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Weltumwelttag 5. Juni: 82 Prozent der Deutschen wollen auf Einwegprodukte verzichten

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    Das Leben mit politischen Entscheidungen in Deutschland wäre deutlich einfacher, wenn deutsche Minister nicht immer erst bei ihren Gschaftlhubern in irgendwelchen kleinen oder großen Klitschen nachfragen würden, ob eine politische Richtungsentscheidung dort auch genehm ist. Denn die Bundesbürger sind in der Regel gut informiert und tragen auch einschneidende Veränderungen mit, wenn sie wissen, wofür sie gut sind. Zum Beispiel den Verzicht auf Einwegplastik.

    Und so bestätigt das jetzt auch eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für den DBU-Umweltmonitor Circular Economy.Der Weltumwelttag der Vereinten Nationen am heutigen 5. Juni ruft zu einer Abkehr von Wegwerf-Plastik und zum verstärkten Einsatz von Mehrwegprodukten auf. Was jetzt eine aktuelle – repräsentative – Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „forsa Politik- und Sozialforschung“ im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zutage gefördert hat, dürfte allerdings selbst engagierteste Umweltschützer überraschen: Laut der forsa-Erhebung für den DBU-Umweltmonitor Circular Economy (CE) ist eine überwältigende Mehrheit der Deutschen – insgesamt 82 Prozent – für ein Verbot bestimmter Einwegprodukte zur Vermeidung von Plastikmüll.

    „Das forsa-Ergebnis ist aus unserer Sicht höchst bemerkenswert“, sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde bei dieser Gelegenheit. „Daraus lässt sich gewiss über die Ende Mai im Bundesrat beschlossene Novelle des Verpackungsgesetzes hinaus ein zusätzlicher Handlungsauftrag an die bundespolitische Gesetzgebung ablesen. Die Menschen in unserem Land sind längst so weit, in Kreisläufen leben, denken und handeln zu wollen.“

    Aus Bondes Sicht bestätigt die forsa-Befragung zugleich „die langjährigen Aktivitäten der DBU auf dem Feld der Circular Economy“.

    Große Unterschiede zwischen Anhängern der Grünen und der AfD

    Bei der repräsentativen forsa-Erhebung zwischen dem 25. Februar und 9. März dieses Jahres wurden 1.009 Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren in Deutschland befragt. Die ermittelten Ergebnisse können auf die Gesamtheit der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland übertragen werden.

    Daraus ergibt sich, dass 82 Prozent der Befragten ein Verbot bestimmter Einwegprodukte wie Plastikstrohhalmen für „richtig und sinnvoll“ hält, um Plastikmüll zu minimieren. Lediglich etwa jeder Sechste (16 Prozent) ist dafür, statt Verboten besser an die Freiwilligkeit zu appellieren. Auffällig ist, dass Frauen und unter 30-Jährige derartige Verbote überdurchschnittlich oft befürwortet haben.

    Einstellung der Bundesbürger zu Verboten z. B. von Einwegprodukten. Grafik: DBU
    Einstellung der Bundesbürger zu Verboten z. B. von Einwegprodukten. Grafik: DBU

    Und was einmal mehr auffällt: Von den Anhängern der Grünen wird ein solches Verbot nahezu geschlossen begrüßt. Dagegen lehnt eine Mehrheit unter den AfD-Anhängern ein derartiges Verbot ab. Ein ähnliches Ergebnis gab es ja kürzlich erst in einer Untersuchung zu SUV-Käufern, über die der „Spiegel“ berichtete. Kann es sein, dass AfD-Wähler schlicht Leute sind, die einfach nicht einsehen wollen, dass sie mit ihrem Handeln auch Verantwortung für die ganze Gesellschaft übernehmen müssten?

    Und das nicht mal bei den gewaltigen Bergen von Plastikmüll einsehen, derer die Welt schon längst nicht mehr Herr wird? Denn Millionen Tonnen davon schwimmen längst in den Weltmeeren (4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen pro Jahr nennt der WWF) – und darunter auch Millionen einmal verwendeter Plastikgegenstände.

    Plastikmüll bedeutet eine enorme Herausforderung, stellt die Deutschen Bundesstiftung Umwelt fest. Laut Plastikatlas der Heinrich-Böll-Stiftung und der Umweltorganisation BUND wurden zwischen 1950 und 2015 weltweit rund 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert – pro Mensch, der heute auf der Erde lebt, sind das somit mehr als eine Tonne.

    Weniger als ein Zehntel des jemals produzierten Kunststoffes sind demnach wiederverwertet worden, beim Plastik handelt es sich größtenteils um Einwegprodukte und Verpackungen. Nicht nur die Ozeane, auch Böden und Binnengewässer sind besonders vom Plastikabfall betroffen.

    Worum geht es bei Circular Economy?

    DBU-Generalsekretär Bonde betont, Circular Economy sei weit mehr als klassische Mülltrennung oder reines Recycling. Es handle sich vielmehr um eine „umfassende Kreislaufwirtschaft“.

    „Es gilt, die einzelnen Prozessschritte im Lebenszyklus von Waren, Gütern und Konsumprodukten unter die Lupe zu nehmen – angefangen vom nachhaltigen Produktdesign über Müllvermeidung bis hin zu Facetten wie Wiederverwertung und Wiederverwendung, Reparieren und Recyceln sowie Teilen und Teilhaben“, so Alexander Bonde. „Die Circular Economy geht Hand in Hand mit einer Circular Society – einer in zirkulären Dimensionen denkenden und handelnden Gesellschaft.“

    Eine solche Transformation sei bereits im Gang, das belege auch die forsa-Umfrage im Auftrag der DBU. „Die Menschen wollen eine naturverträgliche Gestaltung von Wirtschaftssystemen.“

    Bonde erinnerte im Zuge der langjährigen DBU-Fördertätigkeit für Circular Economy beispielhaft an zwei seitens der Stiftung geförderte Projekte: Dazu zählt etwa das 2018 entstandene Start-up circular.fashion – als nachhaltige Innovationsagentur für die Textilherstellung und mit einer Plattform, die kreislauffähiges Produktdesign voranbringen soll und zugleich Infrastrukturen für ein Recycling schafft.

    Wie notwendig eine Kreislaufführung von Rohstoffen ist, wird allein anhand der Textilindustrie deutlich: Laut Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein landen von den jährlich erzeugten, rund 110 Millionen Tonnen Textilfasern etwa 75 Prozent im Müll – oft nach lediglich ein- oder zweimaligem Gebrauch.

    Ein anderes Circular Economy-Beispiel der DBU-Förderung dreht sich um die Vermeidung von Verpackung und Plastik – also genau die Aspekte, die heute der Weltumwelttag und auch die forsa-Umfrage thematisieren.

    Die DBU hat den „Club nachhaltige Plastikverpackungen“ gefördert – „und damit von Handel über Gastronomie, Verpackungsunternehmen und Abfallsammlern bis hin zu Forschung und Nichtregierungsorganisationen die unterschiedlichsten Akteure an einen Tisch gebracht“, so Bonde. „Alle sind sich einig in einem Ziel: den Übergang zu einer umfassenden Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen.“

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      2 KOMMENTARE

      1. Lieber Michael, es gibt leider immer zwei Seiten bei dieser Sache. Nehmen wir ein X-beliebiges Produkt, was man so im Netz kaufen kann. Ich sehe nur die Ware, nicht die Verpackung.

        Die dann mitgelieferte Umverpackung (nahezu immer Plastik) kann man leider so also oft gar nicht „bestimmen“ (nur ein Beispiel) – hierzu braucht es leider Regeln, welche am Markt für alle gelten.

        Es ist leider oft auch wohlfeile Politik, allein auf die Selbstbestimmung der Menschen zu verweisen. Für einige (nicht wenige) Bereiche braucht es auch eine handlungsbereite Politik.

      2. 82 % wollen auf Einwegprodukte verzichten. So ein blödiges Geschwafel, die Betonung liegt auf „WOLLEN“, nur sie tun es nicht.

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