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Seit dieser Woche haben die ersten Leipziger Fahrradstraßen auch Fahrbahn-Piktogramme

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    Seit Sommer 2019 ist es ein heiß diskutiertes Thema, seit Leipzigs Verkehrsdezernat endlich die Beethovenstraße zur Fahrradstraße machte, aber etliche Kraftfahrer nicht so recht einsahen, dass Radfahrer/-innen hier jetzt immer Vorrang haben. Vielleicht, weil sie die blauen Schilder am Straßenrand übersahen. Also malten erst Lucy & Pierre große Piktogramme auf die Straße und dann beschloss der Stadtrat auf SPD-Antrag, dass die Stadt noch große, gut lesbare Piktogramme auftragen soll. Die kommen jetzt, meldet das Verkehrs- und Tiefbauamt.

    Mit neuen, großflächigen Markierungen auf der Fahrbahn sollen Fahrradstraßen in Leipzig künftig noch besser als solche erkennbar sein. Die Piktogramme mit stilisiertem Fahrrad und großem Schriftzug zeigen den Nutzern künftig an, dass sie über eine Fahrradstraße rollen. Bisher sind diese nur jeweils mit dem entsprechenden Verkehrszeichen „Beginn einer Fahrradstraße“ und „Ende einer Fahrradstraße“ gekennzeichnet.

    Der Radverkehrsbeauftragte der Stadt, Dr. Christoph Waack, sagt dazu: „Die Fahrradstraßen-Piktogramme auf der Fahrbahn machen auf den ersten Blick den Bereich kenntlich, in dem von normalen Straßen abweichende Regelungen zugunsten des Radverkehrs gelten. Das erhöht die Sicherheit und fördert das Verständnis und Miteinander aller Verkehrsteilnehmer.“

    Dass die Umsetzung so lange dauerte, hat mit der Meinungsbildung innerhalb der Verwaltung zu tun. Es gibt noch kein deutschlandweit allgemeingültiges Piktogramm. Also hat man sich Vorbilder angeschaut und einen Favoriten für Leipzig entwickelt. Seit gestern wird das Anliegen des SPD-Antrags aus dem Jahr 2019 tatsächlich umgesetzt.

    Testweise erfolgten die ersten Markierungen jetzt in der Straße „Deutscher Platz“ und auf der Alten Messe im Zentrum-Südost. Am Donnerstag, 24. September, folgen unter anderem die Schillerstraße und weitere Fahrradstraßen im Zentrum. Wenn es die Witterung zulässt, sollen die Leipziger Fahrradstraßen noch bis in den Oktober hinein mit entsprechenden Piktogrammen versehen werden. Insgesamt werden in den 13 bislang bestehenden Fahrradstraßen 41 Symbole aufgebracht.

    Die Piktogramme haben ein nur in Leipzig eingesetztes Design, da sie nicht das Verkehrszeichen „Fahrradstraße“ ersetzen, sondern die Aufmerksamkeit erhöhen sollen.

    Ausgenommen bleibt hiervon vorerst nur die Beethovenstraße, erklärt das Verkehrs- und Tiefbauamt: Hier liegt ein Widerspruchverfahren gegen die Anordnung der Fahrradstraße vor, dessen Ergebnis zunächst abgewartet werden muss.

    Es gibt tatsächlich Leute, die können Vorrangstraßen für Radfahrer/-innen einfach nicht akzeptieren.

    Fahrradstraßen sind dem Radverkehr vorbehalten, betont das Verkehrs- und Tiefbauamt. Ausnahmen für andere Verkehrsteilnehmer werden mit entsprechenden Zusatzschildern angezeigt. Solche Ausnahmen – mitunter auch nur in eine Fahrtrichtung – werden oft für Anlieger oder den Lieferverkehr gewährt, damit die Grundstücke mit Kraftfahrzeugen erreichbar bleiben.

    Auch das Parken in diesen Straßen ist weiterhin möglich. Radfahrer dürfen in Fahrradstraßen jederzeit nebeneinander fahren und geben das Tempo vor. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde dürfen Autofahrer nur dann ausschöpfen, wenn Radfahrer dadurch nicht behindert oder gefährdet werden. Auf den Fahrradstraßen gilt – sofern nicht anders angeordnet – rechts vor links.

    Die Ausweisung von Fahrradstraßen soll dazu beitragen, dass mehr Menschen aufs Rad steigen. Die Einschränkung, die die Verwaltung bislang auch hinderte, viele weitere Fahrradstraßen einzurichten: Sie können nur dort eingerichtet werden, wo das Fahrrad bereits das vorherrschende Verkehrsmittel ist.

    Was dann einen jahrelangen Spagat ergibt. Denn wenn das Radfahren in einer Straße zu gefährlich ist, vermeiden wieder viele Leipziger/-innen, dort mit dem Rad zu fahren. Also dominiert weiter der Kfz-Verkehr. Sichere Radwege entstehen dann oft aber auch nicht. Und so wird der Radverkehr weiter ausgebremst, obwohl eine Ausweisung als Fahrradstraße die notwendige Verkehrswende oft deutlich forcieren würde.

    Piktogramm und Umsetzungskonzept für Fahrradstraßen sollen bald kommen

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