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Video: Ab heute startet eine ganze Aktionswoche „Besser Rad fahren in der Inneren Jahnallee“ + Bildergalerie

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    VideoAls die Jahnallee zur Fußball WM 2006 umgebaut wurde, wurde der Bau ordentlicher Radwege in der Inneren Jahnallee nicht einfach „vergessen“. Sie wurde bewusst fortgelassen. Wer zwischen Leibnizstraße und Waldplatz mit dem Rad fährt, muss sich zwischen Straßenbahnen und geparkten Autos hindurchschlängeln. Ein Unding in einer Zeit, wo immer mehr Leipziger mit dem Rad unterwegs sind. Der ADFC lädt zu einer Aktionswoche in der Jahnallee ein.

    Die Erbauung der Bikelane auf der inneren Jahnallee am 17. August 2018. Video: L-IZ.de

    Vom 17. bis 21. August findet die erste Aktionswoche in der Inneren Jahnallee statt. In dieser Woche will der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) zeigen, dass die Innere Jahnallee auch für das Radfahren attraktiv gestaltet werden kann. Hierzu wollen die Akteure vom ADFC werktäglich am Nachmittag von 16 bis 18 Uhr den Radfahrenden den „roten“ Teppich ausrollen und gleichzeitig Unterschriften für die Petition „Sicheren Radverkehr in der Inneren Jahnallee in Leipzig ermöglichen“ sammeln.

    Deswegen ist auch Volker Holzendorf dabei, der seit Wochen Unterschriften für diese Petition sammelt, mit der die Stadtverwaltung dazu gebracht werden soll, endlich Radfahrstreifen in der Inneren Jahnallee anzulegen.

    Volker Holzendorf selbst sagt dazu: „Fahrradfahrer*innen sind die besseren Kunden für die Geschäfte vor Ort. Sie kommen öfter und kaufen so in der Woche mehr ein als Kunden die mit dem Auto kommen. Deswegen müssen den Radfahrer*innen sichere und komfortable Wege zu den Geschäften in der Inneren Jahnallee angeboten werden. Radfahren ist definitiv keine Parallelstraßengesellschaft!“

    Anfang August meldete er schon 4.400 Unterschriften unter der Petition. Mittlerweile nähert sich die Zahl der 5.000 an.

    Am Dienstag, 7. August, hat er auch die Stadträte des Leipziger Stadtrats per E-Mail angeschrieben und aufgefordert, Stellung zu der Petition zu beziehen. Die Antworten der Stadträte will er dann auf der Petitionsseite veröffentlichen. „Danach wissen wir, welche Stadträte Freunde des Radverkehrs in Leipzig sind und welche Stadträte weiterhin nur durch die Windschutzscheibe Mobilitätspolitik in Leipzig machen“, legt Holzendorf die Messlatte an.

    „Die bisherige Diskussion hat gezeigt, dass ein geschützter Fahrradweg – die in der Petition geforderte protected bikelane – möglich ist. Die Stadtverwaltung Leipzig hat angekündigt, auf der Jahnallee stadteinwärts ab der Marschnerstraße eine Spur für den Autoverkehr zu reduzieren, damit weniger Autoverkehr auf die Innere Jahnallee fließt. Dies wird mit dem Luftreinhalteplan der Stadt Leipzig begründet.“

    Das allein reicht Holzendorf aber nicht: „Die Straßenverkehrsbehörde will nach einem Zeitungsbericht das Parken in der Inneren Jahnallee aufheben und die Höchstgeschwindigkeit auf 30km/h beschränken. Dies wird mit einem erhöhten Unfallaufkommen in der Inneren Jahnallee begründet. Beide Vorschläge sollen bereits 2019 umgesetzt werden. Leider wird dabei von beiden Behörden der Radverkehr wie so oft vergessen!“ ärgert sich Holzendorf.

    Das sei umso bedauerlicher, da beide Vorschläge zusammen die „protected bikelane“ möglich machten: „Da nach den Vorschlägen der Verwaltung bereits ab der Marschnerstraße auf der Jahnallee der Autoverkehr nur noch einspurig geführt werden soll, ist es unverständlich, warum ab dem Waldplatz dem Autoverkehr wieder zwei Spuren zu Verfügung gestellt werden, statt eine sichere Radverkehrsführung zu ermöglichen.“

    Holzendorf ist Mitglied der Leipziger Grünen. Und natürlich bekommt er postwendend auch Unterstützung aus der Grünen-Fraktion im Rathaus.

    „Als Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Leipziger Stadtrat unterstützen wir das Anliegen der Petition. Dies machen wir mit der Teilnahme an den bevorstehenden Radaktionstagen in der Jahnallee deutlich“, stellt sich Katharina Krefft, Vorsitzende der Grünen-Fraktion, hinter das Anliegen der Petition.

    Und Matthias Jobke, Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen in Leipzig, fügt hinzu: „Wir wollen am 21. August ab 17 Uhr den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt zeigen, was sicheren und komfortablen Radverkehr ausmacht. Deswegen werden wir einen farblich auffälligen Radweg ab der Leibnizstraße bis zum Waldplatz auslegen. Damit zeigen wir, was in anderen europäischen Großstädten wie Amsterdam, Kopenhagen oder Ljubljana schon längst umgesetzt ist, bei uns hier vor Ort am Beispiel der Inneren Jahnallee aber schmerzlich fehlt: sichere Radverkehrsanlagen auf Hauptstraßen.“

    Weiter heißt es: „Es ist nicht einzusehen, warum die Innere Jahnallee durch einige Kurzzeitparkplätze für alle Verkehrsteilnehmer unnötig und risikoreich verengt wird. Die stattdessen geforderten Radverkehrsanlagen würden den Verkehrsraum insgesamt entzerren und insbesondere die Sicherheit der Radfahrenden deutlich erhöhen“, schildert Stadträtin Krefft das Anliegen hinter der Aktion und verweist nochmals auf den sofort notwendigen Handlungsbedarf bezüglich des Kurzzeitparkens in der Inneren Jahnallee. Radverkehr sei nun einmal eine gleichwertige Verkehrsart, welcher selbstverständlich auch auf Hauptverkehrsstraßen stattzufinden habe.

    Entsprechend fordert Bündnis 90/Die Grünen die Stadtverwaltung auf, im Sinne der Petition eine sicherere Radverkehrsanlage sowie das Abschaffen des Kurzzeitparkens in der Inneren Jahnallee zu prüfen.

    Und auch Theresa Berghof vom autofrei Leben! e.V., der sich an der Aktion des ADFC beteiligt, findet. „Es ist Zeit zu handeln. Viel zu lange wird der unhaltbare Zustand für den ÖPNV und Radverkehr in der Inneren Jahnallee schon geduldet. Sowohl die Straßenbahn wird behindert als auch der Radverkehr unnötig gefährdet. Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht.“

    Carmen Charmeco David vom ADFC Leipzig betont: „Der öffentliche Straßenraum sollte der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Statt von einigen wenigen Autofahrenden stundenlang als Parkplatz genutzt zu werden, könnte der heutige Parkstreifen von Radfahrenden als sicherer und hochfrequentierter Weg genutzt werden. Die Nachfrage ist da, schaffen wir den Raum.“

    Und neben den Grünen unterstützen auch die Linken das Anliegen. Franziska Riekewald, verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat: „Die Fraktion Die Linke unterstützt das Anliegen, die Verkehrssituation in der Inneren Jahnallee zu verbessern. Daher haben wir einen Änderungsantrag im Verfahren, welcher beantragt, das Parken in der Inneren Jahnallee zu verbieten. Dies halten wir für eine sinnvolle Sofortmaßnahme, um dem Radverkehr mehr Platz einzuräumen und die lebensgefährliche Situation zu entschärfen.“

    In der Inneren Jahnallee sind täglich gut 4.000 Radfahrende, vier Straßenbahnlinien mit rund 800 Durchfahrten und etwa 15.500 Kraftfahrzeuge unterwegs. Die Jahnallee ist sowohl Bundesstraße, Stadtbahnstrecke als auch Teil des qualifizierten Netzes für den Radverkehr.

    Die Petition „Sicheren Radverkehr in der Inneren Jahnallee in Leipzig ermöglichen“ kann noch bis zum 21. August unter www.openpetition.de/!jahnallee gezeichnet werden.

    Heute, kurz vor 16 Uhr – Die sichere Rad-Spur wird hergerichtet

    „Fahrradfahren in der Jahnallee“: Einschränkungen rund um Demo

     

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      1 KOMMENTAR

      1. Die Aktion ist notwendig und schon lange überfällig. Dafür zunächst Dankeschön! Sie ist auch richtig, weil sie das Parken unterbindet und den Radfahrern unmittelbar danach eine sichere und komfortable Radverkehrsanlage anbietet.
        Dennoch will ich auf einen entscheidenden Denkfehler von Frau Riekewald (LINKE) und Herrn John (ADFC, autofrei leben!) hinweisen: Ja, der Autoverkehr darf nicht mehr auf der Jahnallee parken. Das ist zwingend notwendig der erste Schritt, der aber nur dann zu einer spürbaren Verbesserung für die Radfahrer wird, wenn gleichzeitig (!!!) eine Radverkehrsanlage auf dem frei werdenden Raum aufgemalt wird. Die offensichtlich freie Fahrspur, weil auf ihr nicht mehr geparkt werden darf, werden die Autofahrer sofort in Beschlag nehmen. Es ist illusorisch, ja fast traumtänzerisch, anzunehmen, dass dies nicht passiert. Dann ist aber die Anordnung eines Parkverbotes knallharte Autofahrerförderung! Deswegen hoffe ich, dass am Mittwoch der Änderungs-Antrag der LINKEN im Stadtrat in der inneren Jahnallee nur Parkverbot anzuordnen (https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1010079) keine Mehrheit bekommt. Dies wäre die Katastrophe für sicheren Radverkehr in der Jahnallee!

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