Verkehrsunfallkommission legt Bericht für 2017 vor

Weniger Unfälle mit Radfahrern, dafür mehr mit schweren Verletzungen

Für alle LeserSelbst Polizeidirektor Frank Gurke, Leiter des Referats Einsatz und Verkehr der Polizeidirektion Leipzig, freute sich ein bisschen. Seit Jahren sinkt die Zahl der Verkehrsunfälle. Zumindest derer, die bei der Polizei angezeigt werden. Lag die Zahl 2013 noch bei 14.010, so sank sie 2016 auf 13.758 und 2017 nun auf 13.409. Klingt gut. Aber die Zahl allein trügt eher.

Nicht nur weil – nach Schätzungen der Polizei – ein Drittel aller Verkehrsunfälle gar nicht angezeigt wird, weil sich die Unfallgegner z. B. schon selbst miteinander über die Versicherungsfragen geeinigt haben. Und dazu kommt: 11.000 der aufgenommenen Unfälle sind in der Regel reine Blechschäden.

„Das tatsächliche Verkehrsunfallaufkommen kann aufgrund der Dunkelziffer in den Bereichen der nicht angezeigten Unfälle und Selbsteinigungen nicht beziffert werden“, erläutert Polizeidirektor Frank Gurke. „Zu Auswertungszwecken stellen sich die Daten zu Verkehrsunfällen mit schwerem Personenschaden deutlich repräsentativer dar und sollten daher Grundlage der Bewertung sein. Daneben verdeutlicht der jährlich aus Verkehrsunfällen resultierende volkswirtschaftliche Schaden den Stellenwert der Arbeit der Verkehrsunfallkommission in der Stadt Leipzig. Etwa 160 Millionen Euro Schaden pro Jahr sind Antrieb, die drei Säulen der Verkehrssicherheitsarbeit – Ingenieurswesen, Verkehrsüberwachung und Öffentlichkeitsarbeit – als verzahntes Handeln weiter zu forcieren.“

Da wird es auch in Leipzig deutlich komplizierter, denn die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg von 1.940 im Jahr 2012 bis 2016 mit 2.146 Fällen deutlich an.

Die Zahl der Verletzten für 2016 hat die Polizei inzwischen auf 2.165 nach oben korrigiert. Dafür ging deren Zahl augenscheinlich 2017 auf 2.061 zurück, die der Verkehrstoten sank von 14 auf neun, bei Radfahrern von fünf auf zwei. Jedoch stieg die Anzahl der Unfälle mit mindestens einem Schwerverletzten von 331 auf 393, bei Unfällen mit Radfahrern von 139 auf 163.

Die Suche nach Unfallhäufungsstellen

Grund genug für das Verkehrs- und Tiefbauamt, die Zahlen jedes Jahr genau unter die Lupe zu nehmen und Schwerpunkte und Unfallhäufungsstellen herauszuarbeiten, um in der Folge notwendige Maßnahmen zu entwickeln. Am Donnerstag, 21. Juni, stellte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau den Stand dieser Arbeit zusammen mit Thomas Schulze, Leiter der Abteilung Straßenverkehrsbehörde im Verkehrs- und Tiefbauamt, vor. Dass die Jahnallee inzwischen als Arbeitsschwerpunkt akzeptiert wurde, darüber haben wir schon berichtet. Aber es ist nicht die einzige Straße, wo sich – gerade für Radfahrer – enormes Gefahrenpotenzial ballt.

„Dass es in Leipzig 2017 insgesamt weniger Unfälle gab als 2016, ist erfreulich“, kommentierte Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau bei der Vorstellung des Berichtes der Verkehrsunfallkommission und des Verkehrsberichtes 2017 der Polizeidirektion Leipzig. „Zufrieden können wir allerdings nicht sein – jeder Tote im Verkehr ist einer zu viel und wir sehen ja leider an den ersten Monaten dieses Jahres, dass Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme keine Floskel aus den StVO-Paragraphen sind, sondern buchstäblich über Leben und Tod entscheiden. Wir lassen in unseren Bemühungen nicht nach, den Verkehr in Leipzig sicherer zu machen – dazu gehört aber auch, dass der Bund Abbiegeassistenten in LKW zur Pflicht macht.“

2017 waren insgesamt 1.171 Fahrradfahrer an Unfällen beteiligt, was, obwohl der Radverkehr weiterhin zunimmt, einen Rückgang um 7 Prozentpunkte im Vergleich zu 2016 bedeutet (1.262 Unfallbeteiligte). Die Zunahme des Radverkehrs spiegelt sich allerdings auch darin wider, dass die Gesamtzahl der Unfälle mit leichten Personenschäden zwar ab-, die mit schweren Personenschäden aber zugenommen hat, da Radfahrer insbesondere bei Kollisionen mit Kraftfahrzeugen deutlich gefährdeter sind. Daher sieht die Kommission weiterhin deutlichen Handlungsbedarf bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit.

Besonders intensiv betrachtete die Verkehrsunfallkommission im Jahr 2017 den Straßenzug Ranstädter Steinweg – Jahnallee, den die von der Polizei geführte Elektronische Unfalltypensteckkarte als einen Schwerpunkt ausgewiesen hatte. In den Analysen der Kommission ergaben sich drei sogenannte Unfallhäufungsstellen, die aber alle nicht in der aktuell in der Diskussion stehenden Inneren Jahnallee liegen. Die Innere Jahnallee als nun festgestellte Unfallhäufungslinie ist ein Thema für sich. Und zumindest hat die Stadt das dauerhaft geparkte Mobiliar („ruhender Verkehr“) mittlerweile als wichtigste Unfallursache erkannt, auch wenn sie sich mit Händen und Füßen noch immer gegen die Einrichtung sicherer Radstreifen sträubt.

Einige Unfallschwerpunkte:

Jacobstraße: Aber der Blick auf diese Streckenführung hat auch weiter vorn an der Einmündung zur Jacobstraße einen Unfallschwerpunkt ausgemacht: So kam es auf dem Ranstädter Steinweg häufig zu Unfällen zwischen in die Jacobstraße rechtsabbiegenden Kfz mit geradeaus fahrenden Radlern. Als Konsequenz wurde dort die Radfurt rot eingefärbt, um an dieser Stelle mehr Aufmerksamkeit der Autofahrer zu erreichen, betont die Stadt

Das Problem ist hier, dass der Radweg mit großem Abstand zur Fahrbahn angelegt wurde. Gerade abbiegende Lkw-Fahrer sehen die dort fahrenden Radfahrer zu spät oder gar nicht. Ein Konstruktionsproblem der Straße, die ja extra für die WM 2006 umgebaut wurde. Auch damals wusste man schon, wie gefährlich diese Konstruktion von Radwegen ist. Aber man setzte sich über alle Bedenken hinweg. „Heute dürfte man so gar nicht mehr bauen“, sagt Thomas Schulze.

Coblenzer Straße: Kaum ein Mensch weiß, dass westlich des AOK-Gebäudes an der Jahnallee die Coblenzer Straße auf die Jahnallee stößt. Hier steht man bestenfalls im Stau. Aber gerade das ist das Gefährliche. An der gegenüber der Arena Leipzig gelegenen Einmündung der Coblenzer Straße in die Jahnallee kommt es gehäuft zu Unfällen zwischen stadteinwärts in der linken Spur am Stau vorbeifahrenden Fahrzeugen und Fußgängern, die an dieser Stelle über die Jahnallee zur Haltestelle wollen.

Wenn sie zwischen den im Stau stehenden Kraftfahrzeugen auf der rechten Spur hervorkommen, werden sie erst im letzten Moment für Fahrer auf der linken Spur sichtbar.

Abhilfe soll hier die Reduzierung der Fahrstreifenanzahl bzw. der spätere Beginn der Linksabbiegespur Waldplatz schaffen. Aus der rechten Spur soll übrigens ab 2019 ein Radsteifen werden, sodass sich die Situation für Radfahrer verbessert. Fußgänger haben es also nur noch mit einem einsehbaren Radweg und einer einzigen Kfz-Spur zu tun.

Cottaweg: Diese Unfallhäufung war schon 2017 Thema. Der Grund ist, dass der Radweg auf der Nordseite der Jahnallee hier in beide Richtungen befahrbar ist. Was Thomas Schulze zwar für falsch hält. Aber die Radwegebeziehungen zwischen Cottaweg, Erich-Köhn-Straße, Palmengarten und Kleinmessegelände sind nun einmal altertümlich und nicht durchdacht. Radfahrer fahren hier ja nicht aus Dummdideldei auf der linken Straßenseite Richtung Arena oder Cottaweg. Hier gibt es weit und breit keine sinnvolle Querung für sie über die Jahnallee. Die Straßenbahngleise sind separiert.

Ergebnis: An der Einmündung des Cottaweges in die Jahnallee sind Vorfahrtunfälle zwischen Ausbiegern aus dem Cottaweg und stadteinwärts auf dem linksseitigen Gehweg fahrenden Radlern das Problem. Zwar weisen Schilder und Asphalt-Piktogramme darauf hin, dass hier auch Radfahrer von rechts kommen. Aber für viele Autofahrer ist nur das Linksgucken Routine – sie fahren den ankommenden Radfahrer über den Haufen, sofern der selbst trantütig unterwegs ist und glaubt, er brauche nur zu fahren – andere müssten reagieren. Ein kompliziertes Eckchen, für das sich die Verkehrsbehörde jetzt etwas ausgedacht hat, was beim ersten Anhören regelrecht Bauchschmerzen verursacht.

Hier soll die Querungsstelle der Fußgänger und Radfahrer etwas in den Cottaweg hinein verlegt werden, sodass die rechts abbiegenden und sich nur noch nach links orientierenden Fahrzeuglenker die Konfliktstelle mit dem Radverkehr vorher passiert haben, wenn sie eine Lücke im Verkehr der Jahnallee abwarten.

Das heißt: Man nimmt auch die stadtauswärts fahrenden Radfahrer aus dem Sichtfeld der Kraftfahrer auf der Jahnallee. Noch arbeite man an der genauen Ausgestaltung der Stelle, sagt Thomas Schulze.

Merseburger Straße: Wenn man sich nicht auf Unfallschwerpunkte konzentriert, sondern ganze Straßenabschnitte als Unfalllinie betrachtet, rückt auch die Merseburger Straße ins Blickfeld, denn zwischen Queckstraße und Hauschildstraße kam es in der letzten Zeit vermehrt zu Unfällen vor allem mit Fußgängern, die hier die stark befahrene Merseburger Straße zu überqueren versuchten. Ursächlich dafür ist augenscheinlich der Lidl-Markt, zu dem es bislang keine direkte und sichere Fußgängerquerung gibt.

Das Problem will die Stadt mit dem barrierefreien Ausbau der Bushaltestelle der Linie 131 lösen, zu der zusätzlich noch eine gebaute Querungsinsel in der Straßenmitte geschaffen werden soll.

Lützner Straße: Ein brandgefährlicher Ort für Radfahrer ist auch die Einmündung der Endersstraße in die Lützner Straße. Wenn Radfahrer auf der Lützner Straße gerade im Berufsverkehr stadteinwärts fahren, prallen sie oft unverhofft an der Endersstraße auf Fahrzeuge, die zwischen dicht auffahrenden Autos in die Endersstraße einbiegen wollen. Auch hier hat die Stadt den Radstreifen schon rot eingefärbt. Aber schwarze Bremsspuren auf dem Rot zeigen eindeutig, so Thomas Schulze, dass es weiterhin sehr knappe Situationen gibt. Endgültige Lösung also nicht in Sicht.

Die Zahlen

Zum Zeitpunkt der ersten diesjährigen Sitzung der Kommission am 16. März waren insgesamt 69 Unfallhäufungsstellen in Bearbeitung. In 26 Fällen konnten bereits Maßnahmen umgesetzt werden. Die restlichen 43 Fälle erfordern häufig umfangreichere bauliche Veränderungen bzw. Ampelanpassungen, die einen längeren Vorlauf brauchen oder in geplante Vorhaben integriert werden sollen. 2018 widmet sich die Kommission insgesamt 66 Unfallhäufungsstellen.

Und ein Grundproblem, wie Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau bestätigt: Zur Entschärfung der Unfallstellen steht kaum Geld zur Verfügung. Deswegen dauert es oft Jahre, bis eine Lösung auch umgesetzt wird.

Verkehrsunfallbericht
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
XXI. Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig beendet
Sommerfest und Vernissage im Tapetenwerk
Fun first! 19-jährige Bernburgerin erstmals beim Funcross in ihrer Heimatstadt am Start
Women Are Here! – Geflüchtete Frauen und Unterstützerinnen in Leipzig organisieren Aktionstour
Thomaskantor Gotthold Schwarz dirigiert festliches Gedenkkonzert an Johann Sebastian Bachs 268. Todestag in der Thomaskirche
Investitionsvorhaben in der Region Leipzig ziehen deutlich an: aktueller Überblick zu mehr als 60 Projekten mit einer Investitionssumme von über 4,8 Milliarden Euro
Polizeibericht, 20. Juli: lebensbedrohliche Verletzung, Quad geklaut, Autos angezündet
Bike for charity – 900 km Radfahren für den guten Zweck: Spendenaktion für den Förderkreis Kinderdialyse am Klinikum St. Georg
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Wie gedankenloser Umgang mit Medikamenten unsere Umwelt und unsere Gesundheit gefährdet
Was schäumt denn da? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für FreikäuferLZ/Auszug aus Ausgabe 56Wer auf der Homepage der Stadt Leipzig nach Informationen zu Medikamenten in Flüssen, Seen und Grundwasser sucht, wird nicht fündig. Auch unterm Thema Gewässerschutz hält das Amt für Umweltschutz dazu keine Informationen bereit. Man muss schon auf die Seiten des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) gehen, um erste Hinweise darauf zu finden, dass auch in sächsischen Flüssen Arzneimittelrückstände deutlich über den geltenden Grenzwerten zu finden sind.
Altmedikamente werden auch in sächsischen Grundwasserkörpern immer öfter nachgewiesen
Rücknahme von Altmedikamenten. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserIn letzter Zeit wurde zwar mehrfach thematisiert, dass die achtlos weggeschütteten Medikamtenrückstände auch in Klärwerken und Flüssen landen. Aber nicht nur dort sind sie nachweisbar, wenn Forscher Proben entnehmen. Sie landen auch im sächsischen Grundwasser. Ein Thema, mit dem sich jetzt der Landtagsabgeordnete der Grünen, Volkmar Zschocke, beschäftigt hat. Und Sachsens Sozialministerin kann ihm keine Entwarnung geben. Im Gegenteil.
NuKLA schreibt einen Offenen Brief an Leipzigs Stadtförster
Die Info-Tafeln im Waldgebiet Nonne. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit dem 7. Juli werden die Leipziger jetzt zwar mit fünf Info-Tafeln im Waldgebiet Nonne irgendwie über den Stadtwald und den Waldumbau informiert. Aber die Tafeln werfen viel mehr Fragen zu einem wirklich naturnahen Auenwald auf als sie beantworten. Entsprechend kritisch fällt der Offene Brief aus, den der Vorsitzende des NuKLA e.V., Wolfgang Stoiber, an Andreas Sickert, den Leiter der Abteilung Stadtforsten im Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer, schrieb. Hier ist er.
Sachsens Umweltministerium denkt gar nicht daran, den Sachsenforst nach FSC zu zertifizieren
Holzeinschlag im Leipziger Auwald. Foto: Gernot Borriss

Foto: Gernot Borriss

Für alle LeserAuch der Streit um die Wälder in Sachsen wird weitergehen. Nicht nur auf Leipziger Ebene. Auch die Staatsregierung steht für ihre Waldpolitik in der Kritik. Und dasselbe Trauerspiel gibt es in Thüringen, wo die Staatsregierung zumindest schon mal die Prüfung eingeleitet hat, was die Umstellung der Zertifizierung des Thüringer Staatsforstes auf den höheren Standard FSC kosten würde.
Das Untertan-Projekt: Die erstaunlichen Parallelen zum Hochstapler Felix Krull
Das fasste man als Heuchelei und Überhebung auf ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMenschen leben, wie es aussieht, immer in einer Blase. Und dadurch sind sie manipulierbar. Denn was wir mit diesem „gereiften“ Diederich erleben, ist im Grunde die Karriere eines Hochstaplers. Das Thema muss in der Familie gelegen haben. Oder die beiden konkurrierenden Brüder Heinrich und Thomas Mann beschäftigten sich eben doch fast gleichzeitig mit einem ähnlichen Typus. Denn während Heinrich ab 1906 am „Untertan“-Stoff arbeitete, begann Thomas 1905 mit der Konzeption für den Hochstaplerroman, der erst ein halbes Jahrhundert später fertig werden sollte: „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“.
Leichtathletik-DM 2018: Drei Finalplatzierungen mit verhaltener Freude
Roy Schmidt (DHfK/ m.) machte im 100 Meter-Zwischenlauf das Finale klar. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserZwei fünfte und einen sechsten Platz holten die Leipziger Teilnehmer am Samstag aus den Finals der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Nürnberg heraus. Die DHfK-Athleten Alexander John - über 110 Meter Hürden - und Roy Schmidt - über 100 Meter - sorgten für die fünften Ränge. Speerwerferin Christine Winkler kam auf Sechs ein. Zudem qualifizierte sich 1.500 Meter-Läuferin Julia Klein (ebenfalls SC DHfK) für das Finale am Sonntag. Dort starten auch die 3 x 1.000 Meter U20-Staffel der DHfK-Jungs sowie die StG Leipzig - alias SG MoGoNo - über 4 x 400 Meter U20.
Tausende feiern in Leipzig den Christopher Street Day + Video & Bildergalerie
Spontante Tanzeinlage auf dem CSD. Foto: Alexander Böhm

Spontante Tanzeinlage auf dem CSD. Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserDie Teilnehmerzahlen von Köln und Berlin liegen für den Leipziger „Christopher Street Day“ mit je über 30.000 und rund 80.000 Teilnehmenden an den Paraden sicher noch in weiter Zahlenferne. Doch in diesem Jahr meldeten alle Städte neue Rekorde – so auch am 21. Juli in Leipzig. Laut der Forschungsgruppe „Durchgezählt“ beteiligten sich etwa 3.500 bis 4.500 Menschen an der heutigen Demonstration zum CSD in der Messestadt. Wenn man zudem in der Geschichte der bunten Umzüge kramt, stößt man darauf, dass im kommenden Jahr ein Jubiläum ansteht. Denn 1969 wehrten sich erstmals Menschen in New York beim „Stonewall“-Aufstand gegen Polizeigewalt und Diskriminierung.
Tschechien startet im August das tschechisch-deutsche Residenzprogramm als Partnerland der Buchmesse
Leipzigs Marktplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBislang war es meist so, dass sich die Gastländer der Leipziger Buchmesse meist auf die Messe selbst und das Leseprogramm beschränkten. Dann wurde immer aufgefahren, was an spannenden Autorinnen, Autoren, Verlagen und Titeln zu präsentieren war. Dass aber das Völkerverbindende mit den Leuten beginnt, die den Inhalt der Bücher erst verzapfen, das macht das Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 sichtbar. Denn es organisiert einen richtigen Autorenaustausch.
Ein Maßnahmeplan mit drei Punkten und jeder Menge Überzeugungsarbeit im Innenministerium
Polizisten im Demo-Einsatz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist schon nicht so einfach mit den Polizistenzahlen in Sachsen. Die jüngsten Prognosen sehen erst 2024 die hart erkämpfte Zahl von 14.000 Polizisten in Sachsen erreicht. Aber Innenminister Dr. Roland Wöller will schon vorher 1.000 Polizisten mehr auf die Straße bringen. Am liebsten schon 2020. Aber wie will er das machen, wenn er da erst knapp 13.500 Polizisten hat? Das wird nicht klappen, meinte der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Valentin Lippmann.
CG hat dem Kulturzentrum „So&So“ auf dem Gelände des Eutritzscher Freiladebahnhofs gekündigt
Der Innenhof des Kulturzentrums "So&So". Foto: So&So

Foto: So&So

Für alle LeserEs wäre eine Chance gewesen. Immerhin hat sich das Gelände des alten Eutritzscher Freiladebahnhofs in den letzten Jahren auch zu einem kleinen Tummelplatz jener Kulturinitiativen entwickelt, die in Leipzig seit über 20 Jahren die Pionierrolle bei der Belebung brachliegender Viertel gespielt haben. Als das Kulturzentrum „So&So“ auf das Gelände an der Delitzscher Straße zog, war noch die DB AG Besitzer des Geländes. Man war 2016 noch mitten im Aufbau, als der Besitzerwechsel publik wurde.
Stadträte Zenker und Elschner wünschen sich gemeinwohlorientierte Grundstücksübertragungen auf dem Gelände des Eutritzscher Freiladebahnhofs
Die Stadträte Tim Elschner und Christopher Zenker. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Sommer kommt eh immer überraschend. Da stellen auch manche Stadträte oft genug fest, dass doch wieder nicht alles geschafft wurde. Und manchmal drängt die Zeit. Denn gleich nach den Ferien soll der Masterplan zur Quartiersentwicklung „Eutritzscher Freiladebahnhof“ beraten werden, spätestens zum Jahresende beschlossen. Aber eine Frage ließ jetzt Tim Elschner (Grüne) und Christopher Zenker (SPD) nicht los: Sollte sich Leipzig nicht die Grundstücke fürs Gemeinwohl sichern?
Martin Meters Plädoyer für wissenschaftliches Denken in Zeiten anschwellender Verschwörungstheorien
Martin Meter: Die Befreiung des Denkens. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSein großer Gegner heißt eigentlich Platon. Genug Unheil hat der griechische Philosoph mit seiner Ideenlehre ja angerichtet. Es ist nur den meisten Menschen nicht bewusst, weil 2.000 Jahre Christentum auch dafür gesorgt haben, dass der platonische Dualismus tief in unserem Denken steckt. Und genau darum geht es, wenn der Informatiker Martin Meter sein Buch „Die Befreiung des Denkens“ nennt.
Wie bekomme ich eine geförderte Weiterbildung?
Foto: pixabay

Foto: pixabay

Die berufliche Weiterbildung gilt als einer der wichtigsten Stützpfeiler des wirtschaftlichen Erfolges in einem Land. Deswegen gibt es für diejenigen, die Interesse daran haben, mit einer Weiterbildung ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen, vielfältige Fördermöglichkeiten. Allerdings wissen die meisten weder, welche Fördermöglichkeiten es gibt, noch unter welchen Voraussetzungen und wo die Förderung beantragt werden kann.
Leichtathletik-DM 2018: David Storl mit dem achten Streich
Die Medaillengewinner haben gut Lachen: Patrick Müller (Neubrandenburg), David Storl (Leipzig) und Tobias Dahm (Sindelfingen) - v.l. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDie Ouvertüre zu den 118. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften spielte auf dem historischen Hauptmarkt im Herzen Nürnbergs. Für die Wettbewerbe im Kugelstoßen wurde extra eine eigene Arena errichtet, in der am Freitag die schweren Kugeln flogen. Überraschungen blieben im Kampf um den Titel aus - was aus sächsischer Sicht großartig war. Denn sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern kamen die Deutschen Meister 2018 aus dem Freistaat. Während Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) ihr 6. DM-Gold einsackte, feierte David Storl (SC DHfK Leipzig) bereits seinen 8. Titel.
Gastkommentar von Christian Wolff: Stauffenberg, Neo Rauch und die Umdeutung der Geschichte
Für alle LeserIn einem wenig beachteten Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (veröffentlicht am 19. April 2018) stellte sich der Leipziger Maler Neo Rauch vor den aufgrund seiner Äußerungen in die Kritik geratenen Schriftsteller Uwe Tellkamp: „Ich fühle mit ihm. Er ist ein lauterer Charakter, sehr geradlinig strukturiert, dem ich nichts Schlechtes zutraue. Er scheint mir eher ein Wiedergänger Stauffenbergs zu sein. Im Unterschied zu den heuchlerischen Sachwaltern seines Verlags.“ Tellkamp, eine Art Widerstandskämpfer?