Baudezernat will LVB Handlungsfreiheit für einen möglichen zweiten Shutdown geben

Für alle LeserDer Corona-Shutdown und das damit veränderte Mobilitätsverhalten der Leipziger/-innen wetterleuchtet noch immer in den täglichen Einsatzplänen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB). Von einer Rückkehr in einen normalen Betriebsablauf kann noch lange keine Rede sein. Im Gegenteil: Die LVB rechnen auch für den Rest des Jahres damit, dass sie den Fahrplan einem veränderten Fahrgastaufkommen, gar einem neuen Shutdown anpassen müssen. Aber das wollen sie nicht jedes Mal neu beantragen müssen.
Anzeige

Dazu hat jetzt das Dezernat Planung und Bau eine durchaus ungewöhnliche Vorlage für den Stadtrat verfasst, die dieser nach der Sommerpause befürworten kann. Der Grundtenor: „Die Ratsversammlung beschließt für die Verkehrsleistung der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH einen neuen Basisfahrplan mit insgesamt 23,3 Mio. Fahrplankilometern p. a. (davon 12,5 Mio. Fahrplankilometer im Straßenbahnbereich und 10,8 Mio. Fahrplankilometer im Busbereich) und damit gleichzeitig die Erhöhung des Verkehrsangebotes im Busbereich.“

Das klingt erst einmal gut. Aber: Was hat das in dieser Vorlage zu suchen, in der es zuallererst um Punkt 2 geht: „Die LVB wird unter Einhaltung der Vorgaben des europäischen Beihilfenrechts ermächtigt, während der Corona-Pandemie-Situation abweichend von den Vorgaben der Leipziger Betrauung gemäß Ratsbeschluss vom 28.10.2009 das Fahrplanangebot in eigener Verantwortung flexibel zu gestalten.

Bei prozentualen Änderungen des Fahrplanangebotes gegenüber dem Basisfahrplan, welche durch pandemiebedingte Anpassungen des Fahrplanes erforderlich werden, ist abweichend von der Regelung im ,Betrauungsbeschluss zur Betrauung der LVB – Konkretisierung der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen im Öffentlichen Personennahverkehr‘ keine Zustimmung der Stadt erforderlich. Die gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen des bisherigen Betrauungsbeschlusses und der im Verkehrsleistungsfinanzierungsvertrag festgelegte Gesamtbetrag bleiben unberührt.“

Denn auch nur für diesen Punkt gilt: „Die unter Beschlusspunkt 2 aufgeführte Ausnahmeregelung ist begrenzt bis zum 31.12.2020 und bezieht sich ausschließlich auf das Fahrplanangebot für das Jahr 2020.“

Heißt im Klartext: 2020 wird das Angebot gar nicht erweitert. Denn was im Busbereich mehr gefahren werden soll, entfällt dafür im Straßenbahnbereich. Denn bisher galt: „Laut den Vorgaben der Leipziger Betrauung bedürfen über eine bestimmte Größenordnung hinausgehende Angebotsveränderungen in Bezug auf einen festgelegten Basisfahrplan der Zustimmung durch die Stadt.

Zuletzt hat die Ratsversammlung am 28. Oktober 2015 einen Basisfahrplan mit insgesamt 22,9 Mio. Fahrplankilometern p. a., davon 12,5 Mio. Fahrplankilometern im Straßenbahnbereich und 10,4 Mio. Fahrplankilometern im Busbereich beschlossen. Die zuvor genannte Regelung umfasst dabei alle Änderungen, die seit Inkrafttreten des Basisfahrplans, auch unabhängig voneinander bzw. einzeln, vorgenommen wurden.“

Und ob selbst die neu festgesetzten Werte erreicht werden, ist offen. Die Vorlage betont dazu: „Eine zuverlässige Prognose für den Jahreswert des Fahrplanangebotes der Leipziger Verkehrsbetriebe lässt sich aufgrund der beschriebenen Unwägbarkeiten für die weitere Entwicklung derzeit nicht abgeben, da in der aktuellen Situation nicht absehbar ist, ab wann wieder der vollständige Regelfahrplan angeboten werden kann oder ob zu späteren Zeitpunkten erneut Reduzierungen erforderlich werden könnten, z. B. infolge eines erhöhten Krankenstandes oder einer weiteren größeren Infektionswelle. Allerdings kann bereits jetzt prognostiziert werden, dass mit den bereits bekannten Einschränkungen der Basisfahrplan Straßenbahn bis zum Jahresende unterschritten wird.“

Schon im Vorjahr wurde der Basisfahrplan massiv unterschritten: 2016 erreichten die Straßenbahnen der LVB 12,7 Millionen Kilometer, ein Wert, der 2019 durch Fahrermangel und ausgedünntes Fahrplanangebot auf 12,2 Millionen Kilometer absank.

Mit den Corona-Folgen dürfte er 2020 noch weiter sinken.

„Bezüglich der Reduzierung des Fahrplanangebotes wurden zunächst nach Bekanntgabe der Schulschließungen ab 18. März 2020 die reinen Schülerverkehre eingestellt“, heißt es in einer ersten Bilanz des ersten Halbjahrs. „Ab dem 23. März 2020 wurden alle Straßenbahnlinien in einem erweiterten Sonntagsfahrplan betrieben. Dies bedeutete, dass die Straßenbahnlinien werktags von 06:00 bis 19:00 Uhr im 15 Minuten-Takt, statt des bisherigen 10 Minuten-Taktes verkehrten. Ab dem 30. März 2020 verkehrten auch die innerstädtischen Buslinien im 15 Minuten-Takt und im regionalen Bediengebiet wurde nach Ferienfahrplan gefahren. Nach der politischen Entscheidung zur schrittweisen Lockerung der staatlichen Maßnahmen und mit der teilweisen Wiederaufnahme des Schulbetriebes für Abschlussklassen verkehren alle Buslinien der LVB seit dem 20. April 2020 wieder nach dem Regelfahrplan an Schultagen.

Ferner werden ab diesem Zeitpunkt punktuelle Verstärkerfahrten im Straßenbahnbereich angeboten. Die reinen Schülerverkehre wurden bedarfsgerecht ab 13. Mai 2020 teilweise wieder aufgenommen und werden seit dem 20. Mai 2020 wieder komplett gefahren. Mit Beginn der Baumaßnahme Rosa-Luxemburg-Straße ab dem 2. Juni 2020 werden die Straßenbahnlinien 7, 11 und 15 montags bis freitags von 06:00 bis 19:00 Uhr wieder im 10 Minuten-Takt verkehren. Alle anderen Straßenbahnlinien sollen vorerst im 15 Minuten-Takt verbleiben.“

Heißt: Das Angebot bleibt eingeschränkt.

Und zwar vor allem, um die Einnahmeausfälle durch den Rückgang der Fahrgastzahlen zu kompensieren. Dazu liest man in der Vorlage: „Damit kann neben einer größtmöglichen Flexibilität beim Reagieren auf aktuelle Anforderungen der Corona-Situation auch angesichts der starken Einnahmerückgänge ein Beitrag zum wirtschaftlichen Bestand des Unternehmens durch Kostendämpfungen erzielt werden. Denn die LVB erbringt in enger Abstimmung mit der Aufgabenträgerin zur Absicherung einer flächendeckenden Mindest-Mobilität für alle, insbesondere auch und gerade in Krisenzeiten, mehr Verkehrsleistungen, als sie nach rein betriebswirtschaftlichen Grundsätzen infolge des massiven Nachfrageeinbruchs eigentlich anbieten müsste.“

So fühlt es sich aus Fahrgastsicht auch an.

Wir hatten das vor zwei Wochen auch schon einmal bei den Leipziger Verkehrsbetrieben nachgefragt und von Pressesprecher Marc Backhaus die Antwort erhalten: „Grundsätzlich haben die Leipziger Verkehrsbetriebe in der aktuellen Situation einen erheblichen Fahrgastrückgang festzustellen. Mit Blick auf die bisherigen wirtschaftlichen Auswirkungen und die weiter unterdurchschnittliche Nachfrage versucht das Unternehmen bedarfsgerechte Angebote zu machen.

So sind unter anderem alle Buslinien im ,Normalangebot‘ unterwegs und auf 3 Straßenbahnlinien mit entsprechender Nachfrage gilt der 10-Minuten-Takt. Da es auch hier vorkommen kann, dass ein Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, empfehlen die LVB Mund und Nase entsprechend der Landesverordnung zu bedecken.

Entsprechend der weiteren Nachfrageentwicklung und dem weiteren Pandemieverlauf werden wir erst am Ende des Jahres die wirtschaftlichen und verkehrlichen Auswirkungen beziffern können. Entsprechend der aktuellen Nachfrage sind die Mitarbeitenden der LSVB weiterhin in Kurzarbeit, bei einem Ausgleich auf 100 Prozent durch die Leipziger Gruppe. Mit Blick auf das LVB-Angebot im Herbst informiert das Unternehmen nach den entsprechenden Nachfragebewertungen auf den bekannten Wegen.“

LSVB sind die LVB-Tochter Leipziger Stadtverkehrsbetriebe, die die 650 Fahrer/-innen für die Straßenbahnen zur Verfügung stellen.

Aber genaue Zahlen zum Rückgang des Fahrgastaufkommens bekamen wir (noch) nicht. Und Zahlen zu den möglichen Umsatzeinbußen haben auch die LVB noch nicht. Deswegen kann das städtische Unternehmen auch noch nicht sagen, ob es zum Jahresende noch einen zusätzlichen Finanzausgleich braucht, auch wenn der Verband der Deutschen Verkehrsbände (VDV) im Frühjahr schon richtig Tamtam gemacht hat zu den befürchteten Einnahmeausfällen.

In der Vorlage klingt das deutlich zurückhaltender: „Im Zusammenhang mit der Finanzierung von anfallenden Einnahmeverlusten und Mehraufwendungen infolge zusätzlicher Sicherheits- und Hygienemaßnahmen ist bis zum jetzigen Zeitpunkt allerdings in weiten Teilen noch unklar, ob und wenn ja in welchem Umfang konkret diesbezügliche coronainduzierte Mehrbelastungen bzw. Mindereinnahmen ausgeglichen werden. Der Beschluss der Bundesregierung vom 03.06.2020, sich mit insgesamt 2,5 Milliarden Euro an einem ÖPNV-Rettungsschirm zu beteiligen, bietet einen ersten Anhaltspunkt, konkrete Regelungen, wofür und an wen die Gelder ausgezahlt werden, gibt es aber noch nicht. Auch seitens des Freistaates Sachsen existieren aktuell noch keine verbindlichen Aussagen zu ergänzenden Zusatz- bzw. Co-Finanzierungen.“

Wie sollte so ein Plan auch schon existieren, wenn noch nicht einmal vage Schätzungen zu den möglichen Mindereinnahmen existieren? Oder besser: Zur verbleibenden Differenz, wenn man sie mit dem eingeschränkten Angebot verrechnet? Was bleibt da übrig?

Und ebenso bleibt unklar, welche flexiblen Fahrplananpassungen die LVB eigentlich planen.

Der einzige Passus in der Vorlage, der darauf Bezug nimmt, beschreibt tatsächlich nur den Fall eines möglichen zweiten Shutdowns, den Epidemiologen für den Herbst durchaus für möglich halten, weil sich nun einmal ein Teil der Menschen nach Aufhebung der meisten Einschränkungen wieder genauso rücksichtslos benimmt wie vorher.

Die Befürchtung, dass auch Leipzig im Herbst den Betrieb wieder herunterfahren muss, ist nur zu berechtigt. Das steckt in dieser Aussage: „In der Betrauung selbst ist keine Regelung enthalten, welche es den Leipziger Verkehrsbetrieben ermöglichen würde, in unvorhergesehenen Situationen, welche zu Beschränkungen des öffentlichen Lebens führen, mit der Anpassung ihres Verkehrsangebotes eigenverantwortlich und flexibel zu reagieren.

Zur Gewährleistung der erforderlichen Flexibilität bei der operativen Angebotsgestaltung sollen die Leipziger Verkehrsbetriebe aufgrund der Pandemie-Situation deshalb ermächtigt werden, abweichend von den Vorgaben der Leipziger Betrauung das Fahrplanangebot in eigener Verantwortung zu gestalten, ohne dass die Zustimmung der Stadt eingeholt werden muss.“

Selbst die Kapazitätserweiterung auf LVB-Hauptlinien bis 2024 wird sportlich

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

LVBCoronakriseCorona-Pandemie
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

In der neuen Dingwelt: Rückblick in eine Kindheit zur Zeit der Wende

© Jwaller

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelIm Sommer 2019 habe ich die Interviewreihe „Wendegespräche“ begründet. In der Folge durfte ich mit insgesamt zehn Menschen unterschiedlichen Alters und sozialer Herkunft sprechen. So beispielsweise mit einem Dozenten, einer Choreographin, einem Versicherungsvertreter und einer Näherin – mit Menschen, die in der DDR sozialisiert waren, aber auch mit einer Teilnehmerin aus den alten Bundesländern, die über ihre persönlichen Erfahrungen vor, während und nach der Wende berichteten. In dieser Ausgabe schließe ich die „Wendegespräche“ mit einem persönlichen Blick auf meine Erinnerungen während dieser Zeit ab.
Grüne beantragen: Leipzigs Verwaltung soll bis 2022 einen Integrierten Gewässerentwicklungsplan vorlegen
Weiße Elster bei Stahmeln. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Noten 4 und 5 bekommen Leipzigs Flüsse für ihre Wasserqualität. Das liegt nicht nur daran, dass die Anrainer am Oberlauf allerlei Zeug hineinlaufen lassen, das da nicht hineingehört. Es liegt auch daran, dass die Flüsse von ihrer natürlichen Aue völlig abgeschottet sind und deshalb auch der Artenreichtum nicht gedeihen kann. Das im Juni beschlossene Auenentwicklungskonzept kann nur der Beginn sein, den Missstand aufzulösen. Leipzig braucht aber auch endlich ein Konzept, die Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen, beantragen die Grünen.
Nach 2022 könnte die Sanierung der alten Theaterspielstätte Gottschedstraße 16 beginnen
Das Haus Gottschedstraße 16. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserErst wollte die Stadt das Haus verkaufen, um mit dem Erlös die neue Spielstätte des Schauspiels zu bezahlen. Dann stellte sich schnell heraus, dass das so nicht funktionierte und verschiedene Leipziger Vereine legten neue Nutzungskonzepte für das Haus Gottschedstraße 16 vor. 2018 beschloss der Stadtrat einen Verkaufsstopp für das Haus Gottschedstraße 16. Im Mai 2020 beschloss er dann, den Weg freizumachen für ein „Haus des Festivals“. Der Planungsbeschluss liegt jetzt vor, muss aber noch beschlossen werden.
Er gibt nicht auf: Ein Mörder kämpft weiter um mildere Strafe
Hofft weiter auf eine mildere Strafe: Dovchin D. (heute 41, rechts), hier im Januar 2019 neben seinem Anwalt Dr. Stefan Wirth beim ersten Prozess nach der Revision. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle Leser2016 brachte er zwei Frauen in Leipzig um und zerteilte ihre Leichen. Dafür wurde er zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Nach einer erfolgreichen Revision der Verteidigung und einem neuen Prozess bestätigte das Landgericht 2019 die Strafe - doch die Entscheidung wurde wiederum gekippt. Am kommenden Freitag steht der heute 41-jährige Dovchin D. deswegen vor dem Richter. Zum dritten Mal.
Die umgebaute Haltestelle Goerdelerring geht am 31. Oktober wieder komplett ans Netz
Linie 4 in der neuen Haltestelle Goerdelerring. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEndlich fertig. Als hätten es die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) geplant: Praktisch mit Corona starteten sie in diesem Jahr die Bauarbeiten in ihren größten Baustellen in der Bornaischen Straße und am Goerdelerring, die über Monate ein zuweilen verwirrendes Umleitungsregime zur Folge hatten. Und die größte und sperrigste dieser Baustellen wird jetzt endlich fertig. Die zentrale Haltestelle Goerdelerring wird ab 31. Oktober wieder komplett bedient, teilen die LVB mit.
Leipziger Forscher staunen: Älteste ausgegrabene Mongolin besaß Erbgut von Denisovanern, Neandertalern und modernen Menschen
Diyendo Massilani durchsuchte die Genome der Salkhit- und Tianyuan-Individuen auf DNA-Spuren von ausgestorbenen Homininen und wurde fündig. Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Für alle LeserVon Kosmopoliten spricht Diyendo Massilani. Aber so empfanden sich die Menschen, die vor 30.000 und 40.000 Jahren in den eisfreien Weiten des großen Kontinents Eurasien unterwegs waren, bestimmt nicht. Auch wenn sie dann und wann überrascht gewesen sein dürften, dass sie auf andere Gruppen von Menschen stießen, die etwas anders aussahen und wohl auch etwas anders sprachen. Und trotzdem paarte man sich. Zum Glück für heutige Anthropologen.
Kurzarbeit dämpft auch im Oktober die Arbeitslosenzahl und das Stellenangebot ist auf Vorjahresniveau
Gemeldete Arbeitslose in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserWas die ganzen Folgen der Corona-Panemie am Ende tatsächlich in der Wirtschaft anrichten, weiß noch niemand. Selbst die Diskussionen, ob die ab dem 2. November geplanten Einschränkungen überhaupt Sinn machen, beginnen erst. Denn wir sind längst an dem Punkt angekommen, da wir lernen müssen, das Leben am Laufen zu halten, obwohl das Corona-Virus weiterhin unterwegs ist. Auch in Leipzig ging im Oktober die offizielle Arbeitslosigkeit wieder zurück.
Frühstücksträume: Lauter leckere Tipps, wie man aus der Frühstückslangeweile herauskommt
Barbara Baumann: Frühstücksträume. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Wort Corona kommt in diesem Buch einmal nicht vor. Aber eigentlich passt das Buch haargenau in diese seltsame Zeit mit all ihren Einschränkungen und nun der zweiten langen Zeit, wo die ganze Familie wochenlang zu Hause hocken muss. Da lohnt es sich, selbst das Sonntagsfrühstück zu einem richtigen Erlebnis zu machen – mit selbst gemachter Konfitüre und selbst gebackenen Brötchen. Oder auch ganz international.
Donnerstag, der 29. Oktober 2020: FDP, Linke und Gaststätten kritisieren Corona-Politik
Rico Gebhardt, (MdL, Die Linke). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserBundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident/-innen haben sich gestern auf einen „Lockdown light“ verständigt. FDP und Linke kritisieren unter anderem fehlende Parlamentsbeteiligung und die Gaststätten wollen ihre Schließung nicht einfach hinnehmen. Außerdem: Der ehemalige Unirektor Cornelius Weiss ist tot. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 29. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko: Zwistigkeit im Glanz der Freiheit
Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im Handel„Zwist“. Beinahe schon ein veraltetes Wort, aus dem Niederdeutschen übernommen, das steht für „Streit“ oder „Zerwürfnis“. Dieser Fast-Archaismus schien mir aber als Ersatzwort in der Silbenparallele wesentlich besser zu passen, als „Einigkeit und Recht und Freiheit“ zum 30. Jahrestag des Beitrittsjubiläums hinauszuposaunen.
Mit dem richtigen Hygienekonzept und guter Belüftung könnten Hallenveranstaltungen auch in Corona-Zeiten stattfinden
Konzert mit Tim Bendzko am 22. August in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig. Foto: SC DHfK Handball

Foto: SC DHfK Handball

Für alle LeserAm 2. November sollen die neuen verschärften Allgemeinverfügungen zur Corona-Pandemie in Kraft treten. Und die Sportvereine und -verbände in Mitteldeutschland meldeten sich sofort nach Verkündung mit heftiger Kritik zu Wort, denn sie haben in der Regel alles getan, damit der Verein nicht zum Hotspot für das Virus wurde. Und mit dem großen Experiment RESTART-19 im August haben die Universitätsmedizin Halle (Saale) und der SC DHfK gezeigt, dass auch Sportveranstaltungen mit dem richtigen Hygienekonzept machbar sind.
Mehr als ein Stück Ernährungswende in Taucha: Kooperative Landwirtschaft vor den Toren Leipzigs
Kohlernte bei KoLa mit Spaßfaktor. © Frank Willberg

Foto: Frank Willberg

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelEine Gemüsewurzelrevolution vor den Toren der Stadt. KoLa Leipzig steht für Kooperative Landwirtschaft. Die Genossenschaft mit aktuell 976 Mitgliedern ist im Mai 2018 entstanden und hat einen überaus verheißungsvollen Auftakt hingelegt. Aber was macht solidarische Landwirtschaft besser als gewöhnlicher Ökolandbau? Wie hat sich die Idee von KoLa bislang entwickelt? Und was bewegt hauptsächlich junge Menschen, diesen nicht unbedingt einfachen Weg einzuschlagen?
SPD fasst ihren Antrag zum Wilhelm-Leuscher-Platz neu: Das neue Quartier braucht mehr Grün, mehr Spielplätze und Radabstellanlagen
Blick auf den Nordteil des Geländes Richtung Rossplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich sollte die zukünftige Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes in der Ratsversammlung am 7. Oktober debattiert und beschlossen werden. Doch eine lange Latte an Änderungsanträgen ließ schon ahnen, dass die Diskussion um diesen Platz heftig werden würde. Jetzt soll die Verwaltungsvorlage am 11. November diskutiert werden. Und auch die SPD-Fraktion attestiert den städtischen Planern hier ein Denken von vorgestern und fordert die Schaffung erlebbarer Grünflächen.
Nach Aus für B 178-Verlängerung in der Lausitz: ADFC fordert endlich mehr Einsatz für Radwegebau in Sachsen
Und wo fahren die Radfahrer? Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAls Sachsen vor über einem Jahr seine Projekte für das „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ anmeldete, waren auch reihenweise teure Straßenneubauten drin, die vorher nie eine Chance auf Realisierung gehabt hätten. Aber der Glaube ist unerschütterlich, dass über Staatsstraßen und Autobahnen endlich die florierende Wirtschaft käme. Auch in die Lausitz. Am 23. Oktober aber vermeldete das Verkehrsministerium das Ende eines dieser Traumprojekte.
Verkehrsdezernat lehnt Linke-Antrag ab: Am Cottaweg können wir nichts ändern
Die neu montierten Geländer an der Einmündung Cottaweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Herumgeeier um den Cottaweg und seine gefährliche Einmündung in die Jahnallee zeigt recht exemplarisch, wie schwer sich Leipzigs Verkehrsplaner tun, altes Autostraßendenken zu verlassen und wirklich moderne Lösungen für den Stadtverkehr zu finden. Die neuen Geländer an der Einmündung stehen geradezu für dieses Denken von Vorgestern. Gibt ja nun keine Unfälle mehr, meint das Planungsdezernat zu einem Antrag der Linksfraktion.