Der neue große Bildband von Armin Kühne und Niels Gormsen: Leipzig – Stadt des Wandels

Die beiden können 100 werden, und sie werden mit ihrem Lebensprojekt doch nie fertig. Am 11. Dezember gab es im Felix-Klein-Hörsaal der Uni Leipzig die Premiere für den neuen Bildband "Leipzig - Stadt des Wandels" von Niels Gormsen, Armin Kühne und - nicht zu vergessen - neun kompetenten Gastautoren. Einer sagt etwas sehr Bedenkenswertes gleich zum Start: Hinrich Lehmann-Grube, Leipzigs OBM von 1990 bis 1997.

Er erlebte Leipzig ja genauso wie Leipzigs neuer Baudezernent Niels Gormsen in jenem Jahr, in dem die Stadt erst ihren langen Weg aus dem grauen Schlamassel von Verfall und Verwahrlosung begann, ohne dass absehbar war, wie lange es dauern würde, die einstige Schönheit der Bürgerstadt wieder sichtbar zu machen. Beide erzählen von ihrer Begegnung mit einer grauen, ruinösen Stadt. Und wären nicht die Bilder von Armin Kühne, man würde den beiden westliche Voreingenommenheit unterstellen. So kann doch Leipzig gar nicht ausgesehen haben!

So hat es aber ausgesehen. Und der erste Band, den Gormsen und Kühne vor über zehn Jahren herausgaben, wirkte gerade deshalb schon frappierend. Armin Kühne hatte seit den 1960er Jahren seine Stadt porträtiert – ab 1979 dann auch als freier Fotograf. Und er fotografierte das, was seinerzeit nirgendwo opportun und gefragt war, bannte die gedunkelten Zeugnisse der bis 1943 prächtigen Bürgerstadt auf Film, all das, was vom endgültigen Verschwinden bedroht war, weil das Geld für die Sanierung fehlte und die großen Pläne zum sozialistischen Umbau der Stadt den Komplettabriss ganzer Stadtviertel vorsah und den Bau gesichtsloser Plattenbauquartiere.Dazu kam es nicht. Einige der Autoren sind seit Jahren im Metier als Experten aktiv, wissen also, wie sehr der alles umkrempelnde Sozialismus an seinen eigenen Visionen scheiterte und wie die Umbaupläne sich hinzogen und immer länger hinzuziehen drohten. Wirklich zum Zug kamen die Abreißer ja nur im Leipziger Osten, wo die einstige Bausubstanz der Arbeiterquartiere noch baufälliger war als in den bürgerlichen Quartieren. Doch schon der Versuch, Gleiches in Connewitz zu tun, stieß auf zähen und stillen Widerstand.

Aber auch in den Jahren nach dem Herbst 1989 zog Armin Kühne weiter los. Denn jetzt tat sich was, jetzt drohten die alten vertrauten Leidensgenossen einer heruntergewirtschafteten Stadt auf andere Weise zu verschwinden – durch Sanierung wieder in schmucke Schönheit verwandelt, die wieder gar nichts mehr verriet darüber, wie zerschunden das Baudenkmal vorher gewesen war.Verblüffend die Feststellung dabei, wie spät die Sanierung in Leipzig tatsächlich in Gang kam und dass der ruinöse Zustand des Stadtbildes – auch in der Innenstadt – bis in die Mitte der 1990er Jahre präsent war. Es wirkt heute schon wie aus einem entschwundenen Jahrtausend. Und es ist Hinrich Lehmann-Grube, der in seinem Vorwort daran erinnert, dass seit dem Herbst 1989 tatsächlich schon 24 Jahre vergangen sind und dass das doppelt so lange ist, wie das einstige Hitler-Reich dauerte, das heute noch durch diverse Großmedien wabert, als hätte es tatsächlich 1.000 Jahre gehalten.

Diese neue, zuweilen so widersprüchliche Bundesrepublik, die da 1990 entstand, hat längst eine eigene Geschichte mit durchaus wahrnehmbaren Brüchen und Kanten. Und die Phasen sind so auch in Leipzig sichtbar. Ab 1993/1994 ungefähr kam das Sanierungsgeschehen (unterstützt durch wichtige Steuerabschreibungsmöglichkeiten für Investoren) so langsam in Gang.

Und nicht nur Gormsen würdigt die Rolle eines Jürgen Schneider, der sich seinerzeit auch in Leipzig feiern ließ wie ein Sonnenkönig – der aber gerade durch seine groß angelegte Sanierungstätigkeit erst den kompletten Verwandlungsprozess in der Leipziger Innenstadt in Gang setzte. Vorher war dort tatsächlich so gut wie nichts passiert. Der „Baulöwe“ gehört zur Leipziger Auferstehungsgeschichte genauso dazu wie Gormsen selbst und Hinrich Lehmann-Grube, die nach Schneiders Fiasko die Gläubiger bei der Stange hielten und dazu brachten, die Sanierungen auf hohem Niveau fortzuführen.

Wie frappierend der Wandel dann schon binnen weniger Jahre war, konnten die Leipziger 2000 im ersten Kühne-Gormsen-Doppel „Leipzig. Den Wandel zeigen“ (Edition Leipzig) sehen. Schon 2007 mussten sie wieder nachlegen mit „Leipzig im Wandel“, diesmal im Passage Verlag.

Der jetzige Band besticht vor allem durch viele neue Luftaufnahmen, mit denen Armin Kühne neue Sichten auftut auf die moderne Großstadt, in deren Strukturen sich die alte Bürgerstadt bis heute abzeichnet. Doch auch hier verblüfft der (Doppel-)Blick – gerade was die mittlerweile zur Touristenattraktion gewordene Innenstadt betrifft. Die meisten der gähnenden Lücken und Brachen, die bis 1990 zumeist als Parkplatz genutzt wurden, sind verschwunden. Auch die zerklüftete Dächerlandschaft gibt es nicht mehr. Umso mehr fällt natürlich auf, wo noch ein paar (Bau-)Lücken klaffen. Der Sanierungsprozess in Leipzig hat sich zwar abgeschwächt – aber er hat nicht aufgehört. Nun tauchen auch vermehrt Foto-Paare auf, die jene Baudenkmale zeigen, die noch in den letzten zehn Jahren die Denkmalschützer zum Verzweifeln brachten, weil sich lange kein Investor fand, der sich mutig an die diffizile Wiederherstellung wagte. Und es geschieht eben doch an Ecken und Enden immer wieder so ein kleines Wunder.Und hinterher hat der Leipziger natürlich wieder so ein Problem mit der Erinnerung: Sah es hier nicht schon immer so aus? – Das graue, zerschundene Leipzig entschwindet immer mehr aus der Erinnerung. Und irgendwann werden die Bildbände mit Armin Kühnes Fotos und den Erläuterungstexten von Niels Gormsen mit Gold aufgewogen. Dieser hier bereichert den Leser noch durch die Fachbeiträge von Denkmalschützern, Stadtsanierern, Kunstwissenschaftlern. Dazu kommt ein kleiner Geschichtsabriss zur Friedlichen Revolution von Christian Führer, ein Ausflug in die neu entstehende Gewässerlandschaft von Heike König und ein Text von Zoodirektor Jörg Junhold zum „Zoo der Zukunft“, auch diese drei Themen geeignet für Gegenüberstellungen mit Schwarz-Weiß-Bildern aus Vor-„Wende“-Zeiten und heutigen bestechenden Farbaufnahmen, die zeigen, wie da in einem großen Gemeinschaftswerk eine ganze Stadt wieder aufgeblüht ist.

Auch zum Neid vieler Besucher und Zugezogener aus Westdeutschland, wo man die Kriegsschäden zwar alle schon im Lauf der 1950er/1960er Jahre beseitigt hat – dabei aber das alte, gewachsene Bild der gründerzeitgeprägten Großstadt verworfen hat. Es galt als überholt und nicht mehr zeitgemäß. Doch nicht nur in Braunschweig sieht man, wieviel Flair und Lebensqualität die Städte dabei eingebüßt haben. Leipzig hatte doppeltes Glück, dass den sozialistischen Stadtplanern schlicht das Geld ausging, sie hätten die Stadt in einen ähnlich atmosphärelosen Moloch verwandelt. Das zweite Glück war, dass der Herbst 1989 gerade noch rechtzeitig kam, um den endgültigen Verfall zu verhindern. Und beiläufig erwähnt Heike König auch einen weiteren Fakt, der Leipzig ja bis 1989 bedrohte – den Kohlebergbau, der sich vom Süden her auf die Stadt zufraß.

Das Buch wird nicht nur Leipzig-Liebhaber faszinieren, sondern auch Stadtplaner und Kenner moderner Stadtkulturen überhaupt, denn hier ist in vielen Fällen sichtbar, wie Bau- und Lebenskultur gerettet und zu neuem Leben erweckt werden kann. Es sind aber auch all die neuen Lösungen zu sehen, mit denen Investoren und Planer die jahrzehntealten Kriegslücken geschlossen und oft wirklich gelungene neue Bauensembles geschaffen haben.

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Leipzig – Stadt des Wandels
Niels Gormsen; Armin Kühne, Passage-Verlag 2013, 28,00 Euro

Bei vielen Detail-Fotos darf man wirklich grübeln: Wo war denn das überhaupt? Das Gedächtnis hat vielleicht noch vage Erinnerungen. Aber oft zeigt erst das Foto-Doppel, wie sehr sich ein Ort tatsächlich verändert hat. So sehr, dass Hinrich Lehmann-Grube zu recht von völlig anderen Erinnerungen sprechen kann. Die Generationen, die nach 1990 aufgewachsen sind, haben ein völlig anderes Leipzig kennen gelernt als die, die 1989 um den Ring marschiert sind. Selbst für Lehmann-Grube, der ja sein Leben vor Leipzig im fernen Hannover zubrachte, ist es ein Wunder. Für viele Leipziger, die noch im alten Aschenputtel-Leipzig aufwuchsen, erst recht.

www.passageverlag.de

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