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Leipziger Durchschnittsnutzer zahlt künftig 2,60 Euro im Monat mehr für Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung

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    Massiv erhöhen sich nicht nur die Investitionen der Leipziger Wasserwerke in ihre Leitungen und Anlagen. Massiv steigen 2020 in Leipzig aus diesem Grund auch die Wasserpreise für die Bürger. Das kündigten die Wasserwerke am Mittwoch, 2. Oktober an. Nachdem diese Preise in den vergangenen Jahren relativ stabil blieben, geht’s 2020 gleich mal um 12 Prozent rauf. Grund dafür: die Investitionen.

    Mit einer massiven Erhöhung der Investitionen, einem Anstieg an Reparaturleistungen und die stete Modernisierung der Steuerungs- und Prozesstechnik begründen die Kommunalen Wasserwerke Leipzig den Preisanstieg: Dahinter stecke die umfangreichste Offensive der vergangenen Jahre.

    „Unsere Arbeit sichert nicht nur die zuverlässige Versorgung der Menschen mit Trinkwasser und die umweltgerechte Behandlung des Abwassers, sondern berücksichtigt auch die wachsenden technischen, gesetzlichen und klimatischen Herausforderungen sowie das Wachstum von Stadt und Region“, sagt der Kaufmännische Wasserwerke-Geschäftsführer Michael M. Theis. „Der gestiegene Aufwand und die allgemeinen Preissteigerungen bei Bau, Material und Personalkosten führen zwangsläufig zu gestiegenen Kosten und letztlich zu einer Anhebung der Preise.“

    12 Prozent mehr ab Januar

    Ab 1. Januar 2020 gibt es in Leipzig und der Region daher neue Wasserpreise, so die KWL. Für den Komplettservice aus Trinkwasserversorgung, Schmutzwasserentsorgung und Niederschlagswasserableitung zahlt der durchschnittliche Nutzer demnach künftig 281 Euro im Jahr (aktuell sind es 250 Euro/Person/Jahr). Das sind gegenüber heute pro Person etwa 2,60 Euro mehr pro Monat.

    Der neue Preis resultiert aus einer neuen Kostenberechnung.

    Turnusmäßig überprüfen die Leipziger Wasserwerke aller zwei Jahre die für die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung anfallenden Kosten. Nur die tatsächlich für die im Ver- und Entsorgungsgebiet bei der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung entstehenden Kosten finden sich in den Wasserpreisen wieder und werden von der Gemeinschaft der Nutzer getragen. Während der Schmutzwasserpreis in den vergangenen Jahren durch unterschiedliche Kostenentwicklungen bereits leichten Auf und Abs unterlegen war, konnten die Wasserwerke den Mengenpreis für Trinkwasser seit 2014 stabil halten.

    Nun aber schlagen die neuen Investitionen (neue Brunnen in Canitz, erneuerte Trinkwasserleitungen und Abwasserkanäle und demnächst die Erweiterung des Klärwerks Rosental) auf die Preise durch.

    Investitionen in den vergangenen sieben Jahren verdoppelt

    Allein 2019 planen die Wasserwerke Investitionen von rund 80 Millionen Euro in die Infrastruktur. Das sind 22 Millionen Euro mehr als 2018 und sogar doppelt so viel wie 2013 (38 Millionen Euro).

    Meilensteine 2019 sind der Bau des neuen Trinkwasserlabors in Probstheida, die Fortführung des Brunnenbauprogramms sowie des Kanalsanierungsprogramms.

    Im Rahmen des Brunnenbauprogramms haben die Leipziger Wasserwerke seit 2014 im Bereich der Wasserwerke Canitz und Thallwitz 94 neue leistungsfähige Brunnen gebaut. Durch deren hohe Ergiebigkeit und sehr gute Regenerationsfähigkeit konnten Altbrunnen stillgelegt werden. Die Arbeiten setzen sich nun im Bereich des Wasserwerks Canitz fort, wo aktuell für rund 1,5 Millionen Euro 12 neue Brunnen entstehen. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro.

    Innerhalb des Kanalsanierungsprogramms arbeiten die Wasserwerke mit Hochdruck daran, den Nachholbedarf im Bereich der Kanalsanierung substantiell abzuarbeiten. Jährlich wird die Sanierung von 10 bis 15 Kilometern Kanal angestrebt. Herausforderungen sind neben dem hohen Sanierungsbedarf die interne Taktung des Sanierungsprogramms als zentrale Herausforderung für das Unternehmen sowie die Anpassung und der Aufbau von Fachkräften. Seit Beginn des Programms 2016 sind deutliche Erfolge sichtbar: 60 Kilometer Kanäle konnten durch die Maßnahmen schon verbessert werden. Die Investitionen beliefen sich bisher auf rund 55 Millionen Euro.

    Betreut werden im Trink- und Abwassernetz sowie an den Anlagen jährlich rund 500 Einzelmaßnahmen an planmäßigen Reparaturen, Sanierungen und Erneuerungen.

    „Für die Leistungsfähigkeit und Zukunftsfestigkeit der Netze und Anlagen sind diese Investitionen unerlässlich – sowohl für das allgemeine Sanierungs- und Modernisierungsgeschehen als auch für die Langfristprojekte“, betont der Technische Geschäftsführer, Dr. Ulrich Meyer.

    Maßgebliche Großvorhaben für die kommenden Jahre sind der Ausbau des Klärwerks Rosental, Arbeiten am äußeren Trinkwasserverteilnetz mit seinen Wasserwerken und Fernleitungen sowie die Entwicklung weiterer Anpassungsstrategien für Demografie und Klimawandel.

    „Neben dieser langfristigen Systementwicklung sehen wir in der täglichen Arbeit aber auch steigende Anforderungen aus Gewässer- und Ressourcenschutz, Digitalisierung, IT-Sicherheit und Energieeffizienz. Auch daraus ergeben sich Anpassungen von internen Prozessen und Abläufen, die der Kunde nicht eins zu eins sieht, aber täglich spürt“, sagt Meyer.

    Bilanz der Leipziger Wasserwerke 2017

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