Eine Posse mit Wirkung

Der MDR gegen Lok Leipzig: L-IZ.de sammelt zwischendurch mal den Müll auf

Für alle LeserDas Rohmaterial zum „Sport im Osten“-Bericht über den angeblichen „Schuldensumpf“ beim 1. FC Lok Leipzig vom 3. November 2018 hat der Mitteldeutsche Rundfunk noch immer nicht online gestellt. Dafür aber einen Fragenkatalog als kleines Intermezzo, welchen der Sender an die Lokführung versandt haben will. Ohne ein entsprechendes Gespräch mit der Clubführung abzuwarten, welches nun am heutigen 7. November stattfindet, wurde anschließend losgesendet. Nun geben die Fragen des MDR selbst genügend Rätsel über die Arbeit der Redaktion auf.

Was bislang eine Ahnung war, wird angesichts des Fragenkatalogs des öffentlich-rechtlichen Senders langsam Gewissheit: alle Fragen speisen sich maßgeblich aus Insiderwissen mit schmaler Quellenlage, welche zudem schon ein paar Monate auf dem Buckel hat. Und eine weitere Frage kommt hinzu: Gibt es tatsächlich auch Fragen, die mindestens von Recherchefaulheit künden?

Wenn ein Medium einen Fragenkatalog öffentlich macht, wie es am 5. November beim MDR unter der Überschrift „Der MDR fragt, Lok Leipzig schweigt“ geschah, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder erwartet man schon keine Antworten mehr und zeigt eine Art „Tätigkeitsnachweis“ vor. Dann geht es nur noch ums Image, nicht mehr um die Sache. Bei großen Medien kommt die Idee dazu, so weiteren Druck aufbauen zu können – hier gegen einen Leipziger Fußballclub.

Angesichts der Kommentare unter dem Beitrag ist der Erfolg – höflich gesagt – eher so mittel derzeit.

Oder man steht argumentativ mit dem Rücken zur Wand. Im Fall des am 5. November 2018 online gestellten Fragenkomplexes der „Sport im Osten“-Redaktion dürfte die Nummer mit der Wand eher zutreffen. Ob es immer nur Fragen und nicht schon haltlose, nun auch noch öffentliche Unterstellungen sind, werden die kommenden Wochen und erstmals auch die Mitgliederversammlung bei Lok am 23. November 2018 ergeben.

Auch wenn in diesem Artikel logischerweise noch einzelne Antworten offenbleiben müssen und Lok durchaus auch Fehler in der Vergangenheit gemacht haben könnte, hat das Recherchieren der L-IZ.de in den letzten Stunden doch einige tragfähige Antworten auf das wilde MDR-Durcheinander von lautstarken Überlegungen, aufgestellten Forderungen, die Bilanzen herzuzeigen und das Steuergeheimnis fallenzulassen, ergeben. (alle Fragen des Senders auch hier noch einmal).

Hinzu kam nun im Getümmel ein Lok-Fanabend am Montag, 5. November 2018, nach welchem sich Lok-Präsident Thomas Löwe in einem Lokruf-Interview öffentlich zu einigen Fragen erklärte. Dabei geht es indirekt auch um das Verhältnis zum Ex-Trainer Heiko Scholz, welches Löwe beim Fanabend als freundschaftlich beschrieb. Derzeit steht nach L-IZ-Informationen eher die Vermutung im Raum, dass das Verhältnis des Ex-Profifußballers zu Lok Leipzig in der Reportage nicht zu positiv rüberkommen sollte. Negativer jedenfalls, als er es selbst derzeit empfindet.

Das Interview mit Lok-Präsident Thomas Löwe vom 5. November 2018. Quelle: Lokruf TV, Youtube

Neues von Lokomotive

Weiter erklärt Löwe im Video, dass der neue Kunstrasen bei Lok aus Witterungsgründen im März 2019 verlegt wird. Auch dass es, wie bereits in einer Pressemitteilung verbreitet, um die Bilanz des Clubs positiv steht und er die Berichterstattung neben der BILD insbesondere vom MDR nicht mehr nachvollziehen kann. Die kolportierte Zahl von 790.000 Euro Schulden nennt Löwe hierbei eine „Falschaussage“.

Neu auch, dass Löwe dem federführenden Journalisten des MDR-Beitrages diese Richtigstellung der Zahl bereits vor dem Sendetermin in einem Telefonat mitgeteilt habe, was den Bericht praktisch unnötig gemacht hätte. Oder mindestens Erwähnung hätte finden müssen. Bezüglich der Quelle der Zahlen für die MDR-Fragen bittet Löwe erwartungsgemäß um Verständnis, sich dazu nicht äußern zu wollen. Logisch, denn man steht seitens Lok in einem Rechtsstreit mit dem Ex-Berater Wolf-Rüdiger Ziegenbalg, der selbst als Protagonist im MDR-Beitrag „Lok Leipzig steckt im Schuldensumpf“ vorkommt.

Womit ein ganzes Bündel an MDR-Fragen, welches sich rings um den vier Monate im Einsatz befindlichen Ex-Lok-Sponsorensammler Wolf-Rüdiger Ziegenbalg dreht, derzeit so oder so hinfällig wird. Denn dass die gegenseitigen Vorwürfe im Rahmen von Gerichtsterminen oder Vergleichen und nicht via Presse verhandelt werden, ist nach üblichen Zeitabläufen bei Zivil- und Strafprozessen dieser Art wohl nicht vor 2019/20 zu erwarten. Bis dahin darf jeder seine Rechtsmeinung hegen und pflegen, wie es ihm passt.

Für diese im Oktober 2018 begonnene Auseinandersetzung bei Lok „Rückstellungen“ zum jetzigen Zeitpunkt zu bilden, wie es der MDR erfragt, wäre objektiv betrachtet derzeit zeitlich unsinnig gebundenes Geld. Hinzu kommt, dass offenbar auch Lok Leipzig gute Chancen sieht, hier Vertragsverletzungen oder –nichterbringungen von der Gegenseite belegen zu können. Ganz abgesehen von noch zu bewertenden Vorgängen, welche sich nach der Trennung teils via MDR abspielten. Wenn es verrückt läuft, hat der Sender hier auch seine eigene Quelle bereits verraten, was mindestens von schlechtem Handwerk zeugt.

Vorgänge, die weitere Vorwürfe, wie etwaige „Vermögensübertragungen“ zwischen Verein und GmbH, wie sie die juristische Beratung von Wolf-Rüdiger Ziegenbalg laut MDR im Rechtsstreit behauptet, frühestens dann auf den Tisch bringt.

Fazit bis hier: Die Kündigung des Vertrages mit Manager Ziegenbalg läuft derzeit auf eine Gerichtsverhandlung hinaus. In dieser wird der 70-Jährige sicher auch erklären müssen, ob er sich vertragsgemäß verhalten hat, wenn er noch Geld für seine Tätigkeiten und weitere Gelder erhalten möchte. Vor dieser Auseinandersetzung wäre keine Seite gut beraten, falsche Behauptungen aufzustellen, der richtige Ort für die Klärung ist dann der Gerichtssaal.

Nur vier Monate mit Lok-Logo unterwegs: Wolf-Rüdiger Ziegenbalg. Foto: Jan Kaefer

Nur vier Monate mit Lok-Logo unterwegs: Wolf-Rüdiger Ziegenbalg. Foto: Jan Kaefer

Scheinbar große Zahlen und das Steuergeheimnis

Ein weiterer Fragenkomplex des MDR, welcher für einen unbedarften Zuschauer auf den ersten Blick bedrohlich wirken muss, kann man hingegen fast schon weglächeln, ohne tiefer in der Materie zu stecken. Ein bisschen Rechnen genügt. Öffentlich verfügbare Zahlen und das, was der MDR selbst aus den Internas über die Budgetplanungen zum Beginn der ersten Profisaison bei Lok im eigenen Beitrag am 3. November mit 1,5 oder gar 2,1 Millionen Euro Sponsoringbedarf veröffentlichte, reichen für eine erste Einschätzung.

Hierbei fragt der MDR: „Gab es eine Kontenpfändung durch das Finanzamt Leipzig innerhalb der vergangenen sechs Wochen? Ist es richtig, dass dabei rund 80.000 Euro gepfändet wurden? Warum? Ist es richtig, dass das Gelder waren, die überwiegend vom Hauptsponsor ETL zur Finanzierung der kommenden Saison aufgewandt werden sollten? Wurde ETL über die Pfändung dieser Summe durch den Verein unterrichtet?“

Wenn ein Profi-Fußballclub der Größe Lok Leipzigs inklusive Merchandising, Spielergehälter, Besuchereinnahmen bei Spielen, Vereinsmitgliedsgeldern und Sponsoreneinnahmen eine Summe von aktuell spekuliert rund 2,5 Millionen Euro in dieser Saison umwälzt, sind 80.000 Euro genau 3,2 Prozent davon. Ganz gleich, wie viele Steuern Lok Leipzig pro Jahr letztlich über die Spielbetriebs GmbH in Verbindung mit dem steuerbegünstigten Verein an das Finanzamt Leipzig abführen muss: sollte es hier um eine Nachzahlung gehen, dürfte sich diese unter den neuen Bedingungen auch durch den Hauptsponsor ETL im vertretbaren Rahmen halten.

Wäre die Zahl echt und es ist eine reguläre Steuerzahlung bei diesem Umlaufvolumen, wäre es ein Schnäppchen.

Und da eben dieser maßgebliche Sponsor von Lokomotive Leipzig ausgerechnet die für Lok seit Jahren tätige Steuerberatung ist, darf man davon ausgehen, dass – selbst wenn es eine Kontopfändung durch das bei Nachzahlungen für gewöhnlich schnell handelnde Finanzamt gab – dies ein Thema war. Und zwar auf beiden Seiten des Schreibtisches. Es sei denn, man ist wie vielleicht beim MDR der festen Überzeugung, bei Lok sei ein privatwirtschaftliches Himmelfahrtskommando im Gange.

Eines, dem zudem das Steuergeheimnis, gesperrte Konten und die eigenen Geschäftsinteressen vollkommen egal sind. Für den Rest gilt die uralte Weisheit des Geschäftsmannes „Die Steuer und Gott bescheißt man nicht“ (denn da zieht man immer den Kürzeren). Aber wer weiß?

Womit der Bereich der Recherchefaulheit des MDR beginnt

Die Spendenquittung zeigt die Bestätigung der Gemeinnützigkeit des Vereins durch das Finanzamt II vom 14.08.2018. ZUM VERGRÖSSERN ANKLICKEN. Foto: Privat

Die Spendenquittung zeigt die Bestätigung der Gemeinnützigkeit des Vereins durch das Finanzamt II vom 14.08.2018. ZUM VERGRÖSSERN ANKLICKEN. Foto: Privat

Vielleicht zum Offensichtlichsten am Beginn. „Haben Sie Kenntnis davon, dass Lok Leipzig ein Verlust der Gemeinnützigkeit droht, etwa angesprochen von den Finanzbehörden in Leipzig?“, fragt der MDR nun seit dem 5. November öffentlich.

Von etwas, was nicht stimmt, kann man auch keine Kenntnis haben. Die der L-IZ-Redaktion vorliegende Spendenbescheinigung jedenfalls zeigt, dass das Finanzamt Leipzig II zuletzt am 14. August 2018 eben diese Gemeinnützigkeit dem Verein von Lok Leipzig erneut und nach Prüfung aktuell bescheinigt hat (siehe nebenstehendes Foto).

Der MDR hätte sich also (auch) jemanden suchen können, der an den Verein gespendet hat und dessen Quittung mit Hinblick auf die Angaben darauf in Augenschein nehmen können. Mindestens ein erstes handfestes Indiz für korrekte Abläufe beim Verein, welches man dann den eigenen Informanten hätte unter die Nase halten können. Offenbar war dafür keine Zeit oder man unterstellt dem Verein samt der Steuerkanzlei – wie geschehen – indirekt neben dem Himmelfahrtskommando nun bereits den drohenden Entzug der Gemeinnützigkeit.

Starker Tobak, gleichbedeutend mit dem Ende des 1. FC Lok. Oder eben ein schlimmes Gerücht, welches, einmal in der Welt, Schlimmeres nach sich ziehen kann.

Ein weiterer Komplex des chronologisch etwas wirren Fragenkonvoluts bezieht sich dann auf einmal auf einen Vorgang aus einer früheren Zeit. Hierin geht es um das Park-Hotel in Brandis (übrigens geöffnet), in welchem Spieler von Lok über längere Zeiträume hinweg genächtigt haben. Die Fragen des MDR dazu: „Ist es richtig, dass Lok Leipzig dem Parkhotel Brandis in den Jahren 2015/16 rund 200.000 Euro an Hotelrechnungen schuldig geblieben ist? Warum? Ist inzwischen ein Teilbetrag des Geldes an das Hotel bzw. den Insolvenzverwalter bezahlt worden? Hat das Parkhotel bzw. dessen Inhaber Herr Krause in den Jahren den Verein gesponsert? Wenn ja, mit welchen Summen?“

Es ist etwas tricky, aber auch auflösbar, wenn man sich ein bisschen mit den Verträgen im Fußball und Insolvenzrecht auskennt. Die meisten Vereinbarungen in den unteren Ligen abseits von Großsponsorings laufen letztlich auf sogenannte Bartergeschäfte hinaus. Heißt: beide Partner bringen ihre Leistungen ein, es fließt kein Geld, beide Seiten haben dennoch einen Nutzen – hier also Hotelzimmer für Fußballer zugunsten von Lok gegen Bandenwerbung oder weitere Erwähnungen und PR für das Hotel.

Warum das Brandiser Hotel in Insolvenz ging, lassen wir mal offen, dafür kann es einfach zu viele Gründe geben. Fakt ist jedoch, ein Insolvenzverwalter dreht jeden Stein noch einmal um und versucht gerade Bartergeschäfte irgendwie rückabzuwickeln, um noch an Bares zu kommen. Seine Aufgabe ist es, die Gläubiger des Hotels Brandis zu befriedigen, da kommt es schon mal zu Forderungsaufstellungen, die die Gegenseite (Lok) besser verneint und zurückweist. Gesetz den Fall, die Sache ist noch in Klärung, bedeutet dies jedoch noch lange nicht, dass Lok hier tatsächlich irgendetwas zahlen müsste.

Und Insolvenzen können sich ebenfalls lange hinziehen, manche dauern Jahre aufgrund eben solcher Streitereien, Forderungen und Abwendungen derselben.

Bliebe zudem noch eine kleine Logikfrage. Brandis liegt bei Leipzig, war also kein Auswärtshotel, sondern offenbar eine Art „Stammhotel“ für Lok-Spieler, die gewisse Zeit ohne Wohnung waren. Hätte Lok bei einem Preis von durchschnittlich 53 Euro pro Einzelzimmer und Nacht (in der untersten Kategorie) keinen Gegendeal angeboten, stünden pro Fußballer und Monat stattliche 1.500 Euro zu Buche. Dafür bekommt man in Leipzig (noch immer) zwei Wohnungen für gesamt vier Spieler zur Miete und spart sich eine Menge Fahrerei.

Die Wahrscheinlichkeit für eine vereinbarte Gegenleistung zwischen Hotel und Club scheint demnach hoch. Aber wie gesagt: Vielleicht ist es eben auch ausgemachte Sache, dass die Lokführung schon seit Jahren ausschließlich aus Dummköpfen besteht, die gern auf Raketen talwärts reiten?

Kategorie: MDR-Fragen, die niemand beantworten würde

„Wie hoch ist der Gesamtstand der Verbindlichkeiten von Verein sowie Spielbetriebs GmbH zum heutigen Tage“ (und alle Vorjahre bis 2015)?

Das ist so etwas wie die Geheimtruhe eines jeden Unternehmens, wobei es die Spielbetriebs GmbH bei Lok noch gar nicht so lange gibt. Wer diese Frage jedoch gegenüber der Presse mit einer Zahl oder mehreren einfachen Zahlen beantwortet, kann ab dem nächsten Tage freimachen. Denn er ist zurecht seinen Job los.

Aber machen wir uns statt einer abschließenden Antwort mal folgenden Spaß und schauen uns das Wort Verbindlichkeiten und die dazu nötigen Erläuterungen an. „Verbindlichkeiten“ sind: Kredite bei Finanzinstituten, Darlehen, noch zu leistende Zahlungen, Spielergehälter (durch die Vertragsfristen gewöhnlich langlaufender Natur), weitere eingegangene Verpflichtungen gegenüber Lieferanten und Geschäftspartnern.

Ihnen gegenüber stehen laufende „Einnahmen“, also Zugewinne aus bestehenden und fortlaufenden Geschäften, Vereinsmitgliedsgelder, Gastronomiebeteiligungen, Verzichtserklärungen von Darlehensgebern, neue Verträge und alte Rechnungen, die entweder eingetrieben oder abgeschrieben werden müssen. Eine Einnahme (Plus) könnte also auch ein Darlehen (Minus) von einem Partner des Clubs sein, welches dieser auf die kommenden Jahre streckt, Zinsen, Tilgungen oder gar den gesamten Betrag erlässt. Und schwupps sind im aktuellen Geschäftsjahr die Zahlen positiv und sogar eventuell negative Bilanzen der Vorjahre Geschichte.

Die kann man sich dann anschauen oder es lassen.

Kurz gesagt: Sollte Lok diese Zahlen im internen Gespräch mit den Redakteuren des MDR bis zum Ist-Stand derzeit wirklich offenlegen, sollten diese einen Bilanzbuchhalter oder Zeit zum Gespräch mitbringen. Vielleicht sind die Lok-Verantwortlichen so freundlich und erklären es ihnen, auch wenn es dauert.

Denn entscheidend ist: auf dem Weg bis heute musste bei Lok keine Insolvenz angemeldet werden. Weshalb als Alternative dazu, dass sich die Redakteure mit den alten Bilanzen vielleicht die Privaträume tapezieren können, nur noch eine über Jahre vertuschte Insolvenzverschleppung ersten Ranges im Raum stünde.

Oder die MDR-Redakteure verstehen für den Moment etwas ganz Einfaches

Sie haben in allen Fragen zuvor oder danach in ihrem Fragenkatalog keinen Gläubiger aufgeführt, der eine vollstreckbare Forderung gegen Lok aufstellen konnte. Das Finanzamt scheint aktuell ebenfalls kein akutes Problem zu sein, der Verein ist offenkundig gemeinnützig, die GmbH zahlte nachweislich der Aussage von Trainer Heiko Scholz mindestens bis Oktober 2018 alle Gehälter pünktlich und ohne Ausfall. Auch aus der Mannschaft oder dem Verein ist bislang nichts anderes zu vernehmen.

Und das Präsidium erklärt laut Vereinspräsident Thomas Löwe nicht zum ersten Mal, dass die Mitglieder des Vereins am 23. November 2018 eine aktuelle, ausgeglichene Bilanz vorgelegt bekommen.

Die Redakteure der MDR-Sendung „Sport im Osten“ haben demnach keinen einzigen Anhaltspunkt geliefert, der diese finale Bitte um Einsicht in die Papiere logisch rechtfertigen oder begründen würde. Was dann auch für die restlichen Streitigkeiten gilt, die der MDR noch anführt.

Denn nirgends stehen im Fragenkatalog aktuelle Außenstände oder existenzielle Probleme, die behauptet und belegt wurden. Im MDR-Beitrag selbst geht es offenkundig um finanzielle Planspiele zum Beginn der Saison 2018/19.

Die Kosten für "Sport im Osten" laut MDR.de. ZUM VERGRÖSSERN ANKLICKEN. Screenshot MDR.de

Die Kosten für „Sport im Osten“ laut MDR.de. ZUM VERGRÖSSERN ANKLICKEN. Screenshot MDR.de

Was drei Bonmots am Schluss zulässt

1. Wer bei dieser Frage im MDR: „wem gehören die Spieler der ersten Herren-Mannschaft? Verein oder Spielbetriebs GmbH?“ das besitzanzeigende Verb reingefummelt hat, sollte ganz dringend über sein Menschenbild nachdenken. Im Übrigen ist stark anzunehmen, dass die Spieler Arbeitsverträge mit der Spielbetriebs GmbH haben, denn dazu ist diese da.

2. Am Ende der Fragerunde munkelte der Sender am 5. November 2018 noch, „ob der MDR wenigstens von der Mitgliederversammlung berichten darf, steht in den Sternen“, weil die Mitglieder des Vereins über die Medienbeteiligung abstimmen werden. Wenn man derzeit in die Fanforen und auf die Facebookseiten von Lokomotive Leipzig schaut, ahnt man, dass am 23. November 2018 eventuell auch alle anderen Medien unter dem bisherigen Vorgehen des Senders zu leiden haben werden und draußen bleiben müssen.

3. Laut eigenen Angaben auf MDR.de berichtete „Sport im Osten“ im Jahr 2017 mit Sendungen verschiedener Länge 70-mal. „Die durchschnittlichen Herstellkosten pro Folge betrugen etwa 80.000 Euro.“ Gesamt also 5,6 Millionen Euro stehen hier jährlich an Herstellungskosten ohne Einnahmeangaben zu Buche.

Geld genug eigentlich für ein paar Lokalredakteure mit wirtschaftlichem Sachverstand, wenn es mal nicht ausschließlich um Spielberichte geht. Einige der Fragen und die fehlenden Umgebungsrecherchen jedenfalls lassen derzeit einen anderen Schluss zu.

Transparenzhinweis: Der Autor ist kein Vereinsmitglied oder Fan irgendeines Fußballclubs. Er strebt (und strebte) auch keinen Job beim MDR an. Aber das Video-Rohmaterial zum Beitrag über Lokomotive Leipzig vom 3. November 2018 würde er zu gern online beim MDR anschauen. Bezahlt hat er seine 17,50 Euro im Monat ja schon dafür.

Lok Leipzig im Schuldensumpf? Der MDR im Recherche-Desaster? Ein Mann bringt alles durcheinander?

Lok Leipzig: Der MDR, die Sorgfaltspflicht und ein Scheinzeuge

Keine Erfolgsgeschichte bei Lok Leipzig

* Video *MDR1. FC Lok
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Mit „Leipzig Museum on Tour. Leipziger Schätze unterwegs“ fährt das Stadtmuseum vielsprachig auf die Stadtfeste des Sommers
Die Teilnehmer des Projekts „Museum on tour“. Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Foto: Stadtgeschichtlichees Museum Leipzig

Für alle LeserMuseen haben ja ein gewisses Schwellenproblem. Wer nicht sowieso ein gewohnheitsmäßiger Museumsbesucher ist, scheut sich meist, eine Museumsausstellung zu besuchen. Auch dann, wenn es eigentlich um die Geschichte seiner Stadt geht. Das Stadtgeschichtliche Museum dachte sich an dieser Stelle: Wenn die jungen Leute nicht kommen, fahren wir eben hin zu ihnen. Und nehmen ein paar schöne Anschauungsstücke mit: Museum on Tour eben.
SPD-Fraktion fordert die Verwaltung auf, die Leipziger Unfallschwerpunkte tatsächlich zeitnah zu entschärfen
Erinnerung an den tödliche Radunfall am Kleinmessegelände. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Unfallgeschehen in Leipzig ist eigentlich nicht wesentlich dramatischer geworden als in den Vorjahren. Aber da immer mehr Leipziger mit dem Rad auch im Alltag unterwegs sind, werden auch immer öfter Radfahrer Opfer von Unfällen, die sich an einigen Stellen im Stadtgebiet auffällig häufen. Die SPD-Fraktion im Stadtrat stärkt jetzt dem OBM den Rücken, diese Unfallschwerpunkte systematisch zu entschärfen.
Am heutigen Dienstag demonstrieren die Grünen wieder für durchgängige Radstreifen in der Jahnallee
Die rechtlich wahrscheinlichste Zukunft auf der inneren Jahnallee. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserAm heutigen Dienstag, 18. Juni, demonstriert der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen erneut für sicheren Radverkehr in der Inneren Jahnallee ab Leibnizstraße stadtauswärts. „Die Menschen nehmen die Verkehrswende inzwischen in die eigenen Hände und fahren verstärkt in Leipzig mit dem Fahrrad“, stellt Katharina Krefft, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Leipziger Stadtrat, dazu fest.
West-Ost-Route durch die Beethovenstraße ist seit Montag Fahrradstraße
Die Beethovenstraße ist jetzt offiziell Fahrradstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich sollte es ein klein wenig anders ablaufen am Montag, 17. Juni. Die Schilderfirma sollte mit Montagewagen am Kreisverkehr an der Beethovenstraße stehen. Die Montage des ersten Schilds „Fahrradstraße“ sollte fotogen ins Bild gesetzt werden. Aber die Jungs vom Schilderdienst waren schneller, auftragsgemäß hatten sie um 12 Uhr schon den größten Teil der Beethovenstraße im Musikviertel umgeschildert.
Verschwunden: Die verhinderte Suche nach zwangsadoptierten Kindern aus der DDR
Sylvia Kabus: Verschwunden. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs waren nicht nur fünf Fälle, wie lange Zeit kolportiert wurde. Eher waren es einige hundert Fälle, in denen Kinder in der DDR ihren Eltern weggenommen und zwangsadopiert wurden. Seit 2018 ist das Thema endlich auf der Tagesordnung. Doch Gesetze, die eigentlich wichtig sind, schützen in diesem Fall auch die Täter und verhindern, dass Eltern ihre verschwundenen Kinder wiederfinden. Leicht ist die Spurensuche von Sylvia Kabus nicht.
Micha allein zu Haus: Letzter Ausweg „Klimakonferenz“ ohne alle + Update
AfD und Union – Für Fridays for Future beides keine Partner, wenn es um die Meisterung des Klimawandels geht. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausg. 68Er hat sich stets bemüht. Steht dieser Satz in einem Arbeitszeugnis, ist guter Rat teuer, der nächste Job rückt in die Ferne und man klagt gegen den abwertenden Satz. Diese Möglichkeit wird Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach dem 1. September 2019, nach der Sachsenwahl nicht mehr haben. Im besten Falle wird er noch etwas entscheiden können, nämlich eine Regierung mit Grünen und SPD zu bilden.
Buchvorstellung »Polens letzte Juden« und der Film »Sterne«
Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Am Montag, den 24. Juni 2019, 17.00 Uhr, laden das Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, Vandenhoeck & Ruprecht Verlage sowie das Polnische Institut Berlin – Filiale Leipzig zu einem Gespräch zwischen dem Historiker David Kowalski und der Slawistin Anna Artwińska ein. Im Mittelpunkt steht die 2018 am Dubnow-Institut entstandene Publikation »Polens letzte Juden. Herkunft und Dissidenz um 1968«.
Minister weiß nichts von einem naturschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren zum Biotop am Holzberg
Das Naturparadies am Holzberg bei Böhlitz. Foto: BI Böhlitz

Foto: BI Böhlitz

Für alle LeserDass im einstigen Steinbruch am Holzberg bei Böhlitz zahlreiche streng geschützte Arten ein Zuhause gefunden haben, streitet Sachsens Landwirtschaftsminister gar nicht ab. Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag, Wolfram Günther, hatte extra angefragt, wie es um den Arten-, Biotop- und Landschaftsschutz im Steinbruch Holzberg steht, der jetzt durch die geplante Verfüllung mit Schuttmaterial bedroht ist.
Vom Ausstieg aus der Kohle sind in Sachsen tatsächlich nur 4.800 Arbeitsplätze betroffen
Der Tagebau Vereinigtes Schleenhain soll das Dorf Pödelwitz schlucken. Foto Luca Kunze

Foto Luca Kunze

Für alle LeserWenn man der sächsischen Staatsregierung glauben wollte, dann ginge es beim Kohleausstieg in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier um fast 27.000 Arbeitsplätze, die irgendwie unmittelbar oder mittelbar mit Kohleförderung und Kohleverstromung zu tun haben. Die Zahl kolportierte die Staatsregierung auch wieder auf ihrer Website „Strukturwandel in den sächsischen Braunkohleregionen“. Eine Zahl, die der Landtagsabgeordnete Marco Böhme völlig unglaubwürdig fand.
Bis 2050 sollen alle Wälder in Deutschland ökologisch bewirtschaftet werden
Femelschlag im Waldgebiet Die Nonne. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBeim Thema Klimawandel wird nun schon seit über 30 Jahren über die Abholzung der tropischen Wälder diskutiert. Die EU will jetzt – so berichtet jedenfalls die F.A.Z. – mit einem Maßnahmepaket der Urwaldvernichtung gegensteuern. Aber das Paket scheint wieder mal an den zerstrittenen Regierungen zu scheitern. Und in Deutschland? Auch hier steht ein kompletter Paradigmenwechsel an. So sehen es jedenfalls die Grünen im Bundestag. Und das sollte man zumindest ernst nehmen.
So aktuell wie vor 100 Jahren: Ohne Frauen keine Demokratie!
Homepage der Feministischen Sommeruniversität. Screenshot: L-IZ

Screenshot: L-IZ

Für alle LeserBevor am Samstag, 29. Juni, das „Leipziger Frauen*festival“ startet, gibt es am Freitag und Samstag die Feministische Sommeruni Leipzig 2019 „Ohne Frauen keine Demokratie!“, die auch daran erinnert, dass Frauen in Deutschland vor 100 Jahren zum ersten Mal ihr Wahlrecht ausüben durften. Der Kampf der Frauenbewegung ist natürlich älter. Und er hat seine Wurzeln in Leipzig.
Theateraufführungen „Casablanca Reloaded“ vom 6. – 7. Juli und 12. – 15. August
Foto: Armin Zarbock

Foto: Armin Zarbock

Als die Casablanca-Filmbüchse verschwindet, sieht sich ein von seiner Ehe desillusioniertes Filmvorführer-Pärchen gezwungen, in die berühmten Rollen zu schlüpfen, um ihn nachzuspielen. Hingerissen vom besten Liebesfilm aller Zeiten finden sie wieder zusammen – mit Live-Musik, in schwarzweiß und mit vielen Hüten.
Kurt Masur entzaubert: Roland Meys Streitschrift deutlich erweitert im Buchhandel
Roland Mey: Kurt Masur entzaubert. Foto:Ralf Julke

Foto:Ralf Julke

Für alle LeserWie umgehen mit dieser DDR-Geschichte? Das ist auch in Leipzig eine Frage. Eine Frage, die auch Roland Mey umtreibt, der 1990 als Stadtrat für die SPD gewählt wurde, im Ruhestand aber überhaupt nicht ruhen will. Und dass der einstige Gewandhauskapellmeister Kurt Masur bis heute immer wieder als Held der Friedlichen Revolution gepriesen wird, findet er inakzeptabel. Seine kleine Broschüre „Kurt Masur entzaubert“ ist im Lauf der Jahre also immer seitenreicher geworden.
Vereinssoftware – im Digitalen Zeitalter ein Muss

Foto: SportMember

Nutzt euer Verein bereits eine Vereinssoftware? Nein? Dann ist es aber allerhöchste Zeit! Die richtige Vereinssoftware kann einem nicht nur einen Haufen Zeit, Arbeit und Nerven ersparen, sondern gibt einem darüber hinaus auch noch absolute Sicherheit, dass alles was im und um den Verein passiert, so läuft wie es soll! Und auch wenn ihr schon eine Vereinssoftware nutzt, lohnt es sich zu schauen, was sich auf dem Markt tut – denn die digitale Welt entwickelt sich zur Zeit schneller als man gucken kann.
33-Jähriger nach Misshandlung seiner Freundin verurteilt

Amtsgericht Leipzig. Foto: Martin Schöler

Für alle LeserDas Amtsgericht Leipzig hat einen 33-Jährigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Nötigung und Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Der Mann soll seine ehemalige Freundin in seiner Wohnung misshandelt haben. Er selbst stellte sich vor Gericht eher als Opfer dar.