Wie schafft es Leipzigs Außerhaus-Gastronomie, die Verpackungsmengen zu reduzieren?

Für alle LeserSelbst in der Corona-Zeit mit ihren teilweisen Beschränkungen kamen viele Leipziger nicht auf die Idee, dass wir neben der Corona-Pandemie noch ganz andere, viel folgenreichere Probleme haben. Doch statt den ausfallenden Restaurantbesuch durch eigenes Kochen zu ersetzen, bestellten sie sich die Speisen frei Haus. Mit dem entsprechenden Verpackungsmüll. Das kann nicht die Zukunft sein, stellt der BUND Leipzig fest.

Von August bis Oktober untersucht die Studie des BUND Leipzig Maßnahmen zur Reduktion von Verpackungsmüll im ToGo Geschäft in Leipziger Gastronomiebetrieben. Dabei nehmen zunächst sechs Leipziger Gastronomiebetriebe an der Untersuchung teil. Es werden aktuell für den zweiten Teil der Studie noch Betriebe gesucht, in dem es um die Verminderung von Lebensmittelverschwendung geht.

„40 Prozent aller Plastikprodukte sind weniger als einen Monat in Gebrauch. Der gesteigerte Außerhausverkauf während der Pandemie hebt die Schwachstellen hervor, die wir schon vor Corona hatten. Plastikmüll zu vermeiden, ist für Gastronom/-innen wahnsinnig schwierig, weil es an nachhaltigen Alternativen mangelt. In der Krise wird dieser zusätzliche Aufwand nicht gemacht. Umso wichtiger ist es, sich in der Branche zu vernetzen, ökologische Alternativen zu testen und sich darüber auszutauschen“, erklärt Eva Böhner, Projektleiterin des Projekts Suffiziente Gastronomie in Leipzig.

„Außerhaus-Verkauf und -Verzehr ist durch die Pandemie stark angestiegen, sodass die Verpackungsproblematik steigt und das Littering vor allem in Städten stark zunimmt. Umso wichtiger ist es, einen Austausch mit der Branche, aber auch der Zivilgesellschaft herzustellen, um ein ökologischeres Handeln beider Seiten voranzutreiben“, betont Martin Hilbrecht, Vorsitzender des BUND Leipzig.

Logo Suffiziente Gastronomie. Grafik: BUND Leipzig

Logo Suffiziente Gastronomie. Grafik: BUND Leipzig

Konkret handelt es sich dabei um die Förderung von eigens mitgebrachten Behältern und die Einführung eines Mehrwegsystems für Takeaway Geschirr. Teil der Studie sind der Lukas-Bäcker, das Café CoffeeCloud, das Superfoodz, das Café Habibi.Funk, der HeLo Waffelwagen sowie die Umaii Ramenbar. Kund/-innen werden in diesen sechs Betrieben auf unterschiedliche Weise beeinflusst, vor oder bei dem Einkauf die verpackungssparende Lösung auszuwählen.

Ausgewertet wird der Rückgang an Einwegverpackungen im Außerhausverkauf. Die Studie untersucht aber nicht nur die ökologischen Folgen der eingeführten Maßnahmen, sondern beobachtet auch die Veränderungen im betrieblichen Klima, der Zufriedenheit von Kund/-innen und die Veränderungen im Arbeitsablauf des Betriebes. Ziel ist es herauszufinden, ob die Maßnahmen nicht nur ressourcenschonend, sondern auch finanziell und organisatorisch tragbar sind.

Das Projekt des BUND Leipzig möchte herausfinden, wie die Gastronomielandschaft suffizienter gestaltet werden kann. Das heißt, Ressourcenverbrauch dadurch zu verringern, dass die Nachfrage nach Gütern, Verpackung und die Lebensmittelverschwendung reduziert werden.

Zu diesem Zweck findet ein „Runder Tisch nachhaltige Gastronomie“ mit Branchenvertreter/-innen am September von 10 bis 14 Uhr im Pöge Haus statt, kündigt der BUND Leipzig an.

Interessierte Gastronom/-innen können sich bei der Projektkoordinatorin Eva Böhner eva.boehner@bund-leipzig.de anmelden.

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Am Kulkwitzer See. Foto: L-IZ

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