Mietkostenabrechnung: Betriebskosten müssen auf alle Wohnungen aufgeteilt werden

Das Jahr geht zu Ende und es beginnt wieder die Zeit der Zettel im Flur: Die Ablese-Firmen kündigen sich an, um in Haus und Wohnungen die Daten der Messgeräte aufzunehmen. Und irgendwann flattern dann die neuen Nebenkostenbescheide ins Haus. Bei vielen Leipzigern mit Nachzahlungsforderungen. Es wird immer wichtiger, auf jedes Detail zu achten, denn die Nebenkosten steigen immer weiter.
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Die Stadtwerke Leipzig haben die nächste Strompreiserhöhung für den 1. April angekündigt. Bundesweit steigen 2013 die Stromkosten, weil die Bundesregierung mittlerweile einige Tausend stromintensive Unternehmen von den Zusatzkosten der Energiewende befreit hat. Die Kosten verschwinden aber nicht, sondern werden auf alle anderen Verbraucher umgelegt, was dann im Schnitt 10 bis 14 Prozent Erhöhung der Strompreise bedeutet.

Aber auch die Heizkosten haben es mittlerweile in sich. Deswegen lohne sich, so betonte der Mieterverein Leipzig schon Ende November, der genaue Blick auf die Nebenkostenabrechnung. Denn die Nebenkosten dürfen nur anteilig auf die Mietparteien verteilt werden. Stehen in einem Haus eine oder mehrere Wohnungen leer, so dürfen die dafür anfallenden Betriebskosten nicht auf die anderen Mieter umgelegt werden.

„Da der Vermieter das Vermietungsrisiko trägt, muss er in solch einem Fall die entstehenden Kosten selber tragen“, erklärt Anke Matejka, Vorsitzende des Mietervereins Leipzig. Diese Regelung nennt man den Verteilerschlüssel „Wohnfläche“. In den Betriebskosten enthalten sind unter anderem der Hausmeister, die Grundsteuer, der Strom für die Hausbeleuchtung, das Wasser und Abwasser und der Müll.

„Es lohnt sich, den Mietvertrag zu prüfen, wird darin erwähnt, dass die Kosten im Verhältnis der vermieteten Fläche zueinander oder nach der bewohnten Fläche aufgeteilt werden, so ist diese Regelung ungültig“, sagt Matejka.

Leerstehende Wohnungen muss der Vermieter mit der durchschnittlichen Belegung im Haus in der Betriebskostenabrechnung zu Grunde legen.

Es muss also aus der Abrechnung auch ablesbar sein, wie groß die gesamte zu Grunde gelegte Mietfläche ist und was insgesamt an Kosten anfällt und wie sie auf den betroffenen Mieter bzw. seinen Verbrauch und die Größe der Wohnung umgelegt wurden.Vielen Leipzigern sind die Kosten in den letzten Jahren schon deutlich über den Kopf gewachsen. Das lag aber nicht an den gestiegenen Mieten – auch wenn diverse Immobilienunternehmen (zumeist im eigenen Gewinninteresse) gern vermelden, wie die Spitzenmieten in Leipzig gestiegen sind. So etwa die TLG wieder am 29. Oktober in ihrer Mitteilung: „Immobilienmärkte in Dresden und Leipzig profitieren von Bevölkerungswachstum und Arbeitsplatzanstieg“.

Darin hieß es: „Nachhaltig angezogen haben die Marktmieten und zwar sowohl für Neubau wie für sanierte Altbauten. Dresden liegt jetzt mit 4,60-7,50 Euro/m² (Vorjahr: 4,40-7,30 Euro/m²) für sanierte Altbauwohnungen auf dem vierten Platz in den neuen Bundesländern (ohne Berlin). In Leipzig werden 3,90-7,30 Euro/m² (Vorjahr: 3,80-7,10 Euro/m²) verlangt. – Die Spitzenmiete für Neubauten kletterte in beiden Städten auf von 7,10/7,00 auf 7,50 Euro/m² (Dresden: 6,30-7,50 Euro/m²; Leipzig 5,50-7,50 Euro/m²).“

Ähnliche Meldungen gab es auch von anderen Immobilienunternehmen. Ein Blick in die Leipziger Bürgerumfragen aber zeigt, dass der eigentliche Mietpreis in Leipzig seit Jahren recht konstant ist und sich seit 2008 im Durchschnitt bei 5 Euro je Quadratmeter bewegt. Im Durchschnitt, wohlgemerkt – da sind die Spitzenmieten aus dem Waldstraßenviertel und dem Musikviertel genauso dabei wie die 3,90 Euro aus Lindenau oder Volkmarsdorf. Wirklich preistreibend waren in diesen Jahren die Energiepreise.

So hat sich Heizöl seit 2005 um 74 Prozent verteuert, Gas wurde um 26,5 Prozent teurer, Strom um 43,9 Prozent. Mit einem Plus von 45,8 Prozent (Stand November 2012) ist Haushaltsenergie der eindeutige Preistreiber bei den Nebenkosten, die in Leipzig bei 2,08 Euro pro Quadratmeter lagen. Aber das war 2011. Und auch da wurde an der Verbrauchsstatistik der Stadtwerke Leipzig schon sichtbar, dass viele Haushalte mittlerweile beim Energieverbrauch sparen.

Beim Verbrauch von Fernwärme und Erdgas ist das so direkt nicht ablesbar, weil gerade 2010 und 2011 sehr kalte Winter waren, die sich zwangsläufig in Mehrverbrauch niederschlugen.

Aber der Stromverbrauch der Leipziger Haushalte sinkt kontinuierlich – und das, obwohl die Bevölkerungszahl wächst. 2004 bezogen die Leipziger noch 580 GWh, 2006 waren es noch 567, 2008 nur noch 524. 2010 fiel dieser Wert sogar auf 503 GWh. Man kann nur ahnen, was noch zu sparen wäre, wenn die Häuser in Leipzig alle nach modernen Maßstäben wärmegedämmt würden.


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