Das Einmaleins der Wohnungspolitik, Folge 7: Es wird auch persönlich

Wer ist schuld an Gentrification?

Für alle LeserLZ/Auszug Ausg. 61Der Titel dieser Folge stellt eine bewusst „dumme Frage“. Nicht, dass die Antwort offensichtlich wäre, sondern ganz im Gegenteil: Sie ist so gestellt, dass sie kaum sinnvoll beantwortet werden kann. Das hat damit zu tun, dass schlichte Schuldzuweisung, wenn es um Ökonomie geht, zu einer Fokussierung auf oberflächliche Erscheinungsformen tendiert. Wo doch eine Analyse tieferliegender Wirkungszusammenhänge angezeigt wäre.

Davon sang schon ein gewisser Karl Marx das eine oder andere scharfzüngige Lied. Und darum ging es ja, jedenfalls dem Anspruch nach, in dieser Artikelreihe von Anfang an: Ökonomie und Politik der Wohnungsversorgung jenseits gern wiedergekäuter Alltagsmythen verständlich zu machen.

Beim Thema Gentrification scheint das in besonderem Maße nötig. Noch immer geistern bestimmte Erzählungen darüber, wie die „Aufwertung“ von Stadtteilen vor sich geht. Nicht nur in Gesprächen im Bekanntenkreis, sondern auch durch Medienberichte – Erzählungen, die vor allem mit bestimmten Bildern von städtischen Räumen arbeiten, eben: oberflächlichen Impressionen. Das ist ein Stück weit durchaus nachvollziehbar. Wer etwa den Wandel des einen oder anderen Leipziger Stadtteils während der letzten zehn Jahre miterlebt hat, registriert natürlich, dass Läden, in denen einst ein ramschiger An- und Verkauf oder ein spießig wirkendes Bestattungsunternehmen anzutreffen war. Oder noch öfter: einfach Leerstand, wo heute mehr oder weniger schicke Cafés beheimatet sind.

Solche Veränderungen für bedeutsam zu halten, ist auch nicht falsch. Wenn sie jedoch in Zusammenhang mit einem gleichzeitig zu beobachtenden Anstieg der Mieten in der Umgebung gebracht werden, wird es oft verdammt schnell unscharf.

Was ist hier Ursache, was Wirkung, was nur Symptom – und was gehört womöglich zu einem gänzlich anderen Themenfeld?

Die verschiedenen sozialwissenschaftlichen Ansätze, Gentrification zu erklären, kann man ganz grob in nachfrage- und angebotsseitige Theorien unterteilen. Nachfrageseitige Perspektiven sind näher an der Alltagswahrnehmung, dass Gentrification etwas mit sich verändernden baulichen Nutzungen und Bevölkerungsstrukturen zu tun haben. Ein ausschließlicher Blick auf die Zuziehenden, die dabei bisweilen in „Pioniere“ und eigentliche „Gentrifier“ unterteilt werden und deren Wohn- und Konsumpraktiken, muss sich jedoch den Vorwurf gefallen lassen, übermäßig „kulturalistisch“ zu argumentieren. Man landet dann rasch bei der eingangs aufgebrachten und verworfenen Schuldfrage. Als Verursacher von Mietsteigerungen und der Verdrängung ärmerer Haushalte gelten dann wahlweise „Künstler“ oder „Kreative“, „Studierende“, „die grüne Mittelschicht“ oder „urbane Kosmopoliten“ und dergleichen.

Wer die bisherigen Folgen dieser Artikelserie aufmerksam gelesen hat, müsste an dieser Stelle aufschreien: Und was ist mit der Immobilienwirtschaft? Wer verdient denn auf der Anbieterseite Geld damit, dass ein Haus eine höhere Miete erzielt als vorher? Und: Macht es nicht einen Unterschied, ob ein Gebäue zuvor leerstand und jetzt beispielsweise von einem genossenschaftlichen Wohnprojekt instand gesetzt wird?

Oder aber ob es bereits bewohnt war und nun von einer Briefkastenfirma luxussaniert wird, wobei die bisherigen Mieterinnen stören und deswegen mit mehr oder weniger unsanften Methoden rausgeekelt werden? Wieso soll von „hippen Cafés“, die zunächst einmal auch bloß (Gewerbe-)Mieter sind, eine so mächtige ökonomische „Ansteckung“ ausgehen? Und wenn es so wäre: Wieso steigen die Mieten dann auch dort, wo es ziemlich weit bis zum nächsten hippen Café ist?

Die Zeichen an den Schildern - Auf und Abwertungen gehen Hand in Hand. Foto: L-IZ.de

Die Zeichen an den Schildern – Auf und Abwertungen gehen Hand in Hand. Foto: L-IZ.de

Tatsächlich bietet gerade die Entwicklung Leipzigs während der letzten Jahre ein anschauliches Beispiel dafür, dass es für immobilienökonomische Verwertungsprozesse in einer Boomphase auf die Mikrolage kaum ankommt. In manchen Vierteln zogen die Angebotsmieten etwas schneller an als in anderen – oft da, wo es mehr Leerstand gab und das Ausgangsniveau tiefer war. Hier wirkt die bereits in früheren Folgen erklärte „Ertragslücke“: Wo der Abstand zwischen aktuellen und potentiell erzielbaren Einnahmen besonders groß ist, lohnt sich eine Investition mit Blick auf die Gewinnaussichten am meisten.

Ortslagen mit diesen Eigenschaften sind aufgrund tiefer Mieten in der Anfangsphase gerade für die (vermeintlich) typischen „Pioniergruppen“, namentlich Studierende, attraktiv. Folglich fällt deren Zuzug oft in ein ähnliches Zeitfenster wie die beginnende bauliche Aufwertung. Dennoch ist weder das eine noch das andere für sich genommen Ursache von Gentrifizierungsprozessen.

Das zeigt sich schon daran, dass im Schatten dieser viel diskutierten innenstadtnahen Viertel, namentlich im Westen und Osten Leipzigs, in den vergangenen Jahren auch gänzlich „unscheinbare“ Gebiete von denselben ökonomischen Mechanismen erfasst worden sind. Die Zahlen zu Grundstücksverkäufen und Mietpreisen zeigen deutlich, dass es zumindest innerhalb des gründerzeitlichen Gürtels kaum noch Ecken gibt, an denen Sanierung und Neuvermietung nicht für ein lohnendes Geschäft gehalten wird. Wo keine bunte Alternativkultur greifbar ist, die man in der Vermarktung der Wohneinheiten ausschlachten könnte, wird halt auf gute Verkehrsanbindungen oder nahe gelegene Grünflächen verwiesen.

Kommt man aus einer angebotsseitigen Perspektive auf die Eingangsfrage zurück, so kann man einen überladenen Begriff wie „Schuld“ durchaus mal abräumen, aber dennoch nach Verantwortlichkeiten, oft ganz persönlichen, fragen. Einerseits sind natürlich primär die Regeln eines Systems, in dem der natürlicherweise knappe Boden eine unbewegliche, aber dennoch handelbare Ware ist, das zentrale Problem. Und nicht mehr oder weniger verwerflich handelnde einzelne Kapitalisten. Andererseits ist niemand gezwungen, ausgerechnet aus dem Grundbedürfnis Wohnen ein profitmaximierendes Geschäft zu machen.

Das beweist das Vorhandensein funktionierender nichtprofitorientierter Alternativen innerhalb der marktwirtschaftlichen Ordnung, auf die in dieser Artikelserie immer wieder verwiesen worden ist. Namentlich bestimmte Genossenschaftsformen, in denen Wohnformen gemeinschaftlich und demokratisch im Eigeninteresse (geringe Mieten, möglichst hoher, umweltschonender Komfort) bewirtschaftet werden.

Viele einzelne Prozesse auf persönlicher Ebene

Gedanken über Verantwortung für die eigene Rolle in der komplexen Ökonomie der Wohnungsversorgung kann man sich jedoch als in der einen oder anderen Hinsicht privilegierter Stadtbewohner durchaus auch auf einer persönlichen Ebene machen. Denn dass es kurzsichtig ist, einen einzelnen schicken Eisladen oder dergleichen für Prozesse verantwortlich zu machen, die maßgeblich von der Logik des globalen Kapitalismus angetrieben werden, bedeutet umgekehrt nicht, dass kleinteilige Entscheidungen die daraus entstehenden Ungleichheiten nicht verstärken können. Wer sich beispielsweise eine scheinbar kleine Mieterhöhung lieber mal leistet, als sich auf den Papierkrieg mit dem Vermieter einzulassen, unterstützt indirekt die zukünftige Verdrängung jener potentiellen Nachmieterin. Für diese könnten genau diese paar Euro mehr den Unterschied zwischen einer bezahlbaren und einer unbezahlbaren Miete ausmachen.

Dabei ist auch zu bedenken, dass für vier Studierende, die sich als WG eine Miete teilen, derselbe Betrag wahrscheinlich etwas anderes bedeutet, als für eine alleinerziehende Person mit drei Kindern, die eine Wohnung ähnlicher Größe benötigt. Manchmal also sind Nachmessungen von tatsächlichen Mietquadratmetern abzüglich eventueller Dachschrägen, Feststellungen von Mängeln und die Verhandlung mit dem Vermieter auch über das eigene Mietverhältnis hinaus relevant.

Am Wasser und im Grünen wohnen - durchaus möglich in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Am Wasser und im Grünen wohnen – durchaus möglich in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Und auch der Blick auf scheinbar „weiche“, „kulturelle“ Faktoren ist selbstredend nicht in jeder Hinsicht ungerechtfertigt – und von ökonomischen Fragen gar nicht immer sauber zu trennen. Wenn es etwa an einer Straße nur noch preislich und/oder sozial exklusive gastronomische Einrichtungen gibt, Grünflächen und Parkbänke fehlen, dann ist ein Teil der Bevölkerung von einer wichtigen Art der Teilhabe an urbanem Leben – sitzen, innehalten, beobachten, Interaktionen abwarten – ausgeschlossen. Davon sind die meisten Leipziger Ortslagen noch weit entfernt, doch der Druck steigt.

Ethnische Einflüsse in Leipzig?

Auch die ethnische Aufladung von Gentrifizierungsprozessen, die etwa in den USA stets mitschwingt, scheint hier auf den ersten Blick keine große Rolle zu spielen. Doch dass die Eröffnung eines Lokals in der Nähe der Eisenbahnstraße im Internet mit den Worten „finally not a Döner place“ kommentiert wird, zeigt, dass diese Dimension von Ungleichheit auch hier nicht irrelevant ist.

Dabei gibt es im alltäglichen Reden über Gentrification eine Tendenz, verschiedene Bevölkerungsgruppen zu exotisieren und/oder zu romantisieren und ihnen gedanklich eine Position in einem zeitlichen Ablauf von Auf- oder Abwertung zuzuweisen. „Schön, dass es hier kulturell etwas vielfältiger wird – aber die Old-School-Ossi-Läden verschwinden halt – bald gibt’s nur noch so Öko-Familien – gut wäre, wenn es die richtige Mischung wäre“ und so weiter.

Städtische Vielfalt ernst zu nehmen, würde jedoch verlangen, nicht in solchen „wohlmeinenden“ Zuschreibungen zu verharren. Vielmehr gilt es, im Sinne einer „urban citizenship“ allgemeine und spezifische (Rechts-)Ansprüche auf Teilhabe an der sozialen Infrastruktur städtischen Lebens und an lokalen Entscheidungsbefugnissen zu definieren und einzufordern. Und für die Befriedigung individueller und kollektiver Bedürfnisse – insbesondere nach Wohnraum – zu sorgen.

Als Gentrifizierung (von englisch gentry „niederer Adel“), auch Gentrification, bezeichnet man den sozioökonomischen Strukturwandel großstädtischer Viertel durch eine Attraktivitätssteigerung für zahlungskräftigere Eigentümer und Mieter als vorher. Damit verbunden ist der Austausch ganzer Bevölkerungsgruppen. Der Begriff ist theoretisch und in der Frage der Wechselwirkungen (Henne und Ei) nach wie vor nicht eindeutig erklärt.

Zur Reihe: Die Mieten in Leipzig steigen. Darüber wird – endlich – immer mehr diskutiert. Doch oft ist die Debatte noch von Halbwahrheiten und Missverständnissen geprägt. Diese Artikelreihe soll dabei helfen, Wohnungsmarkt und Wohnungspolitik besser zu verstehen und auf gewisse Mythen nicht mehr reinfallen zu müssen. Alle bislang erschienenen Teile können Sie unter dem Tag l-iz.de/tag/mieten nachlesen.

Zur Folge 8 der Reihe Wohnungspolitik: Wo endet die Stadt?

Wem gehören die Betongoldminen? Paradoxien des Kapitalismus

Eine Muntermacher-LZ Nr. 61 für aufmerksame Zeitgenossen

Leipziger ZeitungWohnungsbauMieten
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

schlicht&ergreifend zeigt: Alles auf Anfang – Das wilde Jahr 1990
Quelle: Cinémathèque Leipzig e.V.

Quelle: Cinémathèque Leipzig e.V.

Drei Jahrzehnte ist es her, dass sich für die Menschen in der DDR durch den Mauerfall alles in ihrem Leben veränderte. Damals beobachtete der Berliner Dokumentarfilmer Peter Wensierski, wie sich Menschen den radikalen Herausforderungen des neuen Lebens stellten, an Orten wie Wismar, Potsdam, Eisenhüttenstadt, Ost-Berlin oder Leipzig, auf dem Land wie in der Großstadt.
Der Tag: Militante Linke und André Poggenburg wollen am Samstag in Leipzig demonstrieren
Er ist (vielleicht) wieder da: André Poggenburg will offenbar erneut in Connewitz demonstrieren. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Connewitz kehrt keine Ruhe ein. Nach langen Diskussionen über die Silvesternacht gab es am vergangenen Samstag erneut Ärger zwischen Linken und Polizei. Letztere soll Listen mit Fotos bei sich geführt haben. Außerdem hat André Poggenburg für den 25. Januar eine weitere Demo am Linxxnet angekündigt. Am selben Tag wollen militante Linke in Leipzig demonstrieren. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 21. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Linksfraktion beantragt tastbare Straßennamensschilder für Leipzig
Straßenschild in der Georg-Schumann-Straße. Foto: Gernot Borris

Foto: Gernot Borris

Für alle LeserWie barrierefrei ist eigentlich die Stadt Leipzig? Selbst als Mensch ohne Behinderungen hat man da so seine Zweifel und regelmäßig schlechte Erfahrungen. Und man hat trotzdem keine Vorstellung, wie es Menschen mit Behinderungen tatsächlich geht. Die Linksfraktion hat jetzt ein ganzes Antragspaket eingereicht, in dem es um die barrierefreie Stadt geht. Zu der es wahrscheinlich noch viele Jahre hin sind, denn der Umbau der Stadt zu richtiger Barrierefreiheit kostet Zeit und Geld.
iDiV-Forscher plädieren für die großflächige Wiederherstellung von Naturlandschaften
Die natürliche Beweidung als ökologischer Prozess hilft unzähligen Arten in halboffenen Landschaften und unterstützt die Schaffung natürlicher Waldlandschaften, die weniger anfällig sind für Brände. Foto: Juan Carolos Muñoz Robredo / Rewilding Europe

Foto: Juan Carolos Muñoz Robredo / Rewilding Europe

Für alle LeserEs sitzt tief in den Köpfen der Menschen: Keinen Ort auf Erden lassen sie unberührt. Alles müssen sie in Besitz nehmen, verwerten, bebauen und der großen kapitalistischen Maschine zum Fraß vorwerfen. Genau diese Denkweise aber führt dazu, dass es für die Artenvielfalt auf der Erde keine Rückzugsräume mehr gibt, dass Monokulturen den Planeten beherrschen und die Erderwärmung immer mehr befeuert wird. Forscher plädieren dafür, endlich wieder große, unberührte Naturlandschaften zuzulassen. Und sie dann auch in Ruhe zu lassen, damit sich die Natur wieder erholen kann.
Ökolöwe kritisiert Pfusch bei der Planung: Kein Platz für Straßenbäume in der Dieskaustraße?
Der Abschnitt vor der Jet-Tankstelle mit eingezeichneten Bäumen auf dem Fußweg. Karte: Stadt Leipzig

Karte: Stadt Leipzig

Für alle LeserZum Jahresende hat das Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Leipzig dem Stadtrat die Sanierungspläne für die Dieskaustraße vorgelegt. 2023 soll sie zwischen Adler und der Brückenstraße in Großzschocher komplett umgebaut werden. Im Planungsabschnitt zwischen Arthur-Nagel- und Windorfer Straße freilich wurden Straßenbäume auf dem Papier eingezeichnet, die so nie gepflanzt werden können, kritisiert der Ökolöwe.
Petition soll den Aufruf für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig befeuern
Erinnerungssäule an den Herbst 1989 auf dem Nikolaikirchhof. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan staunt nur, wie schnell die eben noch turbulenten Ereignisse des politischen Alltags zu archivierter Geschichte werden, abgehakt, fast wieder vergessen und mit einer ganzen Schicht von neuem politischen Herbstlaub überdeckt. So geht es auch der Geschichte um das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal, die nach vielen heftigen Zickzack-Kurven 2014 strandete. Aber selbst der Neustart 2017 mit der Stiftung Friedliche Revolution ist jetzt schon eine kleine Ewigkeit her. Zeit für eine Petition, fand die Stiftung.
Quintus und der Feuerreiter: Wie Quintus Schneefahl das Ende der Republik aus nächster Nähe miterlebt
Thomas Persdorf: Quintus und der Feuerreiter. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Trilogie ist komplett. Den ersten Band der Lebensgeschichte des Quintus Schneefahl veröffentlichte der in Leipzig geborene Thomas Persdorf, der heute als Autor in Mainz lebt, noch 2013 im Engelsdorfer Verlag in Leipzig. Der begleitete den jungen Journalisten, der heftig mit seiner Epilepsie zu kämpfen hat, bis in die stürmische Nachkriegszeit und in den revolutionären November 1918. Schon das für die heutige deutsche Romanlandschaft etwas Seltenes, dass ein Autor sich tatsächlich wieder in die Wirren der Geschichte stürzt.
Der Tag: Hungerstreik in der JVA? Anstaltsleiter widerspricht Soligruppe
In der JVA soll ein Gefangener in den Hungerstreik getreten sein. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle LeserEin kurz nach Silvester in Connewitz festgenommener Mann soll in der Untersuchungshaft in den Hungerstreik getreten sein, die Polizei ermittelt wegen eines Furzes, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen elf weitere „Hells Angels“ wegen Mordes und die Weiße Elster wurde kurzzeitig mit Öl verschmutzt. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 20. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vortrag am 21. Januar im Ariowitsch-Haus: „Israel – Volk, Land, Staat, Glaube?“
Das Ariowitsch-Haus, Leipziger Zentrum jüdischer Kultur Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Die nächste Veranstaltung der Reihe „Basiswissen zum Judentum“ findet am Mittwoch, dem 22. Januar 2020, 18 Uhr, im Ariowitsch-Haus, Hinrichsenstr. 14, statt. Unter dem Titel „Israel – Volk, Land, Staat, Glaube?“ soll der Frage nachgegangen werden, wie die Bezeichnungen Israel und Judentum zusammenhängen.
An wem liegt es, dass der Leipziger Beschluss gegen den Ausbau des Frachtflughafens Leipzig einfach ignoriert wird? + Update
Der Flughafen Leipzig / Halle aus der Vogelperspektive. Foto: Flughafen Leipzig / Halle, Uwe Schoßig

Foto: Flughafen Leipzig / Halle, Uwe Schoßig

Für alle LeserNicht nur DHL plant den Ausbau seiner Flugzeugkapazitäten am Flughafen Leipzig/Halle. Auch Volga Dnepr plant einen Ausbau. Und beide können sich sowohl auf Aussagen der sächsischen Staatsregierung verlassen, die einen weiteren Ausbau des Flughafens zum Frachtdrehkreuz befürwortet, als auch auf den Regionalen Planungsverband Westsachsen, in dem Leipzig zwar Mitglied ist, den Flughafenausbau aber keinesfalls zu stoppen in der Lage ist.
Flughafen Leipzig/Halle informiert am 22. Januar in Schkeuditz über die geplante Vorfelderweiterung für DHL
DHL-Flieger auf Abkürzung über Leipziger Stadtgebiet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSogar in Halle fanden Veranstaltungen zur geplanten Vorfelderweiterung der DHL am Flughafen Leipzig/Halle statt. In Schkeuditz ist die nächste am 22. Januar angekündigt. Nur die große Stadt Leipzig meidet der Flughafen Leipzig/Halle auffällig. Man profitiert gern vom Ruf der großen Stadt, meidet aber die Begegnung mit den fluglärmbetroffenen Bürgern aus Leipzig. Obwohl die Flottenerweiterung von DHL noch mehr Nachtfluglärm im Leipziger Norden bedeutet.
Naumburg würdigt in diesem Jahr wieder die schönste Frau des Mittelalters
Stifterfigur Uta im Naumburger Dom. Foto: Vereinigte Domstifter, F. Matte

Foto: Vereinigte Domstifter, F. Matte

Für alle Leser Sie ist weltberühmt, diese Uta aus Naumburg. Auch wenn sich zuweilen die Historiker streiten, ob die junge Dame im Naumburger Dom wirklich Uta aus Ballenstedt zeigt, ob der Künstler hier vor 800 Jahren nicht vielleicht etwas durcheinandergebracht hat. Was nichts daran ändert, dass jedes Jahr die Touristenscharen extra wegen ihr nach Naumburg strömen in den Dom, der seit 2018 auch UNESCO Welterbe ist. Und in diesem Jahr werden noch viel mehr Utas kommen.
Warum wird jetzt das alte Gehwegpflaster in der Spinnereistraße ausgetauscht?
Neue Betonplatten (rechts) ersetzen die alten Granitpflastersteine (links) in der Spinnereistraße. Foto: Denzel Pfeiffer

Foto: Denzel Pfeiffer

Für alle LeserEigentlich ist das vor 100 Jahren in Leipzig verlegte Kleinpflaster robust, praktisch unzerstörbar, wenn es nicht Rabauken herausreißen und als Wurfgeschoss benutzen. Aber seit Dezember werden in der Spinnereistraße die alten Pflastersteine entfernt. Eine Baufirma ersetzt das robuste Pflaster, über das jahrzehntelang tausende Arbeiterinnen und Arbeiter der Baumwollspinnerei strömten, durch Betonplatten. Aber die sind doch gar nicht so haltbar? Was ist da los?
Auch von „Im Zauberwald, Teil 2“ hat Andreas Rietschel wieder 800 Exemplare verschenkt
Andreas Rietschel. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserWährend draußen, in den enthemmten Netzwerken, die Trolle und Zombies Hass, Wut und Beleidigungen verbreiten, hat sich der Leipziger Andi Rietschel schon vor Jahren geschworen, dass er alles tun wird, um Liebe und Zuversicht in der Welt zu verbreiten. Mit Märchen zum Beispiel, die er mit Märchenerzählerstimme einspricht und dann auf CD pressen lässt. Und etliche dieser CDs hat er auch zum jüngsten Weihnachtsfest wieder an Leipziger Kinder und soziale Einrichtungen verschenkt.
Die Woche: Klassenerhalt für ATV-Hockeyfrauen, EM-Halbfinale für Handballer futsch
Die ATV-Frauen feiern ihren Klassenerhalt. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserRiesiger Jubel beim ATV Leipzig. Die Frauen sicherten sich am Samstag mit einem Last-Minute-Tor den Verbleib in der Hallenhockey-Bundesliga. Durchwachsen lief es für die DHB-Handballer, die in dieser Woche gleich drei EM-Spiele zu absolvieren hatten. Für Rasenballsport hat die Fußball-Bundesliga wieder begonnen, während die Regionalligisten Lok und Chemie jeweils noch zwei Testspiele absolvierten.