Die industrielle Nutzung nachwachsender Rohstoffe ist ein echtes Zukunftsthema für Mitteldeutschland

Von 2009 bis 2012 förderte der Freistaat Sachsen ein Projekt mit dem ellenlangen Titel "Nachwachsende Rohstoffe als Chance für den mitteldeutschen Raum - Potenziale und Konfliktfelder einer verstärkten Nutzung nachwachsender Rohstoffe". Langer Titel. Lang ist's her. Und was ist dabei herausgekommen? Ein Endbericht. Und jetzt noch diese Starthilfe.

Die diesmal eher keine Starthilfe für Studierende ist, sondern eine für die ganze Branche – für Forscher, Institute, Unternehmen, Politiker. Denn im ganzen Hin und Her um Energiewende, Kreislaufwirtschaft, Rohstoffgewinnung, autarke Versorgung, umweltschonendes Wirtschaften und all die Rückfälle in die Produktions- und Entsorgungsweisen der Vergangenheit fehlt auf fast jedem Gebiet wirklich ein verlässlicher Fahrplan.

Dass die Zukunft eine mit deutlich weniger fossilen Rohstoffen sein wird, ist eigentlich längst klar. Aber wie kommt man dahin, wenn doch der Laden mit Kohle, Erdöl und Erdgas so prima läuft, alle Systeme darauf ausgerichtet sind und alle drei Rohstoffe nach wie vor so billig sind, dass sich der Einsatz nachwachsender Rohstoffe oft nicht lohnt?

In Teilen dieses Buches wird das diskutiert – und zwar nicht nur bei der energetischen Nutzung von Holz, Gülle, landwirtschaftlichen Abfällen oder extra angebauten Saaten wie Raps und Öl, sondern auch bei der stofflichen Verwendung. Denn nach und nach erweisen sich ja viele chemisch hergestellte Produkte nicht nur als Belastung für die Umwelt, sondern auch als Gesundheitsgefährdung und Abfallproblem.

Doch das Erkundungsprojekt der Sächsischen Akademie der Wissenschaften (SAW) hat auch gezeigt, wie weit nicht nur die Forschung in (Mittel-)Deutschland längst ist, die biologischen Abfallprodukte der Gesellschaft und die nachwachsenden Rohstoffe zu veredeln und in industriellem Maßstab nutzbar zu machen, sie zeigte auch, wie sehr viele Umwandlungs- und Veredelungsprozesse schon Eingang in die industrielle Produktion gefunden haben. Das Problem war eigentlich schon lange nicht mehr, herauszubekommen, wie solche Prozesse funktionieren – das weiß man eigentlich seit über 100 Jahren. Das Problem ist bis heute eher ein Preis- und Masseproblem, denn da in Form von Erdöl, Erdgas und Kohle wichtige Ausgangsstoffe im Grunde schon in industriell großen Mengen und leichter Verfügbarkeit den Markt beherrschen, ist ihr Einsatz – etwa in der Petrolchemie – bis zu vier Mal preiswerter als die meist mehrstufige Aufarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen.

Und dazu kommt, dass die Nutzung etwa von Rapsöl, Zuckerrüben, Gerste usw. zur Gewinnung von Brennstoffen oder neuen industriellen Werkstoffen immer in Konkurrenz steht zur menschlichen Nahrungsgewinnung. Ein Thema, das in den letzten Jahren besonders heftig am Thema Bio-Sprit diskutiert wurde. Übrigens auch das ein Thema, das sich nur schwer steuern lässt. Denn um solche Produkte am Markt zu platzieren, muss der Staat oft mit Gesetzen oder gar Subventionen eingreifen. Was für den Bio-Sprit bis 2007 geradezu einen Boom entfesselte, der erst durch die Finanzkrise gestoppt wurde, in deren Gefolge der Ölpreis regelrecht abstürzte. Seitdem stagniert die Bio-Sprit-Produktion in Deutschland. Ähnlich ist es auch auf anderen Feldern, auf denen die Nutzung nachwachsender Stoffe in direkter Konkurrenz zum Einsatz des nach wie vor billigen Erdöls geht.

Aber die Forscher, die das ganze Themenfeld seit 2009 untersucht hatten, kamen auch zu der durchaus überraschenden Erkenntnis, dass sich einige Produktionsstrecken der Bioökonomik sogar in dieser direkten Konkurrenz behauptet und stabilisiert haben. Das betrifft zum Beispiel viele Bereiche der Bauwirtschaft, in denen sich Bauteile und Dämmstoffe aus natürlichen Quellen in vielen Bereichen erfolgreich gegen die zuvor verwendeten Materialien aus Glas, Plastik, Aluminium und Glasfaser durchgesetzt haben. Was auch mit einem gewachsenen Bewusstsein der Bauherren in Bezug auf Gesundheit und Umweltschutz zu tun hat. Aber selbst in der Konsumgüterindustrie und in der Verpackungstechnik haben längst Materialien Einzug gehalten, die dieselben Nutzungseigenschaften wie Stoffe aus der Erdölchemie haben, aber direkt aus pflanzlichen Ausgangsmaterialien stammen. Und die Forschung ist schon längst dabei, praktisch alle biogenen Abfall- und Restprodukte wieder in stoffliche Verwertungskreisläufe zu bringen, die noch vor Jahren einfach kompostiert, verbrannt oder untergepflügt worden wären.

Die drei Autoren dieses Buches gehen natürlich auch auf alle Nachteile ein, die diese Schaffung einer neuen Bioökonomie mit sich bringt – egal, ob es nun grüne Chemie oder weiße Chemie betrifft, die Erzeugung von Bio-Sprit, Heizgas oder neuen, verblüffenden Leichtbaustoffen für die Autoindustrie. Denn am Anfang steht immer entweder die konsequente Waldbewirtschaftung und die intensive Landwirtschaft. Es ist ein ganz kleiner, fast flapsiger Satz, mit dem ausgerechnet die Ökolandwirtschaft als ungeeignet abgetan wird, um in diesem neuen Rohstoffsegment eine Rolle spielen zu können. Denn es geht schlicht um Massen. Deutschland ist ein Land mit einem gewaltigen Rohstoff- und Energiehunger. Und um die alten, auf Kohle und Öl basierenden Industrien nach und nach auf nachhaltige Ausgangsstoffe umzustellen, braucht es eben große Hektarerträge und Masseumsätze. Mit drastischen Folgen, wie es auch in Sachsens Landwirtschaft zu sehen war. Denn wenn man biologische Rohstoffe in industriellem Maßstab erzeugen will, dann ist der billigste Ansatz immer die schon aus DDR-Zeiten bekannte industrielle Bewirtschaftung der Felder mit allen üblen Folgen für die Umwelt: Düngerbelastung der Felder, verdichteten Böden, Ackerverlusten durch Abschwemmung, Verlust von Feldrainen, kilometerweit dominierenden Monokulturen, die dann auch wieder entsprechend anfällig für Schädlingsbefall sind und wieder die Nutzung von Schädlingsbekämpfungsmitteln nach sich ziehen.

Das Buch macht durchaus sichtbar, wie komplex die beiden Themen – energetische und stoffliche Rohstoffgewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen – sind, wie stark die Entwicklung aber auch von Umgebungsdaten der Weltmärkte abhängt. Denn da in Deutschland nun einmal nur in einem Teil des Jahres geerntet werden kann, ist das Land auf entsprechend große Importe nicht nur an Nahrungsmitteln, sondern auch biologischen Rohstoffen für die Industrie angewiesen. Das reicht vom Holz bis zum Palmöl. Und so wird auch hier wieder sichtbar, dass man die Produktion im Land eben nicht denken kann ohne alle Auswirkungen bis hin in die Urwälder Indonesiens oder Südamerikas.

Andererseits haben sich – so stellen die Autoren fest – in der Bundesrepublik in den vergangenen Jahren schon viele Bio-Technologien in Unternehmen und ganzen Fertigungsreihen etabliert. Viele dieser Technologien sind weltweiter Spitzenstandard. Die vom Sächsischen Wissenschaftsministerium in Auftrag gegebene Projektarbeit hat also durchaus eine für das Land wichtige Branche und ihre Rahmenbedingungen unter die Lupe genommen. Beim Datenmaterial gehen die Autoren dieser „Starthilfe“ da und dort über den Faktenstand von 2012 hinaus. Aber im Wesentlichen steht die Bilanz bis heute: Die Bio-Technologie hat ein großes Potenzial, nicht nur alte, umweltschädlichere Verfahrensweisen abzulösen, sie ist auch die heutige Spitzentechnologie, mit der die Bundesrepublik im Allgemeinen und die Metropolregion Mitteldeutschland im Speziellen punkten können. Und sie bietet auch ländlichen Regionen wieder eine Chance, Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu schaffen.

Ist dann nur noch die Frage, welche Rahmensetzungen die Politik hinbekommt. Aber da sieht es ja bekanntlich immer wieder recht chaotisch aus – mal prescht die Gesetzgebung vor, wird richtig Geld in neue Wege investiert, dann wieder zeigen die Kampagnen der alten, fossilen Industrien Wirkung und wichtige Regelungen werden zurückgenommen oder so weit abgeschwächt, dass sich das Neue mal wieder nicht rechnet.

Aber das Buch zeigt jetzt zumindest, wie weit die Basis für eine andere, auf nachwachsenden Rohstoffen basierten Industrie eigentlich schon ist. Es betont auch an den entscheidenden Stellen, wie sehr es um verlässliche und vor allem umfangreiche Stoffströme geht.

Und da und dort deutet sich auch an, dass viele gewachsene Rohstoffe Eigenschaften mitbringen, die die alte Petrolchemie bislang nicht erzeugen konnte. Was dann freilich auch zu neuen Risiken führen kann, weil die so erzeugten Bio-Stoffe nach mehreren Fertigungsstufen auf einmal genauso robust und schwer abbaubar sind wie die Plastik, die heute unsere Weltmeere verseucht. Einerseits ist das gewollt – ein Auto, in dem solche Teile verbaut sind, soll ja lange halten. Anderseits wird auch hier das Thema Recycling auf neue Art aktuell. Denn wirklich sinnvoll wird auch die Verwertung nachwachsender Rohstoffe erst, wenn auch die späteren Neu-Verwertungsprozesse gesichert sind und nicht alles doch wieder auf der Müllhalde landet.

Ulrich Stottmeister, Anke Mondschein, Sören Tech EAGLE-Starthilfe. Nutzung nachwachsender Rohstoffe, Edition am Gutenbergplatz Leipzig, Leipzig 2015, 14,50 Euro.

RezensionenNachhaltigkeitNachwachsende RohstoffeBioökonomie
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