Im Leipziger Zoo flattern den Besuchern heute nicht nur die herrlichen Blaukehlaras entgegen, sondern auch eine ganze Menge spannender Informationen. Die Entdeckertage befassen sich mit faszinierenden Erkenntnissen zu Tierfellen und Gefieder. Das Tapetenwerk eröffnet die Galeriesaison mit einem Frühlingsfest – und wie in über 60 anderen Städten auch, versucht die Fridays-for-Future-Bewegung in Leipzig und Halle einen demonstrativen Neustart.
Galerierundgang im Tapetenwerk
Mit einem Fest wird heute ab 17 Uhr der diesjährige Frühjahrsrundgang im Leipziger Tapetenwerk eröffnet. In den historischen Hallen und Werkstätten erwartet die Besucher ein vielfältiges Programm mit neuen Ausstellungen, offenen Ateliers, Musik sowie Angeboten rund um Essen, Trinken und Gespräche über Kunst. Für die musikalische Begleitung im Innenhof sorgen die DJ´s von „unerhoert | gut aufgelegt„, während das „ZWISCHENFISCH Werksgalerie & Café“ und die „Werkskantine ROCKY MARIA“ die gastronomische Versorgung übernehmen.
Am Samstag, 25. April 2026, von 11 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 11bis 17 Uhr setzen die ansässigen Kunsträume den Rundgang fort und laden erneut zum Entdecken ein. Das Tapetenwerk befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Tapetenfabrik und bietet seit 2007 in acht Fabrikgebäuden aus der Gründerzeit Raum für Künstler und Kreative. Die charakteristische Industriearchitektur mit Klinkerfassaden, Hallenbauten und Kontorhäusern prägt das rund 4.400 Quadratmeter große Areal, das weiterhin Entwicklungsmöglichkeiten für neue Ideen und Mieter bietet, wobei der historische Charme bewusst erhalten bleibt.
Heute arbeiten dort etwa 20 Künstlerinnen und Künstler in den ehemaligen Produktionshallen, deren Werke in hauseigenen Galerien präsentiert werden, ergänzt durch Design- und Handwerksbetriebe sowie die Coworking-Gemeinschaft „Raumstation“. Zweimal jährlich öffnet das Tapetenwerk im Rahmen des Tapetenwerkfestes seine Türen und ermöglicht Einblicke hinter die Kulissen, bei denen Besucher mit Designern, Fotografen und Architekten ins Gespräch kommen können.
2012 wurde das Tapetenwerk in die Good-Practice Datenbank der Netzwerkreihe „wieweiterarbeiten – ARBEITSORTE DER ZUKUNFT“ der Bundesstiftung Baukultur aufgenommen.

Entdeckertage im Zoo
Im Leipziger Zoo gibt es heute und morgen nicht nur viel zu sehen, sondern auch einiges zu lernen. Die Entdeckertage „Fell und Federn“ befassen sich speziell mit der Vielfalt tierischer Körperbedeckungen. In seiner Einladung verrät der Zoologische Garten vorab, dass zum Beispiel der Schneeleopard mit seinen 4.000 Haaren pro Quadratzentimeter Haut (!) zu den am wärmsten eingepackten Vierbeinern gehört.
Tierpflegerinnen und Tierpfleger sowie der Freundes- und Förderverein haben ein umfangreiches Programm vorbereitet, das Wissen anschaulich vermittelt. In den neuen Vogelwelten Amazonien und Loriversum können Gäste bei kommentierten Präsentationen um 11 und 14:30 Uhr die gefiederten Bewohner hören, sehen und… sich vor ihnen in Acht nehmen. Denn bei den lautstarken Fliegern ist besondere Vorsicht geboten.
Anders als bei den Leoparden gibt es keine Scheibe zwischen den Bewohnern und deren Besuchern. Und Papageien sind extrem neugierige und pfiffige Tiere. Sie haben nicht nur zügig begonnen, ihr Areal beherzt umzubauen und Installationen auseinanderzuschrauben, wie die beliebte Doku-Serie „Elefant, Tiger und Co.“ berichtete. Sie sind auch, was Brillen, Taschen und Fotoapparate angeht, äußerst besitzergreifend.
Eine Erfahrung, die auch der Tierfotograf Sören Börner machte. Als er hochkonzentriert ein Papageienpaar beobachtete, spürte er plötzlich einen starken Luftzug, hörte Flügel schlagen – und plötzlich saß ein Blaukehlara auf seinem Tele. „Das machen sie gern, sind dabei aber freundlich“ , sagt Börner. „Sie haben es vor allem auf die Gummierung der Objektive abgesehen und versuchen, sie mit ihrem starken Schnabel abzulösen.“
Der Zoo hat inzwischen extra Personal in die beiden neuen Großvolieren abgestellt, um die neugierigen Vögel freundlich, aber bestimmt, von den Besuchern fernzuhalten.
Ergänzt wird das Angebot durch Ausstellungen zu Nestern und Futter sowie ein Vogelquiz. In der Tropenhalle „Gondwanaland“ eröffnet die Vogelbeobachtungsstation auf dem Baumwipfelpfad zusätzliche Perspektiven auf frei fliegende Arten im Regenwald. Der „VielFalterGarten“ richtet sich an Schmetterlingsinteressierte, während am Koala-Stand insbesondere die Ernährung der Tiere ausschließlich mit Eukalyptus thematisiert wird. Auch die Erlebniswelt Asien bietet Einblicke, etwa an der Himalaya-Anlage, wo die Futtervorlieben der dort lebenden Arten vorgestellt werden.
Darüber hinaus werden exklusive Kulissenblicke ermöglicht: Führungen durch Gondwanaland, die Kiwara-Savanne und die Erlebniswelt Südamerika können hier: vorab online gebucht werden.

Halle und Leipzig vereint für die Zukunft
Es war still geworden um die Aktionen der „Fridays-for-Future“ – Bewegung. Möglicherweise auch deshalb, weil nicht mehr jeder den Werdegang einer einstigen Protagonistin der Demonstrationen nachvollziehen wollte. Heute sind sie wieder da. Denn die Gründe, für den Erhalt unseres Planeten zu demonstrieren, haben sich nicht geändert.
In Leipzig gibt es ab 16 Uhr eine Kundgebung auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz, bei der die Organisatoren gegen die aktuelle Energiepolitik protestieren und insbesondere fossile Abhängigkeiten sowie aus ihrer Sicht unzureichende Fortschritte bei der Energie- und Wärmewende kritisieren.Unter dem Slogan „Die Rechnung geht auf uns!“ sollen auch symbolische Aktionen stattfinden, mit denen steigende Kosten und deren Folgen veranschaulicht werden.
Die Leipziger Veranstaltung ist Teil eines bundesweiten Protests, mit dem die Bewegung ihre Forderungen nach einer schnelleren Energiewende erneut öffentlich sichtbar machen will. Parallel dazu ist auch in Leipzigs charmanter Nachbarstadt Halle eine Aktion angekündigt: Dort startet bereits um 15 Uhr ein Demonstrationszug am Steintor, der sich ebenfalls mit Fragen einer sozial gerechten Energiepolitik, dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Kritik an fossilen Projekten befasst.
Beide Veranstaltungen sind Teil des Versuchs der Bewegung, ihre Proteste wieder gezielt in die Öffentlichkeit zu tragen und in zahlreichen Städten gleichzeitig Präsenz zu zeigen.
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