Auch 2017 gab's wieder ein gutes Geschäftsergebnis

Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht ist jetzt neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke

Für alle LeserNicht jedes Gerücht, das Anfang März durch die Gazetten waberte, hat sich bestätigt. Aber bestätigt hat sich ja mittlerweile, dass OBM Burkhard Jung seinen Zugriff auf die Stadtholding LVV (Leipziger Gruppe) deutlich verstärken wollte. Mit der Wahl von Michael Theis, dem Geschäftsführer der Wasserwerke, zum Sprecher der LVV-Geschäftsführung wurde am 23. März der erste Nagel eingehauen. Das Weitere war ja schon angekündigt.

Denn in der bisherigen Struktur hatte der Sprecher der LVV-Geschäftsführung auch die wichtigsten Aufsichtsratsposten in den Tochterunternehmen inne. So übte er praktisch doppelte Kontrolle aus – über Geschäftsführung und über Aufsichtsrat.

Was möglicherweise Sinn machte beim Umbau der Holding, die immer mehr Leitungsfunktionen, die vorher in den Einzelunternehmen oft doppelt und dreifach geführt wurden, zentral in der LVV bündelt. Ziel war ja allein durch Synergieeffekte eine Kostenersparnis von 10 Millionen Euro im Jahr.

Aber so richtig zufrieden mit der Struktur war OBM Burkhard Jung in den letzten Jahren nicht mehr. Sein Vorschlag, den er zuerst den Fraktionsvorsitzenden erläuterte, zielte dann auch auf eine Umorganisation der LVV-Führung und eine Stärkung der städtischen Kontrolle.

Und damit hat die Wahlentscheidung vom Donnerstag, 5. April, zu tun.

Da hat der Aufsichtsrat der Leipziger Stadtwerke Uwe Albrecht zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsgremiums gewählt und damit zum Nachfolger von Dr. Norbert Menke, der seit dem 23. März nicht mehr LVV-Geschäftsführer ist.

„Als Vertreter der Anteilseigner im Gremium gestaltet der Leipziger Bürgermeister für Wirtschaft und Arbeit die Entwicklung der kommunalen Stadtwerke bereits seit vielen Jahren aktiv mit. Die Neuwahl war durch die Mandatsniederlegung des bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Norbert Menke erforderlich geworden“, erklärt der Aufsichtsrat der SWL.

Der Anteilseigner ist natürlich die Stadt Leipzig, der die Stadtwerke gehören.

Und die Stadtwerke sind – trotz allen Orakelns in den vergangenen Jahren – immer noch der große Geldbringer für die LVV.

In seiner Sitzung am 5. April hat der Aufsichtsrat der Leipziger Stadtwerke beschlossen, der Gesellschafterversammlung die Feststellung des Jahresabschlusses 2017 in vorgelegter Form zu empfehlen: „Das Jahresergebnis 2017 ist ein Erfolg der Stadtwerke und wird, wie in den Vorjahren, detailliert zur Bilanz-Pressekonferenz der Leipziger Gruppe im Juni vorgestellt werden. Dennoch sieht sich der Aufsichtsrat des Unternehmens schon jetzt zu der Klarstellung veranlasst, dass von einer Liquidierung stiller Reserven zur Verbesserung der Bilanz, wie jüngst verschiedentlich kolportiert, keine Rede sein kann.“

Ja, das war dann eines der Gerüchte, die nicht zutrafen. Genauso wenig wie das Gerücht, die polnische Beteiligung an der GPEC solle auf Wunsch des OBM verkauft werden. Das wurde ja mittlerweile auch dementiert. Die GPEC liefert seit einigen Jahren regelmäßig ihren Anteil zum Gewinn der Stadtwerke – da macht es nur Sinn, diese Beteiligung zu verkaufen, wenn man wirklich stur ein rein kommunales Unternehmen haben möchte. Der Riesenkrach um die vielen Tochterfirmen der Tochterfirmen de LVV liegt ja nun ein paar Jährchen zurück und hatte zuletzt noch den Verkauf von Perdata und Hl komm zur Folge.

Ganz so undurchdringlich war das Firmengeflecht der städtischen Unternehmen nie. Und viele Tochterfirmen machen schon deshalb Sinn, weil sie auch nach Bundesrecht unterschiedlich behandelt werden, obwohl sie eigentlich zu einem Dienstleistungspaket dazugehören.

Der Presse – wie man liest – wird das Konzernergebnis erst im Juni bekanntgegeben. Aber wenn von einem guten Ergebnis die Rede ist, dürfte der Gewinn wohl wieder über 60 Millionen Euro liegen und die Finanzierungsspielräume der LVV stabilisiert haben.

„Dank erster Erfolge aus den aktuellen Veränderungsmaßnahmen im Unternehmen konnte erneut ein gutes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erwirtschaftet werden – trotz der Herausforderungen der Energiewende und dem schwierigen Marktumfeld. Dafür dankt der Aufsichtsrat den Mitarbeitern und der Geschäftsführung der Stadtwerke“, so der Aufsichtsrat, der ab jetzt vom Wirtschaftsbürgermeister geleitet wird.

Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB), wo Norbert Menke ebenfalls Aufsichtsratsvorsitzender war, übernimmt, wie man hört, Finanzbürgermeister Torsten Bonew diesen Posten.

Grüne äußern ihr Unverständnis über den angekündigten Umbau der LVV-Chefetage

LVVStadtwerke LeipzigUwe Albrecht
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Am 25 April im Haus Auensee: In Extremo
In Extremo © Jens Koch

© Jens Koch

Vom Akustik-Trio zu einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands. Von einer Idee, harter Arbeit, unbeirrtem Glauben zumehreren Top-10-und drei Nr.-1 Alben. Zu ausverkauften Tourneen, bebenden Burgen und treuesten Fans auf der ganzen Welt. Vom neuesten Album „Kompass zur Sonne“ zu einem aufregenden Meilenstein: 25 Jahre In Extremo!
Was Zinkisotope im Zahnschmelz über prähistorische Pflanzen- und Fleischfresser verraten
Fossile Zähne eines Leierhirsches (Rucervus eldii) aus der Fossiliensammlung der Höhle von Tam Ham Marklot. Foto: Nicolas Bourgon

Foto: Nicolas Bourgon

Für alle LeserWie bekommt man eigentlich heraus, was Menschen in der grauen Vorzeit gegessen haben? Und prähistorische Tiere? Denn der Mageninhalt hat sich ja in der Regel nie erhalten. Nur Teile des Skeletts überdauern unter günstigen Voraussetzungen, und davon auch nur die widerstandsfähigsten Teile. Die Zähne zum Beispiel. Aber da fällt Leipziger Forschern schon was ein, wie man selbst aus Zähnen die Ernährungsgewohnheiten herauslesen kann.
12. Notenspur-Salon Richard Wagner – “Ich glaube an Gott, Mozart und Beethoven”
Alte Handelsbörse © Stadt Leipzig

© Stadt Leipzig

Hochwertige Musik in angenehmer Atmosphäre, geistige Anregungen, kulinarische Genüsse: Das waren schon im 18. und 19. Jahrhundert die Ingredienzien der bürgerlichen Musiksalons, wie es sie auch in Leipzig gab. In dieser Tradition lädt der 12. Notenspur-Salon „Richard Wagner“ Musikfreunde und -interessierte in die Alte Handelsbörse am Leipziger Naschmarkt zu gemeinsamen Klangerlebnissen und guten Gesprächen ein.
Leipzig bekommt immer mehr Förderabsagen für kommunale Straßenbauvorhaben
Straßenbau in der Lützner Straße. Archivfoto: Gernot Borriss

Archivfoto: Gernot Borriss

Für alle LeserJetzt dürfen sich alle mal aufregen. Am Montag, 17. Februar, regte sich auch Steffen Wehmann, Sprecher für Haushalt und Finanzen der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat, ein bisschen auf. Denn mittlerweile merken auch die Leipziger Ratsfraktionen, was es bedeutet, wenn die Sächsische Staatsregierung lieber Milliardenrücklagen bildet, aber die Förderung für kommunale Investitionen so knapp hält, dass selbst eine Stadt wie Leipzig keine Fördergelder mehr bekommt.
OBM-Wahl 2020: Wenn der Kandidat zur gemanagten Marke wird
So warb Sebastian Gemkow an der Baustelle der CG Gruppe in der Prager Straße. Foto: Alexander John

Foto: Alexander John

Für alle LeserNormalerweise nehmen sich Kandidat/-innen, die in einer Wahl Erfolg haben wollen, frei für die Zeit des Wahlkampfes, lassen vor allem Abende und Wochenenden frei für Wahlveranstaltungen und Foren, wo sie vor Publikum erklären können, was sie vorhaben und wie sie es machen wollen. Doch im Leipziger OBM-Wahlkampf erlebten die Wähler/-innen zum ersten Mal etwas anderes. Ein Kandidat sagte Forum um Forum ab.
OBM-Wahl 2020: Was ein Wahlkampf in Österreich mit dem OBM-Wahlkampf in Leipzig zu tun hat
Ja, wo radelt er denn? Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserAm 1. März wählt Leipzig seinen Oberbürgermeister für die nächsten sieben Jahre. Und es sieht – oberflächlich betrachtet – wie ein Duell morgen gegen gestern aus, links gegen rechts, zukunftsoffen gegen konservativ. Und so weiter. Aber wer genau hingeschaut hat, hat gemerkt, dass Leipzig einen Wahlkampf erlebt, der zumindest für Leipzig neu ist. Einer, bei dem ein Kandidat Verstecken spielt.
Völkerschau: Der erste Krimi um den Leipziger Kriminalkommissar Kreiser
Gregor Müller: Völkerschau. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNa ja – die Gegenwart ist etwas kompliziert geworden, uneindeutiger, möchte man fast meinen. Immer öfter kollidieren die heutigen Fernseh-Krimis mit der Verwirrung ihrer Drehbuchautoren. Logisch, dass dann begabte Filmemacher genauso lieber in das historische Format flüchten (man denke nur an „Babylon Berlin“) wie Krimi-Autoren. In ein Leipzig des Jahres 1898 zum Beispiel, in dem Gregor Müller seinen Kriminalkommissar Georg Kreiser seinen ersten Mord aufklären lässt.
„Die Mission der Lifeline“ am 21. Februar im UT Connewitz
Postkarte Mission Lifeline. Quelle: Leipzig nimmt Platz

Quelle: Leipzig nimmt Platz

Am Freitag, den 21. Februar 2020 um 18 Uhr wird im UT Connewitz der Dokumentarfilm „Die Mission der Lifeline“ aufgeführt. Im Anschluss an den Film wird Richard Brenner aus der Besatzung (technical advisor) der MISSION LIFELINE berichten. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.
Die „FährFrau“ – Begleitung vor, während und nach einem Verlust durch Tod
Eingang zur Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Die Leipziger Autorin, Trauerrednerin und Trauerbegleiterin Irisa A. Müller stellt unter dem Titel „FährFrau“ ein ganz neues integratives Berufsbild vor: Als FährFrau begleitet man Menschen, die gerade einen Angehörigen verlieren oder verloren haben, in ganzheitlicher Weise beim Abschiednehmen.
Ingolf Lück – Sehr erfreut! Die Comedy-Tour 2020
Foto: Chris Gonz

Foto: Chris Gonz

Sechs Jahre nach „Ach Lück mich doch“ steht Ingolf Lück mit seinem neuen Programm „Sehr erfreut! Die Comedy-Tour 2020“ wieder auf den Kabarett- und Comedybühnen des Landes. Und diesmal wird ausgeteilt!
Grüne und Linke haben ein paar Fragen, AfD schürt schon mal die Ängste der Leipziger
Augustusplatz in der Vorweihnachtszeit. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserVom 13. bis 14. September findet in Leipzig der EU-China-Gipfel statt. Sämtliche Staatschefs der EU werden kommen, die Repräsentanten der EU und natürlich der chinesische Ministerpräsident. Am 7. Februar gab es die ersten Informationen für die Journalisten. Am 11. Februar formulierte die Grünen-Fraktion im Stadtrat erstmals ihre Ansprüche an die Informationspolitik von Stadt und Polizei. Denn ein politisches Ereignis dieser Dimension hat Leipzig noch nicht erlebt.
Kreismuseum zeigt Keramikkunst von Kurt Feuerriegel
Foto: Kreismuseum Grimma

Foto: Kreismuseum Grimma

Am Sonntag, 23. Februar eröffnet das Kreismuseum Grimma um 15.00 Uhr seine neue Sonderausstellung „Kurt Feuerriegel – Gedenkausstellung zum 140. Geburtstag“. Anlässlich des 140. Geburtstages von Kurt Feuerriegel zeigt das Kreismuseum 140 Arbeiten aus dem Lebenswerk des bedeutenden Keramikkünstlers aus Frohburg. Die Ausstellungsstücke sind Leihgaben von Kerstin Noack aus Grimma, Hans-Jürgen Lahn aus Frohburg, aus dem Grassimuseum Leipzig und dem Museum Schloss Frohburg.
Freibeuter beantragen: Leipzig sollte sich eigene Abschleppfahrzeuge zulegen
Falschparker am Südplatz. Foto: Ralf Julke

Archifoto: Ralf Julke

Für alle LeserIn den letzten Jahren waren sie immer wieder Thema im Stadtrat: die Falschparker. Mit dem zunehmenden Autobesitz in der Stadt werden Pkw immer öfter dort geparkt, wo sie nichts zu suchen haben – auf Kreuzungen, auf Radwegen, selbst auf Fußwegen. Und all die Knöllchen, die an die Besitzer verteilt werden, scheinen das Problem nicht zu mindern. Die Freibeuter-Fraktion im Stadtrat fordert jetzt ein wesentlich härteres Durchgreifen.
Wie Rechtsradikale und „Reichsbürger“ versuchen, an Sachsens Schulen und Hochschulen ihre Duftmarken zu setzen
Am Ende muss es doch wieder gemalert werden. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEigentlich war die Sache 2014 erledigt: Die NPD war in Sachsen wieder zur Zwergpartei geschrumpft. Die Sachsen verabschiedeten die Rechtsausleger so langsam ins Abseits. Doch so einfach war es dann doch nicht. Die gewaltbereiten rechtsradikalen Netzwerke sind im Sachsen nicht verschwunden. Und seit dem Aufkommen der AfD fühlen sie sich sogar besonders animiert, wieder auf Dummenfang zu gehen. Ihr Ungeist taucht wieder vermehrt in Schulen auf.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #20
Michael D'Antonio: Die Wahrheit über Donald Trump. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Welt rüstet auf, als gäb's ein Morgen. Als müssten wir uns die Zukunft erst freisprengen. Als stände die Weltuntergangsuhr nicht 100 Sekunden vor Mitternacht – und Schicht im Schacht. Als wäre zum Rosten verdammt, wer nicht zum Rüsten gewillt ist. Und ganz vorn dabei: Donald Ich-rüste-auf-bis-zum-Mars Trump. 740,5 Milliarden Dollar will er nächstes Jahr für's Militär ausgeben. Wobei sich die Frage stellt: Warum verdammt nochmal so viel?