Experten fordern Strategie für eine Rohstoffwende in Deutschland

Sie sitzen unterm Weihnachtsbaum? Haben Sie schon ausgepackt? Und sich gefreut, dass es dieses Jahr alles neu gibt? Das Smartphone, den Laptop, die Kaffeemaschine und den Rasierapparat? Wirklich? Und nun: Wohin mit den alten Teilen? Wo landen die überhaupt? - Das große Geschenkefest hat auch Wissenschaftler der TU Freiberg vor ein paar Tagen animiert, mal ein Manifest mitzuformulieren. Heutzutage heißt das Positionspapier.
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Aber es läuft auf dasselbe hinaus: Da muss sich was ändern in unseren Köpfen und in unserem Land. Denn auch wenn schon seit Jahrzehnten über Recycling geredet wird – wirklich ernst nimmt es unsere Wirtschaft damit nicht. Da sind eine Menge Leute noch nicht aufgewacht.

Und so haben sich Wissenschaftler aus Industrie, verschiedenen Forschungseinrichtungen und Hochschulen, darunter der TU Bergakademie Freiberg, hingesetzt und ein  Positionspapier geschrieben, in dem sie fordern, nach der „Energiewende“ nun die „Rohstoffwende“ einzuläuten. Die Wissenschaftler haben analysiert, wie es um den Zugang der deutschen Industrie zu 26 wichtigen Rohstoffen bzw. Rohstoffklassen derzeit und in Zukunft bestellt ist und daraus 13 Handlungsempfehlungen an die Politik abgeleitet.

Warum immer noch von den Rohstoffmärkten treiben lassen?

Der Rohstoffsektor ist dynamisch wie kaum ein anderer. Gleichzeitig sind die Auswirkungen von Verknappungen und Preisschwankungen auf die Industrie gravierend. Deutschland ist für viele wichtige Rohstoffe von internationalen Märkten abhängig. Spätestens seit dem chinesischen Exportlimit für Seltenerdmetalle ist auch der Öffentlichkeit bewusst, welche politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen daraus resultieren können.

Aber wirklich dramatisch ist das nur, wenn die Bundesrepublik nicht endlich anfängt, die wertvollen Rohstoffe aus den jedes Jahr anfallenden Abfallbergen gründlich zurückzugewinnen.

Um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken, empfiehlt deshalb die Forschergruppe des Temporären ProcessNet-Arbeitskreises „Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft“  unter anderem, nicht um des Recyclings willen zu recyceln.

ProcessNet wird von der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA) und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) getragen. Sprecher des Arbeitskreises ist Martin Bertau, Professor für Technische Chemie an der TU Bergakademie Freiberg: „Wir weisen darauf hin, dass unser langfristiges Ziel sein muss, die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen auf eine Kreislaufwirtschaft auszurichten, die auf der Kombination von effizienterer Nutzung, Recycling und Substitution basieren sollte.“

Das Positionspapier mit dem Titel „Anorganische Rohstoffe – Sicherung der Rohstoffbasis von morgen“ bewertet die aktuelle Situation in Deutschland hinsichtlich 26 strategisch wichtiger anorganischer Rohstoffe bzw. Rohstoffklassen, wie die Platin- oder Seltenerdmetalle. Grundlage bildet die Liste der Rohstoffe, die von der EU im Mai 2014 als kritisch eingestuft wurden. Zusätzlich sind solche Rohstoffe berücksichtigt, die schon seit längerem unseren Alltag bestimmen und auch rein mengenmäßig stark ins Gewicht fallen, wie etwa Eisen, Kupfer oder Phosphat. Für jeden Rohstoff sind wirtschaftliche Bedeutung und Vorkommen aufgeführt. Dazu werden Gewinnungs- und Recyclingtechniken vorgestellt. Eine Analyse des Forschungs- und Entwicklungsbedarfs, der nach Auffassung der Autoren für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland notwendig ist, rundet die einzelnen Übersichten ab.

Braucht Recycling tatsächlich erst die Akzeptanz der Bevölkerung?

13 Handlungsempfehlungen geben die Verfasser des Positionspapiers – wohl wissend, dass einige der Empfehlungen überflüssig wären, wenn die Wirtschaft und Politik ihre Versprechen der letzten Jahre auch nur ansatzweise ernst genommen hätten.

Etwa die hier: „Es ist sicherzustellen, dass einmal in die Volkswirtschaft eingebrachte Rohstoffe durch die Bereitstellung entsprechender Sammellogistik und Aufbereitungskapazitäten im Land erfasst und aufgearbeitet werden können. Dies sollte stets gegenüber einem Export in Dritt- oder die Herstellländer vorgezogen werden.“

Denn es nutzt alles nichts, wenn die Geräte mit all ihren wertvollen Innereien dann einfach auf Schiffe verfrachtet und irgendwo in Afrika zu einem Sammelplatz gebracht werden, wo sie unter umweltschädlichsten Bedingungen zerlegt werden und ganze Landschaften in giftige Müllhalden verwandeln.

Und dass bei der Produktentwicklung eigentlich auch schon an die Wiederverwertung der Bauteile gedacht werden sollte, ist ja auch kein Geheimnis, wird aber immer noch bei viel zu vielen Produkten missachtet.

Und so gibt es auch diese Forderung: „Ein früher Austausch zwischen der produzierenden Industrie und den Entwicklern neuer Werkstoffe mit der Recyclingindustrie soll gefördert werden, um Recyclingfragen schon bei der Produktentwicklung zu berücksichtigen (Design for Recycling) und der Recyclingindustrie bei neuen Werkstoffen Vorlauf für die Entwicklung von Recyclingverfahren zu geben.“

Man merkt aber auch, dass hier wieder typische Vertreter der deutschen Wirtschaft mit am Tisch saßen und einige Forderungen in ihrem Sinne beeinflusst haben.

Das merkt man auch am Fehlen eines Punktes, der darauf eingeht, dass die meisten Konsumgüter, die heute in Deutschland verkauft werden, nicht in Deutschland hergestellt werden. Dadurch ist der Einfluss auf die Produktion denkbar gering und die Herstellung echter Stoffkreisläufe fast unmöglich.

Die Bundesrepublik wäre also gut beraten, auch die Herstellerländer in seine Kreislaufstrategien mit einzubeziehen.

Braucht Deutschland wieder eine eigene Konsumgüterindustrie?

Aber man kann es auch so drehen, dass man das Material einfach dabehält und selbst aufbereitet. Jedenfalls findet das Prof. Martin Bertau: „Mit Ausnahme weniger Elemente wie Eisen oder Aluminium, bei denen Recyclingquoten von 50 bis 70 % erreicht werden, stammt der überwiegende Teil der in Deutschland eingesetzten Rohstoffe nach wie vor aus Primärquellen. Wir empfehlen, mehr Wert auf die Rückgewinnung von Rohstoffen aus sekundären Quellen zu legen, um uns von geopolitischen Abhängigkeiten zu lösen.“

Dem stünden jedoch bisher die hohen Preise und die oft mangelhafte Qualität aufbereiteter Rohstoffe entgegen, fügt er noch an.

Aber die Forderung, diese Wiederaufbereitung endlich auf modernen Standard zu heben, steht ja auch im Papier.

Die Forscher verweisen ausdrücklich darauf, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereits mit der Maßnahme „Innovative Technologie für Ressourceneffizienz“ reagiert hat, um das Recycling bzw. die Substitution wichtiger Rohstoffe voranzutreiben.

„Dafür braucht es allerdings stabile rechtliche Rahmenbedingungen im Umwelt- und Abfallrecht auf nationaler und auch europäischer Ebene, um einen fairen Wettbewerb innerhalb der EU zu ermöglichen. Neben der Entwicklung von neuen Aufbereitungsverfahren müssen schon bei der Produktentwicklung Aspekte der Kreislaufwirtschaft berücksichtigt werden“, beschreibt Prof. Martin Bertau eine wichtige Handlungsempfehlung. Die Recyclingindustrie brauche für die Entwicklung neuer Werkstoffe einen Vorlauf, um der produzierenden Industrie passende Materialien anbieten zu können.

Ein Markt für Sekundärrohstoffe? – Fehlanzeige

Was ja wohl bedeutet: Aus Sicht der deutschen Chemieindustrie gibt es noch immer keinen funktionierenden Markt für wiederaufbereitete Rohstoffe. Die Produzenten kaufen nach wie vor lieber die frisch gewonnenen Rohstoffe ein, egal, unter welchen Bedingungen sie weltweit aus dem Boden geholt wurden, während Deutschland seinen technologischen Abfall entweder wahllos deponiert oder in Länder Asiens und Afrikas zu einem Recycling schickt, das seinen Namen nicht verdient.

Da kann man dann auch zum Messi werden und die ganzen ausrangierten Geräte lieber aufheben, bis europäische Unternehmen endlich soweit sind, das ganze Zeug professionell zu demontieren, zu trennen und in die Produktionskreisläufe zurückzuführen.

ProcessNet ist die deutsche Plattform für Verfahrenstechnik Chemieingenieurwesen und Technische Chemie.

Das vorliegende Positionspapier wurde vom Temporären Arbeitskreis „Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft“ ausgearbeitet. Die Autoren der Studie arbeiten fächerübergreifend unter anderem an der TH Karlsruhe, der RTWH Aachen und diversen Fraunhofer-Instituten, aber beispielsweise auch für Ingenieurbüros, Recycling-Firmen und SolarWorld aus Freiberg. Zehn Wissenschaftler der Studie forschen an unterschiedlichen Instituten der TU Bergakademie Freiberg. Sprecher des Arbeitskreises, der diese Studie ausgearbeitet hat, ist Prof. Martin Bertau, Professor für Technische Chemie an der TU Bergakademie Freiberg.

RecyclingRohstoffe
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Foto: L-IZ.de

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Am 24. und 25. Oktober im Westflügel Leipzig: Einmal Schneewittchen, bitte
Foto: Daniel Wagner

Foto: Daniel Wagner

Man nehme einen schönen Prinzen, ein einsames Mädchen, sieben verzückte, verrückte Zwerge, eine böse Stiefmutter, ein bisschen Magie, eine Menge Neid, eine große Portion Freundschaft, einen vergifteten Apfel und ein Happy End. So in etwa müsste das Rezept für: „Einmal Schneewittchen, bitte“ aussehen, das in der Märchenapotheke „Pacco & Co.“ von einem warmherzigen Hund und seiner stürmischen Assistentin zusammengestellt wird.