Bücher kaufen im Webshop der Lieblingsbuchhandlung oder Gutscheine für die Zeit nach Corona

Für alle LeserJetzt haben auf einmal (fast) alle so viel Zeit. Rausgehen soll man ja nicht, um der Verbreitung des Coronavirus keinen Vorschub zu leisten. Die Zeit könnte man also herrlich nutzen, um endlich einmal alle Bücher zu lesen, die man sonst nie schafft. Gäbe es da nicht ein Problem: Man kann nicht einfach in die nächste Buchhandlung gehen. Was auch für Buchhandlungen ein Problem ist, denn sie geraten jetzt genauso in Existenznot, wenn wieder der eine Online-Riese das ganze Geschäft macht. Einige Ideen von Bücherfreunden.

Die kleine Buchhandlung Seitenblick am Lindenauer Markt hat schon am 19. März komplett umgestellt.

Die beiden Inhaber der Buchhandlung, Jacqueline Simon und Ansgar Weber, erklärten es ihren Kund/-innen so: „Von diesem Donnerstag an wird das Ladengeschäft des SeitenBlicks entsprechend jüngster Verordnungen geschlossen bleiben, sodass wir uns auf eine mindestens 4-wöchige Zwangspause einstellen müssen. Das ist auch für das stabile SeitenBlick-Schiffchen ein Zeitraum, in dem es in ungewisse Gewässer geraten kann. Deshalb möchten wir alles versuchen, um nicht ganz vom Kurs abzukommen.

Wir werden, solange das möglich ist, die Bestellung, Zustellung und Übergabe von Büchern ermöglichen. Unser Webshop (Buchhandlung SeitenBlick) bleibt ,an‘, wir bleiben telefonisch und per Mail erreichbar, bearbeiten Bestellungen, besorgen Bücher und würden sie, je nach Wunsch und Wohnortnähe, selbst zustellen oder zuschicken. Außerdem werden wir an unserer Ladentür eine ,Apotheker-Klingel‘ anbringen, die eine freiluftige Abholung eines bestellten oder konkret benannten Buches anbahnen hilft.

Bemüht bleiben wir auch, noch für etwas Abwechslung in diesen recht abwechslungsarmen Zeiten zu sorgen. Sowohl im Ladenschaufenster als auch auf der Homepage werden wir jede Woche neue Bücher und andere schöne Dinge präsentieren. Seltsame Umstände wie diese sind vielleicht nicht die schlechtesten, um zu einem intelligenten, charmanten oder witzigen Buch zu greifen. Diesen Griff möchten wir gerne weiterhin ermöglichen.

Wir wünschen Ihnen und Euch erträgliche Zeiten, von Lichtblicken erhellt.“

Bücherabholen an der Ladentür

Eine ähnliche Lösung hat auch die Connewitzer Buchhandlung für sich gefunden.

Ihre Niederlassung in „Speck’s Hof“ hat sie zwar ab dem 19. März geschlossen. Aber es gibt ja noch die Buchhandlung Wörtersee im Peterssteinweg.

Und dort gilt – wie bei SeitenBlick – seit Donnerstag ein Abholregime: „Jetzt Bücher hamstern! Bitte bestellen Sie Ihre gewünschten Bücher bei uns! Eine Abholung ist möglich. Das Bestellsystem der Connewitzer Verlagsbuchhandlung: Kurz und knapp: Bestellen Sie per Mail: woertersee@hotmail.de (wir schreiben schnell zurück) oder bestellen Sie per Telefon: 0341 2248783 (manchmal ist der Anschluss besetzt, hier bitten wir um Geduld), Bücher abholen kann man von 10 bis 18 Uhr im Wörtersee im Peterssteinweg 7 in 04107 Leipzig. Wir freuen uns!“

www.cvb-leipzig.de

Aber nicht nur die kleinen Buchhandlungen leiden, wenn kein Kunde mehr in den Laden kommen darf. Die ersten Folgen spüren jetzt auch schon die Verlage

Wie Verlage die Corona-Schließzeit erleben: der Leipziger Universitätsverlag

„Die derzeitige Situation birgt so viele Unwägbarkeiten in sich, dass sämtliche Prognosen zur zukünftigen Gesamtentwicklung stets doch nur spekulativer Natur sind. Und selbstverständlich können auch wir nicht absehen, wann die Corona-Krise überwunden werden wird, eine Normalisierung der Lage eintritt und wann wir zur gewohnten Geschäftstätigkeit zurückkehren können“, schildert der Leipziger Universitätsverlag die aktuellen Erlebnisse. Denn die Verlage haben sofort zu spüren bekommen, dass die Buchhandlungen in der vergangenen Woche dicht gemacht haben.

„Die derzeitig pausierenden Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie die auf nicht absehbare Dauer verfügte Schließung von Buchhandlungen hinterlassen nun auch Spuren bei uns, das Volumen der Buchbestellungen ist drastisch rückläufig. Andererseits beginnen sich auch bei den Dienstleistern, die für die technische Seite der Buchproduktion unverzichtbar sind, Komplikationen und Störungen einzustellen. Immer spürbarer sind Lücken in der personellen Decke, sowohl bedingt durch Betreuung von Kindern, die zu Hause versorgt werden müssen, als auch durch krankheits- bzw. quarantänebedingte Maßnahmen. Konsequenzen sind unter anderem Terminverschiebungen oder das gänzliche Aussetzen von Leistungen.

Unser Verlag ist dennoch entschlossen, am gewohnten Arbeitsalltag festzuhalten und die für das Herbstprogramm 2020 vorgesehenen Titel – seien sie schon vertraglich fest vereinbart oder bislang noch als kommende Projekte verabredet – auch pünktlich aufzulegen. Um dabei auch über die notwendige Liquidität zu verfügen, müssen wir vor allem das ins Stocken gekommene Verkaufsgeschehen so weit als möglich aufrechterhalten.“

Denn die Verlage wurden ja auch von der Absage der Leipziger Buchmesse kalt erwischt. Dort hätten sie ihre neuesten Titel und die frischgedruckten Frühjahrskataloge vorgestellt.

Deshalb bittet auch der Universitätsverlag, jetzt einfach den online gestellten Katalog zur Information zu nutzen.

Denn wie praktisch alle Verlage, versendet auch der Universitätsverlag die gewünschten Bücher dann selbst.

„Zu unserem Arbeitsalltag zählt auch ein täglicher Buchversand, sodass Sie keinen Verzug auf diesem Weg befürchten müssen. Wir sind für jede uns erreichende Bestellung dankbar“, so der Universitätsverlag. „Wir wünschen allen Partnern und Freunden ein gutes Überstehen unserer derzeitigen Krise, dabei ausnahmslos nur lösbare Probleme und wünschen vor allem: Bleiben Sie alle gesund und uns wie gewohnt gewogen.“

Pro Leipzig: Buchverkauf ohne Publikumsverkehr

Dasselbe Problem meldet auch Pro Leipzig, das zwar ein eingetragener Verein ist, seine Einnahmen aber vor allem mit regionalen Buchtiteln generiert.

Auch er wirbt auf seiner Website für Bücherkaufen „auch ohne Publikumsverkehr“.

„Ab Donnerstag, 19. März 2020, werden auf behördliche Anweisung für unabsehbare Zeit alle nicht-systemrelevanten Verkaufsgeschäfte geschlossen. Dazu zählen auch die Buchläden dieser Stadt. Auch wenn diese drastische Maßnahme gesundheitspolitisch indiziert sein mag: Für unseren Verein ist dies – nach Absage der Buchmesse – finanziell ein weiterer schwerer Schlag.

Da Pro Leipzig jenseits der kleinen Steuerermäßigungen, die jeder gemeinnützige Verein erhält, keine öffentliche Förderung erhält und seine Vereinstätigkeit über den Verkauf von Eigenpublikationen finanzieren muss, fallen die fehlenden Buchverkäufe schwer ins Kontor. Trotz der wegbrechenden Einnahmen müssen wir ja weiterhin die laufenden Fixkosten bezahlen (Büromiete, Kommunikationsmittel etc.). Wir hoffen deshalb, dass uns die Freunde und Kunden weiterhin unterstützen, indem sie unsere Publikationen telefonisch oder online direkt beim Verein käuflich erwerben.

Pro Leipzig wird das Büro in der Bernhard-Göring-Straße 152 trotz ausbleibenden Publikumsverkehrs weiterhin zu den üblichen Öffnungszeiten Dienstag und Donnerstag besetzt halten. So stehen wir als Ansprechpartner telefonisch zu Vereinsfragen bereit, aber auch zur Aufnahme von mündlichen Bestellungen. Sie können unsere Publikationen natürlich auch weiterhin per E-Mail oder über unseren Webshop ordern. Wir senden sie Ihnen dann mit der Post zu. Bitte unterstützen Sie uns weiterhin und helfen Sie, das Überleben des Bürgervereins über die Krisenzeit hinweg abzusichern – damit der Stadt eine wichtige Stimme bürgerschaftlichen Engagements erhalten bleibt. Und vor allem: Bleiben Sie gesund!“

Es gibt auch zwei deutschlandweite Aktionen, die die Rettung der Buchläden in der Corona-Krise zu ihrem Thema gemacht haben.

Aus dem Jahr 2015: Torsten Sträter – Lest Bücher-geht in die Buchhandlung

Gutscheine kaufen bei der Lieblingsbuchhandlung

„Freundschaft fürs Lesen“ heißt eine solche Aktion.

Worum geht es? Leser/-innen schenken ihrer Buchhandlung das Vertrauen und kaufen jetzt Gutscheine: für sich selbst, für Freund/-innen oder die Familie, für Geschäftspartner/-innen … Das ist die Idee hinter der Kampagne „Freundschaft fürs Lesen“, die am Dienstag, 24. März, bundesweit startete.

Es geht um Gutscheine, die die Kund/-innen oder Beschenkten in den Onlineshops ihrer Buchhandlungen einlösen können; Gutscheine, die Kund/-innen einsetzen, wenn die Buchhändler/-innen ihres Vertrauens wieder das Geschäft öffnen – kurzum: um Gutscheine, die den Buchhandlungen JETZT helfen, auch in der Zukunft ihre Funktion als vitale Orte des Lesens erfüllen zu können.

Buchhändler/-innen können Material zur Aktion kostenlos unter www.freundschaftfuerslesen.org herunterladen und ihre Kund/-innen per Newsletter, in ihren Onlineshops oder im Schaufenster auf die Aktion aufmerksam machen. Auf der Kampagnenseite wird laufend aktualisiert, welche Buchhandlung bei der Aktion mitmacht. Unter dem Hashtag #FreundschaftFuersLesen sammeln wir Geschichten rund um die Aktion.

Gestartet wurde die „Freundschaft fürs Lesen“-Kampagne von Literaturtest,einer Agentur für Buch-PR und Buchmarketing und Veranstalter des Buchbranchenkongresses future!publish.

Was können Leser/-innen tun? Die Botschaft verbreiten! Die Kampagne braucht die kommunikative Unterstützung aller. Und natürlich braucht die Kampagne: viele, viele Leser/-innen.

Und auch Literaturtest betont den Ernst der Lage: „Weil es die Gesundheit aller erfordert, haben mittlerweile die Buchhändler/-innen ihre Ladentüren zugeschlossen. Und auch wenn sie weiterhin tapfer versuchen, auf sehr kreativen Wegen Bücher an ihre Kund/-innen auszuliefern, bleibt die Tatsache: Die Umsätze fallen extrem, Mitarbeiter/-innen gehen in die Kurzarbeit, das gesamte ,Ökosystem Buch‘ ist empfindlich gestört. Auch Autor/-innen, Verlage und Buchlieferanten geraten in die Bredouille (Ausfall von Lesungen, Stornierung vorgemerkter Titel aus der Frühjahrsproduktion, unterbrochene Lieferketten …).

Also: Weitersagen

Jetzt Bücher aus kleinen Verlagen kaufen

Und natürlich brauchen auch und gerade die kleinen und unabhängigen Verklage Unterstützung.

Für die ist eine Aktion zugeschnitten, die am Samstag, 21. März , startete, zum offiziellen Indiebookday.

„Gerade in Zeiten, in denen die Buchhandlungen geschlossen bleiben und das natürlich auch die Verlage trifft, wollen wir zum Indiebookday zur Solidarität mit dem unabhängigen Buchhandel und den unabhängigen Verlagen aufrufen. Viele Buchhandlungen beliefern die Kundinnen und Kunden in ihrer Umgebung ja nun direkt nach Hause“, meldete sich Daniel Beskos vom mairisch Verlag dazu zu Wort.

„Das passt gut zur Idee des Indiebookdays, einer Initiative des mairisch Verlags, die so simpel wie wirkungsvoll ist: Bücherfreundinnen und -freunde bestellen sich in den nächsten Tagen ein Buch aus einem unabhängigen / kleinen / Indie-Verlag, und zwar am besten telefonisch oder online über ihre örtliche Buchhandlung. Dieser liefert die Bücher direkt nach Hause, wo die Leserinnen und Leser dann ein Foto des Covers, des Buches oder von sich selbst mit dem Buch in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Instagram, Twitter) mit dem Hashtag „#indiebookday“ posten.“

Der Indiebookday 2020 fand nun ausschließlich im Netz statt. Aber man kann ja jeden Tag zum Indiebookday machen und sich das Buch, das einen neugierig gemacht hat, bestellen. Denn bis die Ausgangsbeschränkungen rund um die Corona-Pandemie enden, das wird noch Wochen dauern. Da hat man viel Zeit zum Lesen – und hilft denen, die auf ihre Leser/-innen auch jetzt dringend angewiesen sind.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Natürlich werden auch die L-IZ.de und die LEIPZIGER ZEITUNG in den kommenden Tagen und Wochen von den anstehenden Entwicklungen nicht unberührt bleiben. Ausfälle wegen Erkrankungen, Werbekunden, die keine Anzeigen mehr schalten, allgemeine Unsicherheiten bis hin zu Steuerlasten bei zurückgehenden Einnahmen sind auch bei unseren Zeitungen L-IZ.de und LZ zu befürchten.

Doch Aufgeben oder Bangemachen gilt nicht ;-) Selbstverständlich werden wir weiter für Sie berichten. Und wir haben bereits vor Tagen unser gesamtes Archiv für alle Leser geöffnet – es gibt also derzeit auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere selbstverständlich weitergehende Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

 

VerlageBuchhandlungenCoronakrise
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ohne strenge Schutzauflagen wird ein Hochfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland nicht zu machen sein
Lieber Abstand halten -auch am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer Umgang mit der Covid-19-Pandemie hat auch in Deutschland einige negative Seiten der Globalisierung offengelegt. So die durchaus beängstigende Tatsache, dass die Produktion wichtiger medizinischer Güter wie Schutzkleidung und Schutzmasken seit Jahren ausgelagert wurden nach Asien. Dabei ist gerade bei der Bewältigung einer Epidemie nationale Handlungsfähigkeit überlebenswichtig. Forscher der Leopoldina haben jetzt ihre zweite Einschätzung zu den Maßnahmen in Deutschland geschrieben.
Blinder Fleck: Solo-Selbstständige fallen bei Bund und Freistaat einfach durchs Raster
Wie lange reicht das noch? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Corona-Krise zeigt nicht nur, welche Berufsgruppen tatsächlich systemrelevant und nicht ersetzlich sind. Sie zeigt auch, wer sofort in Nöte gerät, wenn alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt werden. Und wie unfähig heutige Politiker inzwischen sind, all jene Selbstständigen überhaupt mitzudenken, die das ganze Risiko der Selbstvermarktung tragen und in den vergangen Jahrzehnten erlebt haben, wie ihre Arbeit immer mehr prekarisiert wurde. Das thematisieren jetzt ein Offener Brief an Leipzigs OBM und eine Forderung der Gewerkschaft ver.di.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #26
Wer Epidemien verhindern möchte, forscht vorsorgend. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserUnd weiter geht's in der großen Ironie namens Geschichte, die wir gerade unsere Gegenwart nennen ... Die Trump-Regierung hat zwei Monate vor Ausbruch des Coronavirus heimlich, still und leise ein USAID-Hilfsprogramm zur Pandemiebekämpfung beendet. Das Programm war 2009 als Reaktion auf Ausbreitung der Vogelgrippe entstanden und trug den Titel „predict“ („vorhersagen“).
Zahl der privaten Pkw in Leipzig auch 2019 weiter gestiegen
Privatbesitz an Pkw in Leipzig 2019. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserZurzeit sind zwar Straßenbahnen und Busse in Leipzig relativ leer. Fast hat man schon wieder vergessen, wie vollgestopft sie noch vor vier Wochen im Berufsverkehr waren. Und das trotz stagnierender Fahrgastzahlen. Dass Leipzig die Stärkung seines ÖPNV über Jahre viel zu sehr vertrödelt hat, macht noch eine andere Zahl sichtbar, die das Amt für Statistik und Wahlen am 1. April veröffentlicht hat.
Leckerland ist abgebrannt: Warum unsere Esskultur keine Kultur mehr ist und Großkonzerne alles nur noch schlimmer machen
Manfred Kriener: Leckerland ist abgebrannt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGanz so schlimm, wie es der Titel suggeriert, ist es nicht. Wir müssen nicht verhungern. Auch wenn das Buch pünktlich zum Ausbruch der Covid-19-Epidemie auch in Deutschland erschien. Geschrieben von einem, den das Thema als freien Journalisten seit Jahrzehnten umtreibt. Und zwar in der ganzen Breite: Klima, Essen, Trinken, Umwelt. So langsam spricht es sich auch an deutschen Mittagstischen herum, dass unser Essen eine Katastrophe ist. Auch für die Welt.
Leipzigs Umweltdezernat legt Umsetzungsbericht zum Klimaschutzprogramm vor, Stand 2016
Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserNicht nur die vielen Aktionsgruppen von Fridays for Future befürchten, dass die Anstrengungen, endlich etwas gegen die Klimaerwärmung zu tun, in Zeiten der Corona-Krise einfach vergessen werden. Gerade hatte man ja so viel Aufmerksamkeit geschaffen, dass Regierungen sich wenigstens zum üblichen theatralischen Handeln gezwungen sahen. Aber die Wirklichkeit – auch in Leipzig – sieht nach wie vor so aus, dass es nur in Millimeterschritten vorangeht. Auch im Energie- und Klimaschutzprogramm der Stadt Leipzig.
Die Johannes-Passion gibt es am Karfreitag als Live-Stream direkt aus der Thomaskirche
Blick zum Altar der Thomaskirche. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOstern ohne Besuch der Kirche ist für viele Familien kaum denkbar. Aber schon in den vergangenen Tagen erlebten viele Menschen, wie die Kirchen umdachten und Gottesdienste per Live-Stream anboten. Und die Corona-Pandemie zwingt jetzt auch die Thomaskirche und das Bachfest zum umdenken. Eine öffentlich besuchte Bach-Passion ist derzeit unmöglich. Was tun? Auch die Passionsmusik gibt es in diesem Jahr am Karfreitag im Internet.
In der Holbeinstraße 58 wird ab Herbst endlich eine Kindertagesstätte für 200 Kinder entstehen
Der Garagenkomplex in der Holbeinstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan kann ja die Schnecke auf der Klinke des Neuen Rathauses bewundern. Sie kommt langsam voran. Aber sie kommt voran. 2014 war das, als erstmals auf Vorschlag der Grünen über einen neuen Kita-Standort in der Holbeinstraße 58 in Schleußig diskutiert wurde. Jetzt endlich hat die Schnecke die ersten Runden hinter sich gebracht und das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule meldet: „In der Holbeinstraße 58 in Leipzig-Schleußig soll eine neue Kindertageseinrichtung mit 200 Plätzen entstehen.“
Biberzählung im Landkreis Leipzig: Zwischen 200 und 300 Elbebiber leben an Mulde und Weißer Elster
Der Elbebiber fühlt sich an der Mulde wohl. Im Landkreis Leipzig haben sich zwischen 200 und 300 Nager angesiedelt. Foto: Sven Möhring, Untere Naturschutzbehörde Landkreis Leipzig

Foto: Sven Möhring, Untere Naturschutzbehörde Landkreis Leipzig

Für alle LeserAuch in Leipzig wurden ihre Spuren mittlerweile gesichtet – am Elsterbecken zum Beispiel und an der Paußnitz. Im Landkreis Leipzig werden die emsigen Wasserburgenbauer seit einigen Jahren systematisch gezählt. Zwischen 200 und 300 Elbebiber leben im Landkreis Leipzig. Diese Einschätzung basiert auf einer Zählung, die von ehrenamtlichen Naturschutzhelfern und -helferinnen im vergangenen Winter vorgenommen wurde.
Very British: Eine herzhafte Liebeserklärung an die hierzulande kaum bekannte englische Küche
Carola Ruff: Very british. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich wäre ja derzeit die große Medienberichterstattung darüber fällig, wie der britische Premier Boris Johnson es nun schaffen will, Großbritannien aus der EU zu führen. Denn bis auf die feste Absicht auszutreten, liegt ja bislang immer noch kein einziger Umsetzungsvorschlag vor. Aber nun hat der Bursche selbst eine Corona-Infektion. Und ein kleines Büchlein macht jetzt – so völlig gegen den Trend – neugierig auf die so gern belächelte englische Küche.
Gastkommentar von Christian Wolff: Krise und Angst – Wir müssen aufpassen
Was ist das Wesentliche? Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWir müssen aufpassen. Nicht nur, um einer möglichen Infektion durch das Coronavirus im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Weg zu gehen. Wir müssen vor allem aufpassen, dass wir in dieser Krise Haltung bewahren. Als einzelne Bürger, als Gesellschaft, als Demokraten. Denn in krisenhaften Zeiten gehen die Maßstäbe schnell verloren. Vor allem dann, wenn sich Krise und Angst paaren und zu einem in uns wild wuchernden Gestrüpp zusammenwachsen.
Heiko Rosenthal: „Optimistisch, dass es noch in diesem Jahr Sport vor vollen Rängen gibt.“
Sportbürgermeister Heiko Rosenthal ist optimistisch, dass es bald wieder mit Sportveranstaltungen weitergehen kann. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Für alle LeserIn der zweiten Auflage des großen Lokruf-Wunschkonzerts am Freitagabend haben die beiden Fanradio-Moderatoren Marko Hofmann und Thomas Franzky unter anderem ein Interview mit Heiko Rosenthal über den Äther geschickt. Die L-IZ hat es aufgeschrieben. Lesen Sie also hier, wie es Leipzigs Bürgermeister für Umwelt, Ordnung und Sport in der Corona-Krise ergeht, wie die Stadt den aktuell arg angeschlagenen Sportvereinen helfen kann und wie Rosenthal über Geisterspiele denkt.
Häusliche Gewalt: In Leipzig ein Problem, nicht erst durch Corona
Fast ausschließlich weibliche Gewaltopfer suchen Unterstützung. Symbolfoto: Pixabay/Counselling

Symbolfoto: Pixabay/Counselling

Für alle LeserIn Leipzig ist der Beratungsbedarf bei häuslicher Gewalt bisher nicht angestiegen. Er war schon vorher hoch und das Personal knapp. Lynn Huber ist seit 2006 Mitarbeiterin in der Koordinierungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking und im Vorstand des Vereins Frauen für Frauen e.V. Wann die Fälle häuslicher Gewalt in Leipzig zuletzt am höchsten waren, wie man Hilfe bekommt und was zu häuslicher Gewalt führt, erklärt sie im Interview.
Freitag, der 3. April 2020: Anstieg der neuen Coronafälle in Sachsen seit Tagen unter zehn Prozent
Auch das Leipziger Uniklinikum behandelt Coronafälle. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAnders als in der Vorwoche, als sich binnen eines Tages die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Sachsen teilweise um 18 Prozent erhöhte, liegt der Anstieg in dieser Woche seit Tagen bei unter zehn Prozent. Es gibt aber dramatische Situationen – beispielsweise in einem Altenpflegeheim im Erzgebirge, in dem 77 Personen infiziert sind. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 3. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Corona-Krise: 725 Millionen Euro Soforteinsatz, 6 Milliarden Euro neue Schulden bis 2022
Auch Sachsen kommt nicht ohne Schuldenaufnahme durch die Corona-Krise. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn der vergangenen Woche wurde noch emsig diskutiert, auch wenn sich schon abzeichnete, dass auch Sachsen nicht umhinkommen würde, sich aufgrund der Corona-Pandemie neu zu verschulden. Am Freitag, 3. April, gab die Staatsregierung nun bekannt, dass genau das passieren wird und dass bis 2022 wohl eine Neuverschuldung von 6 Milliarden Euro notwendig sein wird. Die Schuldenbremse ist damit bis auf Weiteres ausgesetzt.