.

      Bei allem Verständnis – überall wird genormt, damit ja nichts gefährliches passieren kann, und hier wird an bestehenden und bewährten Dingen herumgewurstelt, dass man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen kann.

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