Wenn die Peanuts nicht zum Durchstarten reichen

Ein Leipziger Kreativer erzählt, warum Start-ups in Leipzig ganz schlechte Karten haben

Für alle LeserDie folgende Geschichte hat sich wirklich so zugetragen. Der Autor hat mit einer Unternehmensgründung in Leipzig so ungefähr alles erlebt, was Gründer in dieser Stadt erleben können, wenn sie keinen reichen Papa haben, der ihnen die Anschubfinanzierung vorstreckt. Wir nennen ihn einfach Herrn Mutig (Name ist der Red. bekannt), weil sein Fall typisch ist. Und einiges darüber erzählt, was in unserem Land und unserer Stadt für Gründungswillige gründlich schiefläuft.

Die Geschichte von Herrn Mutig

Seit 20 Jahren komponiere und produziere ich Musik. Um mir mein eigenes Tonstudio aufbauen zu können, musste ich mir, wie 95 % aller Kreativschaffenden, einen herkömmlichen Job suchen. Bis Anfang 2015 hatte ich als Account Manager bei einem Leipziger IT-Unternehmen gearbeitet und hatte, für ostdeutsche Verhältnisse, gutes Geld für meine Leistungen von meinem Arbeitgeber erhalten. Zumindest in den Jahren 2013 bis 2015, als ich dort bei der Firma angestellt war, bis die Entlassungswelle auch mich traf.

Jeder Cent, den ich in diesen zwei Jahren habe sparen können, ist in den Ausbau meines Tonstudios geflossen. Ich hatte danach den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt, da ich mir hier in unserem Land etwas Eigenes aufbauen wollte – trotz fehlender finanzieller Rücklagen. Da es viele gute Tonstudios überall auf der Welt gibt, hatte ich mir zwei Innovationen einfallen lassen, mit denen ich mein Unternehmen von allen anderen habe abgrenzen können.

Förderungen, die keine echten Förderungen sind

Ich war bei ca. 20-30 Institutionen gewesen, angefangen von der IHK, über das Amt für Wirtschaftsförderung, den Business Angels bis hin zur SAB, SBB und KfW. Es stellte sich für mich heraus, dass all die vermeintlichen „Förderungen“ der Angebote, die irgendetwas mit Banken zu tun haben (wie SAB, SBB, KfW usw.) letztlich ganz normale Kredite sind. Da ein Startup-Unternehmen – ein Unternehmen, welches „jetzt“ startet – nun mal noch keinen Umsatz machen kann, kam dies für mich nicht infrage. Bei allen anderen Förderangeboten, stellte sich die Situation so dar, dass man – wie z. B. beim Amt für Wirtschaftsförderung – nur dann eine finanzielle „Förderung“ erhält, wenn man vorab zu 100 % in „Projekt XYZ“ investieren kann und bekommt dann im Nachgang vom Amt für Wirtschaftsförderung bis zu 50 % der Investitionskosten als Unterstützung.

Die Konditionen sind jedoch in aller Regel so gestrickt, dass die Chance, als kleines Startup-Unternehmen, an eine solche Förderung zu gelangen, unter normalen Umständen so gut wie unmöglich ist. Da es ja nun mal der Realität entspricht, dass es Startup-Unternehmen gibt/gab, die eine finanzielle Förderung erhalten haben, deren Firmengründer nicht selten halb so alt sind wie ich und oftmals auch eine sechsstellige Summe an Förderung erhalten haben, stellte ich mir dann die Frage, wie es jemandem im Alter von Anfang/Mitte 20 möglich ist, dann demzufolge ein Firmenkapital in Höhe von mindestens 100.000,- Euro auf legalem Wege erwirtschaften zu können. Diese Frage stellte ich der IHK Leipzig.

Meine Ansprechpartnerin teilte mir wortwörtlich mit: „ALLE sponsored by family & friends!“.

Wer hat, dem wird gegeben

D. h. all diese Unternehmen, die „sponsored by family & friends“ sind, sind dann diejenigen, die somit auch noch die Chance haben, staatliche Fördermittel abgreifen zu können. Und ich habe Unternehmen darunter gefunden, deren Geschäftsidee noch dümmer ist, als das „100.000ste Tonstudio“ zu gründen – deren Konzept und wirtschaftliche Logik noch nicht mal von der Wand bis zur Tapete reicht. Und alle anderen Unternehmer, welche eben keine stinkreiche Familie im Hintergrund haben, welche mindestens genau so hart oder gar noch härter an ihrer Geschäftsidee arbeiten und sich engagieren – die gehen leer aus.

Auch musste ich feststellen, dass bei den jeweiligen Förderinstitutionen oft Mitarbeiter für die Vergabe der Fördergelder zuständig sind, welche wenig bis gar keine Expertise haben. Ich bin jedoch der Meinung, dass, gerade wenn es um Steuergelder geht, man hierfür Experten einsetzen sollte, die die jeweiligen Anträge auf Fördermittel auf ihre geschäftliche Tragfähigkeit genau überprüfen können müssten. Hierzu wurde mir jedoch seitens IHK und Amt für Wirtschaftsförderung gesagt, dass man hierfür nicht die Möglichkeiten hätte. Dies wäre jedoch dringend erforderlich, wenn man das Ganze effektiv und gerecht umsetzen würde wollen.

Ich hatte dann zum Schluss zwei Kolleginnen (Komponistinnen), welche mich unterstützt haben, wo sie nur konnten. Beide haben ihr Geld mit Live-Auftritten verdient und haben eine Familie, so dass die Zeit für unser Unternehmen recht beschränkt war, wo sie haben unterstützen können. Wir alle haben unser Bestes gegeben – 150 % jeden Tag, auch an allen Wochenenden!

Hinzu kam, dass die deutsche Irrsinnsbürokratie mir das Leben äußerst schwer gemacht hat. Z. B. als ich eine Steuererklärung abgeben sollte, bat ich das Finanzamt Leipzig um Unterstützung. Denn schließlich wollten die was von mir und nicht ich von ihnen. Und ich bin Musikkomponist und kein Finanzbeamter. Man entgegnete mir, dass sie mir nicht helfen werden und ich mir einen Steuerberater suchen solle. Als ich fragte, ob sie mir dann vielleicht wenigstens einen Tipp geben könnten, wie ich den bezahlen soll oder ob sie mir einen Steuerberater nennen können, der seine Leistungen kostenlos feilbietet, reagierte man noch unfreundlicher als zuvor.

Ende 2016 wurden wir zudem von zwei dubiosen Firmen „attackiert“, welche versuchten, sich an uns zu bereichern. Das Ende vom Lied hierbei ist, dass Recht haben und Recht bekommen gerade hier in Deutschland zwei unterschiedliche Paar Schuhe sind, und dass ich als Firmengründer nun bestenfalls eine hohe vierstellige Summe an die Gegenseite für Leistungen bezahlen darf, die wir nicht geordert haben. Wenn das Gericht bei der Urteilsverkündung keinen so guten Tag hat, können daraus dann auch 20.000 Euro werden.

Das Ganze hängt auch damit zusammen, dass hierzulande alle Handelsunternehmen gesetzlich verpflichtet sind, auf ihren Firmen-Webseiten im Impressum ihre Postanschrift mitzuteilen, wohingegen Unternehmen aus dem Ausland, wie z. B. dem Vereinigten Königreich, selbst bestimmen können, welche Angaben sie preisgeben möchten. Wenn man sich z. B. gegen unerwünschte Briefwerbung schützen möchte und weil man sowieso keine Kundenanfragen per Briefpost erwartet, gibt man einfach die Postadresse des Unternehmens erst gar nicht auf der Webseite an. Auch logisch und verständlich. Nur hier in Deutschland ist es verboten. Auch wir hatten eine Zeit lang mit unerwünschter Werbung zu tun – bzw. ich alleine, da hier bei mir alle Fäden zusammenliefen.

Ich war Ende 2016 dann auch gesundheitlich nicht mehr in der Lage, all dies noch weiter durchzustehen und habe dann mein Gewerbe abgemeldet. Ich habe dann damit begonnen, mir wieder einen herkömmlichen Job zu suchen. Von irgendwas muss auch ich leben. Alleine seit Anfang Dezember 2016 habe ich mehr als 300 Bewerbungen geschrieben und habe nun die Möglichkeit, ab März 2017 im öffentlichen Dienst für ein gutes Gehalt tätig werden zu können.

Eine erhellende Erfahrung mit dem Jobcenter

Ich habe dem Jobcenter alle verlangten Unterlagen gesendet. Da angeblich irgendwelche Angaben/Unterlagen fehlen würden, setzte man die Weiterbearbeitung meiner Angelegenheit aus, so dass ich erst dann Leistungen zur Sicherung meines Lebensunterhaltes bekommen hätte, wenn alle Unterlagen nachgereicht worden wären – besser gesagt endlich in dem Dokumentenwahnsinn des Amtes gefunden worden wären. Ich weiß nicht, welchen Sinn das machen soll, Unterlagen zweimal, dreimal oder gar viermal abzugeben, wenn diese dann immer wieder von den Mitarbeitern des Job Centers versaubeutelt werden oder diese einfach nur mal einen Computer-Basics-Kurs benötigen, damit sie wissen, wie eine E-Mail ausschaut?

D. h. wenn es jetzt richtig dumm gelaufen wäre, hätte ich jetzt im Februar 2017, aufgrund dieser hirnrissigen Entscheidung des Jobcenters, meinen Fall erst dann weiterzubearbeiten, wenn alle Dokumente da sind, keine Miete an meinen Vermieter zahlen können und wäre somit auch bei allen anderen Dingen in Zahlungsrückstand gekommen. Soweit ich weiß, gibt es in Sachen Miete auch eine Gesetzesverschärfung, die es Vermietern schneller gestattet, eine Mietkündigung auszusprechen, die dann auch rechtskräftig ist, gegen die man nicht vorgehen kann.

Das beantwortet vielleicht auch ein wenig die Frage, die in der Vergangenheit in Deutschland öfters aufgekommen ist, warum in den letzten zwei/drei Jahren die Anzahl der Obdachlosen in Deutschland so sprunghaft angestiegen ist. Trotz dass man engagiert tätig ist und arbeitet bis zum Umfallen, kommt man sehr leicht unverschuldet in eine Situation, wo man mit dem Rücken zur Wand steht.

Was hat das mit einem „Sozialstaat“ zu tun? Nichts!

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

KreativwirtschaftStartUp
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
Ein Kommentar

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
„Führende Nullen“ gewinnen HHL-MPI-Leibniz-Mathe-Olympiade 2017
Sachsen endlich Teil der „Koalition gegen Diskriminierung“
Georg-Schumann-Straße: Neues Magistralenmanagement arbeitet sich ein
Mit dem Ferienpass günstiger ins Theater der Jungen Welt
Vorbereitungstreffen zum Jahr der Demokratie am 29. Juni
Für INTER beginnt Vorbereitung am 26. Juni im Mariannenpark
Ab kommenden Dienstag: Haltestellen-Bau im Schleußiger Weg
Leipziger Band „Karl die Große“ in der Partnerstadt Krakau
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Linke fordert Sachsens Kultusministerin Kurth zum Rücktritt auf
Kultusministerin Brunhild Kurth. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Für alle LeserEs ist wirklich genug. Das dritte Schuljahr hintereinander ist Sachsens Kultusministerin nicht in der Lage, die notwendigen Lehrerinnen und Lehrer einzustellen. Daran ist sie nicht allein schuld. Dazu gehören noch zwei verantwortliche Spitzenpolitiker, die das Desaster mitverbockt haben. Aber für die Linke im Landtag ist die Frage klar: Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) soll zurücktreten.
30 bis 40 Prozent der angewiesenen Baumpflanzungen finden trotz alledem nicht statt
Baumfällung in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Leipzig verliert immer mehr Bäume. Und das sächsische „Baum-ab-Gesetz“, das die Baumschutzsatzungen der Kommunen ausgehebelt hat, hat die Sache eher noch beschleunigt. Wurden in Leipzig 2009 noch 4.856 Genehmigungen zur Beseitigung von Bäumen erteilt sowie 8.961 Ersatzpflanzungen beauflagt, so war die Stadt 2015 nur noch bei 1.404 Genehmigungen gefragt und hat 3.934 Ersatzpflanzungen beauflagt. Aber gefällt wurden deutlich mehr Bäume.
Fördergelder für die neue Grundschule in Probstheida sollen im September beantragt werden
Die Container-Schule in Probstheida. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Man kann ja ungeduldig werden mit dem Leipziger Schulbauprogramm. Erst dauert es ewig, bis man mit Engagement und beharrlichem Protest schafft, dass eine Schule wie die 31. in Probstheida endlich in das Schulbauprogramm der Stadt aufgenommen wird. Und dann hört man wieder jahrelang nichts davon. Und befürchtet, wie Bernd Buchwald, dass das Projekt stillschweigend wieder eingeschlafen ist.
Wer wählt denn die AfD, wenn es nicht der „kleine Mann“ ist?
Eine nicht von allen geliebte Partei ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist nicht völlig neu, was der Leipziger Soziologe Holger Lengfeld von der Universität Leipzig jetzt mit Zahlen untermauert in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie veröffentlicht hat. Aber es sollte eigentlich den Parteien im Bundestagswahlkampf zu denken geben. Denn AfD-Anhänger sind weder der vielbeschworene „kleine Mann“ noch die „Modernisierungsverlierer“.
Wie sich die Kommunikation der Unternehmen abschottet gegen den störenden „Mediendschungel“
Die Studie „Integrierte Kommunikation 2017“. Cover: Uni Leipzig

Cover: Uni Leipzig

Für alle LeserSeit geraumer Zeit wird ja über das langsame Hinschwinden des Leipziger Journalistik-Lehrstuhls geredet. Sogar im Landtag war es schon Thema. Was nicht Thema war, war die Tatsache, dass Leipzig symptomatisch ist für einen Journalismus, der die unheilvolle Hochzeit mit der PR eingegangen ist. Der PR-Lehrstuhl blüht und gedeiht übrigens, denn er bekommt regelmäßig Unterstützung aus der Privatwirtschaft. Und hilft dann auch gleich mal, den Journalismus auszubooten.
Warum Journalismus mit Vielfalt und Vielstimmigkeit tatsächlich erst beginnt
Der Kaffee steht bereit ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAlle Welt redet über Fakenews, per Gesetz sollen sie aus der Welt geschafft werden. Ein IT-Gigant glaubt, seine Nutzer würden ein Mittel dagegen finden: Putz und weg, oder was? Und jeder User von irgendetwas glaubt zu wissen, was und wie Journalismus auszusehen hat. DER Journalismus, der eine einzig richtige. Die gute Nachricht lautet: Es gibt ihn nicht. Alles, was Sie darüber gehört haben, ist Fakenews.
Nicht nur die Schaumparty war der Knaller
Schaum vor'm Mund. Und auf dem Kopf. Und überall. Das Schaumbad war die Lieblingsstation der Kinder. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserAls am vergangenen Freitagnachmittag mitten im Herzen Grünaus ein krachendes und pfeifendes Feuerwerk losbrach, warf so mancher Anwohner der umliegenden Hochhäuser einen verwunderten Blick aus dem Fenster. Ein erschrockender Passant fragte sicherheitshalber beim patroullierenden "Herrn Schutzmann" nach, ob das hier alles seine Richtigkeit hätte. Hatte es, denn die Pyroshow war der lautstarke Abschluss des jährlichen Grünauer Kinder- und Jugendevents.
Spannender Opernthriller: Elisabet Strid und Tuomas Pursio begeistern in Strauss‘ „Salome“
"Salome" in der Oper Leipzig. Foto: Kirsten Nijhof

Foto: Kirsten Nijhof

Ausverkauftes Haus, Ulf Schirmer am Pult, starke Solisten auf der Bühne und das Gewandhausorchester im Graben. Die Premiere von Richard Strauss’ „Salome“ hatte am Samstag alles, was ein großer Opernabend in Leipzig benötigt. Leider war die Produktion vom plötzlichen Tod der Bühnen- und Kostümbildnerin Rosalie überschattet.
Zweijähriger in Badewanne ertrunken: Warum musste Doan sterben?
Michaela B. muss sich vor dem Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Foto: Martin Schöler

Foto: Martin Schöler

Michaela B. (39) ist für den Rest ihres Lebens gezeichnet. Am 4. November ertrank der kleine Doan (2), der ihr an dem Tag anvertraut war, in der Badewanne. Die Staatsanwaltschaft hat die Leipzigerin wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Prozess gegen die zweifache Mutter platzte am Mittwoch nach Verlesung der Anklage, weil Richter Hartmut Tiegelkamp das Verfahren schlecht vorbereitet hatte.
Hat da jemand beim Ehrenhain der SED-Funktionäre 20 Jahre lang auf Zeit gespielt?
Die Gedenkanlage für die Opfer des 17. Juni. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Am 17. Juni wurden auch in Leipzig wieder die Opfer des 17. Juni 1953 gewürdigt. Mit einem kleinen Misston, der am Vortag in der Zeitung gestanden hatte. Da ging es um die Gedenkanlage für die Opfer des 17. Juni, die auf dem Südfriedhof liegt und endlich aufgewertet werden soll. Was auch die Frage einschließt, was aus der Prachtanlage für die Funktionäre der DDR-Zeit werden soll. Fehlte da nicht etwas?
Kräutergarten auf dem Eilenburger Burgberg eröffnet
Eröffnung des Kräutergartens. Foto: Stadtverwaltung Eilenburg

Foto: Stadtverwaltung Eilenburg

Nun ja, Ritter trifft man auf dem Burgberg zu Eilenburg nicht mehr an. Die Burg kann auch nicht mehr belagert werden, denn das Schmuckstück existiert ja nur noch in Rudimenten. Aber die Stadt Eilenburg gibt sich einige Mühe, diese einstige Wiege der sächsischen Wettiner wieder erlebbar zu machen. Samt Heinzelmännchen und Kräutergarten.
Leipzig und Dresden haben beim Schaffen neuer Arbeitsplätze die Nase vorn
Beschäftigungsentwicklung 2016 in Sachsen. Grafik: Sächsisches Landesamt für Statistik

Grafik: Sächsisches Landesamt für Statistik

Vielleicht lebt der studierte Maschinenbauer Georg Unland ja wirklich in einem anderen Land. Einem, in dem wirklich keiner leben will, die jungen Menschen fliehen, keiner investiert und Zukunft eine Frage verödeter Landschaften ist. Wenn der Mann sich öffentlich äußert, beschreibt er so das Sachsen der Zukunft. Während das andere Sachsen nicht nur Kinder bekommt und Zuwanderung erhält. Es schafft auch fleißig Arbeitsplätze, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch, 21. Juni, meldete.
Heftige Kritik für das Tonnage-Denken des sächsischen Finanzministers
Sachsen-Euro. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEntweder wollte Sachsens Finanzminister alle auf die Palme bringen und die Macht auskosten, die ein Finanzminister in Sachsen hat. Oder er wollte austesten, was man den Sachsen alles zumuten kann, ohne dass sie aufschreien. Und die Sachsen lassen sich ja viel gefallen. Die radikalen Kürzungen bei Polizei, Richtern und Lehrern haben sie hingenommen wie die Schafe. Nicht nur in der SPD ist man entsetzt über die Kahlschlagpläne des Finanzministers.
Demokratie in Bewegung jetzt auch in Sachsen am Start
Berliner Gründung: Demokratie in Bewegung. Foto: DiB

Foto: DiB

Für alle LeserWas da in Frankreich bei der Präsidentschaftswahl passiert ist und mit Emmanuel Macrons neu gegründeter Partei „En Marche“ die ganze politische Landschaft umgekrempelt hat, das hat auch ein bisschen Resonanz in Deutschland ausgelöst. Denn wirklich glücklich mit den zähen Strukturen der alten Parteien sind etliche Menschen nicht. Am 29. April hat eine solche Gruppe junger Menschen in Berlin die Partei „Demokratie in Bewegung“ gegründet. Nun wurden fleißig Landesverbände gegründet, auch ein sächsischer.
Der Stadtrat tagte: Ein guter Deal oder „eine Erpressung“ am Leuschnerplatz? + Video & Audio
Viele Fragen offen am Leuschnerplatz. Debatte in der Pause vor der Abstimmung zwischen Franziska Riekewald (Linke) und Burkhard Jung vor dem abschließenden Votum am 21. Juni. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserManche Ratssitzungen sind eben deshalb spannend, weil urplötzlich verschiedene Informationen durch den Raum fliegen, die vorab noch im Nebel lagen. Im Falle des Verkaufes des „südlichen Baufeldes“ des Wilhelm-Leuschner-Platzes von der Stadt Leipzig an den Freistaat Sachsen waren es derer gleich mehrere. Bereits der endgültige Verkaufspreis von 2,47 Millionen Euro unter einem Nachlass von etwa einer weiteren Million (wegen des öffentlichen Interesses der Forschungs- und Wissenschaftseinrichtung) für das üppige Filetstück zwischen Windmühlenstraße und Brüderstraße sorgte für Aufsehen. Doch damit lange nicht genug, weitere Details führten zu einer lebhaften Debatte samt Beratungsunterbrechung im Stadtrat.