Thomas Böhme im Tagewerk der Worte: 101 Asservate

Asservate ist selbst so ein Wort, das ins Museum zu gehören scheint. Oder ins Lexikon der bedrohten Wörter. Gibt es ja. Eine ganze Reihe von Autoren hat erkannt, dass es auch in der deutschen Sprache ein umfangreiches Artensterben gibt. Und mit den Worten, die da verschwinden, verschwindet auch eine Welt von Erinnerungen.

Bei Amazon findet man das „Lexikon der bedrohten Wörter“ (2 Bände), das „Lexikon der verschwundenen Dinge“, das „Kleine Lexikon untergegangener Wörter“, aber auch Wörterbücher eingewanderter Wörter. Die deutsche Sprache verändert sich permanent, nimmt Neues auf, verändert ihre Konstruktion und ihre Laute. Alles, was die Gesellschaft bewegt, spiegelt sich in der Sprache wider, Moden genauso wie Kriege, technische Veränderungen oder Politik.

Da merkt so Mancher, dass Wörter auf einmal nicht mehr gebräuchlich sind, irgendwie in Großvaters Zeiten gehören – und freut sich doch, dass sie noch nicht ganz weg sind. Sie sind wie Sammeltassen in Omas Buffet. Aber was sind Sammeltassen? Und welche Bedeutung hatten sie mal? – Sammeltasse ist eines der 101 Asservate, mit denen sich der Leipziger Dichter Thomas Böhme hier beschäftigt. Dichterisch natürlich. Spielerisch. Das Augenzwinkern gehört dazu. Das Staunen auch. Denn so manches Wort, das hier vom Verdrängungswettbewerb bedroht ist, hat den stillen Abgang von der Bühne eigentlich nicht verdient. Aberwitz zum Beispiel, gleich das erste Asservat, das dem wild um sich greifenden Wahnsinn weichen muss.

Fällt einem zwar sofort eine Zeitung ein, die das Wort Wahnsinn benutzt wie Kleingeld. Aber so wird auch anschaulich, wie das Verdrängen funktioniert und wie es mit einem Verlust an Differenzierung, Genauigkeit und Tiefe einher geht, wie Sprache sich – nicht nur in diesem einen Medium – immer mehr zu einem schreienden Einheitsbrei ohne leise oder nachdenkliche Töne verwandelt.
Was leider auch längst übergreift auf Medien, die mit Stil und Sprachbeherrschung in der Vergangenheit deutliche Grenzen zogen zu diesem Zirkusgeschrei. Der Abbau journalistischer Professionalität und die bis in die Sekunde hinein getriebene Beschleunigung der Nachrichtenverbreitung haben ihren Preis. Da gehen nicht nur Worte verloren, die zu diesem wilden Jagen nicht mehr passen. Da gehen auch alle Geschichten und Verwurzelungen verloren, die zu diesem Fastfood der Nachrichtenhatz nicht mehr passen.

Geschichten, die einem wie Böhme noch einfallen, weil er sich Zeit nimmt und Worte wählt, bevor er sie hinschreibt. Und weil er nachdenkt über Fragen, über die auch Klein-Fritzchen noch nachdenken würde, wenn er nicht mit Fernseher, Gameboy und PC ruhig gestellt wäre und mit stierem Blick Zombies jagen würde. Warum gab der Aeroplan am Beginn seiner Karriere einen so kurzen Besuch im deutschen Sprachgebrauch, bevor er durch das Alltags-Wort Flugzeug ersetzt wurde? Warum hat er sich in anderen Sprachen erhalten? Und was ist eine Anfechtung noch wert, wenn jeder überzuckerte Löffelbecher zur „süßen Verführung“ wird?

Dabei waren manche Begriffe eben noch landläufig, jeder benutzte sie, gedankenlos oft, weil sie noch selbstverständlich waren. Wie wenig sie es tatsächlich waren, merkt man meist erst, wenn sie verschwinden. Wie der Diener. Den hat einer wie Thomas Böhme noch gelernt. Und kann Geschichten davon erzählen. Auch wenn die kleinen Texte auf den ersten Blick wie Lexikon-Artikel wirken, sind es keine, sind oft genug kleine, atmosphärische Geschichten, die sich aus dem Wort entfalten. Kindheitsgeschichten, auch wenn der Held meist nicht Thomas heißt. Aber wie lange ist das schon her, dass Dreiecksbadehosen und Einweckgummis für Jungen zum Leben gehörten? Genauso wie Worte aus Erwachsenenmund, die exotisch blieben, so lange sie noch in Umlauf waren: Fidibus, Fisimatenten, Galoschen und Gamaschen.

Als Dichter hat Böhme tagtäglich mit diesen Worten zu tun. Wer genau sein will, kommt mit der medialen Alltagssprache von heute nicht weit. Wer mit Sprache tatsächlich arbeitet, kommt auch an ihre überlieferten Schichten – und zu den zuweilen seltsamen Erklärungen von scheinbaren Experten. Etwa zum Fersengeld, das man als Junge auch auf sozialistischen Schulhöfen noch geben musste, wenn man nicht war wie die anderen. Eigentlich Färsengeld. Jede Flucht hat ihren Preis. Und es sind eindeutig andere Zeiten, in denen freche Kinder auf der Straße noch Gassenhauer sangen. Da waren auch die Straßen eindeutig noch stiller.

Wer ist nicht schon über das eindrucksvolle Wort Gesottenes gestolpert? Oder: Habseligkeiten. Oder: Labsal. Alles Worte, die nicht nur ihre Herkunft in sich tragen, sondern auch eine Lebenshaltung. Zuweilen etwas, was wir verloren haben, weil wir im Konsumierbaren ersaufen. Die Seligkeit zum Beispiel, überhaupt etwas zu haben. Das Notwendigste zum Beispiel. Wovon Böhme ja noch erzählen kann. Seine Kindheit fand in einem Land statt, in dem Westpakete duftende Grüße aus dem Orient waren (auch wenn der im Okzident lag). Natürlich kommt Westpaket in dieser Asservate-Sammlung vor. Mit dem berechtigten Hinweis darauf, dass nichts, was den Ostbewohnern ab 1990 übergeholfen wurde, jemals wieder so roch wie Westpakete und Intershops.

Worte, die einen Klang, eine Farbe und einen Geruch haben. Man stolpert über sie, weil sie irgendwie immer seltener zu werden scheinen. Viktualien zum Beispiel. Wer kann sich noch an das Tintenfass in der Schule erinnern? Verblüffend taucht auch der Uller wieder auf. In trauter Gesellschaft von Worten wie Maulschelle, Ottomane und Lakritzstange. In manchen Worten sind die Mutmaßungen, Gerüchte und Gemeinsamkeiten einer ganzen Generation eingefangen. Sie sind wie Fliegenfänger. Manchmal auch wie Depeschen aus einer Zeit, die heute so lange her scheint, dass sie fast altmodisch wirkt. Großväter waren noch Großväter und hatten ihr Zipperlein, Kinder machten Huddelei und bekamen die Hucke voll, wenn sie was auf dem Kerbholz hatten.

Manche dieser Worte tauchen auch heute immer wieder auf, oft genug völlig gedankenlos verwendet. Raison zum Beispiel, auch wenn die Sprecher wahrscheinlich meist nicht erklären können, warum man jemanden zur Raison bringen muss und was das mit dem allseits gepriesenen Fraktionszwang zu tun hat und wie so mancher sein Schindluder damit treibt. In diesem Buch, an dem Böhme sichtlich einige Zeit und mit sehr viel Freude gearbeitet hat, begegnet einem der Tagewerker, der sein Material kennt und damit tatsächlich arbeitet. Was nicht wirklich viele Dichter im Lande von sich sagen können, auch unser geliebter Oberdichter Grass nicht, der es immer gut meint, aber nie wirklich dichterisch bewältigt.

Einfach nur ahnen, welche atmosphärischen Potenzen in den Worten stecken, reicht nicht. Man muss auch mit ihnen umzugehen wissen. Auch um ihre Vieldeutigkeit wissen, denn Scheuklappen helfen nicht nur Pferden, unerschreckt durch ihren Tag zu kommen. Und Elfenbeintürme sind nur für Leute etwas zu Bespottendes, die nicht wissen, wie gefährlich es sich in ihnen lebt. Womit man direkt in Böhmes Werkstatt landet, die eine prekäre ist. Und wohl auch immer bleibt. Es ist wie mit den Orden im Land: Die bekommt nur, wer den Mächtigen einen Diener macht. Wer sich nicht krümmt, muss mit einstweiligen Verfügungen rechnen. Und mit Presslufthämmern, die dem Turm zu Leibe gehen.

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101 Asservate
Thomas Böhme, Connewitzer Verlagsbuchhandlung 2012, 18,00 Euro

Deswegen wird es für Elfenbeintürme wohl auch nie ein Schutzsiegel der UNESCO geben. Genauso wenig wie für all die Worte, die tagtäglich zu verschwinden drohen, weil man Phantasie und Gefühl braucht, um sie noch zu erfassen. Oder auch nur zu erahnen, welche Welten hinter Wörten wie Wimpernschlag, Unterpfand oder Morgengrauen zu finden wären.

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