Audio: Jörg Augsburg über die Messe beim Indie-Pop-Festival „(POP UP“ 2010
Bernd Reiher
26.04.2010
Konzert zut Pop up.
Foto: Pop Up
Sie ist ein kleines Festival der unabhängigen Musikszene, die „(POP UP“, die jährlich einmal in Leipzig gefeiert wird. Viele Konzerte, Diskussionsrunden und eine Musikmesse gehören alljährlich dazu. Am 7. und 8. Mai wird die nächste Runde über die Bühne gehen.
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Alles wie gehabt und doch ganz anders, so sehen die Vorzeichen der diesjährigen Ausgabe aus. Wir sprachen mit Jörg Augsburg, jenem Mann, der vor allem für die Organisation der Messe verantwortlich ist.
Augsburg ist ein Urgestein des neueren Leipziger Popmusikbetriebes. Vielen ist sein Name noch aus „Kreuzer“-Zeiten bekannt. „Glücklicher Montag“ heißt das Büro, in dem heute sein Schreibtisch steht. Das zugehörige Firmenschild hängt im „Werk II“, am Connewitzer Kreuz.
Zur Frage, was die „(POP UP“-Messe überhaupt ist, sagte Augsburg am 20. April: „Die Pop-up-Messe ist ein Treffen von Leuten aus der Independent-Musikszene, vor allem in Deutschland aber nicht nur, das geht schon über die Grenzen hinaus. Das ist natürlich eine Messe, das heißt also richtig Stände mit Ausstellern. Ungefähr 80 Messestände werden es sein. Und natürlich viele Besucher aus ganz Deutschland und Leipzig, die sozusagen in diesem Bereich der Musik in irgendeiner Form beteiligt sind, ob es jetzt als Fan ist oder als Macher, Fanzine-Schreiber, Journalist, Vertrieb oder Merchandise-Hersteller.“
Letztes Jahr gab es bei der „(POP UP“ einen Ausflug in den Volkspalast auf der Alten Messe. Dieses Jahr wird die Messe wieder auf dem Werk-II-Gelände gefeiert. Augsburg zum Umzug zurück in den Leipziger Süden: „Man muss wissen, der hauptsächliche Grund, warum wir überhaupt umgezogen sind, war, das Werk II war einfach zu klein. Jetzt hat sich die Situation insoweit grundlegend geändert, dass wir jetzt tatsächlich diese zweite Bühne haben. Die Halle D, die jetzt nach Jahren endlich saniert wird, die wir glaube ich sogar eröffnen dürfen. Sodass wir jetzt mit dem Konzept, das wir haben, wieder schön ins Werk II reinpassen.“
Tagsüber: Getümmel zu den Informationsangeboten der Pop Up.
Foto: Pop Up
Das Herzstück der „(POP UP“, der Messetag, er war bis jetzt immer nur auf den Sonnabend beschränkt. In diesem Jahr wird die Messe schon am Freitag gestartet und wird bis zum Sonnabendabend zu erleben sein. Augsburg dazu im Interview: „Also, wir haben ein bisschen aufgeräumt, das Programm. Wir hatten früher immer den schönen Termin vier Tage Pop up, wo die Messe selbst nur an einem Tag war. Wir machen das jetzt anders. Wir sagen: wir wollen jetzt zwei Tage die Pop up machen. Freitag und Samstag, aber eben das volle Programm auf dem Werk-II-Gelände, wo sozusagen alle Räume bespielt werden. Im Sinne sozusagen eines kleinen Festivals. Wo natürlich alles, was wir an Inhalten haben, auch stattfindet. Das war auch ein Wunsch von vielen Ausstellern, nicht nur für den Samstag anzureisen, sondern Freitag und Sonnabend als Messetage zu nutzen. Und wir wollen das tatsächlich jetzt einmal ausprobieren, wie es funktioniert.“
Abends: Volles Haus zum Konzert im UT Connewitz.
Foto: Pop Up
Ebenfalls ein Grundbaustein der „(POP UP“ sind alljährlich die vielen Panels, bei denen über die Welt des Indie-Pop diskutiert wird. Messe-Chef Augsburg zum diesjährigen Fahrplan der Foren und Gesprächsrunden: „Wir beleben wieder unsere Tradition, dass wir eine Art Panel mit einer Art lokalem Ansatz haben – mit dem Thema Gentrifizierung, was sehr angesagt ist. Das heißt, es geht um Verdrängungsprozesse in kreativen Städten, um steigende Mieten, brennende Autos und alles was dahinter steht. Wir wollen uns ein bisschen anschauen, wie es in Leipzig ist. Natürlich nicht nur in Leipzig, sondern auch in Hamburg und Berlin. Am Samstag werden wir uns dann sehr der Musik widmen. Da geht es um zum Beispiel Algorithmen, die unseren Musikgeschmack bestimmen – wir kennen das alle von Amazon, da werden Platten vorgeschlagen, nach den Platten, die man gekauft hat. Wir hinterfragen einfach einmal, ob das wirklich so gut ist für die Pop-Musik. Wir werden uns natürlich mit dem Dauerthema soziale Netzwerke beschäftigen und unser buntestes Podium wird sein: 'Ich scheiß auf Deine Biografie'. Da geht es um die Frage: wie authentisch muss ein Künstler sein. Also ist zum Beispiel eine Lady Gaga authentisch oder nicht? Wir haben da sehr spannende Gäste.“ Mehr von ihm zur „(POP UP“ 2010 im Audio-Interview.
 
Alles wie gehabt und doch ganz anders. Jörg Augsburg über die „(POP UP“
Foto & Audio: Bernd Reiher
Kompakter wird sie sein, die „(POP UP“ des Jahres 2010. Statt vier wie bisher, wird es in diesem Jahr nur zwei Pop-up-Tage geben. Auch die Zahl der Konzertstätten ist geschrumpft. „(POP UP“ wird 2010 nur in Ilses Erika, dem UT Connewitz und im Werk II gespielt. Der Süden als Fokus des Mikro-Festivals. Lange Wege waren gestern. Das volle Programm, wie Augsburg es sagt, auf einen Punkt gebracht.
38,00 Euro wird das Festivalticket kosten. 6,00 Euro hat zu berappen, wer nur die Messe sehen will. Auch ein „Freitagsticket“ ist zu haben. Der Preis: 18,00 Euro. Das Samstags-Pendant geht für 25,00 Euro über die Theke.
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